| Vorstellung der Teilnehmer |
Damit ihr mir nachher meine Unwissenheit vorwerfen könnt, wage ich hier mal eine kleine Vorausschau auf das Abschneiden der Teams in der Qualifikationsgruppe 6.
Lettland: (Ranglistenplatz 38, Tendenz: konstant) Die jüngste der teilnehmenden Mannschaften hatte bis dato noch gar keine Zeit, durch überragende Ergebnisse auf sich aufmeksam zu machen. Erst seit zwei Wochen ist die Auswahlmannschaft dieses kleinen Baltikumstaates aktiv und kann neben zwei Niederlagen gegen die Schweiz und Mazedonien zwei Remis gegen Island und Litauen und einen Sieg gegen Slowenien aufweisen. Nicht gerade furchteinflößend für die gestandenen Teams in dieser Gruppe ist diese Bilanz und Lettland damit der krasse Außenseiter der Gruppe 6. Expertentipp: Kämpft mit Israel um den vorletzten Platz in der Gruppe.
Israel: (Ranglistenplatz 34, Tendenz: steigend) Zwar eine Woche länger im Einsatz als Lettland, aber relativ gesehen noch erfolgloser. Das liegt jedoch ursächlich daran, dass Israel erst in der letzten Runde mit einer vollzähligen Mannschaft auflaufen konnte. Offensiv ließen sie einige Male aufhorchen wie bei ihrem 3-1 Sieg gegen Russland oder zuletzt mit dem 3-3 gegen die renomierten Schweizer. An einem guten Tag könnten sie in der Lage sein, gegen alle Gruppengegner mitzuhalten (letzte Woche 1-1 gegen Bosnien), doch die nötige Konstanz fehlt. Der Sieg gegen Russland ist der bisher einzige der Länderspielgeschichte und allzu viele dürften in den Qualifikationsspielen nicht dazu komen. Expertentipp: Kann einigen Teams unangenehm werden, streitet sich aber nur mit Lettland um den Plaz des Vorletzten.
Italien: (Ranglistenplatz 18, Tendenz: fallend) Die Nationalmannschaft existiert bereits seit 8 Wochen, kommt jedoch aufgrund spärlicher Wettkämpfe erst auf 10 Länderspiele. Man ist selten zu einer guten Leistung fähig, lässt es dann aber gehörig krachen (5-1 gegen Wales). Spanien und Frankreich sind als Gegner bereits bekannt. Gegen das erstgenannte Team verlor man, das zweitgenannte konnte man bezwingen. Axel Schiffer und Stefan Tonak sind recht zuverlässige Torschützen, doch die Klasse, die diese zwei verkörpern, fehlt in der Breite. Der Ausfall einer dieser beiden Säulen würde das sichere Aus bedeuten. Zeigen sich beide aber in guter Verfassung, ist die Qualifikation über den Relegationsplatz 3 oder bei optimalem Verlauf sogar die direkte Qualifikation möglich, aber erwarten kann dies im Stiefel keiner. Expertentipp: Italien kann die EM-Fahrkarte lösen, wenn alles passt und das Team sich geschlossener präsentiert.
Frankreich: (Ranglistenplatz 23, Tendenz: fallend) Genauso 'alt' wie das italienische Team, zeigt sich der westliche Nachbar wesentlich spielfreudiger - allerdings nur was die Anzahl betrifft. Das Problem liegt allerdings eher in der Abwehr, sodass mit Frankreich zu rechnen sein wird. Vier selbst erzielte Tore sind keine Seltenheit, doch zwei Tore reichen selten zum Sieg. Die einzige Ausnahme bildet hier das grandiose 2-1 in Spanien, wo sie trotz hoffnungsloser Unterzahl gewinnen konnten. Zu selten steht die Abwehr sicher und zu selten baut Teamchef Michael Messerschmidt auf den Vize-Fuxx der Saison 2000'4 Gregor Tsagkalidis, um als Mitfavorit in der Qualifikation zu gelten. Es stehen aber viele, vom Leistungsvermögen her stabile Spieler in der Mannschaft und möglich ist für die Offensivkünstler aus Westeuropa alles, bei idealem Verlauf auch die Qualifikation und sogar der Gruppensieg. Expertentipp: Frankreich wird es Favorit Bosnien und dem Gastgeber sehr schwer machen, sich direkt zu qualifizieren.
Bosnien: (Ranglistenplatz 9, Tendenz: steigend) Zwar zwei Wochen jünger als die beiden vorgenannten, aber deutlich sicherer in der Abwehr, muss Bosnien als der große Favorit diesr Qualifikationgruppe gelten. Ihre Stärken sind dabei eindeutig eher im Zerstören der gegnerischen Offensivbemühungen als in traumwandlerisch sicherem Kombinationsfussball zu sehen, weswegen sich der Spitzname der Balkan-Brasilianer nur als pure Ironie bezeichnen lässt. Der Pressechef schottet das Team erfolgreich vor zu viel Rummel ab und alle stellen sich in den Dienst der erfolgreichen Qualifikation. Aber gerade im heißblütigen Spanien könnte sich diese Taktik als falsch herausstellen. Expertentipp: Bleibt die Abwehr so stabil (12 Gegentore in 11 Spielen), wird sich Bosnien souverän qualifizieren.
Spanien: (Ranglistenplatz 11, Tendenz: fallend) Der Gastgeber ist eines der Urgesteine der Nationalmannschaften. Bereits seit 10 Wochen im Einsatz, verfügen sie über ein Höchstmaß an Erfahrung und haben sechs Spieler mit 10 oder mehr Länderspielen in ihren Reihen. Bedenkt man dazu noch den Heimvorteil, ist es eigentlich unlogisch, Bosnien zum Favoriten zu erklären, doch die Abwehrleistung der letzten Wochen gibt Anlass zur Sorge. In nur 2 der letzten 8 Spiele kassierte das Team von Trainer Reimund Breucker weniger als 2 Gegentore. Zwar wurde die Offensive in dieser Zeit verbessert und im gleichen Zeitraum nur bei der Pleite gegen Belgien keine zwei Tore erzielt, aber die Bilanz ist eher durchwachsen. Angefeuert von ihren fanatischen Fans sollte es aber gelingen, sich zumindest als einer der zwei torbesten Drittplazierten für die EM zu qualifizieren. Expertentipp: Behält der Sturm seine ansteigende Form bei, qualifiziert sich der Gastgeber für die Europameisterschaft.