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Der Merowinger Clan (28)
Versuch eines Tagebuches |
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Jahr 0 - Die Erschaffung der achten Welt:
'Das soll es also sein', dachte sich Clothar,
' hier auf diesem Flecken Grasland sollen wir das Großreich aufbauen,
von dem uns unsere Väter berichtet haben.' Er schielte zu seiner Frau,
die die Reise auf dem Blitz genauso unbeschadet überstanden hatte
wie er selbst. Nicht einmal 27 Jahre zählte er und doch wurde ihm
gesagt, dass er auf einer Welt landen würde, die 3000x3000 Km misst
und die er gefälligst zu unterwerfen hätte - nicht mehr, aber
auch keinen Deut weniger verlangte man von ihm. Als er seinen Gedanken
nachhing, bemerkte er die Menschenmenge ringsherum, die sein Ankommen ungläubig
beobachteten und ihn für ein höheres Wesen zu halten schienen.
Ein älterer Mann trat aus der Menge hervor und kniete nieder: "Eure
Ankunft, mein Herr, ist uns von unseren Vorfahren angekündigt. Ihr
seid es, die unserem Volk diesen Planeten schenken werden. So seid unser
König und führet uns zum Sieg. Wir werden tun, was ihr uns befehlt."
Das ging ja gut los, keine fünf Minuten da und schon König eines
- er schaute sich um - ZELTLAGERS!!! Hier herrschten ja unglaubliche Zustände:
Kein Brunnen, keine Umzäunung, einfach nichts! Er fragte den Alten,
wo sie denn residieren könnten. Er sähe nichts seinem Stande
Angemessenes. "Nun, seht dort. Das große blaue Zelt wird eure Herberge
sein. Wir nennen es unsere Festung, es ist das einzige Zelt, das mit Eisenstangen
befestigt ist. Aber nach Eurer Ankunft wird es ja nicht lange dauern, bis
unser ärmliches Lager wächst und gedeiht, wir Häuser aus
Stein, Paläste und Theater haben."
Clothar und Basina folgten dem Mann. Auf dem
Weg schauten sie sich um. Im Norden setzte sich die Ebene fort, genauso
im Osten. Im Süden und Westen sah man ein paar Hügel. Eigentlich
eine schöne Gegend, doch diese Verantwortung im Nacken liess ihn bedrückt
in die Zukunft blicken. Clothar fühlte sich noch zu jung, um ein Volk
solcher Größe zu führen, aber das hat er nun davon, dass
er als jüngtes Kind der Familie nicht ins Kloster wollte.
Sie waren am Zelt angekommen. Es bestand aus
zwei Kammern, die hintere stand offen und darin lag zentimeterhoch Stroh.
'Aha, unser Schlafgemach.' Im vorderen Raum standen zwei einfach Holzstühle
und ein Tisch mit einem Krug Wasser und zwei Bechern aus getrocknetem Lehm.
Der Wortführer verabschiedete sich und liess zwei Diener da. "Ihr
wollt Euch nun bestimmt von der Reise erholen. Mein Zelt ist direkt gegenüber,
wenn ihr mich sucht.Die zwei Jungen hier werden Euch jeden Wunsch von den
Augen ablesen." 'Ablesen ja, aber mit dem Erfüllen dürfte es
hapern. Herbeizaubern können sie Gold und Edelsteine ja auch nicht.',
dachte sich der neue König. Er schwieg jetzt aber besser, schliesslich
war er seinem Volk ausgeliefert. Wo hätte er denn hin sollen, wenn
sie sich auflehnen? Er geleitete Basina in ihre neuen Gemächer, verschloss
den Vorhang und setzte sich nieder.
"Ob wir wollen oder nicht: Wir müssen dieses
Volk erfolgreich führen, sonst sind wir verloren." Basina war die
Realistin, die sich immer wieder mit solchen Situationen anfreundete und
das Beste daraus machte. Clothar hing Träumen nach. Die Welt erkunden,
einen Trupp Ritter ausrüsten und die umliegenden Provinzen unterwerfen,
einen Makrtplatz, eine Kirche bauen. Wenn sie doch wenigstens ein Pferd
hätten, um das Gebiet zu erkunden. Am besten alles sofort. Doch Basina
holte ihn in die Wirklichkeit zurück. "Du, Liebster, wir haben doch
ein paar Bücher dabei. Lass uns nachschauen, was wir den Menschen
hier beibringen können. Ich werde versuchen, meine Handelsfähigkeit
zu entwickeln und werde ich mal sehen, was in dem Buch über Waffentechniken
so steht."
Clothar sah ein, dass er keine Chance hatte.
Er hatte sich damit abzufinden und musste zusehen, dass er dem Volk Reichtum
und Ehre einbrachte. Also beschloss er in seinem Buch 'Architektur des
Altertums' zu blättern. Vorher wollte er aber noch an seiner Redefähigkeit
feilen. Schliesslich würden die ersten Krisen kommen und da musste
er überzeugen können. Und so machten sie sich an die Arbeit.
Ein langer Weg lag vor ihnen.