| Beselidha
Lehze albanischer Fussballmeister
25.05.01 - Lezhe vorzeitig Meister – Abstieg und UEFA Cup wieder
offen – Teuta Durres im EP ausgeschieden – Nationalmannschaft wieder auf
Erfolgskurs
Autokorsos in Lezhe, souverän und verdient holte Beselidhja vorzeitig
die albanische Meisterschaft. Mit 8 Punkten Vorsprung thront man am Platz
an der Sonne und ist von diesem nicht mehr zu verdrängen. Trainer
Preissner, dessen beeindruckender offensiv Fußball (67 Tore bisher)
belohnt wurde, kann stolz auf sein Team sein.
Die besten Chancen auf die UEFA CUP Qualifikation haben zur Zeit Lushnja
und Pequin. Trainer Waliczek hat offensichtlich dem Team die Leviten gelesen,
denn mit 9 Punkten aus 4 Spielen konnte der Anschluss an Platz 2 wieder
hergestellt werden. Doch wie sooft scheinen in Pequin die Phantasien mit
den Verantwortlichen durchzugehen: Auf Veranlassung des Trainers wurden
bereits die Feierlichkeiten für den UEFA Cup Sieg in Planung gegeben.
In Lauerstellung hoffen Elbasan, Kavaje und Fier auf Ausrutscher der Konkurrenz,
um nächstes Jahr im Europacup mitmischen zu können.
Der Abstiegskampf ist wieder offen und spannend wie nie. Den 18.
trennen gerade einmal 4 Punkte vom 14. Hier wird die Entscheidung erst
am letzten Spieltag fallen. Gestärkt geht Partizani Tirana in diese
Nervenschlacht. Sah man vor Wochenfrist noch wie ein sicherer Absteiger
aus, so konnte man mit 3 Siegen in Folge das Abstiegsgespenst zumindest
etwas einschüchtern. Besonders der 5:4 Auswärtserfolg beim amtierenden
Meister aus Berat dürfte bei der Elf von Teamchef Olli Seel ein psychologisches
Wunder bewirkt haben. Beim Ortsrivalen SK Tirana darf Trainer Henning langsam
aber sicher die Lichter ausmachen: 3 Pleiten in Folge, ein miserables Torverhältnis,
es scheint als hätten sich die Spieler mit dem Abstieg bereits abgefunden.
Der letzte albanische Vertreter im EC, Teuta Durres, musste sich dem
niederländischen Vertreter Den Bosch überraschend deutlich geschlagen
geben (1:1 1:3). Trotz allem ist Coach Michlicek mit seiner Mannschaft
sicherlich hoch zufrieden. Bleibt zu hoffen, daß in dieser Saison
im EC endlich eine albanische Ära eingeläutet wurde, die ja schon
Realität im internationalen Länder-Vergleich ist.
Hier hat Albanien das Trauma EM Qualifikation offensichtlich überwunden
und zeigt wieder herzerfrischenden, technisch erstklassigen Kombinationsfußball.
War beim 1:0 Sieg gegen Moldawien noch die Unsicherheit in den ersten Minuten
anzumerken, so gewann man doch im Spielverlauf an Selbstvertrauen und gewann
glücklich aber nicht unverdient. Die bosnische Mannschaft wurde
dann in einem wahren Fußballfeuerwerk mit 4:2 vom Platz geschossen.
Ballstafetten zum Zungeschnalzen beeindruckten auch das bosnische Publikum,
daß den albanischen Gast zu einer Ehrenrunde aufforderte und mit
stehenden Ovationen aus dem Stadion geleitete. Die „Balkan Brasilianer“
waren allenfalls Statisten der Vorführung die das von Teamchef Seel
erstklassig eingestellte albanischem Ensemble absolvierte. Sollte
dieser Aufwärtstrend anhalten, wird in naher Zukunft am albanischen
Fußball kein Weg mehr vorbei führen.
Olli Bienhofer |