Polen
     

 

 
Nationalmannschaft Polens Spiele 7 und 8 in der EM-Quali NEU 26.04.01
13.-16. Spieltag Odra Wozislaw - eine Mannschaft auf dem Vormarsch NEU 26.04.01

 
 
Polens Spiele 7 und 8 in der EM-Quali

26.04.01 - Polen - Tschechien: 
Voller Zuversicht ging die polnische Mannschaft in diese richtungsweisende Partie: schafft man es sich in der Spitzengruppe der Quali-Gruppe 2 zu
etablieren oder rutscht man weiter ab? In der 4. Minute die erste Chance des Spiels. Henryk Jan Ciuraj versucht es aus 30 Minuten, aber der Ball fliegt 2-3 Meter am Tor vorbei. Abstoss. Wir schreiben die 5. Minute, der Abstoss wird schnell ausgeführt. Der Ball fliegt sehr weit und kommt zu Marc Werner, der den Ball gekonnt mit der Brust annimmt. Er geht noch ein Stück mit dem Ball und es passiert das, was die Polen aus dieser Qualifikation mittlerweile zur Genüge kennen und was eigentlich vermieden werden sollte: ein früher Gegentreffer. Werner hatte den Ball mit einem wuchtigen Schuß von der Strafraumgrenze unhaltbar im Netz versenkt. Das 0:1. 
Gleich nach dem Rückstand verstärkt Polen den Druck, drängt auf den Ausgleich. Mit Erfolg, zumindest was das Herausarbeiten von Chancen angeht. In der 20. Minute kann nur der tschechische Schlußmann den Ausgleich durch Billy Heinz verhindern, allerdings auf Kosten einer Ecke. Beim anschliessenden Eckball in der 22. Minute steigt Bernhard Grulich höher als alle anderen, doch sein platzierter Kopfball ist zu genau und landet an
der Latte. Die Chance scheint vergeben, doch kein Tscheche hält es für nötig erneut zum Kopfball hochzusteigen - Grulich versucht es noch einmal und macht es diesmal besser. Der viel umjubelte 1:1-Ausgleich. Aber die Freude währt nur kurz. Im Gegenzug nur eine Minute später kann Christoph Kanne erneut die Führung für die Tschechen markieren. Vorausgegangen war ein unnötiges Foul der Polen vor dem eigenen Strafraum, welches dem Gegner
einen Freistoss aus guter Lage beschert. Kanne tritt an und versenkt den Ball. Das 1:2. 
Nach der Führung zieht sich Tschechien erneut zurück, angesichts der wütenden Angriffe der Polen. Allerdings bleiben diese ohne nennenswerte
Möglichkeiten. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Konter in der 32. Minute bedeutet das 1:3.
Peter Lomott ist schneller als seine Gegenspieler und alleine auf dem Weg zum Tor. Der Torwart, der auf der Linie verweilt, stellt keine wirkliche Gefahr
für Lomott´s Vorentscheidung dar. In der 40 Minute die nächste Chance der Tschechen. Bernard Ramsak spielt einen genialen Pass in die Tiefe, allerdings fühlt sich kein Mitspieler angesprochen und der Ball trudelt ins Toraus. 

In der 2. Halbzeit passiert kaum noch was. Die Tschechen tun nur noch das Nötigste und die Polen sind in ihren Aktionen gehemmt. Die erste Möglichkeit in der mittlerweile abgeflachten Partie haben die Polen. In der 72. Minute kann der tschechische Keeper einen Gewaltschuss von Thomas Heihal nur abklatschen und der Ball kullert Marcus Krolinski vor die Füsse. Der scheint von der sich plötzlich ergebenen Möglichkeit allerdings vollends überrascht und schießt aus 5 Metern vor dem Tor ebensoweit daneben. Die Möglichkeit noch einma ranzukommen - kläglich vergeben. 
In der 78. Minute die letzte erwähnenswerte Möglichkeit des Spiels. Der Tscheche Martin Streiff kann nach einer Flanke den Ball aber nur am Tor
vorbeiköpfen. Glück für die Polen, denn Streiff stand völlig frei. Danach plätschert das Spiel nur noch so dahin. Beide Mannschaften scheinen sich mit dem Ergebnis abgefunden zu haben, was aus Sicht der Tschechen natürlich verständlich, aus Sicht der Polen dagegen erschreckend wirkt. Zumindest
für die heute offenbar überforderten Polen bedeutet der Schlußpfiff die Erlösung. 

Statistik: 
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Polen : Tschechien 1:3 (16:74)

Die Torschützen: 
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0:1 Marc Werner (5. Minute)
1:1 Bernhard Grulich (22.)
1:2 Christoph Kanne (23.)
1:3 Peter Lomott (32.)
 

Polen - Bulgarien: 
Das Spiel ist schnell erzählt. Wie schon gegen die Tschechen (und einige andere in der Quali) ein früher Gegentreffer. Gregoire Diehl kann den Ball in der 8. Minute bei einem Strafraumgetümmel durch die Beine des polnischen Torhüters bugsieren. 0:1. 
Nur eine Minute später hat Lars Balszuweit das 2:0 auf dem Fuß, doch sein kopfball geht knapp am Tor vorbei. In der 17. Minute abermals eine Möglichkeit für die Bulgaren, Ralph Bremer´s Schuß trifft aber nur den Pfosten. Im direkten Gegenzug endlich die erste Möglichkeit auf Seiten der Polen.
Polen spielt in Überzahl 3 gegen 2 aber Robert Kopetschke trifft mit seinem klasse Schuß nur das Aluminium. Nach einer halben Stunde Spielzeit erneut eine Möglichkeit für Polen, Lukas Klaus kann eine butterweiche Flanke, die ihm genau vor den Füßen landet, nicht verwerten. Stattdessen landet der Ball auf der Tribüne. Mehr passiert dann auch nicht und der Schiedsrichter bittet pünktlich zum Pausentee. 7 Minuten nach dem Wiederanpfiff hat Bernhard Grulich die erste Möglichkeit der zweiten Hälfte. Da Polen in diesem Spiel scheinbar die spielerischen Mittel für ein sehenswert herausgespieltes Tor fehlen versucht Grulich es mit einem Fernschuß, aber der geht weit am Tor vorbei. Dieser Schuß war eine Verzweiflungstat. Die Polen wollen mehr, aber sie können nicht mehr. Nach 64 Minuten dann das 0:2. Thorsten Goeltz kann sich den Ball erkämpfen, geht ein paar Schritte und steht mutterseelenallein vor dem nur noch mit dem Torhüter gefüllten Tor. Abgeklärt, wie er den Torhüter ausspielt. Die Vorentscheidung? 
In der 66. Minute mal wieder ein Angriff der Polen. Thomas Heihal schafft es in den gegnerischen Strafraum einzudringen, wo er auf übelste Weise zu Boden gebracht wird. Keine Proteste, Gelb für den Verteidiger, Elfmeter für Polen. Der Gefoulte tritt selbst an und verwandelt den Ball nach 64 Minuten sicher im Netz. Kann der 1:2-Anschlusstreffer noch einmal neue Kräfte freisetzen? Geht jetzt endlich wieder was bei den Polen? 
Offenbar nicht. Weiterhin planlose Angriffe ohne jegliche Wirkungskraft. Es kommt einfach nicht zählbares dabei heraus. In der 84. Minute ist Christian
Knoblich bei einem konter alleine auf dem Weg Richtung Tor. Alle Gegenspieler inklusive Torhüter sind bereits ausgespielt und er braucht nur noch
einzuschieben, aber irgendwie schafft er es über seine eigenen Bein zu stolpern. Die RIESENMÖGLICHKEIT zum 2:2 mehr als kläglich vergeben. Man muss sich ernsthaft fragen, ob ein Knoblich in dieser Verfasung eine Verstärkung für das Team darstellt! 
4 Minuten vor Schluss die letzte Chance des Spiels. Bulgariens Lutz Ludewig versucht es nach einer Flanke mit einem Kopfball. Der geht an die Latte und prallt zurück. Er versucht es erneut, diesmal mit einem Fallrückzieher, doch der Referee entscheidet auf gefährliches Spiel. Wie symptomatisch geht der Freistoss ins Aus. Bei Polen steckt derzeit ganz gehörig der Wurm drin. Der Schlußpfiff auch in dieser Partie eine Erlösung. In dieser Form hat Polen nichts, aber auch rein gar nichts bei einer EM zu suchen... 

Statistik: 
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Polen : Bulgarien 1:2 (22:40)

Die Torschützen: 
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0:1 Gregoire Diehl (8. Minute)
0:2 Thorsten Goeltz (64.)
1:2 Thomas Heihal (66.) 

Christian Knoblich

Odra Wozislaw - eine Mannschaft auf dem Vormarsch

26.04.01 - Das Team der Stunde in Polen heißt Odra Wodzislaw! 

Nach dem äusserst schwachen Saisonstart (bis zum 8. Spieltag sieglos!) und dem Absturz auf den letzten Platz der Liga schon als Abstiegskandidat
gehandelt, macht sich die Mannschaft um Trainer Christian "Knobi" Knoblich, seines Zeichens polnischer Nationalspieler und Pressesprecher, nun auf, das Feld von hinten aufzurollen. 
Der Mannschaft mit der besten Offensive der Liga scheint der Misserfolg zu Saisonbeginn gut getan zu haben. Der Zusammenhalt auf dem Feld ist größer denn je. Ofenbar hat die Misere zusammengeschweißt. 
Aber nicht nur das ist ein Grund für den plötzlichen Aufschwung. Den ständigen Glauben an sich und seine Mannschaft konnte Knobi dem Team scheinbar sehr gut vermitteln. Auch das Selbstvertrauen, welches man aus nunmehr 7 ungeschlagenen Heimspielen schöpft trägt zu den derzeitigen Erfolgen bei. 
Zu was diese Mannschaft fähig ist zeigen die Tatsachen, dass die Top 5 der Liga bisher nicht in der Lage war Odra zu besiegen und dass man im Pokal
locker und leicht durch die ersten beiden Runden marschiert ist. Beide Spiele auswärts, wohlgemerkt. 
In der Liga mittlerweile auf Platz 10 geklettert zeigt der Weg steil nach oben. Und auch im Pokal kann man noch viel erwarten. Zwar wartet im
Viertelfinale der derzeitige Tabellenführer, allerdings findet dieses Spiel vor heimischer Kulisse statt. Und diese wird Odra zum Sieg peitschen, wie Knobi
vollmundig verspricht:
"Das Stadion ist bereits jetzt ausverkauft. Wie schon während der gesamten Saison wird sich auch diesmal das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln. Die Atmosphäre wird wie immer einmalig sein und die Stimmung wird brodeln. Unsere Fans werden uns 90 Minuten nach vorne peitschen, wenn nötig auch 120 und durchs Elfmeterschießen. Aber eins ist gewiß: sie werden dafür mit einem Sieg belohnt werden!" 
Worte, die angesichts der derzeitigen Form nicht einmal nach Irrsinn klingen. Das Selbstvertrauen - es könnte sich einmal mehr auszahlen. 

Knobi möchte mit seiner sehr jungen Mannschaft, das Durchschnittsalter beträgt etwa 23 Jahre, in den nächsten Jahren hoch hinaus. Den Pokalsieg hält er schon in diesem Jahr für möglich, was die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb in der nächsten Saison bedeuten würde. In dem soll seine Elf dann erste Europa-Erfahrungen sammeln. Soweit die kurzfristige Planung. Langfristig hat er noch viel höhere Pläne: "Die Champions League war schon immer mein Traum. Sobald sich meine Mannschaft in Polens Spitze etabliert hat werden erste richtige Erfolge in Europa eintreten und irgendwann kann und wird das Ziel die Champions League sein. Auf diesen Tag arbeite ich hin." 

Woher dieses übermäßig üppig vorhandene Selbstvertrauen? Mit Sicherheit auch aus der Nationalmannschaft. Auch wenn seine Tore bisher meist nicht zu Siegen verholfen haben, so haben sie dennoch zu mehr Selbstertrauen geführt. Und auch der Titel "Polens bester Scorer der EM-Quali" wird sicherlich dazu beitragen. 
"Allerdings", so beteuert Knobi, "bin ich weder mit meinen eigenen noch mit den Leistungen unserer Elf bei der Quali zufrieden. Meine Tore mögen zwar
schön für mich sein, aber sie haben uns nicht weitergeholfen. Und meine Leistungen schwanken auch viel zu sehr, als dass ich mit mir selbst zufrieden sein könnte. Unser Ziel lautete die Qualifikation und die haben wir so gut wie verpasst. Unser Auftreten insgesamt also eine einzige Enttäuschung! Aber wir wären nicht die polnische Nationalmannschaft, wenn uns diese Mißerfolge nicht noch anstacheln würden. Bei der nächsten Qualifikation wird es eine
weiterentwickelte, erfahrenere Nationalmannschft geben, die dann sicherlich auch geschlossener, stärker und vor allem erfolgreicher auftreten wird." 

Angesichts dieser Worte, muss uns weder um die Zukunft von Knobi, noch um die von Odra Wodzislaw und der Nationalmannschaft Angst und Bange sein. 
Seinen persönlichen Dank wollte Knobi übrigens auch noch jemandem mitteilen:
"Ich möchte unserem Verbandspräsidenten Robi danken, dass er seinerzeit an mich herangetreten ist und mich zu Odra Wodzislaw gelotst hat. Auch auf dem Weg in die Nationalmannschaft war er mir eine große Hilfe. Ich bin glücklich und dankbar einen solch grandiosen Verbandspräsidenten kennen und mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen."

Christian Knoblich