| Spiel der
besonderen Art
13.09.01 - Georgien - Griechenland 1:1
Ein Freundschaftsspiel der besonderen Art fand heute zwischen Georgien
und Griechenland statt. Beide Teams, für ihren exzessiven Umgang mit
Alkohol bekannt, hatten sich mit ihrem Lieblingstreibstoff - Wodka und
Ouzo - gut versorgt und wankten mehr aufs Spielfeld, als das sie liefen.
Nachdem beide Präsidenten vor dem Spiel übereingekommen waren,
am Spielfeldrand einen Stand mit den entsprechenden Alkoholika aufzubauen,
war das Chaos komplett. Bei jeder Spielunterbrechung stürmten 22 Spieler
vom Feld und ließen den verdutzten Schiri mehr als einmal alleine
auf dem Platz stehen! Dieser konnte sich nicht einmal mehr auf seine Linesman
verlassen, denn auch die nahmen an den rührseligen Verbrüderungszeremonien
am Rande des Spielfelds teil! So dauerte es immer wenigstens 5 Minuten,
bis das Spiel wieder angepfiffen werden konnte. Mit deutscher Gründlichkeit
wollte der Referee alles nachspielen lassen, doch das neugewonnene Freundschaftsband
zwischen den Spielern war stärker: Nachdem 45 Minuten auf der Stadionuhr
abgelaufen waren, setzten sich alle Spieler automatisch in Richtung Kabine
in Bewegung. Der inzwischen total verzweifelte Unparteiische verließ
frustriert das Stadion durch das Haupttor mit der Bemerkung :"Dann pfeift
euern Sch... doch alleine!". Fußball wurde übrigens auch noch
versucht zu spielen: Auf georgischer Seite hatten Kampel, Sturn und Jürgens
Torschüsse in die Wolken abgegeben; auf griechischer Seite hatten
Lorenz, Gauglitz und Skusa alles getan, um den Ball aus dem Stadion zu
ballern. Die zweite Hälfte begann mit einiger Verspätung, denn
der Schiri war inzwischen in einer Kneipe eingefallen und war um nichts
in der Welt dazu zu bewegen, das Spiel weiterzuleiten. Eine intensive Suche
nach den Linienrichtern brachte zwei Alkoholleichen zu Tage, die auf dem
Weg zurück ins Stadion im Kabinengang einfach umgefallen waren. Nach
dem Motto: "Wer braucht schon Schiedsrichter?" entschieden beide Teams,
einfach so weiterzuspielen. Kurz nach dem Wiederanpfiff dachte sich Decker:
"Was issn das fürn komisches rundes Ding, das da an mir vorbeigullert?"
und trat mit voller Wucht dagegen. Das Ding , was man im nüchternen
Zustand Ball nennen würde, flog im hohen Bogen auf das griechische
Tor zu. Der Torwart hielt die Arme hoch, fing die Kugel auf der Torlinie
und erstarrte zur Salzsäule. 2 volle Sekunden stand er da, bis er
langsam und fast schon graziös nach hinten fiel. Es dauerte etwas
länger, bis bei allen den Groschen fiel: TOOOOR! 1:0 für Georgien!
Nachdem die Griechen den Ball wieder ins Laufen gebracht hatten, wurde
klar, daß hier eigentlich nichts mehr ging. Man setzte sich lieber
gemütlich im Mittelkreis zusammen und ließ abwechselnd
eine Flasche Wodka und Ouzo im Kreis herumgehen. Im Sinne der Freundschaft
entschied man dann, daß Griechenland noch den Ausgleich erzielen
sollte. Senz bekam den Ball 5 cm vor die Torlinie gelegt, er selbst legte
sich flach auf die Grasnarbe und bugsierte den Ball mit dem Kopf über
die Linie. 1:1! Weil Drache und Fleschenberg den Ball bisher noch nicht
berührt hatten, hatte jeder von ihnen noch einen Versuch frei, den
Ball aus dem Stadion zu schießen. Fleschenberg gelang das auch und
mit dem "gefährlichen" Spielgerät sicher aus dem Weg, saßen
beide Teams bis zum Einbruch der Dunkelheit auf dem Spielfeld zusammen.
Wären da nicht die Ligaspiele gewesen, die Jungs würden jetzt
noch saufen!
Andreas Decker |