Ukraine
     

 

 
33.-34. Spieltag Stal Altshevsk erstmals in der Vereinsgeschichte Meister NEU 04.10.01
29.-32. Spieltag Aufsteiger Metalurg Nikopol erster Absteiger NEU 27.09.01
25.-28. Spieltag Vorne und hinten alles offen 20.09.01
17.-20. Spieltag Altshevsk weiter vorn 06.09.01
05.-08. Spieltag Lwow und Ternopol in der CL weiter 16.08.01
01.-04. Spieltag Wie sicher ist Alexander Remde noch im Amt? 09.08.01

 
 
Stal Altshevsk erstmals in der Vereinsgeschichte Meister

04.10.01 -Am nächsten dran am Titel war Stal Altshevsk in der Saison 2001'1, da sie mit einem beeindruckenden Schlussspurt sehr stark aufgeholt haben. Nur Metalurg Donezk blieb vor ihnen und wurde Meister. Dieses Mal war es andersherum. Metalurg Donezk hatte den beeindruckenden Schlussspurt und hatte am 34. Spieltag mit drei Punkten Rückstand noch die Chance auf die Meisterschaft. Und die Entscheidung fiel im direkten Vergleich: Stal Altshevsk empfing am 34. Spieltag Metalurg Donezk, der Erste spielte gegen den Zweiten.
Doch zuerst einmal zur Ausgangssituation nach dem 33. Spieltag. Wie schon erwähnt, stand Altshevsk an der Spitze. Am vorletzten Spieltag gewannen sie ohne größere Probleme in Uzhgorod. Vielleicht wäre das Spiel spannender gewesen, wenn Uzhgorod den Elfmeter kurz vor der Pause verwandelt hätte und damit den Anschlusstreffer zum 1:2 geschossen hätte, aber dazu kam es nicht. Altshevsk spielte das frühe 2:0 sicher nach Hause. Um noch im Meisterschaftsrennen zu sein, musste auch Metalurg Donezk gewinnen. Donezk empfing mit ZSKA Kiew einen Abstiegskandidaten. Und in diesem Spiel sah es sehr lange nach einem Sieg von Kiew aus, doch in der 88. und 91. Minute dreht Donezk das Spiel noch um und gewann mit 2:1. Neuer dritter war Poligr. Olexandriya. Mit einer überzeugenden Leistung bezwangen sie Prek. Ivano-Frankovsk mit 3:1. Die gleiche Punktzahl hat auf dem vierten Platz auch Karpaty Lwow. Lwow spielte daheim gegen den Abstiegskandidaten Dynamo Kiew 2:2. Kiew wollte den drohenden Abstieg mit allen Mitteln verhindern, und so schafften sie es, in der zweiten Halbzeit einen 0:2-Rückstand aufzuholen. Olexandriya und Lwow hatten mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage von Metalurg Donezk am letzten Spieltag noch die Chance, den zweiten Platz zu ergattern, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigte. Der letzte Verein, der noch Chancen auf einen internationalen Startplatz hatte, war Tavria Simferopol. Mit einem 2:1 gegen Krivbas Krivoj Rog hielten sie den Abstand zum vierten Platz bei einem Punkt.
Und jetzt kam es zum Duell um die Meisterschaft. Donezk musste mit mindestens zwei Toren Unterschied in Altshevsk gewinnen, wenn sie noch Meister werden wollten. Und so begannen sie auch das Spiel. Donezk spielte sehr offensiv und Altshevsk war davon sichtlich überrascht. Schon in der zehnten Minute ging Donezk mit 1:0 in Führung. Danach bäumte sich Altshevsk aber nicht auf, sondern es spielte weiterhin nur Donezk. Das 2:0 fiel so in der 33. Minute. Kurz vor der Halbzeit kam Altshevsk jedoch einmal gefährlich vor das gegnerische Tor. In aller Ruhe schob der Stürmer von Altshevsk den Ball ins Tor. So stand es in der Halbzeit 1:2 und Altshevsk wäre Dank des besseren Torverhältnisses Meister. Nach der Pause war das Spiel dann ausgeglichener. Altshevsk war beflügelt durch das Tor und Donezk musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Dennoch kam Donezk zum nächsten Tor. In der 65. Minute war es ein Freistoß des Spielmachers, der das 3:1 bedeutete. Zu diesem Zeitpunkt war wieder Donezk Meister. Nach dem Tor plätscherte das Spiel so vor sich hin. Altshevsk bemühte sich, wieder heranzukommen, doch es gelang ihnen erst nicht. In der 88. Minute war es dann soweit. Nach einer Ecke und einem Volleyschuss vom Strafraumeck in den Winkel schaffte Altshevsk den Anschlusstreffer und waren wieder auf Meisterschaftskurs. Jetzt kam dann die 92. Minute, die spannenste des Spiels. Donezk spielte sich mit einer schönen Kombination vor das Tor von Altshevsk. Dann kam eine Flanke in den Strafraum, ein Flugkopfball... doch der Ball klatschte nur an den Pfosten. Der Torwart nahm den Ball auf. Er machte einen weiten Abschlag nach vorne und durch einen Stellungsfehler in der Abwehr von Donezk konnte der Stürmer von Altshevsk unbedrängt auf das Tor von Donezk zulaufen. Er hatte keine Probleme damit, den Ball zum 3:3-Ausgleich im Tor unterzubringen. So hat Donezk in einem hochklassigen Spiel die durchaus vorhandene Chance auf die Meisterschaft nicht nutzen können und in Altshevsk feierte man noch bis in den späten Mitwwochabend hinein. Man darf gespannt sein, wie sich diese beiden Mannschaften in der nächsten Saison in der Champions-League schlagen.
An der Tabellenspitze war der Verlierer des Spieltags Poligr. Olexandriya. Standen sie nach dem 33. Spieltag noch auf dem dritten Platz, stehen sie jetzt am Saisonende auf dem fünften. Durch eine mehr als schwache Leistung bei Dynamo Kiew, die gegen den Abstieg kämpften, verloren sie 1:0. Damit rutschten sie aus den Rängen hinaus, die zur Teilnahme an den internationalen Wettbewerben berechtigten. Lwow und Simferopol konnten jeweils ihre Auswärtsspiele gewinnen, und daher starten beide Vereine nächste Saison im Uefa-Pokal.
 
DIE Traditionsmannschft Dynamo Kiew tritt den Gang in die zweite Liga an
Der Abstieg des Neulings Nikopol stand ja schon nach dem 32. Spieltag fest, aber Dynamo Kiew und Saporoshje kämpften noch um den Klassenerhalt. Am 33. Spieltag rückten die vier Vereine, die noch mit dem Abstiegskampf in Verbindung zu bringen waren, näher zusammen. ZSKA Kiew (1:2 bei Metalurg Donezk) und Naftovyk Okhtyrka (1:3 gegen Zirka Kirovograd) konnten ihre beiden Spiele nicht gewinnen. Genau genommen hätten beide Vereine auch höher verlieren können, aber die Gegner waren nicht clever genug im Abschluss. Dadurch blieben sie bei einer Punktzahl von 38. Saporoshje schob sich durch einen 2:1-Sieg gegen Niva Ternopol auf den 16. Platz vor. Das Spiel war sehr kampfbetont und hatte mit Saporoshje einen verdienten Sieger gefunden, da man bei Ternopol auch nicht den rechten Zug zum Tor sehen konnte. Es schien so als hätten sie das Spiel einfach hinter sich bringen wollen. Dynamo Kiew kam, wie schon erwähnt, nicht über ein 2:2 gegen Karpaty Lwow heraus. Somit betrug der Rückstand von Saporoshje auf einen Nichtabsteigsplatz zwei Punkte und der von Dynamo Kiew deren drei. Am letzten Spieltag änderte sich aber nichts mehr an den Absteigern. Dynamo Kiew konnte zwar überraschend mit 1:0 gegen Olexandriya gewinnen, jedoch hatten sie gegenüber dem Ortsrivalen ZSKA das schlechtere Torverhältnis. Dynamo hatte zwar zwei Tore mehr geschossen, aber auch zehn Tore mehr kassiert. Vom Torverhältnis her hätte Dynamo Kiew nur noch Okthyrka überholen können., doch Okhtyrka konnte beim Tabellenletzten Nikopol mit 3:1 gewinnen und sich so aus eigener Kraft retten. Mit einem Sieg hätte Metalurg Saporoshje an allen vorbeiziehen und mit 39 Punkten den 14. Platz belegen können, doch in einem sehr ansehbaren Spiel mussten sie sich mit 3:2 bei Krivbas Krivoj Rog geschlagen geben. Das Ergebnis war nicht unbedingt gerecht, aber Saporoshje fehlte in den entscheidenden Momenten einfach das Durchsetzungsvermögen. Somit gehört zu den drei Absteigern die Traditionsmannschaft der Ukraine, Dynamo Kiew. Der begonnene Umbruch muss da sicherlich weitergeführt werden und man spekuliert mit einem direkten Wiederaufstieg. Vom Potential her dürfte das kein Problem sein. Es ist die Frage, ob ZSKA Kiew die Gunst der Stunde nutzen kann, um einige Dynamo-Fans auf ihre Seite zu bringen und Dynamo in der Hauptstadt den Rang abzulaufen.
Die drei Absteiger werden durch FC Winniza, Portovik Illischiwsk und Metalurg Mariupol ersetzt. An den letzten beiden Spieltagen konnten diese drei Vereine die Aufstiegränge halten. Zu einer richtigen Fahrstuhlmannschaft scheint Portovik Illischiwsk zu werden, die nach dem direkten Wiederabstieg den direkten Wiederaufstieg geschafft haben und somit zum zweiten Mal in die erste Liga aufsteigen.
 
Pokalsieg geht an den FC Cherkasy
Auch das Pokalfinale war so spannend und dramatisch wie der Meisterschaftskampf. Mit dem FC Cherkasy und dem FC Lwow standen sich ein Erstligist und ein Zweitligist gegenüber. Im Spiel war aber nichts davon zu sehen, dass der Zweitligist Lwow Cherkasy irgendwelchen Respekt zollte. Dies hatte Lwow auch nicht nötig, da sie unter anderem den Meister Altshevsk aus dem Wettbewerb gekegelt hatten. Cherkasy war überrascht wie kompakt Lwow agierte, obwohl sie es auch erwartet hatten. Jedoch schaffte es Cherkasy in der 17. Minute, in Führung zu gehen. Dadurch war Lwow aber keineswegs geschockt. Sie spielten weiter wie bisher und kamen kurz vor der Halbzeitpause zum Ausgleich. Von der Spannung her kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten, da keine der Mannschaften irgendeine Überlegenheit entwickeln konnte. In der zweiten Halbzeit kam es auf beiden Seiten zu einigen hochkarätigen Torchancen, die die Torhüter aber vereiteln konnten. Doch in der 72. Minute fiel dann das 2:1 für Lwow. Dadurch wurde es auf der Bank von Cherkasy ziemlich hektisch. Der neue Trainer, Roland Schneider, dessen Aufgabe es war, den Pokal nach Cherkasy zu holen, schien zu versagen. Der Manager, der neben ihm auf der Bank saß, fing schon mit der zweiten Schachtel Zigaretten an, weil er um die fest eingeplanten Einnahmen, die aus dem Uefa-Pokal-Wettbewerb im nächsten Jahr eingespielt werden sollten, bangte. In der 84. Minute schaffte Cherkasy aber den Ausgleich und allen fiel ein Stein vom Herzen. Das war auch das Ergebnis nach 120 Minuten. So sollte die Entscheidung um den Pokalsieg im Elfmeterschießen fallen. Und auch das blieb spannend bis zum Ende. Die ersten vier Elfmeter wurden auf beiden Seiten verwandelt. Dann kam der fünfte von Cherkasy. Den wollte unbedingt der Torwart schießen. Er legte sich den Ball genau auf den Punkt. Ein kurzer Anlauf und ein knallharter Schuss in die Tormitte. Aber der Torwart von Lwow blieb stehen und konnte den Ball abwehren. Der Torwart von Cherkasy sank auf dem Boden zusammen. Nun stand der Kapitän von Lwow am Elfmeterpunkt. Er legte sich den Ball zurecht. Dann wurde er vom Schiedsrichter aufgefordert, denn Ball direkt auf den Punkt zu legen. Er ging zurück. Sehr langer Anlauf und ein Flachschuss aufs linke Eck. Der Torwart tauchte herunter und... konnte den Ball nach außen abwehren. Das war die Chance für Lwow auf den Pokalsieg, aber sie wurde vergeben. Der nächste Schütze machte es besser für Cherkasy. Ein trockener Schuss in den rechten Winkel, der unhaltbar für den Torhüter war, bedeutete die Führung für Cherkasy. Nun schnappte sich der junge Stürmer den Ball und wollte antreten. Er legte den Ball auf den Punkt, nahm einen kurzen Anlauf und schoss den Ball flach auf das rechte Eck. Der Torwart konnte nicht mehr herankommen und der Ball prallte gegen den Innenpfosten. Er kullerte die Linie entlang und prallte gegen den anderen Innenpfosten und von da aus dem Tor heraus. Damit war die Entscheidung gefallen und der FC Cherkasy ist Pokalsieger.

Michael Pleus

Aufsteiger Metalurg Nikopol erster Absteiger

27.09.01 - Da Poligr. Olexandriya am 29. Spieltag nicht über ein 3:3 beim Tabellenletzten, Metalurg Saporoshje, hinwegkam, konnte Stal Altshevsk seinen Vorsprung von zwei auf vier Punkte verdoppeln. Dabei sah es lange Zeit nach einem Sieg von Olexandriya aus, denn man führte zwischenzeitlich mit 2:0 und 3:1 und bot den klar besseren Fußball. Jedoch kämpfte Saporoshje bis zum Umfallen, um die Chancen auf einen Klassenerhalt nicht noch geringer werden zu lassen, so dass das 3:3 am Ende verdient war. Altshevsk konnte sich vor eigenem Publikum mit 3:2 gegen ZSKA Kiew durchsetzen. In diesem Spiel konnte man wieder den leichten Schlendrian erblicken, der sich an den letzten Spieltagen bei Altshevsk eingeschlichen hat. Durch die lange Zeit an der Tabellenspitze scheinen sie sich ihrer Sache zu sicher zu sein. Altshevsk führt 2:0 gegen Kiew, stellte sich dann hinten rein und spielte ohne jegliche Konzentration weiter, so dass es für Kiew leicht war, zum Ausgleich zu kommen. Dann besonnen sich die Spieler von Altshevsk aber wieder auf ihr Können und schafften kurz vor Schluß noch das 3:2. Die Gunst der Stunde, sich weiter an den zweiten Tabellenplatz ranzuschieben, konnte weder Karpaty Lwow noch Niva Ternopol nutzen, da beide Vereine ihre Spiele mit 3:1 verloren haben. Erwähnenswert ist, dass von den ersten sieben Mannschaften nur Altshevsk und Metalurg Donezk gewinnen konnten. Bis auf Olexandriya haben die anderen nicht einmal einen Punkt geholt.
Was war das am 30. Spieltag für eine desolate Leistung von Stal Altshevsk! Sie mussten sich vor heimischem Publikum mit 3:0 geschlagen geben. Der Gegner, Prek. Ivano-Frankovsk, nutzte die Fehler in der gegnerischen Verteidigung konsequent aus und ließ hinten nichts anbrennen. Mit dieser Leistung konnte der Trainer Christian Gruening zufrieden sein. Da Poligr. Olexandriya wieder nicht über ein Unentschieden hinauskaum (1:1 gegen den FC Cherkasy), konnte sich mit Karpaty Lwow der amtierende Meister an die zweite Tabellenposition setzen. Mit einem überzeugenden 4:1-Sieg zeigten sie dem Neuling Naftovyk Okhtyrka, dass der Verein nicht unbedingt in die erste Liga gehört. Okhtyrka hatte Lwow technisch und spielerisch kaum was entgegenzusetzen. Wieder ist es erwähnenswert, dass von den ersten sieben Vereinen wieder nur zwei gewinnen konnten. Dieses Mal waren es Karpaty Lwow und wieder Metalurg Donezk. Metalurg Donezk konnte sich durch die fehlende Durchschlagskraft der vorderen Vereine überraschend wieder in eine gute Position im Kampf um die internationalen Plätze bringen, denn sie sind jetzt Vierter. Genauso scheint Shaktar Donezk die Patzer der vorderen Vereine auszunutzen, denn sie konnten sich auf den sechsten Platz vorschieben und haben nur drei Punkte Rückstand auf den viertplatzierten Stadtrivalen.
Am 31. Spieltag waren es zur Abwechslung dann wieder vier Punkte, die Stal Altshevsk Vorsprung auf de ersten hatte. Mit einem wenig überzeugenden 2:1 bei Zementnik Mykolajiw verschaffte sich Altshevsk diesen Vorsprung. Es war lange Zeit ein sehr zerfahrenes und hektisches Spiel ohne richtige Torchancen und mit vielen Fouls. Die Tore fielen erst in der Schlussviertelstunde, die sich von der Qualität her etwas vom Rest des Spiels absetzte. Karapty Lwow kam seinerseits nicht über ein 1:1 hinweg. Der Gegner war Prek. Ivano-Frankovsk, der ja schon Altshevsk besiegt hatte. Diese letzten Spieler dürften dem Trainer von Ivano-Frankovsk die Gewissheit gegeben haben, dass sie in der nächsten Saison wieder etwas weiter oben mitspielen können. Jedoch fiel der Ausgleich erst in der 87. Minute. Lange Zeit führte Lwow in einem ausgeglichenen Spiel, doch kurz vor Schluss gab es dann den verdienten Ausgleich. Inzwischen konnte sich Metalurg Donezk auf den dritten Platz vorschieben, da sie ihr drittes Spiel in Folge gewannen. Mit 1:0 konnten sie den direkten Konkurrenten Niva Ternopol bezwingen. Es war kein schönes Spiel, aber am Ende stand mit Donezk der verdiente Sieger fest. Auch Shaktar Donezk konnte sein drittes Spiel in Folge gewinnen, so dass sie jetzt auf dem fünften Platz in direktem Kontakt zu Poligr. Olexandriya stehen, das in einen äußerst schwachen Spiel mit 1:0 bei Naftovyk Okhtyrka verlor.
Am 32. Spieltag gab es wieder die Situation, dass nur zwei der ersten sieben Vereine als Sieger vom Platz gingen. Mit dem vierten Sieg in Folge war das zum einen Metalurg Donezk. Donezk konnte mit 3:1 bei Krivbas Krivoj Rog gewinnen, ohne dass es jemals den Anschein gehabt hätte, Krivoj Rog könnte auch nur ein Unentschieden holen. Wie in der letzten Saison ist Metalurg Donezk auch diese Saison wieder auf dem ersten Platz in der Rückrundentabelle. Es scheint, als würde es ziemlich lange Dauern, bis die Spieler nach der Saisonpause wieder eingespielt genug sind. Da liegt mit Sicherheit eine Aufgabe, die der Trainer Michael Pleus noch zu bewältigen hat. Mit dem Sieg ist Donezk zwei Spieltage vor Schluss jetzt der ärgste Verfolger von Stal Altshevsk. Ungewollt hat wohl Shaktar Donezk die entscheidende Schützenhilfe dafür gegeben, dass Metalurg Donezk nur drei Punkte hinter Altshevsk steht, denn Shaktar konnte dem Tabellenführer ein 2:2 abtrotzen. Das eigentliche Spietzenspiel an diesem Spieltag war jedoch das Spiel zwischen Karpaty Lwow und Poligr. Olexandriya. Es war ein erstklassiges Spiel auf sehr hohem Niveau, das mit 3:3 endete. Ein Ergebnis, dass keiner der beiden Mannschaften weiterhilft. Der zweite der ersten sieben Vereine, der siegen konnte, war Tavria Simferopol. Mit einem überzeugenden 4:2 bei Niva Ternopol konnte sich Simferopol wieder an die fünfte Tabellenposition vorkämpfen und hat noch alle Chancen, am Ende einen Uefa-Pokal-Startplatz zu ergattern.
Am Tabellenende stellt sich die Situation wie folgt dar: Mit Metalurg Nikopol, einem der drei Aufsteiger, steht schon der erste Absteiger fest. Aus den letzten vier Spielen konnten sie nur einen einzigen Punkt holen. Dies gelang ihnen beim 1:1 bei Zakarpattya Uzhgorod. Ihre letzte Chance verspielten sie sich beim Heimspiel gegen Metalurg Saporoshje. Saporoshje hingegen nutze in dem Spiel die Chance, die Möglichkeit des Klassenerhalts nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Mit 2:0 konnte Saporoshje in Nikopol gewinnen. Dieses Ergebnis ging völlig in Ordnung, da Saporoshje das Spiel machte und die meisten Angriffsbemühungen Nikopols schon im Keim erstickte. Auch noch auf den Klassenerhalt kann der Tabellensechzehnte, Dynamo Kiew, hoffen. Dabei sah es nach dem 30. Spieltag schon ziemlich gut aus, als man auf dem 15. Platz war und mit vier Punkten aus den letzten zwei Spielen einen deutlichen Aufschwung verspüren ließ. Am 31. und am 32. Spieltag gab es aber wieder zwei sehr schwache Spiele. Man verlor beim FC Cherkasy mit 1:2 und daheim gegen den direkten Mitkonkurrenten Naftovyk Okhtyrka mit 2:0. Leider waren in diesem Spiel wieder die Leistungen zu sehen, die man fast die ganze Saison über sah, und das reicht halt nicht wirklich, um die Klasse zu halten. Dynamo Kiew hat jetzt vier Punkte Rückstand auf den 15. Platz und Metalurg Saporoshje fünf Punkte. Auf dem 14. und dem 15. Platz sind mit ZSKA Kiew und Naftovyk Okhtyrka die einzigen beiden Vereine, die sonst noch in Abstiegsgefahr stecken.

Michael Pleus

Vorne und hinten alles offen

20.09.01 - Nach dem 25. Spieltag stockte einigen schon etwas der Atem, als sie die sechs Punkte Vorsprung von Altshevsk auf den Rest sahen. Stal Altshevsk spielte sich die weiteren zwei Punkte Vorsprung mit einem überzeugenden 3:1 gegen Zirka Kirovograd raus. Von Anfang an ließen sie den Gegner spüren, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten und die bessere Mannschaft sind. Den frühen zwei Tore konnte Kirovograd nicht viel entgegensetzen. So plätscherte das Spiel dann in der zweiten Halbzeit vor sich hin und beide Seiten konnten noch einmal treffen. Zuerst fiel jedoch das 3:0, so dass nicht einmal mehr etwas Hoffnung für Kirovograd aufkeimte. Das Tor, das sie schießen konnten, ging eher aus unkonzentriertem Abwehrverhalten hervor. Olexandriya, nach wie vor auf der zweiten Position der Tabelle, konnte sich nicht gegen Shaktar Donezk durchsetzen. In einem äußerst schwachen Spiel sah man auf beiden Seiten ein Tor. Es hätte in dem Spiel keinen verdienten Sieger gegeben.
Am 26. Spieltag war dann für alle die große Chance zur Aufholjagd gegeben, da Altshevsk sich beim Abstiegskandidaten Metalurg Nikopol äußerst dumm anstellte. Man hatte das Spiel im Griff und führte zur Halbzeit mit 1:0. Nach der Pause ließ man zu viele Chancen aus, und das sollte sich rächen. Nikopol tauchte in der zweiten Halbzeit zweimal vor dem Tor des Gegners auf und beide Male war der Ball drin. So endete das Spiel 2:1 für Nikopol. Die Chance, näher an Altshevsk heranzukommen wollte aber keiner nutzen. Mit der schlechtesten Saisonleistung verlor Olxandriya daheim gegen Zakarpattya Uzhgorod. Uzhgorod war während der gesamten Begegnung die klar bessere Mannschaft und gewann am Ende hochberdient mit 1:0. Olexandriya kann von Glück reden, dass sie nicht höher verloren haben. Mit genau so einer schelchten Leistung wartete Karpaty Lwow, der Titelverteidiger auf. Vor heimischen Fans konnten sie Metalurg Donezk nicht bezwingen. In einem tristen Spiel hieß der Endstand 0:0.
Am 27. Spieltag patzte Altshevsk erneut. Vor heimischen Publikum verloren sie mit 1:2 gegen Niva Ternopol. Es scheint so, als würde sich Altshevsk mit Händen und Füßen gegen die bevorstehende Meisterschaft wehren. Wieder konnten die Verfolger aber auch nicht wirklich aufschließen. Olexandriya konnte Metalurg Donezk nur ein 2:2 abtrotzen, obwohl sie die leicht überlegene Mannschaft war. Zu Olexandriya hat jetzt wieder Lwow aufgeschlossen.
Mit einem 3:1 beim Tavria Simferopol konnten sie den direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze überholen. Dieser Kampf ist eh sehr spannend, da nach dem 27. Spieltag vom zweiten bis zum siebten Platz nur drei Punkte Unterschied waren.
Am 28. Spieltag nahm Olexandriya dann endlich den ganzen Mut zusammen und schob sich an Altshevsk heran. Mit einem souveränen 2:1 gegen Simferopol konnten sie wieder die Hoffnungen auf eine Meisterschaft bei den Fans aufleben lassen. Im Fahrwasser von Olexandriya schob sich auch Lwow an Olexandriya heran. Mit einem schmeichelhaften 3:2 gegen den stark Abstiegsgefährdeten Verein Metalurg Saporoshje holten sie die dafür nötigen drei Punkte. Indes verlor Altshevsk bei Krivbas Krivoj Rog. Die von Urs Zoller trainierte Mannschaft war vom Trainer optimal eingestellt und wuchs im Laufe des Spiels über sich hinaus. So lag man doch schon mit 0:2 hinten, drehte das Spiel in beachtlicher Manier aber noch um, so dass es zum 3:2-Endstand reichte.
Sechs Spieltage vor Saisonende steht Altshevsk also mit zwei Punkten vor Olexandriya und Lwow an der Tabellenspitze. Auf den letzten Platz, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt, hat sich Niva Ternopol geschoben.
Am Tabellenende hat sich auch einiges getan. Es scheint jetzt ziemlich klare Sache zu sein, dass die drei Absteiger aus den letzten vier der Tabelle ermittelt werden, da der 14. schon fünf Punkte Vorsprung auf den 15. hat. Aber es kann sich ja schnell einiges ändern. Unter diesen vier Vereinen sind die beiden Aufsteiger Naftovyk Okhtyrka und Metalurg Nikopol, der Traditionsverein Dynamo Kiew und Metalurg Saporoshje. Die schlechtesten Aussichten hat derzeit Saporoshje. Mit nur zwei Punkten aus den letzten vier Spielen und überhaupt nur drei Punkten in der Rückrunde, haben sie sich in eine ganz tiefe Krise gespielt, aus der sie sich aus eigenen Kräften wohl nicht mehr befreien können. Am meisten Punkte hat an den letzten vier Spieltagen von den letzten vier Vereinen Kiew geholt. Mit einem 2:1 gegen Nikopol, einem 3:1 gegen Shaktar Donezk, einem 2:2 in Uzhgorod und einem 3:2 gegen Metalurg Donezk, konnten sie alle drei Heimspiele gewinnen und insgesamt 10 Punkte holen. Wenn sich dieser Aufwärtstrend in den letzten Spielen halten sollte, bleibt die Traditionsmannschaft der ersten Liga auch mindestens eine weitere Saison erhalten. Okhtyrka bekleidet derzeit den Nichtabstiegsplatz, einen Punkt vor Kiew, die wiederum einen Punkt vor Nikopol stehen. Saporoshje hat schon vier Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz.
Die Vereine von Platz acht bis zum 14. Platz scheinen wohl nichts mehr erreichen zu können als einen guten Mittelfeldplatz. Für sie gilt es also nur noch, einen möglichst versöhnlichen Saisonabschluss zu finden, eventuell neue taktische Möglichkeiten für die nächste Saison zu erproben und die Nachwuchsspieler an das Profigeschäft heran zu führen.
Ins Pokalfinale haben es der FC Cherkasy und der Zweitligist FC Lwow. Cherkasy konnte sich mit einem 2:1 bei Tavria Simferopol durchsetzen. In diesem Spiel ging es hoch her und das entscheidende Tor fiel erst in den Schlusssekunden, Cherkasy ist aber der verdiente Sieger. Dennoch schien der Trainer Tobias Nies beim Präsidium weiterhin Unmut hervorzurufen, so dass ihm nahegelegt wurde, zu gehen. Er ist jetzt bei Aalborg BK in der ersten dänischen Liga untergekommen. Sein Nachfolger in Cherkasy ist Roland Schneider. Dieser Trainer wurde vom FC Zwolle aus der zweiten holländischen Liga losgeeist und man darf gespannt auf sein Können sein. Der FC Lwow konnte mit Krivbas Krivoj Rog den nächsten Erstligisten ausschalten. Für ihren Sieg mussten sie in die Verlängerung, und da setzte sich die konditionell stärkere Mannschaft durch. Auf diesem Gebiet hat der Trainer Andy Reinboth einiges in seinem Verein bewegt. Die Chancen zum Aufstieg in die erste Liga hat der Verein aber in den letzten Spielen ein wenig verspielt.

Michael Pleus

Altshevsk weiter vorn

06.09.01 - Auch nach dem 20. Spieltag ist Stal Altshevsk Tabellenführer. In den letzten vier Spielen konnten sie aber nicht so wirklich glänzen. Am 17. Spieltag spielten sie bei Metalurg Donezk. Hochmotiviert gingen sie die Aufgabe an, aber sie wurden überrascht und lagen schnell zurück. Zwischenzeitlich gingen sie dann aber in Führung. Am Ende konnte Donezk aber zum 3:3-Endstand ausgleichen. In diesem Spiel glänzte Altshevsk nicht wirklich und sie konnten froh sein, dass Donezk weitere Großchancen vergab. Am 18. Spieltag traten sie bei Tavria Simferopol an, einem direkten Mitkonkurrenten um die Meisterschaft. Hier kamen sie dann so richtig unter die Räder. Mit 5:1 haben sie verloren, ohne jemals die Aussicht gehabt zu haben, mit überhaupt einem Punkt nach Hause zu fahren. Das waren zwei wenig meisterliche Vorstellungen. Am 19. Spieltag gewannen sie dann mal wieder. Der Gegner war Metalurg Saporoshje, ein Verein, aus dem Mittelfeld der Liga. Dieses Spiel konnte Altshevsk mit 2:1 für sich entscheiden. Hier kamen sie einigermaßen an ihre Normalform heran. Am 20. Spieltag kamen sie dann wieder nicht über ein 1:1 gegen den FC Cherkasy heraus. Um nicht von der Tabellenspitze verdrängt zu werden, müssen sie sich wieder steigern, denn die ärgsten Verfolger Poligr. Olexandriya und Tavria Simferopol warten nur auf weitere von den Patzern.
Poligr. Olexandriya will in dieser Saison nun wirklich den Titel holen. Sie haben ihrem Trainer Ralph Hoffmann nahegelegt, den Verein zu verlassen, weil sie nicht glaubten, dass er die Meisterschaft perfekt machen könnte. Sein Nachfolger ist Ralph Mathes, der jahrelang Trainer von ZSKA Kiew war. Nun ist die Frage, ob Ralph Mathes mit der Aufgabe überfordert ist, oder ob er sie im wahrsten Sinne des Wortes meistert!
Am Tabellenende steht Dynamo Kiew. Die Traditionsmannschaft aus der Ukraine steht sehr dicht vor einem Abstieg. Nach dem 20. Spieltag haben sie schon sieben Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz. In den letzten vier Spielen haben sie sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. So gab es am 17. Spieltag eine 0:3-Schlappe bei Poligr. Olexandriya, die den derzeitigen Leistungsunterschied zwischen der Tabellenspitze und Dynamo Kiew darlegt. Am 18. Spieltag gab es eine 1:2-Heimniederlage gegen den Verein Prek. Ivano-Frankovsk, der derzeit auch seinen Ambitionen hinterher rennt. In diesem Spiel war letztendlich mehr drin, aber zu viel Pech im Abschluss ließ alle Punkt nach Frankovsk wandern. Am 19. Spieltag gab es dann eine 0:2-Niederlage bei Zirka Kirovograd. Auch in diesem Spiel fehlte jeglicher Kampfgeist. Es scheint, als seien die Spieler durch die Erfolge vergangener Zeiten übersättigt. Am 20. Spieltag konnten sie sich gegen Metalurg Nikopol dann zu einem 2:2 durchringen, waren aber wieder die schlechtere Mannschaft. Mit im Abstiegskampf stecken noch alle Vereine bis zum achten Platz, da bis zum 16. Platz von da aus nur sechs Punkte Unterschied sind. Die Vereine bis zum siebten Platz kämpfen um die internationalen Plätze.
In der Champions-League musste Niva Ternopol die Segel streichen. Der letzte ukrainische Vertreter in diesem Wettbewerb kam nicht über drei Unentschieden in der Gruppenphase hinaus. Dennoch kämpften sie in jedem Spiel und zeigten beachtliche Leistungen. Im Uefa-Cup steht Karpaty Lwow im Achtelfinale. Mit einem 2:1 und einem 1:1 gegen Slezsky Opava (Tschechien) setzten sie sich ohne größere Probleme durch. In den letzten Minuten haben sie nur immer ein wenig nachgelassen. Die beiden Gegentore kassierten sie in beiden Spielen in der Nachspielzeit! Jetzt wartet im Achtelfinale mit den Sliema Wanderers aus Malta eine lösbare Aufgabe.
Auch das Halbfinale im ukrainischen Landespokal ist komplett. Mit dem FC Lwow ist ein Zweitligist unter den letzten vier Vereinen. Im Viertelfinale schalteten sie den amtierenden Tabellenführer Altshevsk aus.

Michael Pleus

Lwow und Ternopol in der CL weiter

16.08.01 - Nach dem achten Spieltag bietet sich eine verwundernswerte Situation an der Tabellenspitze. Erster ist Zementnik Mykolajiw, ein Aufsteiger. Keiner hatte erwartet, dass dieser Verein so gut spielen würde. So hat man z. B. am achten Spieltag bei Dynamo Kiew ein 4:3 erspielen können. Das einzige, was Mykolajiw in dem Spiel fehlte, war die Kondition, denn sie fingen sich das Gegentor sehr spät ein. Spielerisch konnten sie sehr gut mithalten.
Und an Position zwei der Tabelle steht Metalurg Donezk. Nun ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass sie da stehen, denn der Meister der Saison 2001/1 scheint wiedererstarkt zu sein. Seit der Rückrunde der letzten Saison ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Verwunderlich ist hier nur das Torverhältnis. Mit 15:18 Toren haben sie das gleiche wie der Aufsteiger Naftovyk Okhtyrka, der auf dem zweitletzten Platz steht.
Alles in allem ist aber noch alles sehr eng zusammen. Der Unterschied vom ersten zum achten Platz beträgt gerade einmal drei Punkte und es wird sicherlich noch einige Verschiebungen geben. Wer glaubt schon ernsthaft daran, dass solche eigentlich guten Vereine wie Prek. Ivano-Frankovsk (13.), Dynamo Kiew (16.) und Zirka Kirovograd (18.) weiterhin da unten rumdümpeln?
Im Europapokal läuft es auch ziemlich gut für die ukrainischen Vereine. Es sind zwar nur noch zwei von fünf Teams vertreten, aber das sind die beiden Vereine, die in der Champions-League teilnehmen. Keiner der beiden Vereine hatte in der zweiten Qualifikationsrunde Probleme. Zum einen ist da der amtierende Meister Karpaty Lwow, derzeit Tabellensechster, der sowohl im Heimspiel als auch im Auswärtsspiel gegen Potrosnik Beltinci mit 3:0 gewinnen konnte. Ein deutliches Zeichen dafür, dass man noch einiges von dem Verein erwarten kann. Genau so ein deutliches Zeichen hat Niva Ternopol gezeigt. In zwei sehr überzeugenden Spielen konnte der AJ Auxerre aus Frankreich ausgeschaltet werden. Das Hinspiel gewann Ternopol das Hinspiel daheim mit 3:2 und das Rückspiel in Auxerre mit 3:1. Nun haben die beiden Vereine scheinbar leichte Aufgaben vor sich. Karpaty Lwow muss nach Österreich reisen, und dem VfB Admira/Wacker einen Besuch abstatten und Ternopol darf in Island bei IB Keflavik seine Fußballkunst demonstrieren. Keflavik ist allerdings nicht zu unterschätzen, denn sie setzten sich in der zweiten Qualifikationsrunde mit 3:2 und 4:1 gegen den SK Lommel durch. Im Uefa-Pokal war noch der FC Cherkasy vertreten, der keine Chance hatte gegen den FC Caersws und beide Spiele mit 0:1 verlor, obwohl sich Caersws auch kein Bein ausriss.
Das Topspiel der Woche war mit Sicherheit das Aufeinandertreffen von Zementnik Mykolajiw und Poligr. Olexandriya am siebten Spieltag. Hier spielte der Dritte gegen den ersten der Tabelle, und wer hätte so ein Spiel erwartet.
Die Stimmung war sehr gut im kleinen Stadion von Mykolajiw, denn alle Fans waren mit den bisherigen Saisonergebnissen ihres Teams mehr als zufrieden, stand man doch als Aufsteiger auf dem dritten Platz. Und von der Euphorie angestachelt legte Mykolajiw auch direkt los. Sie erspielten sich vier Ecken in den ersten fünf Minuten, von denen die letzte zu einem Torerfolg verwertet wurde. Der Ball wurde an den Fünfmeterraum getreten, doch der Torwart kam nicht heraus. Jedoch schien es so, als könnte ein Abwehrspieler den Ball wegköpfen. Doch er erwischte den Ball nicht richtig und er prallte von einem Mitspieler ab, direkt vor die Füße eines Angreifers von Mykolajiw. Dieser hatte keine Probleme mehr, das Leder im Tor unterzubringen. Das war allerdings auch das einzige Tor im ersten Durchgang. Die Fans wurden aber trotzdem gut unterhalten. Zahlreiche hochkarätige Chancen wurden vergeben. Die größte war diese: Zwei Angreifer spielten sich mit einem Doppelpass an den gegnerischen Strafraum. Dort lies der eine einen Verteidiger richtig als aussehen, als er mit Ball ohne große Mühe an ihm vorbeilief. Allerdings wurde er ein wenig nach links abgedrängt. Da kam der Torwart auf ihn zu. Der Angreifer schob den Ball aber  rechtzeitig in die Mitte, wo sein Sturmkollege völlig freistand. Anstatt den Ball ins leere Tor zu schieben, war dieser aber damit beschäftigt, sich vor einer Wespe zu schützen, die ihn anscheinend stechen wollte. Vom Vorjahresvierten aus Olexandriya war nichts zu sehen. Sie wurden regelrecht vorgeführt.
In der zweiten Halbzeit konnte Mykolajiw die Chancen besser nutzen. In der 64. Minute verwandelte der Spielmacher einen Freistoß aus 23 Metern durch einen unhaltbaren Schuss in den linken Winkel. Sieben Minuten später war es dann ein wunderschöner Flugkopfball, der das 3:0 bedeutete. Der Mann auf der rechten Seite spielte seinen Gegenspieler aus, rannte bis zur Grundlinie und schlug eine wunderschöne Flanke in den Strafraum, die der eine Angreifer im Tor unterbrachte. Die Fans waren aus dem Häuschen, das Stadion tobte. Auch die weiteren vergebenen Großchancen zeigten, dass der Verein Klasse besitzt. Der einzige Angriff von Olexandriya endete in der 83. Minute mit einem Schuss aus 27 Metern, der am Pfosten des Tores einschlug. Ansonsten war von dem Verein nichts zu sehen.
Nach dem Spiel feierten die Fans noch sehr lange den neuen Tabellenführer. Man darf gespannt darauf sein, was der Verein noch alles zeigen wird im Verlauf der Saison.

Michael Pleus

Wie sicher ist Alexander Remde noch im Amt?

09.08.01 - Nach vier Spieltagen steht der Vierte des Vorjahres, Poligr. Olexandriya, an der Spitze der Tabelle. In den ersten Spielen bestach der Verein besonders durch seine starke Abwehr, die nur zwei Gegentreffer zuließ. Der Trainer Ralph Hoffmann hat in der kurzen Sommerpause wirklich gute Arbeit verrichtet. Dieser gute Start des Vereins ist allerdings getrübt durch das frühe Ausscheiden im Uefa-Pokal. Nicht einmal die erste Runde konnte überstanden werden, obwohl der Gegner alles andere als hochklassig war. Mit 0:2 und 0:2 ging Olexandriya gegen Lu Daugava Riga (LET) unter.
Der Vorjahresmeister Karpaty Lwow liegt nach dem vierten Spieltag auf dem vierten Platz. Es scheint so, als könnte der Verein zu einem der größren in der Ukraine aufsteigen. Letzte Saison hatte ihn keiner so wirklich auf der Rechnung und man konnte wirklich sagen, dass es die Überraschung schlechthin war. Nun konnte man aber an die gute Leistung des Vorjahres anknüpfen und steht wieder weiter oben. In der zweiten Runde der Champions-League trifft Lwow auf Potrosnik Beltinci (SLO), ein sehr unbeschriebenes Blatt, gegen das ein Weiterkommen Pflicht sein muss.
Ebenfalls noch in der Champions-League vertreten ist Niva Ternopol. Ternopol kämpft jede Saison ganz oben mit um den Titel, musste aber am Ende immer den Kürzeren ziehen. Letzte Saison hat es für den zweiten Platz gereicht, der für die Qualifikation zur Champions-League berechtigt. In der ersten Runde ist er mit einem 2:2 und einem 1:1 gegen Peli-Pojat 70 Tampere (FIN) aufgrund der Auswärtsregelung weitergekommen, aber in der zweiten Runde wartet ein echter Kracher: AJ Auxerre! Man darf gespannt sein, was Ternopol zu leisten imstande ist.
Auch Tobias Nies ist mit seinem FC Cherkasy noch international vertreten. In der ersten Runde des Uefa-Cups konnte er FC Lugano (SUI) ausschalten und trifft nun auf FC Caersws (WAL). Dieses Spiel stellt auch eine lösbare Aufgabe dar. Vielleicht kann der Aufsteiger der letzten Saison, der als Neuling gleich dritter wurde, ja auch in Europa für Furore sorgen.
Das Top-Spiel der ersten Spieltage war ohne Zweifel das Spiel zwischen Dynamo Kiew und Prek. Ivano-Frankovsk. Kiew hat die letzte Saison so richtig verkorkst und will diese Saison nicht wieder hinter den Ansprüchen herlaufen. Die Fans sind trotzdem sauer, weil sie einfach mehr erwarten als den Abstiegskampf. Und deshalb kamen auch nur 19346 Zuschauer zu diesem Spiel. Der Rest tat gut daran, daheim zu bleiben und sich im Bezahlfernsehen das eigentliche Topspiel zwischen Metalurg und Shaktar Donezk anzugucken, das allerdings von geringem Niveau war. Der Sieger war am Ende Shaktar, das mit 2:1 gewann. Aber für die Fans von Kiew war das Spiel der eigenen Mannschaft noch schlimmer. Schon nach drei Minuten lag man mit 1:0 zurück. Eine herrliche Kombination von Ivano-Frankovsk endete mit einem schwachen Schuss aufs Tor, aber der Torwart patzte und so war der Ball drin. Aber nicht, dass sich Dynamo aufbäumte. Es herrschte immer noch die Lethargie der letzten Saison. Die Spieler scheinen zu denken, dass der Name alleine die Gegner schon verlieren lässt. Und so stand es 13 Minuten später dann auch 0:2. Dieses Mal war das ein wirklich wunderschönes Tor. Nach einer Ecke faustete der Torwart den Ball aus dem Strafraum, der Spielmacher von Ivano-Frankovsk nahm den Ball aus der Luft an und hämmerte ihn genau in den Winkel. Das Tor hat gute Chancen, Tor des Jahres zu werden. Ein gellendes Pfeifkonzert begann, als sich der Libero von Kiew den Ball von einem Stürmer von Ivano-Frankovsk abnehmen ließ und der keine Probleme damit hatte, denn Ball im Tor von Kiew unterzubringen. 0:3 nach 24 Minuten. Nichts war mehr zu spüren von der Entschlossenheit Kiews, zu alter Stärke zurückzukehren. Fast ein Wunder war es, dass Kiew kurz vor der Pause dennoch ein Tor gelang. Na ja, ein Wunder war es nicht, eher eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters, denn er gab einen Strafstoß für eine Schwalbe, die auch noch außerhalb des Strafraums passierte. Der Torwart von Kiew hatte keine Mühe damit, das runde Leder im Gehäuse seines Gegenüber unterzubringen.
Dann war Halbzeit. Und schon jetzt gingen die ersten Zuschauer vollkommen enttäuscht nach Hause. Sie glaubten nicht mehr daran, dass sich ihre Spieler noch einmal aufbäumen könnten und das Spiel noch umbiegen würden. Und sie sollten Recht behalten.
Kurt nach Wiederanpfiff stand es nämlich schon 1:4. Nach einer Ecke konnte der Stürmer, der auch schon das dritte Tor schoss, völlig freistehend einköpfen. Ein deutlicher Fehler in der Zuteilung, der den Trainer Alexander Remde fast ausrasten ließ. Das letzte Mal, als er so ungehalten war, verletzte er sich, weil er gegen eine Bande trat. Dieses Mal hatte sein Verein die Bande von hinten aber abpolstern lassen, so dass nichts passierte, als er seinen Frust wieder an ihr ausließ. Dann war erst einmal Ruhe im Stadion. Das Spiel plätscherte so vor sich hin. Kiew konnte nichts konstruktives zeigen, Ivano-Frankovsk brauchte nichts mehr machen. Aber da Kiew es den Stürmern so einfach machte, konnte der zweifache Torschütze nicht widerstehen und machte mit dem 1:5 seinen ersten Hattrick! Nur noch sieben Minuten waren zu spielen und Alexander Remde, völlig fertig mit den Nerven, da seine Entlassung bei diesen Leistungen wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt, brachte drei Offensivspieler aus seiner A-Jugendmannschaft. Und was geschah da: Diese drei Spieler wirbelten völlig unbefangen die Abwehr von Ivano-Frankovsk durcheinender und schafften es, in der letzten drei Minuten von 1:5 auf 3:5 zu verkürzen. Vielleicht sollte das die Zielrichtung von Alexander Remde sein, der Jugend mehrere Chancen zu geben, denn die scheinen noch alles für den Verein geben zu wollen. 3:5 endete das Spiel also aus Sicht von Dynamo Kiew.
Kiew steht jetzt nach dem vierten Spieltag auf dem 16. Platz und Ivano-Frankovsk ist siebter. Damit hängen beide Vereine auch in dieser Saison hinter den Zielsetzungen her, aber die Saison ist ja noch jung.
Die drei Aufsteiger, Zementnik Mykolajiw, Naftovyk Okhtyrka und Metalurg Nikopol hatten auch allesamt einen guten Saisonauftakt. Nachdem in der letzten Saison zwei der drei Aufsteiger wieder den Gang in die zweite Liga antreten mussten, waren die Mannschaften vor der Klasse der Mannschaften der ersten Liga gewarnt und anscheinend besser vorbereitet. Nach den ersten vier Spielen steht Mykolajiw auf Platz zwei, Okhtyrka auf Platz drei und Nikopol auf Platz zehn. Das kann aber auch der Überraschungseffekt sein, den es bei allen Aufsteigern am Saisonbeginn gibt.
In der nächsten Woche startet dann auch der Pokal in seine erste Runde. Es gibt kaum spannende Duelle. Es scheinen eher für die Erstligisten alles in allem lösbare Aufgaben zu sein. Das spannenste Duell zwischen Erstligisten wird wohl Karpaty Lwow gegen Prek. Ivano-Frankovsk sein. Gespannt darf man auch darauf sein, wie der Titelverteidiger Zakarpattya Uzhgorod in den Pokal startet.

Michael Pleus