| War das die
Wende?
20.12.01 - Schottlands Nationalmannschaft punktet wieder! Angesichts
der mehr als prikären Tabellensituation in der Super Euro League scheinen
die Bravehearts ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt doch noch wahren
zu wollen.
Am 13. Spieltag trat das Team Scotia den Kurztrip über die Irische
See in die Republik Irland an. Schon kurz nach dem Anpfiff wurde auch dem
letzten Zuschauer klar, was ihm an diesem Tag geboten würde: Ein Kampfspiel.
Die erste Viertelstunde war geprägt von vielen kleinen Nicklichkeiten
und eher wenigen Torszenen. Mit einem 0:0 verabschiedeten sich die beiden
Teams in die Pause. Dann der Paukenschlag nach dem Wiederanpfiff. Der Irische
Keeper unterschätzt eine verunglückte Flanke von Schottlands
Nr. 15 Martin Schneider. Der Ball trifft mit viel Effet den Innenpfosten,
und Schottland führt ab der 46. Minute mit 1:0, zu diesem Zeitpunkt
ein wenig überraschend. Doch Irland steckte nicht auf. In der 61.
Minute kann Markus Haehnle eine sehenswerte Einzelleistung zum verdienten
1:1-Ausgleich nutzen. Bei diesem Endstand blieb es denn auch, ein gerechtes
Unendschieden.
Der 14. Spieltag brachte den Schotten ein Abstiegsduell. Mit Luxemburg
kam ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt nach Schottland. Schnell
entwickelte sich auch hier eine kampfbetonte Partie, wobei für Schottland
Wolfgang Roellkens (5.) und Thomas Liepold (26.) gute Einschussmöglichkeiten
vergaben. Doch wer die Schotten kennt, weiß, dass oft die zweite
Halbzeit entscheidet. So auch diesmal. Die Uhr zeigt die 46. Spielminute
an, als es einmal mehr Magnus Daum ist, dessen überragende Kopfballstärke
zum Torerfolg führt. Ein zu kurzer Abschlag des Luxemburger Torhüters
landet postwendend wieder im Strafraum der Gäste und auf dem Scheitel
Daums und von da im Tor der Gäste, es steht 1:0 für die Gastgeber.
Doch das Team aus Luxemburg steckt nicht auf, im Gegenteil. Die Schotten
lassen sich mehr und mehr in die eigene Hälfte drängen. In der
65. Minute nutzt Konstantin Heinze einen Stellungsfehler der schottischen
Hintermannschaft und schlenzt das Leder am völlig verdutzten Keeper
vorbei zum 1:1. Offensichtlich war das das Zeichen, auf das die Gastgeber
gewartet hatten. In der Folgezeit werden die Zuschauer Zeugen eines beeindruckenden
Schottischen Sturmlaufs. In der 80. Minute ist es Erich Meier, der einen
Freistoß aus ca. 21 Metern Torentfernung unhaltbar zum 2:1 verwandelt.
Wer nun erwartet hat, das Schottland nur noch auf Halten spielt, sieht
sich getäuscht. Die Kiltträger stürmen weiter. Das 3:1 durch
den abermals überzeugenden Martin Schneider nach einem bemerkenswerten
Alleingang fiel dann mit dem Abpfiff.
Sicherlich gibt es noch keinerlei Grund zur Euphorie, aber mit der
gezeigten Leistung können die Schotten erhobenen Hauptes und mit ein
wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt in die verbleibenden vier Spiele der
Super Euro League gehen.
Marcus Dzionsko |
| Schiedsrichter
im Zwielicht
13.12.01 - Die Spieltage 11 und 12 der Super Euro League standen
aus Schottischer Sicht ganz klar im Zeichen der Referees.
Am 11. Spieltag kam es zum Traditionsduell zwischen dem nominellen
und dem tatsächlichen Mutterland des Fußballs. Schon vor dem
Anpfiff gab es heftige Proteste des Schottischen Teams, spielte der Torhüter
der Engländer mit der gleichen Trikotfarbe, mit der auch das Unparteiischen-Gespann
den Rasen betrat. Allen Protesten zum Trotz begann die Partie pünktlich.
Gleich in der ersten Spielminute gab es die nächste Aufregung. Chris
Penzkofer streckt beim Kopfballversuch seinen linken Arm heraus, der Ball
springt ihm an den Oberarm und von da aus über die Torlinie. Das Tor
wird gegeben, es steht 1:0 für England. Noch in der gleichen Spielminute
die nächste zumindest fragwürdige Situation. Wieder ist es Penzkofer,
der stark abseitsverdächtig das Leder aus 11 Metern Entfernung zur
frühen 2:0-Führung für das Drei-Löwen-Team einnetzt.
Das Schottische Team ist ganz offensichtlich geschockt, die Hintermannschaft
in heller Aufregung. So gelingt es dann Michael Weber in der fünften
Minute, einen Abpraller zum 3:0 für England zu versenken. Das Spiel
scheint gelaufen. Doch Schottland steckt nicht auf. Jetzt endlich geht
ein Ruck durch die Mannschaft und der Rest der ersten Hälfte gestaltet
sich offen. Wir wissen nicht, was die Schotten im Pausentee hatten, aber
es zeigte Wirkung. Die Englische Mannschaft ordnet sich noch, als Marcus
Dzionsko sich das Leder in der 46. Minute am gegnerischen Strafraum erläuft.
Die schöne Einzelleistung schließt die Nr. 13 der Schotten mit
dem zu diesem Zeitpunkt überfälligen 1:3 ab. Neun Minuten später
taucht Erich Meier völlig frei vor dem konsternierten Englischen Schlussmann
auf und lässt ihm keine Chance –2:3, der Anschlusstreffer für
die Schotten und ein ganz klares Angriffssignal. Alle Zeichen stehen jetzt
auf Sturm, das Spiel verlagert sich mehr und mehr in die Englische Spielhälfte.
Doch die Englischen Stürmer lassen sich die Konterchancen nicht entgehen.
In der 67. Minute kann Henning Schaaf einen solchen Konter zum 4:2 abschließen.
Nun scheint sich die Schottische Mannschaft in ihr Schicksal ergeben zu
haben. So war es kein Wunder, als Alain Jasper in der 71. Minute den 5:2-Endstand
herstellte.
Am zwölften Spieltag war dann die Ukraine zu Gast in Schottland.
Und wieder sieht es zunächst nach einem Debakel für die Kiltträger
aus. In der 5. Minute kann Michael Pleus einen Stellungsfehler der Schottischen
Hintermannschaft zur frühen Führung für die Osteuropäer
nutzen. Doch diesmal behält die Schottische Mannschaft einen kühlen
Kopf. Nach dem Wiederanstoß schnappt sich Magnus Daum den Ball, überläuft
das überraschte Ukrainer Mittelfeld und zieht aus 20 Metern ab. Unhaltbar
für den Ukrainischen Keeper schlägt der Ball im Winkel ein –
1:1 in der 6. Minute. In der 33. Minute ist es der lange Zeit glücklose
Thomas Liepold, der nach einem bösen Faul an Martin Schneider den
fälligen Freistoß zum 2:1 in die Maschen jagte. In der zweiten
Hälfte wurden die Ukrainer zwar stärker, aber schlussendlich
reichte Schottland eine mittelmässige Vorstellung, um das 2:1 über
die Zeit zu retten.
Wieder einmal haben frühe Gegentore zur starken Verunsicherung
im Schottischen Team geführt. Hier bleibt für den Coach noch
eine Menge Arbeit.
Marcus Dzionsko |
| Team Scotia
schwer gebeutelt
06.12.01 - Am 9. Spieltag der Super Euro League hatte die momentan
krisengeschüttelte schottische Nationalmannschaft Spitzenreiter Spanien
zu Gast. Die Südeuropäer hatten allen Grund, selbstsicher aufzutreten.
Zum einen, weil diese Saison bis dato hervorragend für die Iberer
gelaufen ist, zum anderen, weil die Gastgeber in dieser Spielzeit noch
nicht an die Form früherer Jahre anknüpfen konnten.
Doch die Schotten hatten sich viel vorgenommen. Die Spieler nahmen
die Herausforderung an und erkämpften sich einen deutlichen Feldvorteil.
Folgerichtig konnte Andreas Loos in der 26. Minute zum 1:0 einnetzen. Diese
Führung sollte eigentlich beflügeln, hatte jedoch die gegenteilige
Wirkung. Der Rest der Halbzeit plätscherte so dahin, mit einem schottischen
Team, dass offensichtlich nicht wusste, wie es nun weitermachen sollte,
und einem spanischen, dass auf den weiteren Sturmlauf der Schotten wartete.
Nach der Halbzeit das umgekehrte Bild. Spanien stürmte und Schottland
verteidigte. Schon nach 5 Minuten in der zweiten Hälfte konnte Joachim
Salg ausgleichen. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich der Schock für
Schottland: Nachdem er sich den Ball im Mittelfeld erkämpft hatte,
spaziert Holger Junker durch die Schottische Hintermannschaft und schiebt
das Leder am herausstürmenden Torwart vorbei ins leere Tor zum 2:1
für die Gäste. In den nächsten Minuten besinnt sich die
Schottische Nationalmannschaft auf ihre Stärken: sie fightet zurück.
Der Torjubel der mitgereisten spanischen Fans ist noch nicht verklungen,
da flankt Rechtsaussen Erich Meier aus vollem Lauf. Goalgetter Magnus Daum
muß nur noch den Scheitel hinhalten, und das Spiel ist wieder ausgeglichen
(60.). In der 71. Minute wird Noah Hammer im spanischen 16-Meter-Raum regelwidrig
zu Fall gebracht. Der Unparteiische entscheidet entgegen der heftigen Proteste
der Iberer ohne zu Zögern auf Strafstoß. Der Gefoulte tritt
selber an und verwandelt zum 3:2. In der Folge zieht sich Schottland immer
weiter in die eigene Hälfte zurück. „Ergebnis halten“ lautet
die Devise. Doch in der 85. Minute macht Markus Reiss den Briten einen
dicken Strich durch die Rechnung. Freistehend netzt er zum 3:3-Endstand
ein.
Noch dicker kam es für die Schotten am 10. Spieltag. Der Überraschungszweite
der Super League Israel kam auf die Insel. Die Zuschauer sahen in der ersten
Halbzeit ein mehr als unterklassiges Spiel beider Mannschaften. Erst nach
dem Seitenwechsel kam ein wenig Bewegung ins Spiel. Die klareren Chancen
erspielte sich hierbei das Team Israels. Eine der besten Gelegenheiten
verwandelte Andreas Bruehl in der 50. Minute zum 1:0 für Israel. Drei
Minuten später ist es Stefan Koopmann, der eine schöne Einzelleistung
mit dem glücklichen 1:1 abschließt. In der Folgezeit steht die
schottische Hintermannschaft permanent unter Druck, kann sich aber gegen
die oft zu harmlosen israelischen Angreifer gut behaupten. Bis zur 71.
Minute, als Dennis Wussow die Abseitsfalle überläuft und den
Ball zum 2:1 für Israel einschieben kann. Zwar versuchten die Schotten
noch das Spiel zu drehen, gegen eine clevere israelische Abwehr mit einem
über sich hinauswachsenden Torhüter als Rückhalt konnten
sie aber nichts mehr ausrichten, es blieb beim 1:2..
Das Schottische Team ist nun letzter, und 7 Punkte Abstand auf einen
Nichtabstiegsplatz lassen wenig Raum für Hoffnung. Aber wenn nun ein
Ruck durch das Team geht, ist noch eine Menge möglich.
Marcus Dzionsko |