Ukraine
     

 

 
25.-28. Spieltag Pokalfinale: Niva Ternopol - Metalurg Donezk NEU 20.12.01
Nationalmannschaft Ein etwas ungewühnliches Duell 06.12.01
17.-20. Spieltag Meister in Abstiegsnöten 06.12.01
13.-16. Spieltag Vorne noch alles eng beieinander 29.11.01

 
 
Pokalfinale: Niva Ternopol - Metalurg Donezk

20.12.01 - In der Liga setzen sich die ersten Mannschaften so langsam etwas ab. An der Tabellenspitze steht nach dem 28. Spieltag Karpaty Lwow. Zwölf Punkte konnte Lwow aus den letzten vier Spielen ergattern und sie schoben sich somit vom siebten Tabellenplatz an die Tabellenspitze. Dabei waren unter den vier Spielen drei Spiele Auswärtsspiele. Demnach ist Lwow in einer Topverfassung und sicherlich ein heißer Titelanwärter. Dass man vom siebten auf den ersten Platz nach vorne kommen konnte, zeigt aber auch, dass die anderen Vereine in der Tabellenspitze ziemlich ins Taumeln kamen. So konnte der nach dem 24. Spieltag überraschende Tabellenführer FC Winniza nur zwei Spiele gewinnen. Darunter am 28. Spieltag das Spiel gegen Zarkapattya Uzhgorod, dem damaligen Tabellenführer. Völlig gespannt wurde das Spiel beobachtet. Viele Experten hatten den Einbruch vom Aufsteiger erwartet, nachdem es in den letzten Wochen nicht mehr so rund lief. Das kleine Stadion war restlos ausverkauft und es fing schlecht an. In er siebten Minute verschoss Winniza einen Elfmeter, in der 13. Minute schoss der Stürmer freistehend am Tor vorbei. Das musste sich rächen und so ging Uzhgorod in der 31. Minute in Führung. Das war gleichzeitig der Halbzeitstand und die Experten fühlten sich in ihrer Meinung bestätigt. Nach der Halbzeitpause nutzte Winniza aber die Chancen, die es sich erspielte. In der 62. Minute schafften sie den Ausgleich und ließen dem Gegner von da an keine Chance mehr. Sie schnürten ihn in deren Hälfte ein, konnten sich aber nicht zwingende Torchancen erarbeiten. Bis zur 85. Minute. Denn dann gab es endlich das erlösende 2:1 und die Gewissheit, dass man weiterhin um die Meisterschaft mitspielt. Die Konsequenz aus der Niederlage bei Uzhgorod war, dass der Trainer Michael Ott überraschend gefeuert wurde. Auf der Suche nach einem Nachfolger ist man schnell fündig geworden. Man hat Helmut Fichtinger verpflichtet, der den Kampf um die Meisterschaft aus einigen Erfahrungen kennt. 
Am Tabellenende tummeln sich nach wie vor die gleichen Vereine. So überraschend, wie man die gute Saison von Winniza ist, ist die schlechte Saison von Stal Altshevsk. Langsam hat man sich aber an die Situation gewöhnt. Mit fünf Punkten aus den letzten vier Spielen konnte sich der Meister um einen Platz vom achtzehnten auf den siebzehnten verbessern. Allerdings ist es immer noch nicht wieder das Team, das man aus den vergangenen Spielzeiten kennt. Ebenfalls eine eigentliche Spitzenmannschaft ist Niva Ternopol. Ternopol hat jetzt die „Rote Laterne“ und muss sich genau so wie Altshevsk sputen, damit sie nicht absteigen. Beide Mannschaften haben bereits drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Auf dem 16. Platz steht Naftovyk Okhtyrka. Dieser Verein hat schon den dritten Trainer in dieser Saison. Für acht Spiele hat man Raphael Kohrs vertraut, aber mit dem ist man nicht glücklich geworden. Jetzt darf Ratko Zavta sein Glück versuchen. Auf dem 15. Platz steht der FC Cherkasy. Auch hier wurde mit Michael Paluszek im Laufe der Saison ein neuer Trainer verpflichtet, aber der erhoffte Erfolg blieb bisher aus. Diese letzten vier Vereine haben sich ihre Tabellenposition aber selbst zuzuschreiben. Sie haben am wenigsten Tore in der Liga geschossen und daran müssen sie für die letzten Spieltage auch arbeiten. Nur viele Tore können sie retten!
Im Pokalfinale kommt es zum Duell zwischen Niva Ternopol und Metalurg Donezk. Die beiden Pokalhalbfinals waren von Torlosigkeit und mangelnder Spielkultur geprägt.  Niva Ternopol setzte sich überraschend mit 1:0 gegen Poligr. Olexandriya durch. In der Abwehr standen sie Ausnahmsweise gut und das Tor fiel durch einen Elfmeter. Viele spielerische Akzente konnte keine Mannschaft setzen. So war das auch im anderen Spiel, das Metalurg Donezk gegen Portovik Illischiwsk nach Verlängerung gewann. Donezk war leicht überlegen und mussten sich ärger, nicht nach 90 Minuten gewonnen haben, denn in der 86. Minute wurde eine 100%-ige Torchance vergeben. Von diesem Pokalfinale darf man einiges erwarten. Das gleiche Spiel findet auch zu Saisonende in der Liga statt und wird für Ternopol entscheidend im Kampf um den Klassenerhalt sein.

Michael Pleus

Ein etwas ungewöhnliches Duell

06.12.01 - Am letzten Wochenende kam es in Kiew zu einem etwas ungewöhnlichen Fußballspiel. Die Idee zu dem Spiel kam Christian Grüning, als er im Stadion in der ukrainischen Fankurve ein Plakat sah, auf dem stand: „Die Alten mit der Erfahrung, die Jungen mit dem Übermut, das ist die richtige Mischung, ja darum sind wir so gut!“ Wie ein Blitz schoss es ihm durch den Kopf. Ein Duell zwischen der alten und der jungen Hälfte der Nationalmannschaft könnte man einmal austragen. Diese Idee wurde von den Spielern und den Fans sehr gut aufgenommen und alle freuten sich auf das Spiel. Christian Grüning betonte immer wieder, dass er dadurch die Nationalmannschaft nicht spalten wollen würde, sondern dass er den Spaßfaktor einfach erhöhen wollte. Und so haben es auch alle verstanden Jedoch war das Spiel in der Freizeit der Spieler und so konnten sie sich frei entscheiden, ob sie mitmachen wollten. Da sich einige nicht von ihren sonstigen Aufgaben loseisen konnten, gab es folgende Aufstellungen:

Der alte Teil:
Christian Grüning
Frank Marzinzik
Helmut Fichtinger
Björn Specht
Ralph Mathes
Alexander Remde
Enrico Erkens

Der junge Teil:
Bommel Hommelsheim
Arne Ruland
Magnus Heun
Andy Reinboth
Patrick Schärer
Michael Pleus

So begann dann das Spiel im Stadion von Kiew. Vor 80000 Zuschauern wurde es zelebriert und alle hatten Spaß an der Sache. Auf dem Platz wurde geflachst und auf den Rängen gefeiert. Trotzdem zeigten sich klar die Unterschiede zwischen den Mannschaftshälften. Am Anfang rannten die JUNGEN auf das Tor der ALTEN an und es stand schon nach zehn Minuten 2:0. Der Spritzigkeit und Antrittsschnelligkeit der jungen Hälfte wussten die ALTEN anfangs nichts entgegenzusetzen. Bommel Hommelsheim gelang nach einem feinen Solo durch die Abwehr des Gegners, die durch ihre Bewegungslosigkeit bestach, in der siebten Minute der Treffer zur 1:0-Führung. Arne Ruland köpfte in der zehnten Minute den Ball zum 2:0 ins Tor, nachdem er von Patrick Schärer mit einer maßgenauen Flanke bedient wurde. Diese beiden schnellen Tore gaben den ALTEN zu denken und sie stellten ihr Spiel um. Durch geschickte Pässe zeigten sie ihre Überlegenheit in der Übersicht und ließen die JUNGEN oft ins Leere laufen. In der 19. Minute konnte Helmut Fichtinger dann den Anschlusstreffer erzielen. Christien Grüning passte den Ball auf den Flügel zu Frank Marzinzik, dieser tunnelte seinen Gegenspieler und schoss den Ball flach vors Tor. Helmut Fichtinger grätschte in den Ball rein und spitzelte ihn über den Torwart her ins Tor. Nach dieser Angriffsstafette mussten sich die ALTEN aber wieder etwas zurückziehen, damit sie für die zweite Halbzeit noch genug Kondition hatten. Das nutzte Magnus Heun in der 24. Minute aus. Michael Pleus schlug den Ball aus der Abwehr heraus auf den linken Flügel, Andy Reinboth ihn aufnahm und und zwei Gegenspieler schwindelig spielte. Dann passte er weiter auf Magnus Heun, der nur noch den Torwart vor sich hatte. Er täuschte einen Schuss an, umlief den Torwart dann aber und schob in aller Seelenruhe zum 3:1 ein. In der 37. Minute kam es dann zu einem Freistoß für die ALTEN aus 23 Metern. Ralph Mathes legte sich selbstbewusst den Ball zurecht und die anderen vertrauten ihm. Dies taten sie berechtigt, denn Ralph Mathes zirkelte den Ball wunderschön um die Mauer ins Tor hinein. So stand es 2:3 und so ging es in die Halbzeit.
Gutgelaunt kamen alle Spieler aus der Kabine zurück auf den Platz. In den ersten zehn Minuten spielten nur die ALTEN und hatten drei hochkarätige Chancen. Enrico Erkens hob den Ball aus zehn Metern freistehend über das leere Tor, Christian Grüning trat in zwei Metern Entfernung zum Tor am Ball vorbei und Alexander Remde rutschte aus, als zum Kopfball hochsteigen wollte. Danach war die Luft bei den ALTEN entgültig raus und sie zogen sich zurück. Somit hatten die JUNGEN das Spielfeld für sich, aber es kamen kaum gescheite Pässe zustande und mit Laufkraft alleine kann man keine Tore schießen. In der 67. Minute schoss Andy Reinboth den Ball aus 27 Metern Entfernung ans Lattenkreuz und Patrick Schärer war gerade dabei, sich die Stutzen zurechtzuziehen, als er im Sturm angespielt wurde. So rollte der Ball an ihm vorbei in die Arme des Torwarts. Mit Rücksicht auf die ALTEN ließ der Schiedsrichter dieser absolut fairen Begegnung dann auch keine Nachspielzeit und pfiff nach exakt 90 Minuten ab. Am Ende war es also ein knappes 3:2 für die JUNGEN, aber die ALTEN werden mit Sicherheit eine Revanche bekommen.
Völlig verschwitzt verkündete Alexander Remde nach dem Spiel, dass das eingenommene Geld der wohltätigen Jugendorganisation „Fußball statt Drogen“ gespendet wird.

Dann kam es zur dritten Halbzeit. Anlässlich des 100. Länderspiels, dass zwei Wochen zuvor Italien stattfand und mit 3:2 verloren ging, gab es ein großes Verbandsfest. Hier entpuppten sich die ALTEN dann doch als wahre Konditionswunder, die aber schnell die Übersicht verloren haben. Einige Nationalspieler kamen erst Tage später wieder zum Training, da ihre anschließende Kneipentour lange andauerte oder sie aus unerklärlichen Gründen unabkömmlich waren. So wurde drei Tage nach dem Spiel beobachtet, wie Ralph Mathes, Christian Grüning und Arne Ruland mit einem breiten Grinsen aus einem Altenheim kamen.

Michael Pleus

Meister in Abstiegsnöten

06.12.01 - An der Tabellenspitze befindet sich nun Poligr. Olexandriya. Mit zwei Siegen und zwei Unentschieden aus den letzten vier Spielen erarbeiteten sie sich drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Das schwierigste der letzten vier Spiele war dabei sicherlich das Spiel bei Zakarpattya Uzhgorod am 19. Spieltag. Es war das Spiel zwischen dem Tabellenvierten und dem Tabellendritten. Demnach fand es vor vollem Haus statt, weil beide berechtigte Chancen hatten, die Tabellenführung zu übernehmen. Und das Spiel war von Anfang an spannend. Früh konnte Uzhgorod in Führung gehen, aber das machte Olexandriya gar nichts aus. Immer und immer wieder versuchten sie, den Ausgleich zu erzielen, bis es ihnen in der 36. Minute gelang. Es ging hin und her mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor der Halbzeitpause ging Olexandriya sogar in Führung. Eiskalt verwandelte der Stürmer einen Konterangriff. In der zweiten Halbzeit war Uzhgorod dann überlegen. Sie schnürten, angepeitscht vom eigenen Publikum, Olexandriya in der eigenen Hälfte ein und hatten eine Chance nach der anderen. In der 88. Minute kam es dann endlich zum Ausgleich. Nur machte Uzhgorod jetzt wieder den Fehler, sich hinten reindrängen zu lassen. In den letzten Minuten hatte Olexandriya das Sagen auf dem Feld. Mit dem Schlusspfiff gelang dann das Tor des Monats. Nach einer Ecke für Olexandriya wurde der Ball von einem Abwehrspieler Uzhgorods herausgedroschen. Ein Abwehrspieler von Olexandriya nahm den ball an, lupfte ihn über einen heranstürmenden gegnerischen Stürmer und schoss ihn Volley aus 37 Metern ins linke obere Toreck. So endete das Spiel mit 3:2 für Olexandriya.
Vom zweiten bis zum siebten Tabellenplatz liegen die Vereine nur zwei Punkte auseinander. Das ist ein Zeichen für die Ausgeglichenheit in der Liga und eine Begründung dafür, dass noch keine Mannschaft zwei Meistertitel holen konnte. Tabellenzweiter ist Krivbas Krivoj Rog. Nur Karpaty Lwow konnte Krivoj Rog in den letzten vier Spielen bezwingen. In den anderen Spielen bot Krivoj Rog überzeugende Leistungen und ist nicht unverdient soweit vorne. Auf den beiden Uefa-Cup-Plätzen liegen Zakarpattya Uzhgorod und Karpaty Lwow, aber selbst der zehntplatzierte Verein hat nur einen Sieg Rückstand auf den vierten Platz, so dass noch nichts entschieden ist.
Am Tabellenende setzen sich so langsam Stal Altschevsk und Niva Ternopol  nach unten ab. Die beiden Vereine schaffen es nicht, ihre Krise zu überwinden und haben nun schon fünf Punkte Rückstand auf den 15. Platz. Dem amtierenden Meister Stal Altschevsk gelang am 17. Spieltag zwar ein überzeugender 4:1-Sieg gegen den dritten Verein auf den Abstiegsplätzen, Naftovyk Okhtyrka, aber das war wohl nur ein kleines Strohfeuer, denn an den nächsten Spieltagen gab es eine 0:1-Heimschlappe gegen den überraschend gut dastehende Aufsteiger FC Winniza, eine 2:4-Niederlage bei Metalurg Donezk und ein 0:3 gegen Krivbas Krivoj Rog. Auch Ternopol ließ sein Können nicht wirklich aufblitzen. Bei den beiden letzten Unentschieden gegen ZSKA Kiew und Metalurg Mariopol konnten sie glücklich sein, dass der Gegner die Chancen nicht zu nutzen vermochten. Okhtyrka hat zwei Punkte Vorsprung auf die beiden letzten, aber auch schon drei Punkte Rückstand auf den 15. Platz. Hier wird man sich die Frage stellen, ob es wirklich richtig war, Raphael Kohrs aus Finnland zu holen.
Im nationalen Pokal gab es vier überraschend deutliche Ergebnisse im Viertelfinale. Wer gedacht hatte, dass das Spiel zwischen den beiden Tabellenletzten Niva Ternopol und Stal Altschevsk ein echter Krimi würde, hat sich getäuscht. Beim 2:0 war Ternopol immer überlegen, aber das machte das Spiel auch nicht ansehnlicher. Der letzte Zweitligist im Wettbewerb, Yavir Sumy, konnte daheim nicht gegen den derzeitigen Tabellenführer Olexandriya gewinnen. Ein Sieg wäre eine Sensation gewesen, aber das Spiel endete 0:3. Metalurg Donezk und Portovik Illischiwsk konnten ihre Heimspiele gewinnen. Donezk bezwang Krivoj Rog mit 4:1 und Illischiwsk Zementnik Mykolajiw mit 4:2. In diesen beiden Spielen ist immer der in der Tabelle schlechter positionierte Verein weitergekommen.
Im internationalen Geschäft konnte nur ein ukrainischer Verein das Achtelfinale erreichen. Metalurg Donezk ging in der Champions-League als Gruppensieger der Gruppe E hervor, in der mit dem VV St. Truiden aus Belgien der eigentliche Favorit den letzten Platz belegte. Diesen Verein konnte Donezk am vierten Gruppenspieltag in einem packenden Duell mit 4:3 schlagen. An den letzten beiden Spieltagen gab es nur noch einen Punkt für Donezk, aber da sich die anderen die Punkte klauten, reichte das zum Gruppensieg. Im Uefa-Pokal verabschiedete sich Stal Altschevsk sang- und klanglos mit zwei Niederlagen gegen den tschechischen Verein FK Mlada Boleslav. Nach der 1:4-Hinspielpleite in Tschechien waren die Hoffnungen auf ein Weiterkommen sehr gering. Im Rückspiel musste alles nach vorne geworfen werden, um den Rückstand wettzumachen, aber der Gegner nutze das mit zwei eiskalt abgeschlossenen Kontern aus und so gab es eine 1:2-Niederlage.

Michael Pleus

Vorne noch alles eng beieinander

29.11.01 - An der Tabellenspitze steht derzeit Karpaty Lwow. Mit sieben Punkten aus den letzten vier Spielen konnte Lwow sich diesen Platz erkämpfen. Überhaupt präsentiert sich Lwow in dieser Saison gut, da sie in der Offensive stark und in der Abwehr gefestigt wirken. Zwar spielten sie am vergangenen Spieltag 1:2 beim Neuling FC Winniza, aber das wird sie nicht davon abhalten, weiter oben mitzumischen. Punktgleich steht auf Platz zwei Poligr. Olexandriya. Olexandriya ist die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen in der Liga. Daher scheint sich die Verpflichtung des Trainers Arne Ruland zu Saisonbeginn schon auszuzahlen. Diese Saison soll es nicht wieder passieren, dass sie lange oben mitspielen und am Ende den unglücklichen fünften Platz belegen. Allerdings konnten sie in den letzten vier Spielen nicht wirklich überzeugen, da es nur einen Sieg gab.
Überraschender Dritter ist Zakarpattya Uzhgorod. In den vergangenen spielzeiten boten sie eher blasse Leistungen und versanken im Mittelfeld. Nun scheint sich im Verein aber etwas getan zu haben. Mit nur einem Punkt Rückstand auf den ersten liegen sie in aussichtsreicher Position. Direkt dahinter steht Shaktar Donezk. In den letzten Jahren haben sie ziemlich an Prestige an den Stadtrivalen Metalurg Donezk verloren, der derzeit in der Champions-League spielt. In dieser Saison konnten sie im Stadtderby aber wieder gewinnen. Mit 2:0 schickten sie Metalurg nach Hause. Während des ganzen Spiels war Shaktar überlegen, spielerisch und kämpferisch. Durch die frühe Führung konnten sich  das Spiel ruhig und kontrolliert angehen und als sie Mitte der zweiten Halbzeit auf 2:0 erhöhten, war allen klar, dass die Entscheidung gefallen ist. Metalurg Donezk selbst ist aber nur zwei Punkte hinter Shaktar auf dem siebten Platz. Dazwischen liegen noch Zementnik Mykolajiw, das zusammen mit Karpaty Lwow das Team, mit den meisten Toren ist, und der ZSKA Kiew, die in der letzten Saison den Abstieg gerade noch vermeiden konnten, Statt ihrer ist wegen der schlechteren Tordifferenz der große Stadtrivale Dynamo Kiew abgestiegen. Dynamo Kiew dümpelt derzeit aber in der zweiten Liga nur im Mittelfeld herum. Es scheint nicht so, als würden sie den direkten Wiederaufsteig schaffen.
Am Tabellenende stehen mit Niva Ternopol, Naftovyk Okhtyrka und dem amtierenden Meister Stal Altshevsk drei Vereine schon etwas abgeschlagen da. Von Niva Ternopol und Stal Altshevsk konnte man vor der Saison mehr erwarten. Wer hat schon erwartet, dsas der Meister nur 13 Punkte aus den ersten 16 Spielen holen kann und eine miserable Abwehrleistung zeigt? Außerdem scheint die Mannschaft zu überheblich an die aufgaben gegen die vermeintlich schlechten Mannschaften ranzutreten, denn wie soll man sich sonst erklären, dass sie gegen Vereine wie Portovik Illischiwsk und Zirka Kirovograd verlieren, gegen Zementnyk Mykolajiw aber gewinnen? So ist es auch bei Niva Ternopol, die in der letzten Saison noch mit der besten Abwehr der Liga glänzen konnten. Nun haben sie sich schon 39 Gegentore nach 16 spielen eingefangen. Bei Okhtyrka scheint sich der Trainerwechsel auch nicht auszuzahlen. Der neue Trainer Raphael Kohrs konnte den Verein in acht Spieltagen noch nicht aus dem Tabellenkeller führen. Ternopol hat drei Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Tabellenplatz, die anderen beiden schon vier.
Im Achtelfinale des Landespokals gab es keine Sensationen. In den beiden Spielen zwischen Erst- und Zweitligisten konnte sich jeweils der Erstligist durchsetzen. Zwar musste Krivbas Krivoj Rog dafür gegen den SC Kherson in die Verlängerung, hatte aber am Ende die Nase vorn. Zwei kleine Überraschungen gibt es aber dennoch: Zum einen konnte der ZSKA Kiew das derzeitige Ligaschlusslicht Stal Altshevsk nicht bezwingen. Im Gegenteil. Altshevsk dominierte das spiel. Es sah so aus, als wäre dem Pokalsieger der Saison 2000’3 völlig egal, ob sie die nächste runde erreichen würden. Diese Einstellung führte zu einer 0:2-Niederlge und Altshevsk ging als Sieger aus diesem glanzlosen Spiel hervor. Die andere Überraschung ist das Ausscheiden vom Tabellenführer Karpaty Lwow. Sie mussten sich nach Verlängerung mit 2:1 bei Portovik Illischivsk geschlagen geben. Der letzte Zweitligist im Wettbewerb ist Yavir Sumy. Sumy hat es nun im Achtelfinale mit Poligr. Olexandriya zu tun.
Im Europapokal mühen sich die letzten beiden vertretenen Vereine redlich, die durch das frühe Ausscheiden der anderen drei Vereine verlorenen Punkte in der Fünfjahreswertung wieder rauszuholen. In der Champions-League ist Metalurg Donezk mit zwei Siegen und einer Niederlage in die Gruppenphase gestartet. Dabei fing es mit der 2:0-Niederlage beim belgischen Verein SK Lommel nicht gerade berauschend an. Es zeigte sich aber, dass das Ergebnis wieder nur af die Auswärtsschwäche des Vereins im Europapokal zurückzuführen war. In den drei Qualifikationsrunden konnte Metalurg nur triumphieren, da sie immer überragende Leistungen vor heimischem Publikum erbracht hatten, und die zeigten sie auch wieder in der Gruppe. Jeweils mit 3:0 gewannen sie gegen den FC Lugano aus der Schweiz und den FC Dopamengo aus San Marino. Stal Altshevsk ist im Uefa-Pokal in die dritte Runde eingezogen. Mit einem 3:1 und einem 2:1 gegen Laisve Silute, dem litauischen Meister, konnten sie sich ohne große Mühe qualifizieren. Die Litauer waren völlig von der Rolle und Altshevsk nutzte konsequent deren Abwehrschwächen aus. Nur hier scheint der ukrainische Meister wohl zeigen zu können, was in ihm steckt.

Michael Pleus