| Peshkopi Meister
- Lushnja Pokalsieger
14.03.02 - Peshkopi Meister – Lushnja Pokalsieger – Düstere
Aussichten im EC - NM enttäuscht erneut
Am Ende blieb alles wie gehabt. Die Etablierten enttäuschen,
Außenseiter und Wandervögel sahnen ab. In einem spannendem Finale
sicherte sich Korabi Peshkopi die albanische Meisterschaft und feiert somit
nach dem Aufstieg letzte Saison direkt einen erneuten Triumph. Der Vizetitel
geht an den FK Albanet, der unter Reinhold Blust wie der Phönix aus
der Asche emporstieg.
Trotz allem bleibt ein fader Beigeschmack, schließlich kam
Trainerin Irene Schott zu Korabi wie die Jungfrau zum Kinde, war sich das
Präsidium doch schon mit dem albanischen Trainerstar Bienhofer einig.
Dieser sicherte sich dann aber doch noch mit Fier den Klassenerhalt und
wird diese enttäuschende Saison wohl zu den Akten legen.
Gleiches gilt wohl für den Vorjahresmeister aus Shokder, der nur
knapp dem Abstieg entging. Trainer Preissner scheint auch hier wieder wie
in Lezhe mit seinem Latein am Ende, seine Motivationskünste wirken
nicht mehr, man darf gespannt sein, wann die Trennung im Beidseitigem Einvernehmen
erfolgt.
Lange Gesichter gab es auch bei Partizani. Kämpfte man vor
Wochenfrist noch gegen den drohenden Sturz ins Unterhaus, so konnte man
zu Letzt eine furiose Serie starten, welche die graue Maus Albaniens beinahe
noch in den UEFA Cup geführt hätte. Lausige 3 Tore trennten die
Mannschaft von Trainer Seel am Ende von den europäischen Fleischtöpfen
an denen sich jetzt der SK Tepelana laben kann. Ohne Salz in die Wunden
streuen zu wollen, hier war mehr drin, Partizani.
Rückkehrer Golenia scheint nach seiner Osteuropatournee noch Akklimatisationsprobleme
zu haben, ein glücklicher 12. Platz springt am Ende für Teuta
Durres heraus.
In der Liga pfui, im Pokal wieder dominant. Trainerfuchs Grafe setzte
schon früh in der Saison seine Marschroute und gab dem Pokal oberste
Priorität. Der Erfolg gibt ihm Recht, wieder einmal wird in
fußballverrückten Menge in Lushnja ein Silberpott auf dem Rathausbalkon
präsentiert.
Wechsel in die Niederrungen der 2ten albanischen Liga:
Verbandspräsident Waliczek scheint den unterklassigen Fußball
mittlerweile so zu schätzen, daß er den direkten Gang in die
Amateurliga anstrebt. Fußballalbanien erinnert sich nur all zu Gut
an das präsidiale Bestreben eine 3. Liga einzuführen, Waliczek
scheint dort mit Pequin Entwicklungshilfe leisten zu wollen.
Schwer tut sich auch Dinamo Tirana unter Gump. Nach dieser Chaossaison
wird man dort sicher froh sein, einen Neuanfang starten zu können,
schließlich ist man mit Mission Aufstieg kläglich gescheitert.
NM Frischling Intat hat selbigen nur knapp verfehlt, dafür
hat es Trainermethusalem Thomas Henning geschafft. Seit nun mehr 9 Saisons
bei der SK Tirana ist es ihm endlich gelungen, wieder in die 1. Liga zurück
zukehren. Aufgrund seiner klaren Linie und Verlässlichkeit nennt man
ihn auch den albanischen Ernst Happel, vielleicht kann er sich bald auch
was die Erfolge angeht mit jenem vergleichen.
Das Abschneiden im EC war wie all die Jahre zuvor mehr als dürftig.
Lediglich Jens Preissner konnte mit dem Einzug in die 3. Runde des UEFA
Pokals an die großen Erwartungen anknüpfen. Die anderen Vereine
überboten sich mit Unvermögen und Unzuverlässigkeit. Der
albanische Fußball ist somit auf Jahre hinaus abgeschlagen, da ab
nächster Saison eine 10.8 Quote aus der Wertung gestrichen wird. Legen
wir besser den Mantel des Schweigens über dieses Kapitel. Lediglich
in der Offensivwertung gibt es Anlass zur Hoffnung, doch ist die Torausbeute
im Vergleich zu Topligen immer noch viel zu gering.
Ebenso erbärmlich wie die Vereinsmannschaften, schnitten die albanischen
Doppeladler in der NM-Saison ab. Mit geschwellter Brust war man als
frischer Balkanmeister gestartet um schließlich als gerupftes Huhn
auf dem Boden der Tatsachen zu landen. Einer peinliche Vorstellung in der
Balkanmeisterschaft folgte ein Hängen und Würgen in der Liga.
Mit der lausigen Quote von 33 kam man folgerichtig nur auf 21 Punkte und
hatte allenfalls theoretische Chancen auf den Aufstieg. Lediglich Preissner
und Grafe erreichten Normalform, der Rest der Landesauswahl ruhte sich
offensichtlich noch auf den Lorbeeren der Vorjahressaison aus.
Hier muss sich in Zukunft einiges ändern, sonst wird der albanische
Fußball auch weiterhin nur ein Dasein als Mauerblümchen fristen.
Olli Bienhofer |