England
     

 

 
Nationalmannschaft Nur eine Niederlage in vier Spielen NEU 14.03.02
Nationalmannschaft England meldet sich im Titelrennen zurück 28.02.02
Nationalmannschaft Ungeschlagen in der Ligarunde 02.02.02
Nationalmannschaft Erneute Ungerechtigkeiten gegen England 24.01.02
Nationalmannschaft Schluss mit lustig 17.01.02

 
 
Nur eine Niederlage in vier Spielen

14.03.02 - Die Saison geht für die Fußballübermacht England gewohnt überlegen zu Ende.  Doch wiederrum waren es nicht die nackten Ergebnisse, die die Fans in ganz Europa zu Tränen rührte, sondern die Emotionalität, die das gesamte englische Volk mit ihren Nationalhelden verbindet und welche zum wiedferholten Male mehr als deutlich sichtbar wurde. 

Das letzte Auswärtsspiel der Saison sollte zu einem wahren Heimspiel für die Engländer werden. Nachdem vom Cool-Komitee dem englischen Verband trotz Unterschriftenaktionen in allen Ländern Europas nur 35.000 Karten zur Verfügung gestellt wurden, ließen sich in einer spontanen Internetaktion weiteren 35.000 Engländer die spanische Staatsbürgerschaft anerkennen um so ins Stadion zu kommen und ihre Lieblinge zu unterstützen. Ein Farbenfest in BlauWeißRot, welches Europa noch nciht gesehen hatund der größte Männerchor aller Zeiten waren die Folge. Die englischen Nationalhelden ließen sich derart anstecken von dieser symphatischen Liebeserklärung, daß Axel Collofong, Andreas Feder und Stefan Boll an jeweils beide Pfosten lenkten. Die Spanier gingen jedoch durch Reiss und Pallasch (Vorarbeit Lang) 2:0 in Führung. Andreas Michael gelang nur noch der Anschlußtreffer in diesem bhedeutungslos gewordenen Spiel. 

Im letzten Heimspiel dieser Saison erwartete ein kurioses Spiel die 120.000 Zuschauer in dem extra erweiterten Stadion. Während England wiederrum großzügig schon Mitte der Saison seine Titelambitionen den noch zukunftsträchtigen Konkurenten überließ, um in ca. 5 jahren wenigstens gegen ein paar gleichstarke Konkurenten absolvieren zu können, hatte Israel noch alle Chancen auf den Titel. Während England frisch und frei aufspielte, mit tollen kombinationen und Doppelpässe brillierte war von den israelischen Kickern 76 Minuten überhaupt nix zu sehen. Der kürzlich mit dem Ehrenpreis des britischen Buchhandels ausgezeichnete Pressesprecher Volker Klug brachte sein Team mit 1:0 in Führung, Stephan Bierwierth krönte seine erste komplette Saison bei den Engländern mit dem 2:0. Jürgen Roos schließlich erziehlte mit beiden Vollspännen gleichzeit das 3:0. Was augenblicklich zumindest als Vorentscheidung aufgefasst wurde, ließ allerdings den israelischen Schiedsrichter in Aktion treten, als er alle englischen Spieler provozierte und nach deren Antworten 10 Mal die rote Karte zückte. Wütende Proteste wurden ignoriert. Israel tat nun nicht mehr als nötig, schoß in der 71. Minute 3 Tore und kürte sich damit äußerst schmeichelhaft zum SEL-Meister. Schade das solch ein Sieg eine derartige Bedeutung gewinnt, zumal San Marino nur ein Quotenpunkt am Sieg fehlte und so der Meisterschaftsgewinn für Israel auch als glücklich bezeichnet werden muß. Ein fader Nachgeschmack bleibt jedoch bestehen und wird mit großer Sicherheit die Einführung des Audio-Schiedsrichters zur Folge haben. 

In den zwei traditionellen Benefizspielen zum Saisonende läßt sich England herab und bietet jungen aufstrebenden Nationalmannschaften ein Freundschaftsspiel an, um jenen auch die Chance zu geben, gegen die ganz großen einmal anzutreten. Gegen Schottland trennte man sich 1:! Unentschieden während die Bulgaren mit dem 2:1 sehr gut bedient waren. 
Boll schoß gegen die Geizigen den Führungstreffer, Konsensky glich gegen die Bulgaren zum 1:1 aus. Letztlich war es Andreas Hardt vorbehalten, den Schlußpunkt unter eine weitere erfolgreiche Saison der Engländer zu setzten. Eine Saison die geprägt war von halber Kraft und Effektivität. Nun, da die neuen Spieler endgültig integriert sind steht europa eine langweilige nächste saison bevor. Englische Buchmacher nehmen nur noch Wetten an, ab welchem Spieltag England als Meister der nächsten Saison vorzeitig feststeht. 

Michael Bärsch

England meldet sich im Titelrennen zurück

28.02.02 - Schrumms! England meldet sich eindrucksvoll im Titelrennen zurück. Zwei Siege in den Ligaspielen, dazu ein Sieg und ein Remis in den Freundschaftsspielen kann in ganz Fussball-Europa unzweifelhaft als Kampfansage verstanden werden.

In der Auftaktbegegnung gegen die armen Armenier musste ein fussballerischer Klassenunterschied befürchtet werden und der geneigte Zuschauer wurde frühzeitig bestätigt. Es gehört zu den grössten Rätseln der modernen Zeit, aus welchem Grund eine Fussball-Nation wie Armenien in der höchsten europäischen Spielklasse vertreten ist. Direkt nach dem Anpfiff lief die gesamte armenische Abwehr wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen orientierungslos auf dem Platz herum und wurde von den pfeilschnellen englischen Spitzen ein ums andere mal düpiert. So dauert es gerade einmal 12 Minuten bis Newcomer Schnell die ungewohnten Freiheiten in der löchrigen armenischen Abwehr nutzte und mit einem Flachschuss aus rund 18 Metern dem gegnerischen Keeper nicht den Hauch einer Chance liess und somit für die 1:0-Führung sorgte. Die armenische Mannschaft verfiel daraufhin in den Irrglauben, mit spielerischen Mitteln dagegen halten zu können. Für diese Naivität wurden sie dann nur weitere 12 Minuten später bitter bestraft. Nach einem blitzsauberen Konter über wenige Positionen setzte Feder zu einem unwiderstehlichen Sprint an und liess mit einem gekonnten Übersteiger auch noch den gegnerischen Keeper aussteigen, um ins leere Tor zum 2:0 einzuschieben. Nur eine Minute später schickte sich erneut Feder an, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Wieder einmal nahm Feder in einem Sprintduell seinem direkten Gegenspieler auf der linken Seite auf 30 Metern mit Ball 15 Meter ab und verwandelte direkt von der Strafraumecke über den machtlosen Keeper hinweg zum 3:0. Nach weiteren herrlich herausgespielten Torchancen auf englischer Seite, war das armenische Team heilfroh, als dann endlich der Schiedsrichter zur Pause pfiff. Resignation und Ernüchterung machte sich auf armenischer Seite breit und zur zweiten Halbzeit änderten sie die Strategie auf das primäre Ziel Schadensbegrenzung. England kontrollierte auch in der 2.Spielhälfte deutlich das Geschehen, aber weitere Treffer, die in der Luft lagen, sollten nicht mehr fallen. So zeichnete sich vor allem der Altmeister Weber durch grosses Engagement aus, jedoch verhinderten zwei mal der Pfosten und ein irregulärer Abseitspfiff des Schiedsrichters den verdienten Lohn. So begnügte sich das englische Team letztendlich mit einem nie gefährdeten 3:0-Sieg.

Die nächste Aufgabe war mit grösseren Reisestrapazen verbunden und führte in die Steppe von Weissrussland. Nachdem das englische Team bereits in der ersten Ligabegegnung Erfahrung mit einem fussballerisch unkonventionellen Gegner sammeln konnte, wurden auch hier von Anpfiff an die filigranen Fertigkeiten erst einmal zugunsten eines agressiven Forecheckings mit niedrigerer Priorität versehen. In der 12.Minute führte dies jedoch dazu, dass Weissrussland im eigenen Stadion einen Konter setzen konnte, und nachdem die englischen Abwehrspieler auf dem glitschigen Untergrund wegrutschten, bot sich für den weissrussischen Zimmermann auf einmal freie Bahn. Bei dem Schuss aus gut und gerne 35 Metern rutschte dann auch der englische Keeper bei seinem Abwehrversuch so unglücklich aus, dass der Ball mit geringster Geschwindigkeit ins leere Tor kullerte. Kurzerhand entschloss sich das gesamte englische Team zu einem Wechsel des Schuhwerks und so dauerte es dann auch nur noch weitere 4 Minuten, bis England auf unnachahmliche Art und Weise zurückschlug. Einen Eckstoss verwandelte Collofong in Höhe der 16-Meter-Linie volley und liess den weissrussischen Torhüter mit einem erstaunten Gesichtsausdruck zurück. Auch in den kommenden Minuten musste der Zuschauer den Eindruck gewinnen, die Rollen von Heim- und Auswärtsmannschaft seien vertauscht, da nur das englische Auswärtsteam das Spiel machte. Es dauerte bis zur 53.Minute, bis Boll sich anschickte, das Spiel zu entscheiden. Auf geringstem Radius umspielte er gleich drei Gegner und nach gekonntem Doppelpassspiel verwandelte er trocken in die kurze Ecke zum vielumjubelten 2:1-Führungstreffer. Die nachfolgenden Angriffsbemühungen Weissrusslands wehrte England souverän ab, so dass das Spiel nach 90 Minuten mit England seinen verdienten Sieger preisgab. Somit hatte England auch das 2.Ligaspiel gewonnen und die Meisterschaftsambitionen unterstrichen. Es heisst also: Mund abputzen, und die Tabellenführung angreifen.

Im ersten Freundschaftsspiel nach den eindrucksvollen Ligaauftritten wartete mit Frankreich ein Hochkaräter. In dem prestigegeladenen Duell erwartete der Fussballfeinschmecker eine Begegnung auf europäischen Spitzenniveau. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht, zumindest nicht von englischer Seite. Frankreich schien von Beginn an nicht richtig auf dem Platz zu sein, und sollte im weiteren Verlauf des Spiels sein Waterloo erleben. Ein Sturmlauf in Richtung französisches Tor setzte von dem Anpfiff an ein und die französische Abwehr bekam die pfeilschnellen englischen Spitzen Michael und Baersch auch nicht ansatzweise in den Griff. So war es dann auch in der 15.Minute Baersch, der sich auf dem rechten Flügel mit einem atemberaubenden Sprint durchsetzte und seinen Gegenspieler wie einen Schuljungen aussehen liess. Die scharf und präzise hereingegebene Flanke konnte Michael durch einen wuchtigen Kopfball aus 8 Metern ins Gehäuse zum Führungstreffer jagen. Hochmotiviert durch diesen sehenswerten Spielzug, spielte Michael im Anschluß wie entfesselt auf und sorgte nur zwei Minuten später für die Vorentscheidung. Seinen Alleingang durch die gesamte französische Hintermannschaft konnte auch der unbeholfene Schlußmann nicht stoppen, so dass Michael diesen elegant überlupfte. Auch in der Folgezeit wurden keinerlei Anzeichen für eine französische Torchance deutlich, so dass die Franzosen mit dem 0:2 zur Pause noch gut bedient waren.
In der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild und England spielte für die Galerie auf. Da Coach Kosensky sein Auswechselkontingent komplett ausnutzte, um einige Starkicker für künftige Aufgaben zu schonen, reichte es fortan nur noch zu einem weiteren Treffer durch Collofong, dessen direkt verwandelter Freistoß aus 20 Metern jedoch Anschauungsunterricht für so manch unterentwickeltes Nachbarland sein sollte. Das Spiel endete somit 3:0 für die in allen Belangen überlegenen Engländer und hat nachhaltig die Kräfteverhältnisse im europäischen Spitzenfussball geordnet.

Ein Gegner ganz anderen Kalibers wartete in Belfast auf die englischen Ausnahmefußballer. Aufgrund der mangelnden Fertigkeiten auf nordirischer Seite und dem Wunsch nach einem Prestigeerfolg, konnte dieses Freundschaftsspiel als solches nicht klassifiziert werden. So nahmen die englischen Kicker dieses Spiel auch erstaunlich ernst und zeigten die spielerischen Defizite Nordirlands deutlich auf. Bereits nach wenigen Minuten nutzte Filigrantechniker Bierwirth eine der eklatanten Unzulänglichkeiten in der nordirischen Abwehr aus, tunnelte seine beiden Gegenspieler, um seinen anschliessenden durch nichts und niemanden zu stoppenden Alleingang mit einem strammen Schuss aus 16 Metern ins lange Eck zu krönen. Bierwirth schien von nun an Gefallen an diesem Spielchen bekommen zu haben und liess auch keinerlei Anzeichen von Mitleid für den unbeholfenen Gegner erkennen. So tanzte er in der nächsten Situation seine beiden Gegenspieler aus, die in Folge dessen völlig desorientiert mit den Köpfen aneinander prallten. Völlig freistehend konnte er sich erneut die Ecke frei aussuchen und lupfte den Ball mit dem linken Aussenrist in den rechten Winkel. Beifallsstürme auch aus der nordirischen Fankurve brandeten auf, die einen solchen Grad an Perfektion in ihren Reihen noch nicht annähernd zu Gesicht bekommen hatten. In der Folgezeit liess das englische Team Ball und Gegner gekonnt laufen und kontrollierte das Geschehen auf dem Platz, so dass die Nordiren froh waren, als der Halbzeitpfiff endlich ertönte.
Wie in dem vorangegangen Freundschaftsspiel hatte Coach Kosensky von einigen aus seiner Stammelf genug gesehen und gab dem Nachwuchs erneut eine Chance. Dies erkannten die Rumpelfüssler von der Nachbarinsel und versuchten sich über zahlreiche Nickligkeiten Respekt zu verschaffen. Der englische Nachwuchs musste erkennen, dass hier kein Zauberfussball gespielt wurde, und der eine oder andere zog aus begründeter Angst vor schweren Verletzungen in diesem Freundschaftsspiel etwas zurück. Da auch der einheimische Schiedsrichter seine eindeutige Linie verlor, blieb seine Pfeife auch nach offensichtlichen Regelverletzungen erstaunlicherweise stumm. In der 60. Minute hätte es dann nach einer klaren Tätlichkeit eine rote Karte für Nordirland und Freistoß für England geben müssen. Umso unverständlicher war dann aber der Elfmeterpfiff des Schiedsrichters, der sich nach dem Spiel recht fragwürdig mit dem Hinweis rechtfertigte, Bierwirth hätte einen Kopfstoß in Reinhardts Faust getätigt. Der anschliessende Elfmeter wurde vom gefoulten Reinhardt selbst an den linken Innenpfosten und von dort ins Tor gesetzt. Nur 10 Minuten später führte die nächste nordirische Unsportlichkeit zu völlig unverdienten Ausgleichstreffer. Mit beiden Beinen voraus grätschte Does in einen Rückpass zum englischen Keeper, so dass er selbst, der Keeper und der Ball gemeinsam im Tor landeten. Zur Überraschung zeigte der Schiedsrichter in die Mitte und entschied somit auf Tor für Nordirland. England spielte fortan nur noch unter Protest weiter, so dass bis zum Schlusspfiff keine weiteren Torchancen mehr erarbeitet wurden. Mit einem 2:2-Remis ging diese Begegnung somit zuende.

Insgesamt muss ein dickes Ausrufezeichen hinter die Auftritte der englischen Mannschaft gemacht werden. Diese Konstanz auf höchstem Niveau ist im europäischen Spitzenfussball unerreicht und ist unzweifelhaft höher einzuschätzen als die gesamte Konkurrenz, die nach Erfolgen aufgrund eines mangelnden Planungshorizonts regelmässig abzustürzen pflegt und fortan um den Klassenerhalt bangen muss.

Volker Klug

Ungeschlagen in der Ligarunde

02.02.02 - Ungeschlagen absolvierte das englische Team erneut die vergangene NM-Ligarunde, wobei leider 2 Punkte aufgrund unglücklicher Umstände weniger als geplant zubuche stehen.

Das Auftaktspiel fand im heimischen Bradford statt, einer pittoresken Kleinstadt mit Flair, die schon Dichter und Denker innerhalb und jenseits der britischen Grenzen seit je her angezogen hat. Deshalb verwunderte es nicht, dass die seltsamen Gestalten, die mit einer bereits als in Russland verschrottet gemeldeten Tupolew zuvor häufiger vergeblich um Landeerlaubnis gebeten hatten, in mehrfacher Hinsicht einen Kulturschock erlitten. Was exzessiver Drogenkonsum gemeinsam mit nuklearer Verstrahlung anrichten kann, konnte man dann erkennen, als die Flugzeuginsassen aus ihrem Vehikel torkelten. In ihrem Drogenwahn halluzinierten diese über Schmeissfliegen und dampfende Kühe und stammelten etwas über Kotgeruch in ihren Nasen. Peinlich berührt, aber um Schadensbegrenzung bemüht, gelang es dann einem Offiziellen, alle Beteiligten des weißrussischen Stabes in das exklusive Gästehotel zu eskortieren.
Dass der Rausch jedoch länger als befürchtet angehalten haben muss, wurde dann kurz vor Spielbeginn deutlich, als die weißrussische Mannschaft sich weigerte in den üblichen Trikots zu spielen. Aufgrund eines eingebildeten Wolkenbruchs, bestanden sämtliche Gästespieler darauf, in albernen Regenmänteln spielen zu wollen. Nach einer kurzen Verhandlung erklärte sich das englische Team bereit, zur Not auch gegen eine Mannschaft in Regenmänteln zu spielen, so dass das Spiel angepfiffen werden konnte.
Das Spiel selbst wird als Kuriosum in die Fussballgeschichte eingehen. Selbst elementare Fussballregeln waren den Weißrussen entweder nicht bekannt oder aufgrund ihres körperlich-geistigen Zustands entgangen. In den ersten zwanzig Minuten nahm Weißrusslands Poppe den Ball fünf mal völlig unmotiviert in beide Hände, spurtete wie von Sinnen in Richtung Englands Tor, um ihn dort hineinzuwerfen. Zum Erstaunen aller Beteiligten gab der Schiedsrichter bei der letzten so gearteten Aktion Schiedsrichter-Ball in Höhe des englischen 5-Meter-Raums. Der Ball fiel dabei unglücklich auf Switkos Fuss und anschliessend ins englische Tor zum 0:1. Wütende Angriffe in Richtung weißrussisches Tor waren das prägende Bild fortan. Mehr oder weniger unkonventionell wurden diese Bemühungen jedoch abgewehrt, denn nach dem Führungstreffer stellten sich die Weißrussen schlicht mit allen 11 Mann auf die eigene Torlinie und bei eventuellen Lücken gesellten sich noch einige Ersatzspieler dazu. Da der Schiedsrichter bereits deutliche Anzeichen einer fortgeschrittenen Verstrahlung zeigte, ist das merkwürdige Nichtahnden von seiner Seite erklärbar. Dass die englische Mannschaft dann in der Nachspielzeit noch zu einem Ausgleichtreffer durch einen Fernschuss von Spielertrainer Kosensky kam, ist dem Umstand zu verdanken, dass ein weißrussischer Spieler ins Delirium fiel und damit eine Lücke im Tor preisgab.
Das Spiel endete somit 1:1 und die weißrussische Equipe entkam dem weiteren Geschehen unter noch ungeklärten Umständen. Es wird vermutet, dass sie auf dem Seeweg England verliessen.

Nach der Farce gegen Weißrussland freute sich das englische Team auf eine nun sportliche Bewährungsprobe gegen die harmlos-sympathischen Norweger. Nach den zwei verlorenen Punkten galt es nun, Anschluss an die Spitzenplätze zu halten. Nach einem umfangreichen medizinischen Check, hatte sich die Mannschaftsleitung zwar davon überzeugt, dass keine ansteckenden Krankheiten aus dem Weißrussland-Abenteuer eingefangen wurden, aber Coach Kosensky entschloss sich dennoch prophylaktisch für den Austausch der kompletten Mannschaft.
Die Umstellungsprobleme waren dann in den Anfangsminuten auch ursächlich für einige ungewohnte Stellungsfehler in der englischen Hintermannschaft. In der 10.Minute nutzte der Norweger Mahler dann ein krasses Missverständnis in der englischen Defensive aus, um mit einem Sonntagsschuss aus 35 Metern unvermittelter Dinge abzuziehen. Der Ball traf glücklich die Unterkante der Latte, fiel im Anschluss auf den Rücken des Torwarts und von dort ins englische Tor. Lautstark, einem HB-Männchen nicht unähnlich, und heftig gestikulierend machte Kosensky seinem Unmut über diesen Rückstand fortan Luft und liess die gesamte Ersatzbank sich warmlaufen. Dieses Zeichen wurde sofort verstanden, und eine der grössten Stärken Englands in dieser Saison, nach Rückständen sofort zurück zu schlagen, trat erneut offen zutage. Unmittelbar nach dem 0:1 übernahm Englands momentane Nummer 1 Feder die Zügel in beide Hände und war von nun an von Norwegens Mannen nicht mehr in den Griff zu kriegen. In der 22.Minute schickte er mit einem Hackenpass aus der eigenen Hälfte den linken Flügelspieler Michael steil, der seinerseits durch nichts und niemanden aufzuhalten war. Sein Sturmlauf konnte auch vom norwegischen Keeper, der bei seinem Rettungsversuch ins Leere sprang, nicht gestoppt werden, so dass das längst überfällige 1:1 resultierte. Wie schon in den vergangenen Spielen, schaltete England jetzt nicht etwa einen Gang zurück, sondern setzte das eigene Offensivspiel auch weiterhin fort. In der 30.Minute krönte dann Feder seine bis dato Weltklasse-Leistung mit einem wunderschönen Treffer zum 2:1-Führungstreffer. In Höhe des gegnerischen Elfmeter-Punktes und mit dem Rücken zu Tor und Gegner stehend, hielt er sich elegant den Ball halbhoch, um im Anschluss aus der Drehung per Seitfallzieher volley zu verwandeln. In der Folgezeit beherrschte das englische Team Ball und Gegner deutlich, wobei ein kleiner Wermutstropfen in der mangelnden Chancenverwertung gesehen werden muss. In der 75.Minute wurde dann Feder mit stehenden Ovationen ausgewechselt. Insgesamt weckte er in dieser Form Erwartungen für weitere verantwortungsvolle Aufgaben im englischen Team. Nach Ablauf der 90 Minuten mussten sich dann die Norweger eingestehen, gegen diesen Gegner alles versucht zu haben, aber doch zuletzt nicht die angemessenen Mittel zu besitzen, England ernsthaft gefährden zu können.

Nach den beiden Ligaspielen entschloss sich die englische Verbandsführung noch für die Zusage zu zwei Freundschaftsspielen. Das erste Spiel sollte in Georgien stattfinden, obwohl im Vorfeld ein solches Spiel in der Presse erneut kontrovers diskutiert wurde. Müssen solche Spiele gegen No-Names wirklich sein, oder sollten nicht im Sinne einer geeigneten Vorbereitung auf NM-Liga-Gegner stärkere Freundschaftsspiel-Gegner gefunden werden?
So musste sich die Öffentlichkeit erneut eine unzureichend motivierte englische Mannschaft ansehen, die sich in ihrem Offensivspiel von der Niveauarmut des Gegners rasch anstecken liess. Nach dem Rückstand durch den Georgier Schuster, war es dann auch nur Starspieler Feder, der seine Ausnahmestellung unterstreichen wollte und postwendend mit einem strammen Rechtsschuss aus 20 Metern für den Ausgleich sorgte. Im Anschluss plätscherte das Geschehen dahin und Coach Kosensky wechselte den Kader kräftig durch und liess sich auch durch den späten Gegentreffer zum 1:2 durch Drache nicht mehr aus dem Konzept bringen. Als in der Nachspielzeit dann Bayer noch zum 3:1 für Georgien erhöhen konnte, waren die meisten Zuschauer schon nicht mehr anwesend. Ein Spiel, dessen Sinn in Frage gestellt werden muss, ging zuende.

Da Englands Team nun nicht mit einem Negativerlebnis das Wochenende abschliessen wollte, lud man sich noch den Prügelknaben aus Lettland ins eigene Land ein. Früh sorgte hier Collofong mit einem platzierten Linksschuss für klare Verhältnisse und England genoss die deutliche Überlegenheit, um dem eigenen Publikum die treue Unterstützung in der Vergangenheit mit Kabinettstückchen zurück zu zahlen. In der zweiten Spielhälfte sorgte dann ein Missgeschick für den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer der Letten. Nachdem der englische Keeper erneut versuchte, zwei Gegenspieler zu umdribbeln, blieb dieser unglücklich mit seinem rechten Fuss im Gras stecken, so dass der lettische Zehner keine Mühe hatte, ins leere Tor einzuschieben. Da im Plan vermerkt war, das Spiel natürlich zu gewinnen, sorgte dann der starke Newcomer Schnell mit einem Alleingang durch die überforderte lettische Hintermannschaft für den 2:1-Endstand.

2 Siege, 1 Remis und eine Niederlage - so lautet die Englands Bilanz der vergangenen Woche. In der NM-Liga dürften in den nächsten Wochen die Weichen für den Meisterschaftsgewinn gestellt werden. Die Favoritenposition nimmt England natürlich gerne an.

Volker Klug

Erneute Ungerechtigkeiten gegen England

24.01.02 - 6 Spiele an einem wochenende - ein weiteres mal baute England seine großzügigkeit aus und beschenkte gleich 4 aufstrebende Nationalmannschaften, während das Ligaprogramm zu Gunsten der Aufbauhilfe wieder einmal zurückgestellt wurde. Bis zu 4 Toren pro Spiel schoß das englische Team auch diesmal, und enttäuschte -trotz der ein oder anderen Ungerechtigkeit gegen sich- nicht. 

Wäre das Speil gegen Irland vor Jahresfrist noch als Skandalspiel in die Geschichte eingegangen, so ist bemerkenswert, wie wenig die nahezu hahnebüchenden Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns in den Kommunikationskanlälen rezipiert wurden. Zu sehr hat man sich in der Medienwelt an diese nahezu schon traditionelle englische Benachteiligung gewöhnt, zu sehr ist in den letzten Jahren deutlich geworden, daß auch dieser kontinentale Gegenwind den englischen Spitzenpositionen nichts, aber auch gar nichts anhaben kann. Auch verzichtet die englische Delegation großzügig auf Proteste, da auch hier ein gewisses Verständnis vor Europas Angst vor der totalen englischen Übermacht gegeben ist. 
So verließen die englischen Kicker nach der 0:3 Niederlage gegen Irland schmunzelnd ob der irischen Kreativität den Rasen. Nachdem Frenne Arellano auf irischer und Chris Penzkofer auf englischer Seite ihre Chancen vergaben, ließen sich in der 16. Minute alle irischen Spieler - inklusive Torwart und Mannschaftsarzt - wie vom Blitz getroffen fallen. Schiedsrichter Ian McAllohol (Irland) pfiff und zeigte auf den ominösen Punkt. Die Iren ließen sich viel Zeit mit der Bahndlung der als Verletzung vorgetäuschten Erschöpfung und versenkten 11 Minuten später durch Lars Busse (27.). Melanie Haker vergab nach den traditionellen Torerfolgen gegen England diesmal ihre überraschend gut herausgespielte Chance. Manni Meyer hingegen streifte sich in der 61. Minute einen von der Cardiffer Academy of Arts ausgeliehenes Tigerkostum über, so daß der irische Schriedsrichter Arme und Beine nicht mehr auseinanderhalten konnte, und demnach das Handspiels Meyers übersah.  Nur 4 Minuten später hielten gleich 4 irische Spieler den englischen Libero an der Eckfahne fest, so daß die englische Abseitsfalle zum ersten Male seit 5 Jahren patzte und Andreas Jordan beruhigt zum entscheidenden 3:0 einschieben konnte. 
Bewundernswert die englische Gegenwehr. Trotz dieser skandalösen Zustände, von denen an diesem Wochenende sicherlich nur ein Bruchteil sichtbar wurde, stand die englische Nationalelf ihren Mann und versuchte durch Roos, Bierwirth und Bärsch zumindest zum Ausgleichstreffer zu kommen. Jedoch wurde wie erwartet alle drei wunderschön herausgespielten Tore wegen vermeintlichen Abseits und Foulspiels nicht gegeben. 

Auch im zweiten Pflichtspiels des Tages war das englische Team gegen Armenien klar überlegen, jedoch kam auch hier aufgrund des Schiedsrichter Igor Kalaschnikow (Armenien) mehr als ein Unentschieden nicht heraus. Während Michael Webers Lichtstrahl heute nur im nicht zählbaren ulrarotvioletten Licht erschien, vergaben auch Jens Orlik und Stefan Boll, sowie auf amenische Seite Ralf Laurenz  ihre Chancen. Spielertrainer Axel ´Jesus´ Konsensky himself markierte dann das folgerichtige 1:0 für die Engländer (34.) Der armenische Schiedsrichter -schockiert- pfiff von nun an bei jeder Ballberührung der engländer wegen unsportlichkeit und verschenkte großzügig Freistöße und Elfmeter im Minutentakt an seine Landsleute. So ist es ein Zeichen der  Großartigkeit der englischen Defensive das es bis zur 61. Minute dauerte, bis der Ausgleich durch Lars Grünhagen nicht mehr zu verhindern war, nachdem der Schiedsrichter bei einem Eckball dem englischen Keeper beide Augen zuhiehlt. 1:1 trennten sich somit beide Mannschaften, ein durchaus schmeichelhaftes Resultat für die Ex-Russen. 

9 Punkte aus 4 Freundschafts- und Benefizspielen ist die erfreuliche Restbilanz der englischen Mannschaft. Gegen Moldawien pfefferte man sich mit 4:1 den Frust von der Seele. Während Schott das einzige armenische Tor schoss, waren auf englischer Seite Jens Orlik, sowie der kürzlich mit dem Bambi für sein Lebenswerk ausgezeichnete Volker Klug und zweimal Andreas Hardt, nach Vorarbeit von Boll, erfolgreich. 
Gegen Jugoslawien begnüte sich England mit einem 1:0. Einziger Torschütze war Oliver Schell, nachdem Bärsch, Hardt, Wichmann und Schaaf vergaben. 
In Österreich gab es hingegen eine 1:3 Pleite. Zu tief war der von den Österreichern extra herbeigeschaufelte Pulverschnee aufgetürmt, als das die englischen Musterprofis -bis zum Oberschenkel im Schnee steckend- zu ihrem Spiel fanden konnten. Die Österreicher konnten auf ihrem Lieblingsbelag machen was sie wollten - es kamen dank des englischen keepers trotzdem nur 3 Tore durch, Leirer, Sturn und Ruggenthaler heraus. Auf englischer Seite war nur Feder erfolgreich. Weber, Schell und Klug vergaben. 
Ein besonderes Spiel sollte das Aufeinandertreffen von Thomas ´Schnädi´ Schnädelbach mit dem englischem Team werden. Millionen von Fernsehzuschauern sollten Zeuge eines emotionalen Wiedersehens des Gründungsmitglieds der englischem NM mit seiner Nachfolgergeneration werden. So spielten Ergebnisse keine Rolle und ebensowenig wurde dem ersten richtigen Doppelpack von Michael Weber, der auf ebenjenen schon sehnsüchtig wartete, keinerlei Beachtung geschweige denn Bedeutung zugemessen. 

6 Spiele, 3 Siege, 1 Remis und 2 skandalöse Niederlagen. Die nakten Zahlen sagen nichts über die derzeitige hohe Qualität des englischen Fußballs aus. Jeder Spieler stellte unmißverständlich klar, welchen Stellenwert seine Position im europäischen Fußball 2002 hat. "Mannschaft der Zukunft" wäre klar untertrieben. Diese englische Nationalmannschaft 2002 ist die Zukunft. 

Michael Bärsch

Schluss mit lustig

17.01.02 - Schluss mit lustig - unter diesem Motto muss die Rückbetrachtung der englischen Länderspiele des vergangenen Wochenendes betitelt werden.

Im Vorfeld des Saisonauftakts in San Marino konnten deutliche Kampfansagen aus dem Kleinstaat vernommen werden. Eine Sensation könne geschafft werden, da im ersten Spiel die Kleinen häufig noch über Kraft und Kondition verfügen, so lautete der allgemeine Tenor. Ganz Fussball-Europa hat anschliessend über San Marino gelacht und das Ziel, auf eine milde Behandlung durch die englische Offensivgewalt zu hoffen, wurde leichtfertig verspielt.
Das Spiel begann dann mit einer groben Unsportlichkeit auf Seiten San Marinos. Nach einem üblen Tritt gegen Mittelfeldregisseur Bärsch bereits in der 1.Minute wurde der Ball ins Seitenaus gespielt. Dessen ungeachtet warf Pawellek nach erfolgreicher Behandlung den Ball nicht in die englischen Reihen zurück, sondern bediente den frei vor dem englischen Gehäuse platzierten Bomsien, der keine Mühe hatte am verdutzten englischen Keeper vorbei zur 1:0-Führung einzuschieben.
Damit wurde das nächste Gebot gebrochen, denn Fairness und Sportsgeist stehen im englischen Fussball weit oben. Ab der zweiten Minute musste San Marino dann auf die bitterste Weise erkennen, dass man einen übermächtigen Gegner wie England nicht unnötig reizen sollte, es sei denn man besitze einigermassen adäquate spielerische Gegenmittel. In der 18. Minute legte sich Roos aus geschätzten 25 Metern den Ball halbrechts zum Freistoss bereit. Die Flugkurve, die den Ball mit starkem Effet vom Freistosspunkt ins Tor zum 1:1 beförderte, beschäftigt seitdem die Physiker weltweit, sah es doch zunächst danach aus, als würde der Ball deutlich am Tor vorbeigehen. Die Spieler San Marinos staunten in dieser Begegnung zum ersten aber zweifelsfrei nicht zum letzten mal.
Es folgten weitere Bilderbuch-Angriffe der englische Equipe, wobei in der gegnerischen Abwehrformation vor allem Pawellek einen rabenschwarzen Tag erwischte und von Gegenspieler Bierwirth in zahlreichen Szenen düpiert wurde. Und es war dann in der 35.Minute genau dieser Bierwirth, der einen weiteren Stellungsfehler Pawelleks zu einem Antritt in den gegnerischen Stafraum nutzte, um anschliessend den Ball aus 13 Metern mit dem Vollspann ins lange Eck zu bugsieren. Derart beflügelt von diesem herrlichen Treffer, suchte Bierwirth nach Wideranstoss erneut den Zweikampf mit Pawellek, der angesichts des auf sich zukommenden Pressings über seine eigenen Beine stolperte und somit Bierwirth erneut freie Bahn ermöglichte. Bierwirth liess sich somit auch nicht zweimal bitten und liess erneut den gegnerischen Keeper mit einer geschickten Körpertäuschung aussteigen, um somit zur 3:1-Führung zu erhöhen.
Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste geendet hatte, wobei nun zu allem Überfluss bei dem Team aus San Marino die Kräfte zu schwinden begannen. So liess die englische Mannschaft in der Folgezeit geschickt Ball und Gegner laufen, um dann in der 79.Minute mit einem herrlichen Treffer von Michael das letzte Ausrufezeichen im Spiel zu setzen. Bei einem Zwischenspurt nahm Michael seinem Gegenspieler auf 10 Metern 9 ab, und auch dem Torwart fehlte die notwendige Kondition, den halbrechts aus 18 Metern stramm geschossenen Schuss Michaels mit einem notwendigen Hechtsprung abzuwehren. Das Spiel endete somit mit einem 4:1-Auswärtssieg für den haushohen Favoriten von der Insel.

Im nächsten Spiel gegen die in ihrem Auftritt wesentlich bescheideneren Griechen galt es für das englische Team nun, die mehrheitlich positiven Eindrücke der Anfangsbegegnung zu bestätigen. Dabei wirkte es sich, wie schon im ersten Spiel, positiv aus, dass auch hier die Griechen den Kardinalfehler machten, ihr Pulver zu früh zu verschiessen und den übermächtigen Gegner unnötig zu reizen. Der Grieche Fleschenberg nutzte die kurzfristigen Zuordnungsprobleme unmittelbar nach dem Anpfiff, und jagte den Ball mit einer gehörigen Portion Glück aus 35 Metern unter tatkräftiger Mithilfe des englischen Keepers zum sensationellen Zwischenstand von 1:0 für Griechenland ins englische Tor.
Auch hier liess die englische Antwort nicht lange auf sich warten; in diesem Fall in Gestalt von Stefan Boll, der sich in der 18.Minute in Höhe der Mittellinie den Ball nahm, zu einem Sturmlauf bis in den gegnerischen Strafraum ansetzte und dort nur noch durch ein Foul gestoppt werden konnte. Mit seinem artistischen Ausnahmekönnen gelang es ihm jedoch noch im letzten Augenblick, den Ball während des Fallens am griechischen Torhüter vorbei zum 1:1-Ausgleich einzuschieben.
Wer nun gedacht hatte, dass England sich, wie in der vergangenen Saison ein ums andere mal kritisiert werden musste, fortan nur noch am eigenen Spiel berauscht, um damit indirekt einen unterlegenen Gegner unnötig aufzubauen, sah sich erneut getäuscht. In der 32.Minute war es Spielertrainer Kosensky, der im Vorfeld schon einige Kritik einstecken musste, weil er wieder einige Topstars auf der Bank schmoren liess, mit einem direkt verwandelten Eckball für die 2:1-Führung zu sorgen.
Auch in der zweiten Halbzeit bot sich dem geneigten Zuschauer das gleiche Bild: Einbahnstrassen-Fussball in Richtung des griechischen Tors. Ein kleiner Wermutstropfen könnte dabei im weiteren Verlauf der Saison die in diesem Spiel etwas dürftige Chancenauswertung sein, da es bis zur 79.Minute dauerte, als Orlik mit seinem Treffer zum 3:1 für die endgültige Entscheidung sorgte. Etwa 35 Meter vor dem griechischen Tor suchte Orlik den direkten Zweikampf mit seinem Gegner, den er mit einem gepflegten Sirtaki austanzte, um letztendlich in Höhe des 16-Meter-Raums unhaltbar für den Keeper abzuziehen.
Damit wurde auch das zweite Spiel der Saison erfolgreich gestaltet und Kosensky hatte mit seinem Rotationssystem wieder recht behalten und einen gesunden Mittelweg bei dieser eminent grossen Leistungsdichte innerhalb des englischen Teams gefunden.

Zwei Siege in der Liga; da kann es die englische Nationalmannschaft doch mal etwas ruhiger angehen lassen, richtig? Nein, da haben die Freundschaftsspiel-Gegner aus Bosnien-Herzegowina und den Färöer-Inseln falsch gedacht.
Im ersten Freundschaftsspiel gegen Bosnien zeigte sich schnell, dass die Begegnung einigen Prestigecharakter haben sollte. Dabei war die Öffentlichkeit vor allem auf die Leistung des lange Zeit in Bosnien als Entwicklungshelfer beschäftigten Michael Weber gespannt.
So musste dann Weber auch Vorlieb mit drei direkten Gegenspielern nehmen. Dass sich diese Massnahme als grober Fehler herausstellen sollte, ist mit der Naivität des bosnischen Coaches zu entschuldigen. Oft hatte man den Eindruck, dass das englische Team numerisch überlegen war, da die anderen englischen Spieler die durch die Sonderbewachung Webers entstandenen ungewohnten Freiräume geschickt nutzen konnten. Dabei trugen sich Orlik und Michael erneut in die Torschützenlisten ein und bestätigten somit die guten Eindrücke aus den Ligaspielen. An diesen beiden Starspielern wird Kosensky auch in Zukunft schwerlich vorbeikommen. Der einzige Gegentreffer resultierte aus einem kapitalen Abwehrfehler des englischen Keepers, der sich nach einem harmlosen Schüsschen, den Ball selbst ins Tor legte. Da dieser nach dem Faux-Pas im Anschluss ausgewechselt wurde, war auch die einzige Schwachstelle im englischen Team behoben, so dass insgesamt ein in der Höhe zu niedriger 2:1-Sieg für England notiert werden muss.

Zum abschliessenden Spiel ging es auf die Färöer-Insel. Auch hier zeigte sich sehr rasch, dass das englische Team mitnichten zu einem Kurzurlaub angereist kam. Schon in der 4.Minute sorgte der unglückliche Premier League-Absteiger Wichmann mit einem fulminaten Schuss aus 25 Metern für die frühe Führung. Dass England frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen wollte, wurde in der 18.Minute nachhaltig von Kosensky unterstrichen, dessen unwiderstehliche Ballbehandlung bei den Kleininsulanern auf ungläubiges Staunen stiess. Das Dribbling durch die gesamte Hintermannschaft vermochte auch der gegnerische Keeper nicht zu stoppen. Mit einem geschickten Übersteiger liess Kosensky den Torhüter trotz der schon albernen Skimütze auf dem Kopf noch dümmer aussehen.
Nach dem Seitenwechsel führte sich der Klassenunterschied fort und in der 75.Minute gelang Penzkofer mit einem herrlich gezirkelten Freistoss aus 18 Metern der Treffer zum 3:0.
Dass es dem Gastgeber noch gelang, zum 1:3 zu verkürzen, soll der Statistik halber noch erwähnt werden, fällt aber eindeutig in die Kateogie Gastgeschenke.

4 Siege in 4 Spielen - so die Bilanz des Saisonauftakts. Da es jedoch nie im Wesen der englischen Presse gelegen war, Erfolgsserien über Gebühr zu bejubeln, soll hier nur kurz festgestellt werden, dass zur Zeit die realen Leistungsverhältnisse im europäischen Fussball weitestgehend korrekt dargestellt sind. Nicht ohne Grund fürchtet sich Rest-Europa davor, dass die noch junge Saison allzu einseitig zu Gunsten Englands verlaufen könnte. 

Volker Klug