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| Nur eine Niederlage
in vier Spielen
14.03.02 - Die Saison geht für die Fußballübermacht
England gewohnt überlegen zu Ende. Doch wiederrum waren es nicht
die nackten Ergebnisse, die die Fans in ganz Europa zu Tränen rührte,
sondern die Emotionalität, die das gesamte englische Volk mit ihren
Nationalhelden verbindet und welche zum wiedferholten Male mehr als deutlich
sichtbar wurde.
Das letzte Auswärtsspiel der Saison sollte zu einem wahren Heimspiel
für die Engländer werden. Nachdem vom Cool-Komitee dem englischen
Verband trotz Unterschriftenaktionen in allen Ländern Europas nur
35.000 Karten zur Verfügung gestellt wurden, ließen sich in
einer spontanen Internetaktion weiteren 35.000 Engländer die spanische
Staatsbürgerschaft anerkennen um so ins Stadion zu kommen und ihre
Lieblinge zu unterstützen. Ein Farbenfest in BlauWeißRot, welches
Europa noch nciht gesehen hatund der größte Männerchor
aller Zeiten waren die Folge. Die englischen Nationalhelden ließen
sich derart anstecken von dieser symphatischen Liebeserklärung, daß
Axel Collofong, Andreas Feder und Stefan Boll an jeweils beide Pfosten
lenkten. Die Spanier gingen jedoch durch Reiss und Pallasch (Vorarbeit
Lang) 2:0 in Führung. Andreas Michael gelang nur noch der Anschlußtreffer
in diesem bhedeutungslos gewordenen Spiel.
Im letzten Heimspiel dieser Saison erwartete ein kurioses Spiel die
120.000 Zuschauer in dem extra erweiterten Stadion. Während England
wiederrum großzügig schon Mitte der Saison seine Titelambitionen
den noch zukunftsträchtigen Konkurenten überließ, um in
ca. 5 jahren wenigstens gegen ein paar gleichstarke Konkurenten absolvieren
zu können, hatte Israel noch alle Chancen auf den Titel. Während
England frisch und frei aufspielte, mit tollen kombinationen und Doppelpässe
brillierte war von den israelischen Kickern 76 Minuten überhaupt nix
zu sehen. Der kürzlich mit dem Ehrenpreis des britischen Buchhandels
ausgezeichnete Pressesprecher Volker Klug brachte sein Team mit 1:0 in
Führung, Stephan Bierwierth krönte seine erste komplette Saison
bei den Engländern mit dem 2:0. Jürgen Roos schließlich
erziehlte mit beiden Vollspännen gleichzeit das 3:0. Was augenblicklich
zumindest als Vorentscheidung aufgefasst wurde, ließ allerdings den
israelischen Schiedsrichter in Aktion treten, als er alle englischen Spieler
provozierte und nach deren Antworten 10 Mal die rote Karte zückte.
Wütende Proteste wurden ignoriert. Israel tat nun nicht mehr als nötig,
schoß in der 71. Minute 3 Tore und kürte sich damit äußerst
schmeichelhaft zum SEL-Meister. Schade das solch ein Sieg eine derartige
Bedeutung gewinnt, zumal San Marino nur ein Quotenpunkt am Sieg fehlte
und so der Meisterschaftsgewinn für Israel auch als glücklich
bezeichnet werden muß. Ein fader Nachgeschmack bleibt jedoch bestehen
und wird mit großer Sicherheit die Einführung des Audio-Schiedsrichters
zur Folge haben.
In den zwei traditionellen Benefizspielen zum Saisonende läßt
sich England herab und bietet jungen aufstrebenden Nationalmannschaften
ein Freundschaftsspiel an, um jenen auch die Chance zu geben, gegen die
ganz großen einmal anzutreten. Gegen Schottland trennte man sich
1:! Unentschieden während die Bulgaren mit dem 2:1 sehr gut bedient
waren.
Boll schoß gegen die Geizigen den Führungstreffer, Konsensky
glich gegen die Bulgaren zum 1:1 aus. Letztlich war es Andreas Hardt vorbehalten,
den Schlußpunkt unter eine weitere erfolgreiche Saison der Engländer
zu setzten. Eine Saison die geprägt war von halber Kraft und Effektivität.
Nun, da die neuen Spieler endgültig integriert sind steht europa eine
langweilige nächste saison bevor. Englische Buchmacher nehmen nur
noch Wetten an, ab welchem Spieltag England als Meister der nächsten
Saison vorzeitig feststeht.
Michael Bärsch |
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| England meldet
sich im Titelrennen zurück
28.02.02 - Schrumms! England meldet sich eindrucksvoll im Titelrennen
zurück. Zwei Siege in den Ligaspielen, dazu ein Sieg und ein Remis
in den Freundschaftsspielen kann in ganz Fussball-Europa unzweifelhaft
als Kampfansage verstanden werden.
In der Auftaktbegegnung gegen die armen Armenier musste ein fussballerischer
Klassenunterschied befürchtet werden und der geneigte Zuschauer wurde
frühzeitig bestätigt. Es gehört zu den grössten Rätseln
der modernen Zeit, aus welchem Grund eine Fussball-Nation wie Armenien
in der höchsten europäischen Spielklasse vertreten ist. Direkt
nach dem Anpfiff lief die gesamte armenische Abwehr wie ein aufgescheuchter
Hühnerhaufen orientierungslos auf dem Platz herum und wurde von den
pfeilschnellen englischen Spitzen ein ums andere mal düpiert. So dauert
es gerade einmal 12 Minuten bis Newcomer Schnell die ungewohnten Freiheiten
in der löchrigen armenischen Abwehr nutzte und mit einem Flachschuss
aus rund 18 Metern dem gegnerischen Keeper nicht den Hauch einer Chance
liess und somit für die 1:0-Führung sorgte. Die armenische Mannschaft
verfiel daraufhin in den Irrglauben, mit spielerischen Mitteln dagegen
halten zu können. Für diese Naivität wurden sie dann nur
weitere 12 Minuten später bitter bestraft. Nach einem blitzsauberen
Konter über wenige Positionen setzte Feder zu einem unwiderstehlichen
Sprint an und liess mit einem gekonnten Übersteiger auch noch den
gegnerischen Keeper aussteigen, um ins leere Tor zum 2:0 einzuschieben.
Nur eine Minute später schickte sich erneut Feder an, das Spiel vorzeitig
zu entscheiden. Wieder einmal nahm Feder in einem Sprintduell seinem direkten
Gegenspieler auf der linken Seite auf 30 Metern mit Ball 15 Meter ab und
verwandelte direkt von der Strafraumecke über den machtlosen Keeper
hinweg zum 3:0. Nach weiteren herrlich herausgespielten Torchancen auf
englischer Seite, war das armenische Team heilfroh, als dann endlich der
Schiedsrichter zur Pause pfiff. Resignation und Ernüchterung machte
sich auf armenischer Seite breit und zur zweiten Halbzeit änderten
sie die Strategie auf das primäre Ziel Schadensbegrenzung. England
kontrollierte auch in der 2.Spielhälfte deutlich das Geschehen, aber
weitere Treffer, die in der Luft lagen, sollten nicht mehr fallen. So zeichnete
sich vor allem der Altmeister Weber durch grosses Engagement aus, jedoch
verhinderten zwei mal der Pfosten und ein irregulärer Abseitspfiff
des Schiedsrichters den verdienten Lohn. So begnügte sich das englische
Team letztendlich mit einem nie gefährdeten 3:0-Sieg.
Die nächste Aufgabe war mit grösseren Reisestrapazen verbunden
und führte in die Steppe von Weissrussland. Nachdem das englische
Team bereits in der ersten Ligabegegnung Erfahrung mit einem fussballerisch
unkonventionellen Gegner sammeln konnte, wurden auch hier von Anpfiff an
die filigranen Fertigkeiten erst einmal zugunsten eines agressiven Forecheckings
mit niedrigerer Priorität versehen. In der 12.Minute führte dies
jedoch dazu, dass Weissrussland im eigenen Stadion einen Konter setzen
konnte, und nachdem die englischen Abwehrspieler auf dem glitschigen Untergrund
wegrutschten, bot sich für den weissrussischen Zimmermann auf einmal
freie Bahn. Bei dem Schuss aus gut und gerne 35 Metern rutschte dann auch
der englische Keeper bei seinem Abwehrversuch so unglücklich aus,
dass der Ball mit geringster Geschwindigkeit ins leere Tor kullerte. Kurzerhand
entschloss sich das gesamte englische Team zu einem Wechsel des Schuhwerks
und so dauerte es dann auch nur noch weitere 4 Minuten, bis England auf
unnachahmliche Art und Weise zurückschlug. Einen Eckstoss verwandelte
Collofong in Höhe der 16-Meter-Linie volley und liess den weissrussischen
Torhüter mit einem erstaunten Gesichtsausdruck zurück. Auch in
den kommenden Minuten musste der Zuschauer den Eindruck gewinnen, die Rollen
von Heim- und Auswärtsmannschaft seien vertauscht, da nur das englische
Auswärtsteam das Spiel machte. Es dauerte bis zur 53.Minute, bis Boll
sich anschickte, das Spiel zu entscheiden. Auf geringstem Radius umspielte
er gleich drei Gegner und nach gekonntem Doppelpassspiel verwandelte er
trocken in die kurze Ecke zum vielumjubelten 2:1-Führungstreffer.
Die nachfolgenden Angriffsbemühungen Weissrusslands wehrte England
souverän ab, so dass das Spiel nach 90 Minuten mit England seinen
verdienten Sieger preisgab. Somit hatte England auch das 2.Ligaspiel gewonnen
und die Meisterschaftsambitionen unterstrichen. Es heisst also: Mund abputzen,
und die Tabellenführung angreifen.
Im ersten Freundschaftsspiel nach den eindrucksvollen Ligaauftritten
wartete mit Frankreich ein Hochkaräter. In dem prestigegeladenen Duell
erwartete der Fussballfeinschmecker eine Begegnung auf europäischen
Spitzenniveau. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht, zumindest
nicht von englischer Seite. Frankreich schien von Beginn an nicht richtig
auf dem Platz zu sein, und sollte im weiteren Verlauf des Spiels sein Waterloo
erleben. Ein Sturmlauf in Richtung französisches Tor setzte von dem
Anpfiff an ein und die französische Abwehr bekam die pfeilschnellen
englischen Spitzen Michael und Baersch auch nicht ansatzweise in den Griff.
So war es dann auch in der 15.Minute Baersch, der sich auf dem rechten
Flügel mit einem atemberaubenden Sprint durchsetzte und seinen Gegenspieler
wie einen Schuljungen aussehen liess. Die scharf und präzise hereingegebene
Flanke konnte Michael durch einen wuchtigen Kopfball aus 8 Metern ins Gehäuse
zum Führungstreffer jagen. Hochmotiviert durch diesen sehenswerten
Spielzug, spielte Michael im Anschluß wie entfesselt auf und sorgte
nur zwei Minuten später für die Vorentscheidung. Seinen Alleingang
durch die gesamte französische Hintermannschaft konnte auch der unbeholfene
Schlußmann nicht stoppen, so dass Michael diesen elegant überlupfte.
Auch in der Folgezeit wurden keinerlei Anzeichen für eine französische
Torchance deutlich, so dass die Franzosen mit dem 0:2 zur Pause noch gut
bedient waren.
In der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild und England spielte
für die Galerie auf. Da Coach Kosensky sein Auswechselkontingent komplett
ausnutzte, um einige Starkicker für künftige Aufgaben zu schonen,
reichte es fortan nur noch zu einem weiteren Treffer durch Collofong, dessen
direkt verwandelter Freistoß aus 20 Metern jedoch Anschauungsunterricht
für so manch unterentwickeltes Nachbarland sein sollte. Das Spiel
endete somit 3:0 für die in allen Belangen überlegenen Engländer
und hat nachhaltig die Kräfteverhältnisse im europäischen
Spitzenfussball geordnet.
Ein Gegner ganz anderen Kalibers wartete in Belfast auf die englischen
Ausnahmefußballer. Aufgrund der mangelnden Fertigkeiten auf nordirischer
Seite und dem Wunsch nach einem Prestigeerfolg, konnte dieses Freundschaftsspiel
als solches nicht klassifiziert werden. So nahmen die englischen Kicker
dieses Spiel auch erstaunlich ernst und zeigten die spielerischen Defizite
Nordirlands deutlich auf. Bereits nach wenigen Minuten nutzte Filigrantechniker
Bierwirth eine der eklatanten Unzulänglichkeiten in der nordirischen
Abwehr aus, tunnelte seine beiden Gegenspieler, um seinen anschliessenden
durch nichts und niemanden zu stoppenden Alleingang mit einem strammen
Schuss aus 16 Metern ins lange Eck zu krönen. Bierwirth schien von
nun an Gefallen an diesem Spielchen bekommen zu haben und liess auch keinerlei
Anzeichen von Mitleid für den unbeholfenen Gegner erkennen. So tanzte
er in der nächsten Situation seine beiden Gegenspieler aus, die in
Folge dessen völlig desorientiert mit den Köpfen aneinander prallten.
Völlig freistehend konnte er sich erneut die Ecke frei aussuchen und
lupfte den Ball mit dem linken Aussenrist in den rechten Winkel. Beifallsstürme
auch aus der nordirischen Fankurve brandeten auf, die einen solchen Grad
an Perfektion in ihren Reihen noch nicht annähernd zu Gesicht bekommen
hatten. In der Folgezeit liess das englische Team Ball und Gegner gekonnt
laufen und kontrollierte das Geschehen auf dem Platz, so dass die Nordiren
froh waren, als der Halbzeitpfiff endlich ertönte.
Wie in dem vorangegangen Freundschaftsspiel hatte Coach Kosensky von
einigen aus seiner Stammelf genug gesehen und gab dem Nachwuchs erneut
eine Chance. Dies erkannten die Rumpelfüssler von der Nachbarinsel
und versuchten sich über zahlreiche Nickligkeiten Respekt zu verschaffen.
Der englische Nachwuchs musste erkennen, dass hier kein Zauberfussball
gespielt wurde, und der eine oder andere zog aus begründeter Angst
vor schweren Verletzungen in diesem Freundschaftsspiel etwas zurück.
Da auch der einheimische Schiedsrichter seine eindeutige Linie verlor,
blieb seine Pfeife auch nach offensichtlichen Regelverletzungen erstaunlicherweise
stumm. In der 60. Minute hätte es dann nach einer klaren Tätlichkeit
eine rote Karte für Nordirland und Freistoß für England
geben müssen. Umso unverständlicher war dann aber der Elfmeterpfiff
des Schiedsrichters, der sich nach dem Spiel recht fragwürdig mit
dem Hinweis rechtfertigte, Bierwirth hätte einen Kopfstoß in
Reinhardts Faust getätigt. Der anschliessende Elfmeter wurde vom gefoulten
Reinhardt selbst an den linken Innenpfosten und von dort ins Tor gesetzt.
Nur 10 Minuten später führte die nächste nordirische Unsportlichkeit
zu völlig unverdienten Ausgleichstreffer. Mit beiden Beinen voraus
grätschte Does in einen Rückpass zum englischen Keeper, so dass
er selbst, der Keeper und der Ball gemeinsam im Tor landeten. Zur Überraschung
zeigte der Schiedsrichter in die Mitte und entschied somit auf Tor für
Nordirland. England spielte fortan nur noch unter Protest weiter, so dass
bis zum Schlusspfiff keine weiteren Torchancen mehr erarbeitet wurden.
Mit einem 2:2-Remis ging diese Begegnung somit zuende.
Insgesamt muss ein dickes Ausrufezeichen hinter die Auftritte der englischen
Mannschaft gemacht werden. Diese Konstanz auf höchstem Niveau ist
im europäischen Spitzenfussball unerreicht und ist unzweifelhaft höher
einzuschätzen als die gesamte Konkurrenz, die nach Erfolgen aufgrund
eines mangelnden Planungshorizonts regelmässig abzustürzen pflegt
und fortan um den Klassenerhalt bangen muss.
Volker Klug |
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| Ungeschlagen
in der Ligarunde
02.02.02 - Ungeschlagen absolvierte das englische Team erneut
die vergangene NM-Ligarunde, wobei leider 2 Punkte aufgrund unglücklicher
Umstände weniger als geplant zubuche stehen.
Das Auftaktspiel fand im heimischen Bradford statt, einer pittoresken
Kleinstadt mit Flair, die schon Dichter und Denker innerhalb und jenseits
der britischen Grenzen seit je her angezogen hat. Deshalb verwunderte es
nicht, dass die seltsamen Gestalten, die mit einer bereits als in Russland
verschrottet gemeldeten Tupolew zuvor häufiger vergeblich um Landeerlaubnis
gebeten hatten, in mehrfacher Hinsicht einen Kulturschock erlitten. Was
exzessiver Drogenkonsum gemeinsam mit nuklearer Verstrahlung anrichten
kann, konnte man dann erkennen, als die Flugzeuginsassen aus ihrem Vehikel
torkelten. In ihrem Drogenwahn halluzinierten diese über Schmeissfliegen
und dampfende Kühe und stammelten etwas über Kotgeruch in ihren
Nasen. Peinlich berührt, aber um Schadensbegrenzung bemüht, gelang
es dann einem Offiziellen, alle Beteiligten des weißrussischen Stabes
in das exklusive Gästehotel zu eskortieren.
Dass der Rausch jedoch länger als befürchtet angehalten haben
muss, wurde dann kurz vor Spielbeginn deutlich, als die weißrussische
Mannschaft sich weigerte in den üblichen Trikots zu spielen. Aufgrund
eines eingebildeten Wolkenbruchs, bestanden sämtliche Gästespieler
darauf, in albernen Regenmänteln spielen zu wollen. Nach einer kurzen
Verhandlung erklärte sich das englische Team bereit, zur Not auch
gegen eine Mannschaft in Regenmänteln zu spielen, so dass das Spiel
angepfiffen werden konnte.
Das Spiel selbst wird als Kuriosum in die Fussballgeschichte eingehen.
Selbst elementare Fussballregeln waren den Weißrussen entweder nicht
bekannt oder aufgrund ihres körperlich-geistigen Zustands entgangen.
In den ersten zwanzig Minuten nahm Weißrusslands Poppe den Ball fünf
mal völlig unmotiviert in beide Hände, spurtete wie von Sinnen
in Richtung Englands Tor, um ihn dort hineinzuwerfen. Zum Erstaunen aller
Beteiligten gab der Schiedsrichter bei der letzten so gearteten Aktion
Schiedsrichter-Ball in Höhe des englischen 5-Meter-Raums. Der Ball
fiel dabei unglücklich auf Switkos Fuss und anschliessend ins englische
Tor zum 0:1. Wütende Angriffe in Richtung weißrussisches Tor
waren das prägende Bild fortan. Mehr oder weniger unkonventionell
wurden diese Bemühungen jedoch abgewehrt, denn nach dem Führungstreffer
stellten sich die Weißrussen schlicht mit allen 11 Mann auf die eigene
Torlinie und bei eventuellen Lücken gesellten sich noch einige Ersatzspieler
dazu. Da der Schiedsrichter bereits deutliche Anzeichen einer fortgeschrittenen
Verstrahlung zeigte, ist das merkwürdige Nichtahnden von seiner Seite
erklärbar. Dass die englische Mannschaft dann in der Nachspielzeit
noch zu einem Ausgleichtreffer durch einen Fernschuss von Spielertrainer
Kosensky kam, ist dem Umstand zu verdanken, dass ein weißrussischer
Spieler ins Delirium fiel und damit eine Lücke im Tor preisgab.
Das Spiel endete somit 1:1 und die weißrussische Equipe entkam
dem weiteren Geschehen unter noch ungeklärten Umständen. Es wird
vermutet, dass sie auf dem Seeweg England verliessen.
Nach der Farce gegen Weißrussland freute sich das englische Team
auf eine nun sportliche Bewährungsprobe gegen die harmlos-sympathischen
Norweger. Nach den zwei verlorenen Punkten galt es nun, Anschluss an die
Spitzenplätze zu halten. Nach einem umfangreichen medizinischen Check,
hatte sich die Mannschaftsleitung zwar davon überzeugt, dass keine
ansteckenden Krankheiten aus dem Weißrussland-Abenteuer eingefangen
wurden, aber Coach Kosensky entschloss sich dennoch prophylaktisch für
den Austausch der kompletten Mannschaft.
Die Umstellungsprobleme waren dann in den Anfangsminuten auch ursächlich
für einige ungewohnte Stellungsfehler in der englischen Hintermannschaft.
In der 10.Minute nutzte der Norweger Mahler dann ein krasses Missverständnis
in der englischen Defensive aus, um mit einem Sonntagsschuss aus 35 Metern
unvermittelter Dinge abzuziehen. Der Ball traf glücklich die Unterkante
der Latte, fiel im Anschluss auf den Rücken des Torwarts und von dort
ins englische Tor. Lautstark, einem HB-Männchen nicht unähnlich,
und heftig gestikulierend machte Kosensky seinem Unmut über diesen
Rückstand fortan Luft und liess die gesamte Ersatzbank sich warmlaufen.
Dieses Zeichen wurde sofort verstanden, und eine der grössten Stärken
Englands in dieser Saison, nach Rückständen sofort zurück
zu schlagen, trat erneut offen zutage. Unmittelbar nach dem 0:1 übernahm
Englands momentane Nummer 1 Feder die Zügel in beide Hände und
war von nun an von Norwegens Mannen nicht mehr in den Griff zu kriegen.
In der 22.Minute schickte er mit einem Hackenpass aus der eigenen Hälfte
den linken Flügelspieler Michael steil, der seinerseits durch nichts
und niemanden aufzuhalten war. Sein Sturmlauf konnte auch vom norwegischen
Keeper, der bei seinem Rettungsversuch ins Leere sprang, nicht gestoppt
werden, so dass das längst überfällige 1:1 resultierte.
Wie schon in den vergangenen Spielen, schaltete England jetzt nicht etwa
einen Gang zurück, sondern setzte das eigene Offensivspiel auch weiterhin
fort. In der 30.Minute krönte dann Feder seine bis dato Weltklasse-Leistung
mit einem wunderschönen Treffer zum 2:1-Führungstreffer. In Höhe
des gegnerischen Elfmeter-Punktes und mit dem Rücken zu Tor und Gegner
stehend, hielt er sich elegant den Ball halbhoch, um im Anschluss aus der
Drehung per Seitfallzieher volley zu verwandeln. In der Folgezeit beherrschte
das englische Team Ball und Gegner deutlich, wobei ein kleiner Wermutstropfen
in der mangelnden Chancenverwertung gesehen werden muss. In der 75.Minute
wurde dann Feder mit stehenden Ovationen ausgewechselt. Insgesamt weckte
er in dieser Form Erwartungen für weitere verantwortungsvolle Aufgaben
im englischen Team. Nach Ablauf der 90 Minuten mussten sich dann die Norweger
eingestehen, gegen diesen Gegner alles versucht zu haben, aber doch zuletzt
nicht die angemessenen Mittel zu besitzen, England ernsthaft gefährden
zu können.
Nach den beiden Ligaspielen entschloss sich die englische Verbandsführung
noch für die Zusage zu zwei Freundschaftsspielen. Das erste Spiel
sollte in Georgien stattfinden, obwohl im Vorfeld ein solches Spiel in
der Presse erneut kontrovers diskutiert wurde. Müssen solche Spiele
gegen No-Names wirklich sein, oder sollten nicht im Sinne einer geeigneten
Vorbereitung auf NM-Liga-Gegner stärkere Freundschaftsspiel-Gegner
gefunden werden?
So musste sich die Öffentlichkeit erneut eine unzureichend motivierte
englische Mannschaft ansehen, die sich in ihrem Offensivspiel von der Niveauarmut
des Gegners rasch anstecken liess. Nach dem Rückstand durch den Georgier
Schuster, war es dann auch nur Starspieler Feder, der seine Ausnahmestellung
unterstreichen wollte und postwendend mit einem strammen Rechtsschuss aus
20 Metern für den Ausgleich sorgte. Im Anschluss plätscherte
das Geschehen dahin und Coach Kosensky wechselte den Kader kräftig
durch und liess sich auch durch den späten Gegentreffer zum 1:2 durch
Drache nicht mehr aus dem Konzept bringen. Als in der Nachspielzeit dann
Bayer noch zum 3:1 für Georgien erhöhen konnte, waren die meisten
Zuschauer schon nicht mehr anwesend. Ein Spiel, dessen Sinn in Frage gestellt
werden muss, ging zuende.
Da Englands Team nun nicht mit einem Negativerlebnis das Wochenende
abschliessen wollte, lud man sich noch den Prügelknaben aus Lettland
ins eigene Land ein. Früh sorgte hier Collofong mit einem platzierten
Linksschuss für klare Verhältnisse und England genoss die deutliche
Überlegenheit, um dem eigenen Publikum die treue Unterstützung
in der Vergangenheit mit Kabinettstückchen zurück zu zahlen.
In der zweiten Spielhälfte sorgte dann ein Missgeschick für den
zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer der Letten. Nachdem der englische
Keeper erneut versuchte, zwei Gegenspieler zu umdribbeln, blieb dieser
unglücklich mit seinem rechten Fuss im Gras stecken, so dass der lettische
Zehner keine Mühe hatte, ins leere Tor einzuschieben. Da im Plan vermerkt
war, das Spiel natürlich zu gewinnen, sorgte dann der starke Newcomer
Schnell mit einem Alleingang durch die überforderte lettische Hintermannschaft
für den 2:1-Endstand.
2 Siege, 1 Remis und eine Niederlage - so lautet die Englands Bilanz
der vergangenen Woche. In der NM-Liga dürften in den nächsten
Wochen die Weichen für den Meisterschaftsgewinn gestellt werden. Die
Favoritenposition nimmt England natürlich gerne an.
Volker Klug |
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| Erneute Ungerechtigkeiten
gegen England
24.01.02 - 6 Spiele an einem wochenende - ein weiteres mal baute
England seine großzügigkeit aus und beschenkte gleich 4 aufstrebende
Nationalmannschaften, während das Ligaprogramm zu Gunsten der Aufbauhilfe
wieder einmal zurückgestellt wurde. Bis zu 4 Toren pro Spiel schoß
das englische Team auch diesmal, und enttäuschte -trotz der ein oder
anderen Ungerechtigkeit gegen sich- nicht.
Wäre das Speil gegen Irland vor Jahresfrist noch als Skandalspiel
in die Geschichte eingegangen, so ist bemerkenswert, wie wenig die nahezu
hahnebüchenden Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns in den
Kommunikationskanlälen rezipiert wurden. Zu sehr hat man sich in der
Medienwelt an diese nahezu schon traditionelle englische Benachteiligung
gewöhnt, zu sehr ist in den letzten Jahren deutlich geworden, daß
auch dieser kontinentale Gegenwind den englischen Spitzenpositionen nichts,
aber auch gar nichts anhaben kann. Auch verzichtet die englische Delegation
großzügig auf Proteste, da auch hier ein gewisses Verständnis
vor Europas Angst vor der totalen englischen Übermacht gegeben ist.
So verließen die englischen Kicker nach der 0:3 Niederlage gegen
Irland schmunzelnd ob der irischen Kreativität den Rasen. Nachdem
Frenne Arellano auf irischer und Chris Penzkofer auf englischer Seite ihre
Chancen vergaben, ließen sich in der 16. Minute alle irischen Spieler
- inklusive Torwart und Mannschaftsarzt - wie vom Blitz getroffen fallen.
Schiedsrichter Ian McAllohol (Irland) pfiff und zeigte auf den ominösen
Punkt. Die Iren ließen sich viel Zeit mit der Bahndlung der als Verletzung
vorgetäuschten Erschöpfung und versenkten 11 Minuten später
durch Lars Busse (27.). Melanie Haker vergab nach den traditionellen Torerfolgen
gegen England diesmal ihre überraschend gut herausgespielte Chance.
Manni Meyer hingegen streifte sich in der 61. Minute einen von der Cardiffer
Academy of Arts ausgeliehenes Tigerkostum über, so daß der irische
Schriedsrichter Arme und Beine nicht mehr auseinanderhalten konnte, und
demnach das Handspiels Meyers übersah. Nur 4 Minuten später
hielten gleich 4 irische Spieler den englischen Libero an der Eckfahne
fest, so daß die englische Abseitsfalle zum ersten Male seit 5 Jahren
patzte und Andreas Jordan beruhigt zum entscheidenden 3:0 einschieben konnte.
Bewundernswert die englische Gegenwehr. Trotz dieser skandalösen
Zustände, von denen an diesem Wochenende sicherlich nur ein Bruchteil
sichtbar wurde, stand die englische Nationalelf ihren Mann und versuchte
durch Roos, Bierwirth und Bärsch zumindest zum Ausgleichstreffer zu
kommen. Jedoch wurde wie erwartet alle drei wunderschön herausgespielten
Tore wegen vermeintlichen Abseits und Foulspiels nicht gegeben.
Auch im zweiten Pflichtspiels des Tages war das englische Team gegen
Armenien klar überlegen, jedoch kam auch hier aufgrund des Schiedsrichter
Igor Kalaschnikow (Armenien) mehr als ein Unentschieden nicht heraus. Während
Michael Webers Lichtstrahl heute nur im nicht zählbaren ulrarotvioletten
Licht erschien, vergaben auch Jens Orlik und Stefan Boll, sowie auf amenische
Seite Ralf Laurenz ihre Chancen. Spielertrainer Axel ´Jesus´
Konsensky himself markierte dann das folgerichtige 1:0 für die Engländer
(34.) Der armenische Schiedsrichter -schockiert- pfiff von nun an bei jeder
Ballberührung der engländer wegen unsportlichkeit und verschenkte
großzügig Freistöße und Elfmeter im Minutentakt an
seine Landsleute. So ist es ein Zeichen der Großartigkeit der
englischen Defensive das es bis zur 61. Minute dauerte, bis der Ausgleich
durch Lars Grünhagen nicht mehr zu verhindern war, nachdem der Schiedsrichter
bei einem Eckball dem englischen Keeper beide Augen zuhiehlt. 1:1 trennten
sich somit beide Mannschaften, ein durchaus schmeichelhaftes Resultat für
die Ex-Russen.
9 Punkte aus 4 Freundschafts- und Benefizspielen ist die erfreuliche
Restbilanz der englischen Mannschaft. Gegen Moldawien pfefferte man sich
mit 4:1 den Frust von der Seele. Während Schott das einzige armenische
Tor schoss, waren auf englischer Seite Jens Orlik, sowie der kürzlich
mit dem Bambi für sein Lebenswerk ausgezeichnete Volker Klug und zweimal
Andreas Hardt, nach Vorarbeit von Boll, erfolgreich.
Gegen Jugoslawien begnüte sich England mit einem 1:0. Einziger
Torschütze war Oliver Schell, nachdem Bärsch, Hardt, Wichmann
und Schaaf vergaben.
In Österreich gab es hingegen eine 1:3 Pleite. Zu tief war der
von den Österreichern extra herbeigeschaufelte Pulverschnee aufgetürmt,
als das die englischen Musterprofis -bis zum Oberschenkel im Schnee steckend-
zu ihrem Spiel fanden konnten. Die Österreicher konnten auf ihrem
Lieblingsbelag machen was sie wollten - es kamen dank des englischen keepers
trotzdem nur 3 Tore durch, Leirer, Sturn und Ruggenthaler heraus. Auf englischer
Seite war nur Feder erfolgreich. Weber, Schell und Klug vergaben.
Ein besonderes Spiel sollte das Aufeinandertreffen von Thomas ´Schnädi´
Schnädelbach mit dem englischem Team werden. Millionen von Fernsehzuschauern
sollten Zeuge eines emotionalen Wiedersehens des Gründungsmitglieds
der englischem NM mit seiner Nachfolgergeneration werden. So spielten Ergebnisse
keine Rolle und ebensowenig wurde dem ersten richtigen Doppelpack von Michael
Weber, der auf ebenjenen schon sehnsüchtig wartete, keinerlei Beachtung
geschweige denn Bedeutung zugemessen.
6 Spiele, 3 Siege, 1 Remis und 2 skandalöse Niederlagen. Die nakten
Zahlen sagen nichts über die derzeitige hohe Qualität des englischen
Fußballs aus. Jeder Spieler stellte unmißverständlich
klar, welchen Stellenwert seine Position im europäischen Fußball
2002 hat. "Mannschaft der Zukunft" wäre klar untertrieben. Diese englische
Nationalmannschaft 2002 ist die Zukunft.
Michael Bärsch |
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| Schluss mit
lustig
17.01.02 - Schluss mit lustig - unter diesem Motto muss die Rückbetrachtung
der englischen Länderspiele des vergangenen Wochenendes betitelt werden.
Im Vorfeld des Saisonauftakts in San Marino konnten deutliche Kampfansagen
aus dem Kleinstaat vernommen werden. Eine Sensation könne geschafft
werden, da im ersten Spiel die Kleinen häufig noch über Kraft
und Kondition verfügen, so lautete der allgemeine Tenor. Ganz Fussball-Europa
hat anschliessend über San Marino gelacht und das Ziel, auf eine milde
Behandlung durch die englische Offensivgewalt zu hoffen, wurde leichtfertig
verspielt.
Das Spiel begann dann mit einer groben Unsportlichkeit auf Seiten San
Marinos. Nach einem üblen Tritt gegen Mittelfeldregisseur Bärsch
bereits in der 1.Minute wurde der Ball ins Seitenaus gespielt. Dessen ungeachtet
warf Pawellek nach erfolgreicher Behandlung den Ball nicht in die englischen
Reihen zurück, sondern bediente den frei vor dem englischen Gehäuse
platzierten Bomsien, der keine Mühe hatte am verdutzten englischen
Keeper vorbei zur 1:0-Führung einzuschieben.
Damit wurde das nächste Gebot gebrochen, denn Fairness und Sportsgeist
stehen im englischen Fussball weit oben. Ab der zweiten Minute musste San
Marino dann auf die bitterste Weise erkennen, dass man einen übermächtigen
Gegner wie England nicht unnötig reizen sollte, es sei denn man besitze
einigermassen adäquate spielerische Gegenmittel. In der 18. Minute
legte sich Roos aus geschätzten 25 Metern den Ball halbrechts zum
Freistoss bereit. Die Flugkurve, die den Ball mit starkem Effet vom Freistosspunkt
ins Tor zum 1:1 beförderte, beschäftigt seitdem die Physiker
weltweit, sah es doch zunächst danach aus, als würde der Ball
deutlich am Tor vorbeigehen. Die Spieler San Marinos staunten in dieser
Begegnung zum ersten aber zweifelsfrei nicht zum letzten mal.
Es folgten weitere Bilderbuch-Angriffe der englische Equipe, wobei
in der gegnerischen Abwehrformation vor allem Pawellek einen rabenschwarzen
Tag erwischte und von Gegenspieler Bierwirth in zahlreichen Szenen düpiert
wurde. Und es war dann in der 35.Minute genau dieser Bierwirth, der einen
weiteren Stellungsfehler Pawelleks zu einem Antritt in den gegnerischen
Stafraum nutzte, um anschliessend den Ball aus 13 Metern mit dem Vollspann
ins lange Eck zu bugsieren. Derart beflügelt von diesem herrlichen
Treffer, suchte Bierwirth nach Wideranstoss erneut den Zweikampf mit Pawellek,
der angesichts des auf sich zukommenden Pressings über seine eigenen
Beine stolperte und somit Bierwirth erneut freie Bahn ermöglichte.
Bierwirth liess sich somit auch nicht zweimal bitten und liess erneut den
gegnerischen Keeper mit einer geschickten Körpertäuschung aussteigen,
um somit zur 3:1-Führung zu erhöhen.
Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste geendet hatte, wobei nun
zu allem Überfluss bei dem Team aus San Marino die Kräfte zu
schwinden begannen. So liess die englische Mannschaft in der Folgezeit
geschickt Ball und Gegner laufen, um dann in der 79.Minute mit einem herrlichen
Treffer von Michael das letzte Ausrufezeichen im Spiel zu setzen. Bei einem
Zwischenspurt nahm Michael seinem Gegenspieler auf 10 Metern 9 ab, und
auch dem Torwart fehlte die notwendige Kondition, den halbrechts aus 18
Metern stramm geschossenen Schuss Michaels mit einem notwendigen Hechtsprung
abzuwehren. Das Spiel endete somit mit einem 4:1-Auswärtssieg für
den haushohen Favoriten von der Insel.
Im nächsten Spiel gegen die in ihrem Auftritt wesentlich bescheideneren
Griechen galt es für das englische Team nun, die mehrheitlich positiven
Eindrücke der Anfangsbegegnung zu bestätigen. Dabei wirkte es
sich, wie schon im ersten Spiel, positiv aus, dass auch hier die Griechen
den Kardinalfehler machten, ihr Pulver zu früh zu verschiessen und
den übermächtigen Gegner unnötig zu reizen. Der Grieche
Fleschenberg nutzte die kurzfristigen Zuordnungsprobleme unmittelbar nach
dem Anpfiff, und jagte den Ball mit einer gehörigen Portion Glück
aus 35 Metern unter tatkräftiger Mithilfe des englischen Keepers zum
sensationellen Zwischenstand von 1:0 für Griechenland ins englische
Tor.
Auch hier liess die englische Antwort nicht lange auf sich warten;
in diesem Fall in Gestalt von Stefan Boll, der sich in der 18.Minute in
Höhe der Mittellinie den Ball nahm, zu einem Sturmlauf bis in den
gegnerischen Strafraum ansetzte und dort nur noch durch ein Foul gestoppt
werden konnte. Mit seinem artistischen Ausnahmekönnen gelang es ihm
jedoch noch im letzten Augenblick, den Ball während des Fallens am
griechischen Torhüter vorbei zum 1:1-Ausgleich einzuschieben.
Wer nun gedacht hatte, dass England sich, wie in der vergangenen Saison
ein ums andere mal kritisiert werden musste, fortan nur noch am eigenen
Spiel berauscht, um damit indirekt einen unterlegenen Gegner unnötig
aufzubauen, sah sich erneut getäuscht. In der 32.Minute war es Spielertrainer
Kosensky, der im Vorfeld schon einige Kritik einstecken musste, weil er
wieder einige Topstars auf der Bank schmoren liess, mit einem direkt verwandelten
Eckball für die 2:1-Führung zu sorgen.
Auch in der zweiten Halbzeit bot sich dem geneigten Zuschauer das gleiche
Bild: Einbahnstrassen-Fussball in Richtung des griechischen Tors. Ein kleiner
Wermutstropfen könnte dabei im weiteren Verlauf der Saison die in
diesem Spiel etwas dürftige Chancenauswertung sein, da es bis zur
79.Minute dauerte, als Orlik mit seinem Treffer zum 3:1 für die endgültige
Entscheidung sorgte. Etwa 35 Meter vor dem griechischen Tor suchte Orlik
den direkten Zweikampf mit seinem Gegner, den er mit einem gepflegten Sirtaki
austanzte, um letztendlich in Höhe des 16-Meter-Raums unhaltbar für
den Keeper abzuziehen.
Damit wurde auch das zweite Spiel der Saison erfolgreich gestaltet
und Kosensky hatte mit seinem Rotationssystem wieder recht behalten und
einen gesunden Mittelweg bei dieser eminent grossen Leistungsdichte innerhalb
des englischen Teams gefunden.
Zwei Siege in der Liga; da kann es die englische Nationalmannschaft
doch mal etwas ruhiger angehen lassen, richtig? Nein, da haben die Freundschaftsspiel-Gegner
aus Bosnien-Herzegowina und den Färöer-Inseln falsch gedacht.
Im ersten Freundschaftsspiel gegen Bosnien zeigte sich schnell, dass
die Begegnung einigen Prestigecharakter haben sollte. Dabei war die Öffentlichkeit
vor allem auf die Leistung des lange Zeit in Bosnien als Entwicklungshelfer
beschäftigten Michael Weber gespannt.
So musste dann Weber auch Vorlieb mit drei direkten Gegenspielern nehmen.
Dass sich diese Massnahme als grober Fehler herausstellen sollte, ist mit
der Naivität des bosnischen Coaches zu entschuldigen. Oft hatte man
den Eindruck, dass das englische Team numerisch überlegen war, da
die anderen englischen Spieler die durch die Sonderbewachung Webers entstandenen
ungewohnten Freiräume geschickt nutzen konnten. Dabei trugen sich
Orlik und Michael erneut in die Torschützenlisten ein und bestätigten
somit die guten Eindrücke aus den Ligaspielen. An diesen beiden Starspielern
wird Kosensky auch in Zukunft schwerlich vorbeikommen. Der einzige Gegentreffer
resultierte aus einem kapitalen Abwehrfehler des englischen Keepers, der
sich nach einem harmlosen Schüsschen, den Ball selbst ins Tor legte.
Da dieser nach dem Faux-Pas im Anschluss ausgewechselt wurde, war auch
die einzige Schwachstelle im englischen Team behoben, so dass insgesamt
ein in der Höhe zu niedriger 2:1-Sieg für England notiert werden
muss.
Zum abschliessenden Spiel ging es auf die Färöer-Insel. Auch
hier zeigte sich sehr rasch, dass das englische Team mitnichten zu einem
Kurzurlaub angereist kam. Schon in der 4.Minute sorgte der unglückliche
Premier League-Absteiger Wichmann mit einem fulminaten Schuss aus 25 Metern
für die frühe Führung. Dass England frühzeitig für
klare Verhältnisse sorgen wollte, wurde in der 18.Minute nachhaltig
von Kosensky unterstrichen, dessen unwiderstehliche Ballbehandlung bei
den Kleininsulanern auf ungläubiges Staunen stiess. Das Dribbling
durch die gesamte Hintermannschaft vermochte auch der gegnerische Keeper
nicht zu stoppen. Mit einem geschickten Übersteiger liess Kosensky
den Torhüter trotz der schon albernen Skimütze auf dem Kopf noch
dümmer aussehen.
Nach dem Seitenwechsel führte sich der Klassenunterschied fort
und in der 75.Minute gelang Penzkofer mit einem herrlich gezirkelten Freistoss
aus 18 Metern der Treffer zum 3:0.
Dass es dem Gastgeber noch gelang, zum 1:3 zu verkürzen, soll
der Statistik halber noch erwähnt werden, fällt aber eindeutig
in die Kateogie Gastgeschenke.
4 Siege in 4 Spielen - so die Bilanz des Saisonauftakts. Da es jedoch
nie im Wesen der englischen Presse gelegen war, Erfolgsserien über
Gebühr zu bejubeln, soll hier nur kurz festgestellt werden, dass zur
Zeit die realen Leistungsverhältnisse im europäischen Fussball
weitestgehend korrekt dargestellt sind. Nicht ohne Grund fürchtet
sich Rest-Europa davor, dass die noch junge Saison allzu einseitig zu Gunsten
Englands verlaufen könnte.
Volker Klug |
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