 |
| Spannende
Entscheidung bis zum letzten Spieltag
14.03.02 - Die Saison 2002'1 der 2.Liga in Polen ist Geschichte
und es war wie in der Eliteliga eine spannende Entscheidung bis zum letzten
Spieltag. Sowohl in der Aufstiegs- als auch in der Abstiegsfrage. Interessant,
dass kein einziger Absteiger und auch kein Aufsteiger dieses Jahr einen
der begehrten drei Plätze erreichen konnte, sondern eher schon gestandene
2.Liga Teams.
An der Spitze Polonia Bytom mit Trainer Marian Krusch, dass seit dem
12.Spieltag immer auf einem Aufstiegsplatz platziert war, ein verdienter
Meister und Aufsteiger. Auch der 1.Verfolger und zweitplatzierte Slask
Breslau mit dem auch über die polnische Nationalmannschaft bekannten
Trainer Udo Zimmermann hätte diesen Titel verdient, verspielte ihn
aber in der letzten Runde noch durch ein unglückliches 2:3 bei Chemik
Bydgoszcz, was aber angesichts des Aufstieges egal sein sollte. Dieses
Team stand sogar an 31 der 34 Spieltage auf einem Aufstiegsplatz. So eng
es am Ende von den Punkten her war, Platzierungsmässig tat sich auf
den ersten drei Rängen bei diesen 2 Spitzenteams nicht viel.
Etwas anderes ist es beim dritten Aufsteiger, Concordia Knurow, mit
Trainerin Kirsten Ciuraj. Dieses Team stand erstmals nach dem 30.Spieltag
auf einem Aufstiegsplatz, verlor diesen nach dem 33. wieder, konnte sich
aber dann am letzten Spieltag doch noch gegen das Team Hetman Zamosc (Bjoern
Guenther) durchsetzen. Dazwischen platzierte sich noch der beste Aufsteiger
der Saison, BBTS Bielsko-Biala (Ulrich Simagl) auf dem hervorragenden 4.Platz,
für mehr fehlte heuer wohl noch die Routine.
Wo blieben die Absteiger aus der ersten Liga ?
Bester der drei war noch Martin Jaschkowitz mit GKS Belchatow auf dem
6.Platz, Robert Kopetschke mit Ruch Chorzow konnte sich nach massiven Startschwierigkeiten
am Ende noch auf dem 12.Platz vorkämpfen. Sehr enttäuschend verlief
die Saison für Mick "Hai" Goeske, der mit seinem Team Lechia Danzig
als einer der Favoriten ins Rennen ging und am Ende nicht nur mit leeren
Händen dastand, Lechia wurde nach unten durchgereicht und spielt ab
nächster Saison nur mehr im Amateurlager. 40 Punkte waren auch heuer
zuwenig für den Klassenerhalt
Lechia in den Keller begleiten muss der vorjährige Pokalfinalist
und diesjährige Uefa-Pokal Kämpfer KS Myszkow, dem auch ein Trainerwechsel
in der Saison nicht mehr den gewünschten Erfolg brachte.Myszkow reichten
am Ende sogar 41 Punkte nicht für den Klassenerhalt. Auch für
Neuling LKS Jankowy war die Liga eine Spur zu stark, trotz 40 erreichten
Punkten - Abstieg !
Letzter wurde Peter Forst mit Polar Wroclaw, der 2.Abstieg in Folge
für den Trainer (37 Punkte).
Bleibt nur allen Trainern für ihren Einsatz zu danken und viel
Glück in der neuen Saison
Die 3 Absteiger seien gewarnt, Beispiele für ein Durchreichen
von 1. in 3.Liga gibt es in jüngerer Vergangenheit einige (Lechia
Danzig, im Vorjahr LKS Lodz).
Und die 4 Aufsteiger werden sicher auch wieder für eine Belebung
der Liga sorgen und alle freuen sich auf das Lodzer Derby, welches nächste
Saison die 2.Liga beehren wird.
Thomas Heihal |
 |
| Hitchcock-Finale
in der Amateurliga A
14.03.02 - Das Meisterschaftsfinale in der Amateurliga A wurde
zu einem richtigen Hitchcock-Finale. Vor dem letzten Spieltag kämpften
nicht weniger als 5 Teams noch um den Aufstieg. Dabei gab es ein direktes
Duell zwischen Unia Skierniewice und KKS Kalisz, welches die Heimmannschaftmit
1:0 für sich entscheiden und somit den Aufstieg in den bezahlten Fussball
sicherstellen konnte. Da der Tabellenführer Obra Koscian seine letzte
Partie ebenfalls für sich entscheiden konnte, nutzten den Verfolgern
ihre Auswärtssiege nichts mehr. Man darf auf die beiden Aufsteiger
sehr gespannt sein, da es sich hierbei durchaus um nervenstarke Teams handeln
dürfte, die sich beide zu guter letzt noch souverän durchsetzten,
obwohl ihnen die Konkurrenz im Nacken sass.
Etwas enttäuschend die beiden Absteiger, Stal Stalowa Wola konnte
wenigstens noch etwas mithalten und den 6.Platz belegen, Petro Plock, einstige
Europapokalhelden, ist mit dem 16. Platz wohl für längere Zeit
in der Versenkung verschwunden.
In der Amateurliga B gab es mit Polonia Przemysl einen überlegenen
Meister ( 6 Punkte Vorsprung), um den 2.Aufstiegsplatz wurde bis zuletzt
von mehreren Teams verbissen gefightet. Und am Ende geschah es tatsächlich,
das Wunder von Lodz. LKS Lodz lag am Ende der Hinrunde am Ende der Tabelle,
doch mit Beginn der Rückrunde begann das Team eine unglaubliche Aufholjagd,
gewann 11 der 17 Spiele, 5 Remis und nur 1 Niedrelage lautete die Bilanz.
Und am Ende stand die Mannschaft für alle überraschend am 2.Platz.
Und so gibt es schneller als gedacht wieder ein Lodzer Derby, denn Widzew
stieg ja bekanntlich aus der 1.Liga in die 2.Liga ab.
Auch hier die Frage, wo blieben die Absteiger ? Neben den glücklichen
Lodzern spielten auch die Mannen von Tloki Gorzyce bis zuletzt um den Aufstieg
mit, am Ende blieb allerdings nur der 7. Rang.
Die neue Saison bringt den Amateurligen sicher wieder einen Aufschwung,
ist doch mit Lechia Danzig ein richtiger Zuschauermagnet abgestiegen. Und
auch die weiteren Absteiger könnten durchaus für ein weiter steigendes
Interesse an den Amateurligen in Polen bringen.
Erwähnenswert auch, dass bereits 26 der 36 Teams einen hauptamtlichen
Trainer besitzen, Tendenz weiter stark steigend. Mit Ende der nächsten
Saison könnten alle Teams einen Trainer haben.
Thomas Heihal |
 |
| Freudentaumel
in Olsztyn
14.03.02 - OLSZTYN. Ganze 57 Jahre ist es her, da wurde im schönen
Allenstein ein kleiner Verein namens MOKS Stomil Olsztyn gegründet.
Kurz nach Ende des Krieges war es dieser Verein, der den Menschen in Olsztyn
Ablenkung von der schwierigen Situation brachte. So ging man mit der ganzen
Familie am Samstag ins Stadion und feuerte seine Mannschaft an. Doch das
Anfeuern half meist nichts. Saison folgte auf Saison, doch der große
Wurf gelang stets nie. Der große Wurf wäre ein Titel gewesen,
wie sie ihn in Lodz, Zabrze oder Krakau gewannen. Stomil ging stets leer
aus. Vor zwei Jahren stand man erstmals im Pokalfinale. Ein 2.Ligist war
der Gegner und der Titelgewinn schon fest eingeplant. Doch wieder riss
die Serie nicht und der Titel wanderte überall hin, aber nicht in
den immer noch leeren Trophäenschrank von Stomil. Auch in der letzten
Saison hatte man bis kurz vor Schluss die Hoffnung, diesmal daran was zu
ändern. Am Ende wurde die Meisterschaft in Krakau gefeiert.
Alles dies sollte sich vergangenen Samstag ändern. Da wurde das
Polnische Pokalfinale in Warschau ausgetragen und es standen sich Stomil
Olsztyn und Wisla Krakau gegenüber. Für beide stand bei diesem
Spiel der Erfolg oder Misserfolg einer ganzen Saison auf dem Spiel. Stomil
hatte trotz guter Offensivleistungen nur den 5. Rang belegt und Wisla verlor
die Meisterschaft ganze 5 Minuten vor Schluss. Somit bot der Pokal für
beide Teams die Möglichkeit, die Saison mit einem Titel doch noch
erfolgreich zu gestalten. Die Teilnahme beider Teams am europäischen
Wettbewerb stand bereits vor dem Anpfiff fest, denn auf Grund der Champions
League Qualifikation Wislas, wäre auch im Falle eines Krakauer Sieges
Stomil in den Uefa-Cup eingezogen. So stand also einzig und allein eine
Sache auf dem Spiel: Der Pokal. Oft wurde in den vergangenen Jahren über
die fallende Bedeutung des Pokals gesprochen, doch dieses Pokalfinale machte
den Nörglern ihren Irrtum deutlich. Bereits am Freitagnachmittag begann
man in Warschau das nahende Pokalfinale zu spüren. Fans aus Krakau
und Olsztyn trafen so langsam in Warschau ein und tauchten die Innenstadt
in ein kunterbuntes Fahnenmeer. Je näher das Spiel rückte, so
zahlreicher wurden sie und desto lauter wurden die Fangesänge beider
Teams. Doch bei all der sportlichen Konkurrenz, blieb es stets friedlich
zwischen den Fangruppierungen.
Am Samstag um 13 Uhr war es dann soweit. Das Stadion öffnete seine
Tore und die Massen strömten hinein. Schon nach kurzer Zeit durchdrangen
die ersten „Stoooooomil“ Sprechchöre das weite Rund und wurden natürlich
umgehend von einem langezogenen „Wiiiiiiisla“ erwidert. Neben diesen Gesangswettbewerben
wurde den Fans die Zeit durch ein nettes Vorspiel verkürzt, das diesjährige
Damen-Pokalfinale wurde ab 14 Uhr ausgetragen. Nachdem nach 45 Minuten
der Spielstand allerdings 23:1 lautete, brach man das Spiel kurzer Hand
ab und räumte den Platz lieber für die Cheerleader. Dann begann
auch schon der Countdown für den Höhepunkt des Tages. Um 15.30
erfolgte dann der Anpfiff zum letzten Spiel dieser Saison 2001’1, dem Polnischen
Pokalfinale.
Kaum war der Anpfiff ertönt, da durchbrach auch schon der erste
Torjubel das Stadion. Vom Anstoßpunkt hatte Kornacki einen langen
Pass in die Spitze geschlagen und Salami war es, der zum 1:0 traf. Der
junge Nigerianer erzielte damit sein 3. Pokaltor in dieser Saison. Doch
wer dachte, dass Wisla durch diesen frühen Rückstand geschockt
wäre, der musste sich eines besseren belehren lassen. Vom Fleck weg
machten sie Druck und wurden bereits in der 4. Minute belohnt. Nach einer
Flanke von Szymkowiak erzielte Frankowski mit einem Kopfball den Ausgleich.
Gegen den nur 1,72 m großen Stürmer sah die Olsztyner Hintermannschaft
alles andere als gut aus. Innerhalb von 4 Minuten bereits 2 Tore, dieses
Pokalfinale schien zu halten was es versprach. Und es ging munter weiter.
Beide Mannschaften zogen sich nicht zurück, sondern spielten offensiv
drauf los. Dieser Offensivgeist wurde in der 16. Minute bereits wieder
belohnt. Nach einem Foul an der Strafraumgrenze schritt Stomils Routinier
Lenart zum Freistoss und zirkelte den Ball traumhaft in den rechten Winkel.
Da konnte Wislas 36 jähriger Torwart Oldie Szczesny fliegen soviel
er wollte, den Ball bekam er nicht mehr. Doch kaum hatte er den Ball aus
dem Netz geholt, da konnte er sich nochmals bücken um den Ball aufzuheben.
In einer an Kuriosität kaum zu überbietenden Art und Weise, spielte
Wislas Moskal den Ball vom Anstoß zum Torwart zurück und unter
dessen Schuh rutsche der Ball hindurch ins Tor. Stomils Spieler wälzten
sich am Boden vor lachen und Szczesny wäre wohl gerne vor Scham im
Boden versunken. Nachdem also in den ersten 17 Minuten 4 Tore gefallen
waren, ließen die Spieler es in den verbleibenden Minuten ruhiger
angehen und so lautete der Pausenstand 3:1 für Stomil. Zur Halbzeit
wechselte Wislas Trainer Grulich 2-mal aus und brachte mit Brozek und Zurawski
frische Kräfte ins Spiel. Doch für den Spielfluss war dies eher
hinderlich. Stomil war mit der Führung natürlich zufrieden und
bemühte sich den Vorsprung zu halten und Wisla kam über vereinzelte
Weitschüsse nicht hinaus. So tickte der Zeiger auf der Stadionuhr
immer weiter und Grulich merkte, dass die Zeit für sein Team eng würde.
Doch in der 80. Minute flammte dann noch einmal Hoffnung auf. Eine Ecke
von Szymkowiak getreten, konnte Stomil nicht aus dem Strafraum schlagen
und es war der eingewechselte Zurawski, der zum 2:3 Anschlusstreffer traf.
Doch scheinbar fielen heute die Tore alle nur im Doppelpack und so auch
diesmal. Bereits mit dem ersten Angriff nach dem Anschlusstreffer stellte
Stomil den alten 2 Tore Vorsprung wieder her und erzielte durch Radziwon
den Treffer zum 4:2. Damit war das Spiel entschieden denn Wisla resignierte
und Stomil spielte nun nur noch die Uhr herunter.
Um 17:16 war es dann so weit: Stomil war Polnischer Pokalsieger!
Dieses Finale wird wohl in die Geschichte als das Finale der Doppelpack-Tore
eingehen, ansonsten war es an spielerischen Höhepunkten eher arm.
Mit dem Schlusspfiff begann für Stomils Spieler und Fans eine noch
nie da gewesene Feier. Die mitgereisten Fans durchbrachen die Sicherheitsabsperrungen
und herzten ihre Helden mitten auf dem Platz. Diese machten gar keine Anstalten
in die Kabine zu rennen, sondern feierten mit ihren Anhängern zusammen.
Nach ca. einer halben Stunde konnte dann endlich die Siegerehrung stattfinden,
nachdem die Polizei notdürftig einen Teil des Platzes abgeschirmt
hatte und dort ein Holzpodest errichtet hatte. Als Kapitän Lenart
den Pokal in die Luft reckte, da kullerten bei dem ein oder anderen Fan
die Tränen übers Gesicht. Diesmal waren es allerdings Tränen
der Freude und nicht wie in der Vergangenheit Tränen der Trauer. Mit
diesem Finale war alles Vergangene vergessen und Stomil hat die ewige Titellosigkeit
abgelegt. Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Feiern in Olsztyn und
Umgebung noch am heutigen Montag anhielten und Busse aus der ganzen Republik
gesichtet wurden, so auch ein Bus des befreundeten Klubs von Lechia Danzig
die trotz des 2.Liga Abstiegs mit Stomil feierten. Die unterlegenen Finalgegner
von Wisla Krakau mussten ein wahrhaft deprimierendes Saisonende hinnehmen.
Die Meisterschaft verloren sie 5 Minute vor dem Abpfiff und das Pokalfinale
größtenteils durch eigene individuelle Fehler. So bleibt an
Stelle der erfolgreichen Double Verteidigung nur eine Vizemeisterschaft
und die Teilnahme an der Champions League Quali. (ppa)
Markus Krolinski |
 |
| Herzschlag-Finale
um den Titel
14.03.02 - OLSZTYN. Der 9. März 2002 wird in die Geschichte
eingehen. In einem an Spannung nicht mehr zu übertreffenden Saisonfinale
sicherte sich GKS Kattowitz den Titel des Polnischen Meisters. Dabei sahen
die Voraussetzungen für Kattowitz doch alles andere als günstig
aus. Vor dem letzten Spieltag lag man auf dem 4. Tabellenplatz mit 51 Punkten.
Davor platzierten sich Ceramika Opoczno, Wisla Krakau und Odra Wodzislaw
mit je 53 Punkten auf den Plätzen 1-3. Somit konnte Kattowitz nur
im Falle eines dreifachen Patzers Meister werden. Was dann folgte, klingt
im Nachhinein unglaublich. Wer dieses Saisonfinale vor dem TV oder im Stadion
miterlebt hat, der wird das Fußballstadion nie mehr vor dem Abpfiff
verlassen und noch bis zur letzten Minute auf den Siegtreffer seines Clubs
hoffen. Aber gehen wir die Geschehnisse chronologisch an:
15.30
Der Anpfiff in allen Stadien erfolgt zeitgleich. Nun sind die letzten
90 Minuten der Saison eingeläutet und es wird die Entscheidung über
den Polnischen Meister der Saison 2002’1 fallen.
15.35
Tor in Radzionkow ! Ceramika erzielt die frühe Führung zum
0:1 und festigt damit seine Tabellenführung.
15.38
Tor in Kattowitz ! Durch das Tor zum 1:0 macht GKS einen Sprung von
4 auf 2 und hat somit derzeit die Vizemeisterschaft inne.
16.09
Tor in Radzionkow ! Ruch erzielt den Ausgleich, aber Ceramika bleibt
weiterhin Tabellenführer. Der 1 Punkt reicht auf Grund des Torverhältnisses
um die Führung vor GKS zu behaupten.
16.10
Tor in Lodz ! Jetzt gibt es einen neuen Tabellenführer. Wisla
hat zur umjubelten 0:1 Führung getroffen und ist damit neuer Spitzenreiter.
Bei Ceramika muss man nun einen Zahn zulegen um den Titel zu erringen.
16.12
Tor in Radzionkow ! Die Offensive von Ceramika ist genau ins Gegenteil
umgeschlagen. Nach einem Konter erzielt Ruch das 2:1 und hat damit das
Spiel innerhalb von 3 Minuten gedreht.
Pünktlich um 16.15 war dann in allen Stadien Halbzeit und in der
Tabelle ergab sich folgende Situation: Meister war derzeit Wisla Krakau,
die durch das 1:0 bei Widzew Lodz die Tabellenführung mit 56 Punkten
erobert hatten. Dahinter lag GKS Kattowitz, diese hatten den Sprung von
Rang 4 auf 2 geschafft und lagen mit 54 Punkten gleichauf mit Odra Wodzislaw.
Odra verteidigte zur Halbzeit seinen 3. Platz durch ein 0:0 bei Hutnik
Krakau. Auf den 4. Tabellenplatz abgerutscht waren die Mannen von Ceramika
Opoczno mit 53 Punkten. So ging es in die 2.Halbzeit
16.42
Tor in Lodz ! Alles sieht nach einer souveränen Angelegenheit
für Wisla aus. Eben erzielten sie das 0:2 und festigen ihre Spitzenposition.
16.57
Tor in Lodz ! Scheint als wenn Wisla doch nicht so souverän ist.
Widzew kommt zum 1:2 Anschlusstreffer und bei Wisla geht das große
Zittern los. Zum Titel wird derzeit ein Sieg unbedingt benötigt.
16.58
Tor in Krakau ! Odra hat sich nun wohl aus dem Titelrennen verabschiedet.
Mit 1:0 führt Hutnik und Odra fällt auf den 4. Rang zurück
17.02
Tor in Krakau ! Die Mannen von Trainer Knoblich haben sich noch nicht
aufgegeben. Durch eine wunderbare Einzelleistung erzielen sie den 1:1 Ausgleich
und erobern den 3. Rang zurück. Somit befinden sie sich derzeit auf
einem Uefa-Cup Platz.
17.05
Tor in Kattowitz ! Die Meisterträume in Kattowitz werden getrübt.
GKS fängt sich den Ausgleich von Lech Posen ein und fällt durch
dieses 1:1 auf den 4. Rang zurück.
17.06
Tor in Krakau ! Jetzt ist es für Odra aus ! Das 2:1 für Hutnik
Krakau lässt die Meisterschaft in unerreichbare Weiten rücken.
Derzeit bedeutet dieses 2:1 auch den Verlust des Uefa-Cup Platzes und den
Fall auf Platz 4.
17.07
Tor in Kattowitz ! Nur 2 Minuten nach dem überraschenden 1:1 fällt
hier das 2:1 für GKS. Somit ist der 2. Platz zurückerobert und
derzeit steht ein Platz in der Champions League Quali zu Buche.
17.10
Tor in Lodz ! Wisla verspielt 5 Minuten vor dem Ende seine Chance auf
die Titelverteidigung. Durch den 2:2 Ausgleichstreffer ist GKS Kattowitz
neuer Tabellenführer und Wisla nur noch 2.
17.17
Tor in Krakau ! Für die Meisterschaft zwar unbedeutend aber für
die Europäischen Startplätze umso wichtiger. Odra gleicht zum
2:2 aus und springt damit zurück auf den 3. Tabellenplatz. Der ehemalige
Tabellenführer Ceramika Opoczno fällt damit ganz aus den Internationalen
Rängen.
17.18
Schlusspfiff auf allen Plätzen, der GKS Kattowitz ist neuer Polnischer
Meister!!!
Am Ende war es das Torverhältnis was über die Meisterschaft
entschied und bei +9 war GKS im Vorteil gegenüber Wisla Krakau (+7)
und Odra Wodzislaw (+4). Tragisch das Schicksal von Ceramika Opoczno. Vor
dem letzten Spieltag waren sie noch Tabellenführer und träumten
vom Titel, nun waren sie nur noch 4. und ohne einen Platz im Internationalen
Wettbewerb. Dieses Finale hat wirklich im Minutentakt die Tabelle umgeworfen
und einen neuen Spitzenreiter hervorgebracht. Mit dem GKS Kattowitz wurde
am Ende das glücklichste Team Meister und darf nun zu Recht feiern.
Der Meister des Vorjahres Wisla Krakau hätte seinen Titel um ein Haar
verteidigt, musste sich am Ende aber mit der Vizemeisterschaft zu Frieden
geben. Auf dem 3. Platz und damit im nächstjährigen Uefa-Cup
vertreten ist das Team von Odra Wodzislaw. Nach vielen Jahren des Mittelmaßes
ist es diesem Team ohne Zweifel zu gönnen, auch einmal im Konzert
der Großen mitzuspielen und Polen im Europapokal hoffentlich würdig
zu vertreten.
Wurden bisher nur die Mannschaften auf der Sonnenseite erwähnt,
so ist es auch an der Zeit über die Absteiger zu reden. So traf es
in dieser Saison mit Widzew Lodz und Legia Warschau gleich zwei Traditionsklubs.
Der dritte Absteiger Hutnik Krakau tritt nach 2 Aufstiegen in Folge und
dem Durchmarsch von Liga 3 in Liga 1, erstmals den Gang in eine niedrigere
Liga an. Dabei war die Entscheidung im Abstiegskampf nicht dermaßen
spannend wie der Kampf um die Meisterschaft, denn die 3 Absteiger belegten
bereits seit dem 29. Spieltag die letzten 3 Plätze.
Aus der 2.Liga stoßen Polonia Bytom, Slask Breslau und Concordia
Knurow in die Polnische Königsklasse. Dabei ist mit Slask Breslau
ein alter Bekannter, nach dem Abstieg 2001’3 gelang allerdings erst im
dritten Anlauf die Rückkehr. Bytom und Knurow sind im Gegensatz dazu
noch unbeschrieben Blätter, Bytom war bisher nur in der 2.Liga aktiv
und Knurow vor 2 Jahren sogar noch in der Amateurliga. (ppa)
Markus Krolinski |
 |
| Nur noch
ein Schritt bis zur Glücksseligkeit
28.02.02 - OLSZTYN. Tomasz ist Wisla Fan. Am Samstag versammelte
er sich mit seinen Freunden, die ebenfalls Wisla Fans sind vor dem TV.
Das Pokal Halbfinale stand auf dem Programm und Tomasz hatte sich schon
vor Tagen nach Karten fürs Finale erkundigt. Er war sich ganz sicher,
dass Wisla das Finale erreichen würde. Im letzten Jahr stand Wisla
ebenfalls im Finale und machte mit dem Pokalsieg damals das Double klar.
Tomasz war damals nicht mit in Warschau beim Finale und das will er dieses
Mal ändern. Aber erst fehlte ja noch ein klitzekleiner Sieg. Der Gegner
hieß Legia Warschau und die standen bekanntlich auf dem 15. Tabellenplatz.
"Eine Gurkentruppe" wie sein Freund Jacek zu bemerken wusste. "Die stehen
zu Recht da unten! Das wird ne klare Sache für Wisla, so 4:0 denke
ich". Da die geballte Fußballkompetenz Krakaus in Tomasz' Wohnzimmer
versammelt war, musste da was Wahres dran sein. So ging die Partie auch
gleich mit mehreren Chancen für Wisla los. Eine dieser Chancen nutzte
Frankowski und traf zum 1:0. Da war die Freude natürlich groß
und Jacek erinnerte jeden der es hören wollte, dass er ja schon vorhin
gewusst hätte, dass das heute ne klare Sache würde. Nach dem
Führungstor für Wisla verflachte die Partie allerdings und so
stand es zur Halbzeit immer noch 1:0. Tomasz hatte im Laufe der ersten
Halbzeit schon dreimal in der Krakauer Geschäftsstelle angerufen und
sich erkundigt, ob er denn nun endlich Karten kaufen könnte. Nachdem
ihn die freundliche Geschäftsstellenmitarbeiterin aber immer mit einem
"Rufen Sie doch am Montag noch mal an, vielleicht kann ich ihnen dann mehr
sagen!" vertröstete, war Tomasz ein wenig gereizt und entlud seinen
Frust am Biervorrat. Dann begann die 2.Halbzeit und Legias Trainer musste
in der Pause klare Worte gefunden haben. Auf einmal spielte hier nur noch
eine Mannschaft und die hieß Legia. "Sach' ma', ham' unsere jetzt
die Trikots getauscht oder warum seh' ich die nicht mehr?" fragte Jacek
ganz verdutzt in die Runde, aber seine Freunde konnten ihm das auch nicht
beantworten. Nur Wislas Nummer 1 Piekutowski war es zu verdanken, dass
hier noch nicht der Ausgleich gefallen war. Bartosz Karwan konnte unbedrängt
eine Flanke nach der nächsten in den Strafraum schlagen und diese
führten immer wieder zu gefährlichen Situationen. Sporadisch
kam Wisla noch zu Kontern über den schnellen Szymkowiak, allerdings
verpufften diese immer wieder, da er allein gegen eine Wand von Gegenspielern
anlief. "Scheiße ich hab's geahnt!" konstatierte Jaczek. "Wenn wir
so weiterspielen, fällt in den nächsten 5 Minuten der Ausgleich!"
Kaum hatte er dies' gesagt, da schrie Tomasz auf: "Elfmeter, NEIN!" Jetzt
hatte auch Jacek begriffen, was passiert war. Karwan hatte eine weitere
Flanke geschlagen und Legias bulliger Stürmer Svitlica wurde im Strafraum
zu Boden gerissen. "Da war doch gar nix! Geflogen wie ne Feder iss die
Sau!" so schallte es durch das Wohnzimmer. Doch Karwan hatte sich bereits
den Ball geschnappt. Er war es also, der die Verantwortung übernehmen
wollte. Der 26jährige, umworben von den deutschen Bundesligisten Hertha
BSC und Schalke 04, stand nun Wislas Schlussmann Piekutowski gegenüber.
"Komm schon Piu, den hältst du!" Schon erschallte der Pfiff des Schiedsrichters
und Karwan lief an. Drei Schritte Anlauf, dann der Schuss, Piekutowski
taucht ab und ...
PFOSTEN! Der Ball springt gegen den rechten Pfosten und von dort ins
Toraus.
"Jaaaaaaa!" jubelte Tomasz und Jacek stimmte mit ein. "Am Ende siegt
immer das Recht" philosophierte Tomasz bierselig und schaute auf die Uhr.
Noch waren 8 Minuten zu spielen und Legia ließ sich auch durch den
vergeben Elfmeter nicht schocken. Doch Piekutowski hielt weiterhin überragend
und nach Punkt 90 Minuten Pfiff der gute Schiedsrichter Wojtala ab. "Puh
das wäre geschafft, war aber knapper als gedacht!". Diesem Urteil
von Tomasz
konnte sich wohl die Mehrheit der Zuschauer anschließen und dem
Unterlegenen Halbfinalisten bleibt Glück für die nächsten
Wochen in der Liga zu wünschen, mit so einer Leistung wie dieser sollte
der Klassenerhalt allerdings kein Problem sein.
Der Gegner wurde später am Abend ermittelt. In diesem 2. Halbfinale
trafen Stomil Olsztyn und Zaglebie Lubin aufeinander. In Olsztyn herrschte
nach dem gelungenen Viertelfinalauftritt eine riesen Euphorie und man hätte
das Stadion mit seinen 16 800 Zuschauern sicherlich 10-mal füllen
können. Die
Gäste aus Lubin brachten 500 lautstarke Zuschauer mit, mehr Karten
hatte ihnen Stomil nicht zur Verfügung gestellt. Unter den 16 300
Stomil Anhängern befand sich auch der 12 jährige Adam. Adam hatte
sich seine Karte beim Auktionshaus ebay.pl ersteigert und dafür sein
Taschengeld der letzten 3 Monate ausgeben. Dafür wollte er heute Abend
einen Sieg sehn. Vor 2 Jahren hatte er das Pokalfinale gespannt vor dem
Fernseher verfolgt und als Stomil dort dem Zweitligisten Legia Danzig unterlag,
hatte er einige Tränen vergossen. Damals hatte ihm sein Papa gesagt:
"Da brauchst du gar nicht weinen Adam, die nächste Chance kommt bestimmt!".
Sein Papa hatte gut reden, er war ja schließlich Gornik Zabrze Fan
und durch die vielen Siege erfolgsverwöhnt. Um seinen Sohn zu trösten,
hatte er ihm damals versprochen: "Wenn Stomil noch mal ins Finale kommt,
dann fahr ich mit dir zusammen nach Warschau!" An dieses Versprechen hatte
sich Adam natürlich die ganze Zeit erinnert und nun war die Chance
gegeben. Das gegnerische Team von Zaglebie schätze Adam als eher mittelmäßig
ein, für einen Aufsteiger hielten sie sich allerdings recht souverän
im Mittelfeld der Tabelle. Alles war also gerichtet für einen schönen
Fußballabend. Die erste Überraschung gab es beim Einlaufen der
Teams. Im Tor bei Zaglebie stand plötzlich ein Mann, der den Polnischen
Fußballfans aus der Nationalmannschaft gut bekannt ist. Adam Matysek,
ehemals mit Bayer Leverkusen in der Champions League aktiv, war in sein
Heimatland Polen zurückgekehrt und hatte bei Zaglebie unterschrieben.
"Oh Mann, das wird schwer den zu überwinden!" merkte Adam an und es
sollte sich im Laufe des Spiels zeigen, dass er mit dieser Einschätzung
Recht hatte. Stomil konnte in Bestbesetzung antreten, in der vergangenen
Ligapartie gegen Polonia Warschau hatte man die halbe Mannschaft geschont
und dennoch einen souveränen 3:1 Sieg davongetragen. Endlich war die
Partie eröffnet und Stomil griff unter den Anfeuerungen der Zuschauer
freudig an. Als bereits in der 3. Minute der Nigerianer Salami zum 1:0
per Flugkopfball traf, gab es kein Halten mehr. Das Stadion stand Kopf
und "Warschau, Warschau, wir fahren nach Warschau!" schallte es durch das
weite Rund. Doch scheinbar schwappte diese Euphorie der Zuschauer auch
auf die Spieler über und so spielte in der 11. Spielminute Abwehrchef
Lenart einen alles andere als begeisternden Fehlpass in den Lauf von Lubins
Klimek und dieser vollstreckte souverän zum 1:1 Ausgleich. "Der hat
noch vor 2 Jahren bei uns gespielt und damals viele Chancen im verlorenen
Pokalfinale vergeben."
bemerkte Adam und war alles andere als erfreut, über die neue
Treffsicherheit von Klimek. Geschockt von diesem mehr als blöden Ausgleich
stellte Stomil im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit das Fußball
spielen ein und begnügte sich mit wilden Pässen in die ganz leeren
Räume des Spielfelds. Zaglebie war scheinbar mit dem 1:1 erstmal zufrieden
und so brauste ein schallendes Pfeifkonzert durch das Stadion als der Schiedsrichter
die Partie nach 45 Minuten unterbrach. "Ich weiß überhaupt nicht
was mit der Mannschaft los ist, die wirken total gehemmt." wusste Adam
seinem Vordermann am Bratwurststand zu entgegnen, als dieser seinen Unmut
über das schlechte Spiel äußerte. Dann begann auch schon
wieder die 2.Halbzeit, allerdings leider so wie die erste aufgehört
hatte. Stomil konnte scheinbar heute nicht und Zaglebie wollte scheinbar
nicht und so tasteten sich die beiden Mannschaften noch eine weitere halbe
Stunde gegenseitig ab. In der 75. Minute platze Trainer Krolinski dann
allerdings der Kragen und er holte gleich 3 Versager auf einmal vom Feld.
Reichlich Risiko bei einer drohenden Verlängerung, aber wohl das einzige
Mittel um hier noch was zu bewegen. Scheinbar war dies' genau das Signal
für die anderen Spieler auch wieder das Spielen aufzunehmen. Plötzlich
wurde geschickt kombiniert und sich endlich wieder Chancen herausgearbeitet.
Doch die Zeit verstrich. Bereits 87 Minuten waren gespielt und Adam wusste,
dass die Zeit gegen Stomil lief. "Zaglebie hat noch keinmal gewechselt,
die können gleich drei frische Spieler für die Verlängerung
bringen, während wir gar nicht mehr wechseln können." Ob der
junge Krzysztof Kornacki auch so was gedacht hat, als er in der 88. Minute
seinen Pass auf Marcin Florek spielte und dieser zum 2:1 Führungstreffer
für Stomil vollstreckte, ist bis jetzt noch unbekannt. Wahrscheinlich
wollte er sich einfach die mühsamen 30 Minuten Lauferei ersparen und
hatte deshalb einen seiner wenigen Geistesblitze in dieser Partie. Mit
diesem Tor war die Partie allerdings gelaufen und die Feierlichkeiten konnten
beginnen. "Und wir holen den Pokal Halleluja, Und wir holen den Pokal Halleluja"
sangen die Fans voller Vorfreude und können schon jetzt das Finale
in 2 Wochen nicht mehr abwarten. "Endlich können wir die Schmach des
verlorenen Pokalfinales vergessen machen und das, in dem wir Wisla das
Double vermiesen!" Diese Worte stammen von Trainer Markus Krolinski und
werden sicherlich nicht auf Gegenliebe bei seinem Gegenüber Bernhard
Grulich stoßen. Dieser könnte mit seinen Krakauern im Falle
einer Titelverteidigung in beiden Wettbewerben, ein absolutes Novum in
der Polnischen Geschichte erreichen und wird sicherlich jede Anstrengung
dafür in Kauf nehmen. Beim Finale in Warschau werden wir auch den
kleinen Adam wieder sehen der seinem Papa gleich die frohe Nachricht übermittel
hat.
Der Arbeitskollege von seinem Papa hat ihm versprochen Karten zu besorgen,
denn er will auch unbedingt zum Finale. Er ist allerdings Wisla Fan und
heißt Tomasz...
Markus Krolinski |
 |
| Auf in den
Endspurt
28.02.02 - ppa. Glücklich konnte Titelverteidiger Wisla
Krakau seine Spitzenposition in der polnischen Eliteliga trotz eines dürftigen
Vier-Punkte-Wochenendes verteidigen und Trainer Bernhard Grulich hat weiter
alle Chancen, als erster Trainer Polens das Double zu wiederholen. Ein
gehöriges Quentchen Glück und eine starke Abwehr war aber nötig,
um den Vorsprung auf die Verfolger nicht noch weiter schmelzen zu lassen
- mit 49 Punkten führt Wisla die Tabelle an und hat nun noch drei
Zähler Vorsprung auf den ersten Verfolger, Gregor Ziajka (GKS Kattowitz,
46 Punkte). Beide Vereine weisen übrigens sowohl in der Anzahl der
erzielten als auch der kassierten Tore exakt gleiche Werte auf.
Überraschend Anschluß an das Spitzenduo konnte Christian
Knoblich halten, der sich nun mit 45 Punkten auf Rang drei, dem UEFA-Cup-Platz
Polens,
befindet. Daß Wisla Krakau erneut das Double gelingt, darauf
hofft vermutlich der Trainer der Nr. 4, Juergen Zehner, der derzeit mit
Ceramika Opoczno nach niederlagenfreiem Wochenende den "Nachrückplatz"
mit 44 Punkten belegt. Sogar noch Chancen auf den Titel kann sich auch
Ex-Meistertrainer Billy Heinz ausrechnen: bei Groclin Grodzisk scheinen
in den letzten Wochen die Messer wieder gewetzt worden sein und der Sturm
macht dem Namen seines Trainers, dem "Schlachter", wieder alle Ehre - die
einzige zweistellige positive Tordifferenz in der Ersten Liga macht dies
deutlich. Die Erfahrung
der letzten Saisons lehrt, daß bei sechs Punkten Rückstand
der Zug noch lange nicht abgefahren sein muß.
Das gleiche gilt - freilich mit Abstrichen - auch für die Plätze
6 und 7: Bei Stomil Olsztyn muß sich Markus Krolinski allmählich
die Frage stellen,
ob er noch selbst auf den Titel hoffen soll oder auf einen erneuten
Triumph von Wisla Krakau - das ist schließlich der Finalgegner im
polnischen Pokal,
und würde Bernhard Grulich erneut den Titel in der Liga holen,
wäre Olsztyn als Pokalfinalist auf jeden Fall im UEFA-Cup dabei. Nicht
zu vergessen sind
die erhöhten Chancen auf einen eigenen Pokalsieg im Falle einer
Wisla-Meisterschaft - sind doch die ausschweifenden Feierlichkeiten in
Krakau mit der darauffolgenden Formschwäche der tagelang alkoholisierten
Mannschaft bereits allgemein bekannt.
Punktgleich mit Stomil Olsztyn auf Rang 7 liegt Swit Novy Dwor unter
Trainer Dani Schrader, der ebenfalls noch Außenseiterchancen besitzt.
Daß Gornik Zabrze diese Saison an die Erfolge der vergangenen
Jahre anknüpfen kann, scheint hingegen bereits utopisch, mit Rang
acht und nur 40
Punkten kann Nationaltrainer Ricky Ciuraj - ebenso wie mit den Leistungen
seiner Nationalmannschaft - nicht zufrieden sein. Der Serienmeister der
vergangenen Jahre droht, im grauen Mittelfeld zu verschwinden, ebenso
wie die polnische Nationalmannschaft in der Drittklassigkeit. Doch die
Hoffnung
stirbt bekanntlich zuletzt, und gerade für die Bergmänner
aus Zabrze scheint der Fußballgott ja hin und wieder ein offenes
Ohr zu haben.
Schnell abgehandelt werden können die Plätze 9 bis 12 - hier
wird wohl sowohl nach oben als auch nach unten nichts mehr gehen: RKS Radomsko
unter Trainer Michael Szymanski sowie Ruch Radzionkow, trainiert von Dennis
Brochonski, mit je 39 Punkten und grottenschlechten Tippquoten auf 9 und
10, dahinter mit 36 Punkten der beste Neuling und Pokalhalbfinalist Zaglebie
Sosnowiecz mit Trainer Stanislaus Kost vor der Mannschaft von Markus Junker,
Polonia Warschau, die sich nun endlich deutlicher von den Abstiegsrängen
absetzen konnte, sich jedoch nicht auf dem Fünf-Punkte-Vorsprung ausruhen
sollte, denn einige Punkte sind für den Klassenerhalt mit Sicherheit
noch erforderlich.
Richtig dünn wird die Luft aber erst ab Rang 13, welchen derzeit
mit 33 Punkten Dominik Kost und sein Team Odra Opole belegen. Gregor Syga
mit
Zaglebie Lubin auf Platz 14 und Legia Warschau unter Siegfried Pohlack
auf 15 trennt nur noch je ein Punkt von den Abstiegsplätzen, die momentan
von
Neuling Hutnik Krakau (Trainer Denis Nitschke, 30 Punkte), Widzew Lodz
(Torsten Klabunde, ebenfalls 30 Punkte) und dem Schlußlicht Lech
Posen mit Christoph Junker (29 Punkte) belegt werden. Ebenso wie für
die Polnische Nationalmannschaft ist auch bei diesen drei akut abstiegsgefährdeten
Klubs
das letzte Wort noch nicht gesprochen, der Rückstand ist für
alle noch durchaus aufzuholen.
Langeweile dürfte während der nun anstehenden "Wochen der
Entscheidung" also keinesfalls aufkommen...
Bernhard Grulich |
 |
| Verschenkte
Punkte gegen Italien
21.02.02 - Finnland - Polen
Polen zu Gast in Finnland. Sie begannen sehr nervös und leisteten
sich schon zu Beginn einige haarstäubende Fehler in der Defensive.
Einer davon führte zum 1:0 durch Thomas Kopp, der plötzlich völlig
allein vor dem Tor auftauchte und einzuschieben brauchte.
Es dauerte weitere 20 Minuten, ehe Polen so langsam in die Gänge
kam. Bis dahin gab es von Seiten der Polen allenfalls Vorstösse bis
maximal 10 Meter vor dem gegnerischen Strafraum, aber in der 27. Minute
gab es dann die erste dicke Chance. Bernhard Grulich konnte sich bullig
gegen zwei Verteidiger durchtanken und vollstreckte eiskalt zum eher schmeichelhaften
1:1.
Nun entwickelte sich ein offenes Spiel mit einigen Chancen auf beiden
Seiten, allerdings haperte es im Abschluss und auch die Keeper waren recht
gut aufgelegt. So blieb es bis zur Pause beim mittlerweile leistungsgerechten
1:1.
Nach der Pause liessen es beide Teams erst wieder etwas ruhiger angehen,
erst in der 55. Minute gab´s mal ne kleine Chance für die Polen.
Aber diese leitete Teil zwei des offenen Schlagabtausches, nun ging´s
wieder rund. Nach einer knappen Stunde dann die erneute Führung für
die Gastgeber. Freddy Moeller konnte Bodo Loewe mit einem klasse Steilpass
in Szene setzen, der dann auf und davon war und dem Keeper keine Chance
ließ. Das 2:1.
Nun waren die Polen gefragt, schließlich brauchten diese dringend
mal wieder ein Erfolgserlebnis. Das hatten sie scheinbar auch verinnerlicht,
denn nun zündeten diese ein Offensivfeuerwerk, erarbeiteten sich zahlreiche
gute Chancen, aber wie schon in Hälfte eins war die Ausbeute mangelhaft.
Etwa eine Viertelstunde vor Schluß war es dann allerdings doch soweit,
Martin Jaschkowitz erzielte den längst überfälligen und
hochverdienten Treffer zum 2:2 Ausgleich.
Und sie wollten mehr. Direkt nach dem Wiederanstoss erkämpfte
sich Dennis Brochonski den Ball und setzte zu einem fulminanten Solo an,
dribbelte zwei Verteidiger aus und zog aus gut 20 Metern aus aussichtsreicher
Position ab - drin! 2:3, die Führung. Eine Zentnerlast schien von
den Polen zu fallen.
In der Folge zog sich Polen etwas mehr zurück, war auf Sicherheit
bedacht. Zu oft hat man sich in der laufenden Saison Kontertore eingefangen,
als dass man diesen Sieg durch ein solches nun noch aus der Hand geben
wollte. Die Finnen wussten mit ihrer wiedergewonnenen Freiheit, der Druck
der Polen war immens und ließ den Verteidigern kaum Luft zum Atmen,
allerdings nicht so recht etwas anzufangen und so blieb es beim verdienten
Erfolg für die Polen, die sich so langsam wieder zu finden scheinen.
Statistik:
----------
Finnland - Polen 2:3 [50:63]
Torschützen:
1:0 Thomas Kopp (05.)
1:1 Bernhard Grulich (27.)
2:1 Bodo Loewe (61., Freddy Moeller)
2:2 Martin Jaschkowitz (76.)
2:3 Dennis Brochonski (77.)
---------
Polen - Italien
Polen empfing Italien und begann verheißungsvoll. Von Beginn an
setzten sie die Gäste unter Druck, spielten Pressing par excellence.
Das wurde belohnt, schon nach 12 Minuten die Führung. Micha Müller
konnte sich am gegnerischen Strafraum den Ball erkämpfen, der Rest
war nur noch Formsache.
Auch nach der Führung blieb Polen die überlegene Mannschaft,
ließ die zuletzt vermisste Spielfreude wieder aufblitzen. Aber dann
passierte es doch wieder, wie so häufig in der letzten und auch in
der laufenden Saison: ein unglücklicher Gegentreffer. Ein eigentlich
ungefährlicher Schuss, der allerdings unglücklich abgefälscht
wurde und infolge dessen beim alleinstehenden Chris Baumgart landete. 1:1
nach 20 Minuten - äusserst schmeichelhaft für die Italiener.
Aber Polen ließ sich nicht beirren, zog weiter das eigene Spiel
auf und kam auch weiterhin zu einigen ordentlichen Chancen, allerdings
ließ auch in dieser Partie die Chancenverwertung zu Wünschen
übrig. Bis zur Pause blieb´s beim 1:1.
Nach der Pause dasselbe Bild: Polen drückend überlegen, mit
Chancen wie Sand am Meer. Aber das 2:1 wollte einfach nicht fallen. Und
wie so oft in solchen Spielen, wenn man die eigenen Chancen allzu leichtfertig
vergibt, nutzt der Gegner die Gunst der Stunde. Das 1:2 nach 53 Minuten
durch Marco Matz, der bei einem Konter auf und davon war.
Die Polen waren sichtlich geschockt und wirkten nun wie gelähmt.
Von Offensive war vorerst nicht mehr viel zu sehen, weder von den Polen
noch von den Italienern. Es dauerte gut 20 Minuten, bis der Schock endlich
verdaut war und Polen sich wieder auf die eigene Stärke konzentrierte.
Der Druck auf die italienische Defensive nahm wieder zu. Es gab noch einige
gute Chancen, aber auch diese blieben ungenutzt.
In der Nachspielzeit warf Polen dann nochmal alles nach vorn, packte
die Brechstange aus. Sie wollten zumindest diesen einen Punkt. Selbst der
unterbeschäftigte polnische Keeper ging nun weit mit nach vorn, stand
am Mittelkreis postiert und leitete die letzten Angriffe ein. Und dann
war es dann doch endlich soweit, die Erlösung durch Marc Lucassen.
Eine Kopfballabwehr landete direkt vor ihm und er semmelte den Ball per
drop kick knallhart in die Maschen. Der überfällige Ausgleich.
Und dabei blieb´s auch, der Unparteiische pfiff mit diesem Treffer
die Partie ab. Ein glücklicher, aber überaus verdienter Punktgewinn.
Hier war allerdings mehr - viel mehr.
Statistik:
----------
Polen - Italien 2:2 [43:51]
Torschützen:
1:0 Micha Müller (12.)
1:1 Chris Baumgart (20.)
1:2 Marco Matz (53.)
2:2 Marc Lucassen (91.)
Christian Knoblich |
 |
| Wisla erstürmt
die Spitze
21.02.02 - OLSZTYN. Mit 4 Siegen aus den 4 Spielen des Wochenendes
hat Wisla Krakau die Spitzenposition in der Polnischen Königsklasse
erklommen. Diese Leistung ist vorallem ihrer überragenden Abwehr zu
verdanken, die erst 31 Gegentore zugelassen hat. Über solche Werte
würden sich Teams wie Legia Warschau oder Widzew Lodz tierisch freuen,
legten ihnen die Gegner nun schon 45 Eier ins Nest. Der ehemalige Tabellenführer
GKS Kattowitz nimmt nun die direkte Verfolgerposition ein und rangiert
mit 40 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz. 40 Punkte bedeuten allerdings
bereits 5 Punkte Rückstand auf Wisla die möglicherweise eine
Wiederholung ihres letzjährigen Doublegewinns nacheifern, denn auch
im Pokal Halbfinale sind sie ja bekanntlich noch vertreten. Punktgleich
mit Kattowitz folgt auf dem dritten Platz Odra Wodzislaw. Ihre gute Position
verdanken sie vorallem ihrer großen Heimstärke, denn 29 ihrer
40 Punkte holten sie im heimischen Wodzislaw. Verfolgt werden die Mannen
von Trainer Knoblich vom bisher stärksten Team der Rückrunde
Groclin Grodzisk. In den bisher 7 Spielen der zweiten Halbserie blieben
sie unbesiegt und stehen nun auf dem vierten Tabellenplatz mit 38 Punkten.
Schaut man sich die Punkteabstände an, so muss man die Vermutung anstellen,
dass der Meister in dieser Saison unter diesen 4 Teams ausgespielt wird.
Bei dem 5.platzierten Swit Novy Dwor beginnt dann die Gruppe der Vereine,
die um den Uefa Cup noch ein Wörtchen mitreden möchten. Swit
hat an den letzten Spieltagen einiges an Boden verloren und ist das drittschlechteste
Rückrundenteam. Wie es scheint bekam der Mannschaft die Winterpause
nicht sehr gut. Ebenfalls mit 36 liegen Ceramika Opoczno und Gornik Zabrze
punktgleich auf den folgenden Plätzen. Rekordmeister Gornik hatte
sich sicherlich höhere Ziele gesteckt, doch nur 4 Punkte aus den letzten
4 Spielen ließen keinen Sprung in der Tabelle zu. Auf dem nächsten
Platz folgt dann der Vizemeister Stomil Olsztyn. Zeichnete man sich in
der vergangenen Saison noch durch überragende Abwehrarbeit aus, so
herrschen in dieser Saison völlig andere Vorzeichen. Mit 47 Toren
in 24 Spielen stellt man die beste Offensive der Liga und begeistert das
Publikum mit herzerfrischendem Offensivfussball. Leider geht dieser Offensivdrang
allerdings auf Kosten einer geregelten Abwehrarbeit und so kassierte man
bereits 43 Gegentore, nur 2 weniger als Schlusslicht Widzew Lodz. Wenn
sich an dieser Bilanz in den nächsten Wochen nichts ändert, dann
bleibt wohl nur der Pokal als Weg in den Europäischen Wettbewerb.
Punktgleich mit Stomil belegt RKS Radomsk den 9. Tabellenplatz. Mit dem
10.Platzierten Zaglebie Sosnowiec endet dann das obere bzw. gesicherte
Mittelfeld. Der Aufsteiger hat das gleiche Problem wie Stomil mit 46 Toren
in der Offensive, aber ebenfalls 43 Gegentoren.
Bereits ab dem 11.Tabellenplatz beginnt die Abstiegszone. Hier führt
Polonia Warschau mit 30 Punkten das Feld an, die sich durch gute Leistungen
in den letzten Wochen ein wenig Luft verschaffen konnten. Allerdings macht
ihnen ihre Heimschwäche (viertschlechtestes Heimteam) das Leben schwer.
Einen Punkt hinter Polonia liegt das Team von Ruch Radzionkow. Auch hier
ist vorallem die Heimschwäche entscheidend, denn in 11 Heimspielen
gelangen ihnen nur 3 Siege. Der 13. Odra Opole hat wiederum einen Abstand
von einem Punkt auf Ruch. Auswärts noch ohne Sieg kämpft Odra
vor allem mit seiner Abwehr, schon 44 Gegentore stehen zu Buche. Auf dem
nächsten Platz folgt dann der, wie bereits erwähnt, Gegentorkrösus
der Liga Legia Warschau die, genau wie Widzew Lodz 45 Gegentore kassierten.
Hier sollte die Vereinsführung ernsthaft über Verstärkungen
in der Abwehr nachdenken, denn sonst ist die Klasse nur schwer zu halten.
Nur durch das bessere Torverhältnis hält sich Zaglebie Lubin
noch vor Lech Posen und somit auf dem rettenden 15. Tabellenplatz. Auf
den vorletzten Tabellenplatz ist Hutnik Krakau gerutscht, bedingt durch
nur 2 Punkte aus den letzten 4 Spielen. Bei Schlusslicht Widzew Lodz ist
eine klare Leistungssteigerung in den letzten Partien zu erkennen. Wie
es scheint haben sich die Mannen um Trainer Torsten Klabunde noch nicht
aufgegeben und konnten den Abstand auf den rettenden 15. Platz auf 2 Punkte
verkürzen. Somit ist in den nächsten Wochen noch große
Spannung angesagt.
Markus Krolinski |
 |
| Spannung
pur
14.02.02 - OLSZTYN. Spannend waren sie allemal, ob sie auch hochklassig
waren ist eine andere Frage. Am Ende hatten sich 4 Erstligisten für
das Halbfinale qualifiziert. Der einzige Zweitligist im Viertelfinale Ruch
Chorzow musste sich mit 1:3 den Mannen von Legia Warschau geschlagen geben.
In der Liga läuft es ja für die Warschauer nicht so toll (16.
Platz) aber dafür im Pokal umso besser. Im Halbfinale erwartet sie
allerdings eine denkbar schwere Aufgabe, denn sie müssen zum Meister
Wisla Krakau. Auch in dieser Saison ist Wisla wieder eine starke Macht
im Polnischen Fussball und steht auch in der Liga auf einem guten 3.Platz.
Die Doppelbelastung scheint der Mannschaft nichts auszumachen und so setzten
sie sich auch im Viertelfinale durch. Dies geschah allerdings auf denkbar
knappe Art und Weise. Gegen Zaglebie Sosnowiec stand es nach 120 Minuten
2:2 Unentschieden und es stand das allseits gefürchtete Elfmeterschießen
an. Dort hatte Wisla das glücklichere Ende für sich und man gewann
mit 7:5. Zwischen Wisla und Legia wird also der erste Finalist ermittelt.
Den anderen Finalisten machen Stomil Olsztyn und Zaglebie Lubin unter sich
aus. Die Rückkehrer ins Oberhaus aus Lubin wollen den Pokal zum Einzug
in den Internationalen Wettbewerb nutzen, den sie über die Liga nicht
mehr erreichen können (Platz 14). Dabei sei besonders erwähnt,
dass sie sich auf ihrem Weg ins Halbfinale gegen 3 Erstligisten durchgesetzt
haben. Im Viertelfinale hatten sie denkbar knapp mit 1:0 die Oberhand gegen
Ruch Radzionkow. Nun müssen sie im Halbfinale nach Olsztyn wo sie
von Stomil schon sehnsüchtig erwartet werden. Dort brennt man auf
den ersten Titel der Vereinsgeschichte und hofft diesen im diesjährigen
Pokalwettbewerb feiern zu können. Die Euphorie im Umfeld teilt Trainer
Krolinski aber keineswegs: "Gestern sprach mich ein Fan beim Training auf
Finalkarten an, da hätte ich ihm am liebsten eine runter gehaun. Aber
dann krieg ich wieder eine Sperre vom Verband und auf die Tribüne
will ich auch nicht zu den Sesselpfurzern da." Bleibt nur noch zu erwähnen,
dass sich Stomil im Viertelfinale mit 3:2 in einem tollen Spiel gegen Polonia
Warschau durchsetzte.
Markus Krolinski |
 |
| Kattowitz
und Polonia Gewinner der letzten Wochenenden
14.02.02 - ppa. Wenig Umwerfendes geschah in der polnischen Eliteliga
in den letzten acht Spieltagen. Es ist deutlich zu bemerken, daß
die anhaltenden Diskussionen um die Nationalmannschaft die Trainer voll
in Anspruch nehmen und der Ligabetrieb derzeit nur nebenbei erledigt wird.
Einzig beim GKS Kattowitz, dessen Trainer Gregor Ziajka bezeichnenderweise
nicht zu den Mitgliedern der Nationalmannschaft zählt, scheint man
den Alltag noch mit voller Konzentration zu absolvieren - Kattowitz führt
inzwischen die Liga mit deutlichem Vorsprung von 4 Punkten bei erst drei
Niederlagen nach 20 Spielen und als einziges Team mit zweistelliger Tordifferenz
an. Mit Abstrichen gilt dies auch noch für den derzeitigen Zweiten
Dani Schrader (Swit Novy Dwor), auch er unbelastet von der Nationalmannschaft,
allerdings eben doch mit bereits vier Punkten Rückstand hinter Kattowitz.
Erster Nationalspieler ist mit 33 Zählern auf der Habenseite punktgleich
auf Platz 3 Bernhard Grulich, Trainer des Titelverteidigers Wisla Krakau.
Dort hat man allerdings offenbar das Toreschießen verlernt. Mit unter
40 Quotenpunkten auf Platz drei - offenbar haben die Krakauer die Minimalistenrolle
von Stomil Olsztyn, im letzten Jahr Vizemeister mit ähnlich schwacher
Quote - übernommen. Olsztyn mit Trainer Markus Krolinski übrigens
zur Zeit mit 30 Punkten, aber 40 Toren (Ligarekord!) auf Platz sechs mit
guten Chancen nach oben. Daß die Zusatzschichten im Stürmertraining
auf Kosten von Krolinskis anfänglich reger Tätigkeit im ppa-Büro
geht, sei nur am Rande bemerkt. Beide Teams stehen auch im Halbfinale des
polnischen Pokals - das Duo Krolinski/Grulich schwingt sich also nach Übernahme
der Erstligaberichterstattung in der ppa auch auf, die Liga nicht nur journalistisch,
sondern auch sportlich mitzudominieren.
Noch einen Punkt und einen Platz vor Krolinski findet sich der Klub
des Nationaltrainers, der die Rolle des Dominators in den letzten Jahren
allein innehatte. Punktgleich mit dem Vierten Ceramika Opoczno unter Trainer
Jürgen Zehner - welcher ebenfalls unbelastet von den Geschehnissen
in der Nationalmannschaft derzeit frei aufspielen kann - macht sich jedoch
bei Ricky "Hitzfeld" Ciuraj ebenso wie bei Dauerkonkurrent Grulich eine
Offensivschwäche breit, auch hier stehen nur 33 Tore und eine 39er-Quote
zu Buche.
Auf Rang sieben - noch immer mit Anschluß zur Spitze - findet
sich Christian Knoblich mit Odra Wodzislaw, dem Verein, der zwar einen
(etwas glücklichen) Glanzstart in die Saison erwischte, inzwischen
jedoch auf den Boden der Tatsachen zurückholt wurde.
Das graue Mittelfeld der Liga reicht von Platz 8 bis 13. RKS Radomsko
führt diese Gruppe mit 29 Punkten an, obwohl die Mannen von Trainer
Michael Szymanski bisher nur die drittschlechteste Tipquote der Liga erreichten.
Dahinter Billy Heinz, der als Trainer auch schon erfolgreichere Tage hinter
sich hat, mit Groclin Grodzisk, und mit 27 Punkten und Rang 10 Zaglebie
Sosnowiec, somit bester Liga-Neuling. Möglicherweise am Ende einer
Krise steht Dennis Brochonski. Seinem Klub Ruch Radzionkow gelang es am
20 Spieltag endlich, eine Serie von sechs Spielen ohne Sieg zu beenden.
Daß Radzionkow trotz 31er-Quote und nur 26 Toren noch nicht in Abstiegsgefahr
geraten ist, ist allein an der Tatsache festzumachen, daß Brochonski
mit nur 26 Gegentoren auch Glückspilz der Liga ist.
Die Überraschung der letzten Wochen ist Markus Junker: Nach 8 Spielen
ohne Niederlage konnte sich sein Verein Polonia Warschau inzwischen ein
wenig von den Abstiegsplätzen absetzen, er liegt nun auf Rang 12.
Ebenfalls noch zwei Punkte Abstand zu diesen kann auf Platz 13 Odra Opole
(Trainer: Dominik Kost) aufweisen.
Akute Abstiegsgefahr herrscht ab Rang 14: Gregor Syga mit Zaglebie Lubin,
zweiter Liga-Neuling - stünde wohl etwas besser da, läge nicht
ein siegloses Wochenende hinter dem Klub. Nur durch die Tordifferenz von
Lubin getrennt auf dem letzten Nichtabstiegsplatz der derzeit schlechtest
plazierte Aufsteiger, Denis Nitschke mit der Krakauer Nummer zwei, dem
kleinen Klub Hutnik, sowie Legia Warschau auf 16. Das Team von Trainer
Siegfried Pohlack spielte letztes Jahr noch im Kampf um die Meisterschaft
eine Rolle - nun steht in Warschau das "Scheunentor der Liga": bereits
42 Gegentore.
Langsam die Lichter aus gehen in Posen und Lodz, die beide erst vier
Siege verbuchen konnten. Mit 19 Punkten sollte sich Christoph Junker auf
Rang 17 Rat von seinem Bruder holen, wie auch Lech Posen eine ähnlich
Serie starten kann - er trainiert den schlechtesten Sturm der polnischen
Eliteklasse. Noch weitere zwei Zähler dahinter Torsten Klabunde, Trainer
der zweitschlechtesten Abwehr in Liga eins. Er müßte schon ein
kleines Wunder vollbringen, um mit Widzew Lodz noch die Klasse zu erhalten.
Bernhard Grulich |
 |
| Polen desolat
06.02.02 - Malta - Polen
Nach dem erfolgreichen letzten Wochenende mit dem Optimum von 6 Punten,
herrschte in Polen wieder Zuversicht, die Blicke richteten sich wieder
gen obere Tabellenplätze.
Polen begann vielversprechend: Anstoss, Angriff, Tor. So einfach ist
Fussball! Grulich war es, der ganz plötzlich ziemlich allein am STrafraum
auftauchte und angesichts der 3 auf ihn zu eilenden Verteidiger einfach
draufhiel und den Ball in den Winkel setzte. Ein Auftakt nach Maß
also.
Aber die Freude währte nicht lange, denn nur 3 Minuten später
fiel auch schon der Ausgleich: Stefan Schreindorfer hatte sich am Mittelkreis
den Ball erkämpft und dann, Polen befand sich in der Angriffsbwegung,
einfach zum Spurt angesetzt. Dank seines ungeheuren Antritts waren die
Verteidiger ohne Chance. Den Torhüter ließ er noch geschickt
aussteigen und drin war der Ball.
Keine Minute später klingelte es erneut im polnischen Gehäuse.
Einmal mehr war es Schreindorfer, der die polnische Abwehrreihe düpierte
und den Torhüter dumm dreinblicken ließ. So schnell kann´s
gehen, Malta plötzlich mit 2:1 in Führung.
Das Spiel weiterhin flott, beide Teams erarbeiteten sich einiges an
Chancen. Die Treffsicherheit der ersten 5 Minuten war aber erst einmal
dahin und so dauerte es bis zur 28. Minute, ehe Micha Müller den Ausgleich
erzielen konnte. Von einem langen Ball auf dem rechten Flügel in Szene
gesetzt, ließ er sich nicht zweimal bitten und drang an der Grundlinie
in den Strafraum ein. Mangels Abspielmöglichkeiten musste er es allein
versuchen und so setzte er zum Dribbling an, mit welchem er 2 Verteidiger
ausspielen und den Keeper verladen sollte. Nach einer halben Stunde also
alles wieder offen.
Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel, Malta noch mit zwei kleineren
Möglichkeiten, aber die stellten keine große Bedrohung für
den 2:2-Pausenstand dar.
Nach der Halbzeitpause ging´s dann härter zur Sache, es wurde
deutlich ruppiger. Der Kampf bestimmte nun das Spiel und da konnten die
Polen lange Zeit gut gegenhalten. Chancen waren Mangelware, angesichts
der hohen Fehlpassquoten beider Teams in der zweiten Hälfte aber auch
nicht verwunderlich. In der 60. Minute kam es zu einem Handgemenge mit
anschließender Ringkampfeinlage. Der Unparteiische hatte alle Hände
voll zu tun damit, nicht die Kontrolle zu verlieren. Er tat das einzig
Richtige und schickte die beiden Streithähne vorzeitig zum Duschen.
Nun also nur noch 10 zu 10 und bei dem aufgeweichten Boden war Kondition
nun also mehr gefragt als alles andere.
Nachdem sich die Gemüter wieder einigermaßen beruhigt hatten
wurde auch mal wieder etwas Fussball gespielt, auch wenn das nicht mehr
all zu leicht fiel, die Kräfte schwanden doch merklich. Das galt vor
allem für die polnischen Spieler, die bis eine Viertelstunde vor Schluß
klasse dagegengehalten hatten, dann aber immer mehr abbauten. Das blieb
natürlich nicht ohne Folgen. Werner Denk war es, der in der 79. Minute
zwei Verteidigern enteilt war und dem Keeper keine Chance ließ -
das 3:2. Nun brachen die Polen völlig ein und Maltas Schlußoffensive
begann. Angriff um Angriff wurde gefahren. Bis zur Nachspielzeit ohne Erfolg,
aber dann setzte Fabian Greindl noch einen obendrauf und versenkte den
Ball aus gut 30 Metern noch einmal unter der Latte. Der Schlußpunkt
in einem ansehnlichen Spiel, nach welchem sich Polen wieder nach unten
orientieren muss.
Statistik:
----------
Malta - Polen 4:2 (84:41)
Torschützen:
0:1 Bernhard Grulich (01.)
1:1 Stefan Schreindorfer (04.)
2:1 Stefan Schreindorfer (05.)
2:2 Micha Müller (28.)
3:2 Werner Denk (79.)
4:2 Fabian Greindl (91.)
---------
Polen im Leistungstief
Polen - Luxemburg
Viel hatten sie sich vorgenommen, 3 Punkte sollten es werden, wie schon
in den letzten beiden Heimspielen. Aber mit solch einer Leistung...
Das Spiel ist schnell zusammengefasst: Michael Szymanski wurde schon
nach wenigen Sekunden im Strafraum gelegt und verwandelte den fälligen
Elfmeter selbst. Keine Minute später die gleichen Bilder, diesmal
aber aus dem anderen Strafraum. Steafn Marx wurde zu Fall gebracht, trat
selbst an und verwandelte. 1:1 nach nur zwei Minuten - ein Blitzstart.
Was dann allerdings folgte, darüber sollten sich besser alle in
großes Schweigen hüllen. Ein einziges Fehlpassfestival und das
galt für beide Mannschaften. Ideen- und lustloses Rumgestochere, Fussball
ohne Herz, ohne Einsatz und Willen. Mit anderen Worten: zum Abgewöhnen.
Folgerichtig gab es in der ersten Hälfte auch keine weiteren Chancen
zu sehen. Die Zuschauer müssen sich mächtig verschaukelt vorgekommen
sein...
Die Hoffnung, die zweite Halbzeit könne nur besser werden, wurde
denn auch schnell zunichte gemacht. Beide Torhüter waren in der 2.
Halbzeit komplett beschäftigungslos. Sie wurden weder mit Rückpässen
und Abstössen noch mit Torschüssen belästigt. Das lag ganz
einfach daran, dass keine der beiden mannschaften auch nur irgendwelche
Anstalten machte, sich mal in Richtung gegnerisches Tor zu bewegen. Offensivbemühungen
gleich null, bis auf wildes Hin- und Hergeschiebe des Balles gab es absolut
nichts zu sehen. So kam es auch, dass schon weit vor dem Abpfiff das Stadion
leer war. Nicht nur den Fans war dieser Anblick unerträglich, auch
die Pressemenschen wanderten vorzeitig ab. An der Richtigkeit des Endresultates,
am 1:1 änderte sich natürlich nichts mehr. Erste Gerüchte,
es wäre doch noch ein Tor gefallen, haben sich allerdings nicht bewahrheitet.
Vom Schiedsrichter, den wir spät in der Nacht in einer Bar trafen
(offenbar spülte er seinen Frust über das Gesehene herunter,
die Red.), haben wir uns versichern lassen, es hätte sich nichts mehr
getan. Das Gerücht, er hätte sich eventuell auch vorzeitig aus
dem Staub gemacht hat, haben beide Trainer in einem späteren Interview
ins Reich der Fabeln verwiesen...
Statistik:
----------
Polen - Luxemburg 1:1 (21:39)
Torschützen:
1:0 Michael Szymanski (01.)
1:1 Stefan Marx (02.)
Christian Knoblich |
 |
| Erstligisten
fast unter sich
06.02.02 - OLSZTYN. Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren scheinen
in dieser Saison die Erstligisten den Pokal ernster zu nehmen. So errreichte
mit dem Absteiger Ruch Chorzow nur ein einziger Zweitligist das Viertelfinale.
Läuft es in der Liga alles andere als toll, so spielen die Mannen
um Trainer Robert Kopetschke im Pokal großartig auf. So fertigten
sie den letztjährigen Pokalfinalisten KS Myszkow mit 3:0 ab und man
hatte den Eindruck als wenn die Gastgeber gar nicht auf dem Platz wären.
Ein solch klares Ergebnis wie es Ruch ablieferte gab es in den anderen
Partien allesamt nicht. Lediglich Polonia Warschau konnte sich bei Pogon
Szczecin mit 3:1 durchsetzten, alle anderen Partien endeten mit 1 Tor Abstand
oder gingen ins Elfmeterschießen. Zu eben diesen kam es in den Erstligaduellen
Zaglebie Lubin gegen Hutnik Krakau und RKS Radomsko gegen Wisla Krakau.
Dabei hatten Lubin und Wisla das größere Glück und erreichten
das Viertelfinale. Schaute man sich die Platzierungen der Vereine vor dem
Achtelfinale an, so erschien die Partie Stomil Olsztyn gegen GKS Kattowitz
als das Topspiel, traf hier schließlich der Tabellenzweite auf den
Tabellenersten. Nur eine Woche zuvor hatte Kattowitz mit einem 4:2 Sieg
in Olstyn die Tabellenspitze erobert und dafür hatte Stomil Rache
geschworen. Doch in einer müden Partie gelang Stomil nur ein mageres
1:0 und Kattowitz schien Kräfte für den Ligaalltag sparen zu
wollen. So langweilten sie die Zuschauer über 90 Minuten und wurden
schließlich von einem Pfeifkonzert in die Kabinen begleitet. Wie
man sieht wurde in dieser Pokalrunde eher Magerkost geboten und es bleibt
abzuwarten was uns die nächste Pokalrunde bringt.
Markus Krolinski |
 |
| Zu schlecht
für diese Welt
02.02.02 - OLSZTYN. Wie jedes Jahr endete auch in diesem Jahr
die Polnische Europapokalsaison. Hiermit sei der Antrag gestellt die Polnischen
Mannschaften doch erst gar nicht antreten zu lassen, so würde man
sich wenigstens eine Blamage ersparen. Es ist einfach traurig feststellen
zu müssen, dass Länder wie Aserbaidschan, Armenien oder die Faröer
Inseln länger im Europacup vertreten sind als unser aller Heimatland.
Dabei können diese Vereine wahrscheinlich nicht einmal den Flug in
die fernen Gefilde wie Italien, Spanien oder San Marino bezahlen. Doch
all dies hat uns nicht zu interessieren, denn wir sind bekanntlich nur
noch Zuschauer bei Canal+ Poland.
Obwohl das Grauen eigentlich keine Erwähnung verdient, ist es an
dieser Stelle doch Journalistenpflicht über die vernichtenden Ergebnisse
der 1.Uefa Cup Runde zu berichten. Fangen wir beim amtierenden Meister
Wisla Krakau an. Gegen die von einer Frau (!) trainierten Litauer von Kauno
Jegeriai blieb wenigstens bis zur letzten Minute die Hoffnung auf einen
Einzug in die nächste Runde bestehen. Nachdem man sich im Heimspiel
mit 1:2 blamiert hatte, erreichte man im Auswärtsspiel dsa gleiche
Ergebnis nur im positiven Sinne. Es ging demnach in die Verlängerung,
welche torlos vorüberging. So erlebten die 1200 Zuschauer im nur spärlich
gefüllten Stadion, Kunststück schließlich erfreuten sie
sich an -6 Grad °, auch noch ein Elfmeterschießen. Hier versagten
dann dem 4. Polnischen Schützen die Nerven und er setzte den Ball
lieber an die Eckfahne als in den Winkel. Nachdem die 5. Schützen
beider Teams jeweils verwandelten war Wisla hiermit ausgeschieden und die
Fussballzwerge aus Litauen in der 2.Runde.
Gewann Wisla wenigstens noch 1 Spiel und holte Punkte für Polen
in der 5 Jahreswertung, unterlag Stomil mit einem Unentschieden und einer
Niederlage gegen die Israelis mit dem klangvollen Namen Hakoah Maccabi
Ramat Gan. Im Heimspiel wollte Stomil den Grundstein für den Einzug
in die nächste Runde legen. So ging man engagiert und mit 3 Stürmern
in die Partie und drängte die Israelis in die eigene Hälfte zurück.
Auf Grund der spielerischen Überlegenheit war das 1:0 dann auch nur
noch eien Frage der Zeit. Auch das 2:0 war schnell erzielt und alles schien
bestens zu laufen. Doch plötzlich schien es als läge ein Fluch
über den Spielern von Stomil. In der 41. Spielminute drang wie durch
Zufall der Israelische Stürmer in den Strafraum von Stomil ein und
versenkte den Ball im Netz. Nun war die Ausgangsposition schon nicht mehr
so toll. Deshalb drückte Stomil in der 2. Hälfte auf den dritten
Treffer. Doch die Unfähigkeit der Polnischen Stürmer kann hier
gar nicht in vollem Maße beschrieben werden. Da vergeben 3 Spieler
freistehend vor dem Tor in Max Huiberts oder Franky Mill Tradition und
auf ihren Gesichtern ist lediglich ein müdes lächeln zu beobachten.
Kein Wunder also, dass in der folgenden Minute eben diese 3 Spieler den
Platz verlassen musste und von Trainer Krolinski umgehend in die Kabine
geschickt wurden. Unfähigkeit muss bestraft werden dachte sich der
Schiedsrichter dann und verhängte einen äußerst fragwürdigen
Elfmeter gegen Stomil, den die Israelis dankend zum 2:2 Ausgleich nutzten.
Somit reißte Stomil schon reichlich niedergeschlagen nach Israel.
Da einige Spieler die Hose gestrichen voll hatten, mussten einige A-Jugendliche
mitreisen, die ihren Job aber passabel machten. Allerdings reichte diese
passable Arbeit zu nicht mehr also einem 1:2 und dem damit verbundenen
Aus. Zum Rückspiel können wir leider keine weiteren Angaben machen,
da aus Sicherheitstechnischen Gründen die Presse aus dem Stadion verbannt
wurde.
Nachdem sich also schon 2 Polnische Vertreter verabschiedet hatten,
war es am Rekordmeister Gornik die Polnische Fahne aufrecht zu erhalten.
Und es schien als wenn wenigstens sie den Einzug in die nächste Runde
schaffen würden. Die San Marinesen (die richtige Bezeichnung ist der
Redaktion leider unbekannt) von SP Domagnano waren im Hinspiel hemmungslos
unterlegen und so siegte Gornik mit 2:0. Das Ergebnis hätte sicherlich
auch noch höher ausfallen können, doch ein verschossener Elfmeter
in der Schlussminute verhinderte eine noch bessere Ausgangslage. Sehr optimistisch
ging es anschließend in den kleinen Staat nahe Italien und man diskutierte
im Flieger angeblich schon über die möglichen Gegner der 2.Runde.
Doch das alte Sprichwort Hochmut kommt vor dem Fall scheint auch hier zuzutreffen.
So agierten die Polnischen Kicker völlig überheblich und nachdem
die diese Überheblichkeit auch noch zum 1:0 führte, feierte man
schon den Einzug in die 2.Runde. Der Torwart verließ kurzer Hand
sein Tor und holte sich von der Ersatzbank eine Sektflasche. Diesen Moment
nutzen die Gegner um den Ausgleich zu erzielen. Trainer Ciuraj war verständlicherweise
ausser sich vor Wut und schickte den Ersatztorwart aufs Feld. Als dieser
nach einer Rettungstag in der 46. Minute allerdings mit dem Knie den Pfosten
streifte und daraufhin mit einem Kniescheibenbruch ausgewechselt werden
muste, waren die Probleme groß. Wie sollte es nun weitergehen so
ganz ohne Torwart. Es musste sich folglich ein Feldspieler das Torwarttrikot
überziehen und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Obwohl der neue
Torwart sichtlich aufopfernd kämpfte so waren die Unterschiede zwischen
einem gelernten Torwart und ihm doch deutlich zu erkennen. In Kürze
stand es 4:1 für SP Domagnano und die Partie war somit entschieden.
Die Polnischen Spieler verließen wie unter Schock den Platz und trotteten
in die Kabine.
Markus Krolinski |
 |
| Nur Durchschnittskost
in der Eliteliga
02.02.02 - ppa. "Panne" in der polnischen 1. Liga: Christian
Knoblich, dem einige Nationalmannschaftskollegen dieses Jahr eigentlich
den Titel freundlich überlassen bzw. zuschanzen wollten, hat seine
glückliche - und fachlich betrachtet unverdiente - Tabellenführung
nun doch trotz Rückendeckung der halben Liga verloren. Nur 6 Punkte
aus 3 Spielen reichten diesmal nicht, um den "Platz an der Sonne" zu verteidigen,
Knoblich fiel zurück auf Platz 4, und die Klopfzeichen des sich offiziell
noch immer "im Urlaub befindlichen" Vorstandes aus dem dunklen Verlies
in den Stadionkatakomben von Odra Wodzislaw werden immer lauter...
Gleich drei Teams konnten an Knoblich vorbeiziehen: Der neue Spitzenreiter
Gregor Ziajka mit GKS Kattowitz liegt nun - achtmal in Folge ungeschlagen
- mit 24 Zählern zwei Punkte vor Verfolger Markus Krolinski. Dessen
Team Stomil Olsztyn merkt man die gemeinsame Saisonvorbereitung mit Schalke
04 deutlich an: In der letzten Saison nur dank destruktiv-defensiver Spielweise
Vizemeister, hat man sich hier wohl von Ebbe Sand und Emile Mpenza das
Toreschießen abgeschaut, mehr Treffer als Punkte auf dem Olsztyner
Konto grenzen an ein Wunder.
Direkt dahinter auf Rang drei glänzt die Offensive des Quoten-
und Torschützenkönigs der polnischen Eliteliga, Dani Schrader.
Sein Team Swit Novy Dwor befindet sich in einem Hoch, eine Serie von sieben
niederlagenlosen Spielen spricht Bände. Hinter dem viertplazierten
Knoblich folgen punktgleich, wenn auch weniger offensivstark, Wisla Krakau
und RKS Radomsko, das mit einer Niederlage am 12. Spieltag eine Serie von
sieben ungeschlagenen Spielen in Folge beendete - Pech für Trainer
Michael Szymanski.
Vor ihm setzt sich unspektakulär, aber heimstark auf Platz fünf
Wisla Krakau wieder im oberen Bereich der Tabelle fest. Bemerkenswert:
Erneut gelang ein Sieg gegen Nationaltrainer Ricky Ciuraj und dessen Klub
Gornik Zabrze (3:2 am 12. Spieltag). Die "Bergmänner" scheinen langsam
zum Lieblingsgegner des Teams von Meister- und Pokalsiegertrainer Bernhard
Grulich zu avancieren; der Tradition des gemeinsamen Freibiertrinkens der
befreundeten Fans nach der Begegnung tat jedoch auch diese erneute Niederlage
der Jungs aus Zabrze keinen Abbruch.
Ciurajs "polnischer FC Bayern" liegt mit bisher nur vier Siegen schon
im Mittelfeld der Tabelle auf Platz 8. Punktgleich und dank starker Offensive
noch vor dem früheren Serienmeister Gornik der beste Neuling, Stanislaus
Kost mit Zaglebie Sosnowiec.
Der zweite Aufsteiger, Zaglebie Lubin unter Trainer Gregor Syga, führt
eine 16-Punkte-Dreiergruppe an, die komplettiert wird durch den ehemaligen
"Bomber der Nation" Dennis Brochonski, dessen Verein Ruch Radzionkow diese
Saison nicht wie gewohnt in der Offensive, sondern allein in der Defensive
glänzt (mit 16:14 Toren ist er Glückspilz der Liga), sowie Juergen
Zehner mit dem derzeitigen "Durschschnittsverein" Ceramika Opoczno - vier
Siege, vier Unentschieden, vier Niederlagen, 20:20 Tore.
Dünn wird die Tabellenluft ab Platz 12, hier steht der kleinere
der beiden Krakauer Vereine, Hutnik, der den traditionsreichen Kickern
von Wisla nur kurzfristig Platz eins in der stadtinternen Wertung streitig
machen konnte, mit derzeit 14 Punkten; zwar schlechtest plazierter Aufsteiger,
aber dennoch respektabel. Punktgleich dahinter Legia Warschau, das letztes
Jahr noch um die Meisterschaft mitspielte und eine zwischenzeitliche Serie
von vier Niederlagen mit einem Sieg am 12. Spieltag zwar überwunden
hat, jedoch noch nicht vollends kompensieren konnte, vor dem "Remiskönig"
und Ex-Meistertrainer Billy Heinz, der mit bislang nur zwei Siegen und
12 Punkten seinem Ruf als "Schlachter" wenig Ehre macht; er belegt den
letzten Nichtabstiegsplatz.
Punktgleich, aber mit eklatant schlechterer Tordifferenz hält Torsten
Klabunde mit Widzew Lodz gerade noch Anschluß an die Nichtabstiegsplätze.
Schon nach 12 Spieltagen äußerst düster sieht es hingegen
für die Brüder Junker aus: Christoph mit Lech Posen und 9 Punkten
auf 17, mit ebenfalls erst einem "Dreier" und 8 Punkten als Schlußlicht
Markus, Trainer des Hauptstadtklubs Polonia, zu dessen Ehrenrettung die
unglückliche Rekord-Gegentorquote von 51,5 erwähnt werden muß.
Wenig Spektakuläres also in der Liga - die polnische Fußballszene
konzentrierte sich diese Woche wohl voll und ganz auf das Länderspielgeschäft.
An anderer Stelle werden hier vier Siege in vier Spielen gewürdigt
werden dürfen; ebenso wie ppa-Kollege Krolinski bedauerlicherweise
über ein für Polen enttäuschendes Wochenende im internationalen
Vereinsfußball wird hinweisen müssen - dieses Wochenende brachte
das Aus für alle drei verbliebenen polnischen Vertreter im Uefa-Cup.
Selbst Vereine aus Ländern wie Litauen, Israel und San Marino (!)
scheinen immer noch zu stark für den letztjährigen Super-Euro-League-Teilnehmer
Polen.
Bernhard Grulich |
 |
| Champions
League ohne polnische Beteiligung
24.01.02 - OLSZTYN. So erfolgreich die erste Europapokalwoche
für die Polnischen Vertreter lief, so enttäuschend war diese
zweite Woche. Mit Wisla Krakau und Stomil Olsztyn verabschiedeten sich
gleich beide Polnischen Teilnehmer in der 2.Qualifikationsrunde zur Champions
League. Traurigerweise gelang ihnen dabei, nichteinmal ein einziger Sieg,
so dass Polen einen weiteren Abstieg in der UEFA-5-Jahreswertung zu befürchten
hat.
Wisla war gegen die Griechische Startruppe von AO Kavala um Trainer
Samuel Fleschenberg bereits im Heimspiel unterlegen und musste sich mit
1:2 geschlagen geben. Für den Europapokal natürlich ein denkbar
schlechtes Ergebnis, musste doch nun mindestens ein 2:0 Auswärtssieg
her. Wisla stürmte als im folgenden Rückspiel munter drauf los
und ging in der 21. Minute mit 1:0 in Führung. Nun war die Hoffnung
groß, doch im 3400 Zuschauer Stadion von Kavala wurden sie durch
die ständige Beschallung mit Griechischer Volksmusik völlig durcheinander
gebracht. Als plötzlich die Griechische Abwehr anfing Sirtaki zu tanzen,
überließ der Polnische Spielmacher ihnen vor Lachen den Ball
und durch diese Unachtsamkeit gelang den Griechen der 1:1 Ausgleich. Wieder
waren 2 Tore gefordert, doch schafften die Polnischen Kicker es im weiteren
Verlauf des Spiels nicht mehr, noch weitere hochkarätige Chancen herauszuspielen.
So blieb es beim 1:1 und Wisla verabschiedete sich so von der Bühne
Champions League.
Nicht besser erging es ihren Polnischen Landsleuten von Stomil Olsztyn.
Gegen die Luxemburgischen Feierabendkicker von US Luxemburg hatte alles
mit einem Sieg im Heimspiel gerechnet und 89 Minuten sah es auch so aus.
Die Polen beherrschten das Spiel auf der ganzen Linie und erfreuten das
Publikum durch zahlreiche Kabinettstückchen. Lediglich zählbare
Erfolge sprangen dabei nicht heraus. So kam es wie es kommen musste und
einen Rückpass eines Polnischen Abwehrspielers stocherte der Luxemburgische
Stürmer ins Tor. Völlig konstaniert harrten die Olsztyner Profis
noch Minuten nach dem Abpfiff auf dem Spielfeld aus und wurden erst durch
die aufmunternden Sprechchöre der Polnischen Fans wieder besserer
Laune. So machten sich dann auch 120 Fanbusse von Olsztyn auf ins kleine
Luxemburg. Wie wir erfuhren, besuchten die Insassen 2er Busse nicht das
Spiel ihrer Mannschaft, sondern vielmehr die nahe dem Stadion befindliche
Nationalbank. Scheinbar hatten sie noch dringende Geschäfte zu erledigen.
Vom Spiel ihrer Mannschaft verpassten sie allerdings nichts wichtiges.
Eine indiskutable Leistung zeigten die Olsztyner Kicker und mussten sich
mit 0:2 geschlagen geben. Trainer Markus Krolinski stürmte nach dem
Spiel sofort in die Kabine und ließ unseren Reporter einsam am Spielfeldrand
stehen.
Als kleiner Trost wirkt auf Wisla und Stomil sicherlich die Teilnahme
an der 1.UEFA-Cup Hauptrunde, für die sie sich durch die Niederlage
qualifiziert haben. Dort treffen sie ihre Kollegen von Gornik Zabrze wieder.
Diese ersparten sich kurzer Hand ihre Begegnung mit dem CF Belenenses aus
Portugal. Der Gegner aus Portugal trat zu beiden Spielen aus bisher ungeklärten
Gründen nicht an und so ging der Sieg jeweils mit 1:0 an Zabrze. Wenigstens
hier konnte also ein Team Punkte für die 5-Jahreswertung sammeln.
Es bleibt zu hoffen, dass die Polnischen vereine im UEFA-Cup mehr Glück
haben und vielleicht alle 3 Vereine die nächste Runde erreichen.
Markus Krolinski |
 |
| Odra an der
Spitze
24.01.02 - OLSZTYN. Entgegen dem eigenen Willen befindet sich
Odra Wodzislaw derzeit an der Spitze der Polnischen 1.Liga. Da holten sie
aus ihren 4 Spielen des Wochenendes nur mickrige 4 Punkte und erklommen
damit tatsächlich die Spitze der Tabelle. Wie ist das möglich
? Tja, wohl mit viel Glück und wenig Verstand. Die Verfolger nahmen
sich die Punkte in direkten Duellen gegenseitig ab und so muss Odra nun
das Schicksal des Tabellenführers erleiden. Trainer Christian Knoblich
machte in einem TV-Interview seinen Unmut deutlich: "Meister ? Ihr und
eure Schnapsideen.". Doch Kollege Bernhard Grulich kommentierte die Situation,
wie sie auf den Aussenstehende wirkt: "Au ja, wir machen Odra gegen ihren
Willen zum Meister!".
Aber noch ist es nicht so weit, wo erst 8 von 34 Spieltagen hinter uns
liegen. Es ergibt sich eine dicht gedrängte Tabelle, so liegen zwischen
dem 1. und dem 11. Platz nur ganze 3 Punkte. Punktgleich mit dem Tabellenführer
sind allerdings nur die Mannen von GKS Kattowitz, die mit einem 4:2 Auswärtssieg
bei Stomil Olsztyn den Sprung auf diesen 2.Tabellenplatz schafften. Die
Unterlegenen Olsztyner folgen mit 1 Punkt Rückstand auf dem 3.Rang.
Dort liegen sie allerdings Punktgleich mit RKS Radomsko und dem Meister
Wisla Krakau. Wie bereits erwähnt folgen weitere Teams direkt auf
dem Fusse und so hat auch Rekordmeister Gornik Zabrze auf dem 12.Rang liegend,
nur 4 Punkte Rückstand. Es ist also für alle Teams noch alles
drin.
Am Tabellenende findet sich ein Brüderpaar wieder. Die Junker Brüder,
befinden sich mit ihren Teams Polonia Warschau und Lech Posen auf Platz
18 und 17 der Tabelle. Dabei belegt Polonia mit 6 Punkten den letzten Tabellenplatz,
während Lech Posen mit 7 Punkten die 17. Position einnimt. Ebenfalls
7 Punkte besitzt auch der Ex-Meister Groclin Grodzisk, bei denen es diese
Saison scheinbar noch nicht rund läuft. Der Aufsteiger Hutnik Krakau
konnte einem Abstiegsplatz noch grade so entkommen, somit belegen sie mit
8 Punkten den rettenden 15.Rang. Aber auch für den Blick nach unten
gilt, was für den Blick nach oben galt. Es ist noch alles drin und
so kann ein Team welches vom europäischen Wettbewerb träumt ganz
schnell in den Strudel des Abstiegskampfes gelangen.
Die nächsten spannenden Spieltage werden weiter Aufschluss darüber
geben, welches Team diese Saison welchen Weg einschlägt und möglicherweise
befindet sich nach 12 Spieltagen immer noch Odra Wodzislaw an der Tabellenspitze.
Doch um es mit den Worten von Trainer Knoblich zu sagen: "Meister ? Ihr
und eure Schnapsideen".
Markus Krolinski |
 |
| Myszkow schlägt
Gornik
24.01.02 - OLSZTYN. Mit einer Riesensensation endete die erste
Pokalrunde. Der letztjährige Finalist KS Myszkow befindet sich erneut
auf dem Weg ins Finale und eliminierte dabei kurzer Hand den Rekordmeister
Gornik Zabrze mit einem 2:1 Auswärtssieg. Weitere Überraschungen
blieben Größtenteils aus, als weitere Zweitligisten neben Myszkow
zogen noch Pogon Szczecin, Polar Wroclaw, GKS Belchatow und Ruch Chorzow
ins Achtelfinale ein.
Absteiger Belchatow besiegte dabei souverän Erstligist Swit Novy
Dwor mit 3:0 und bestätigte damit den neuen Aufwärtstrend. Mit
Ruch Chorzow konnte sich auch ein zweiter Absteiger mit 3:0 durchsetzten.
Der dritte Absteiger Lechia Danzig schied allerdings aus. In einer Neuauflage
des Finales von 2001'4 setzte sich diesmal Vizemeister Stomil Olszytn in
der Verlängerung durch. Der Zweitligist leistete allerdings einen
packenden Pokalfight und die Ersatzgeschwächte Olsztyner Mannschaft
gelang nur durch einen Glückstreffer der Sieg. Lechias Trainer Mick
Goeske sprach nach dem Spiel Stomils Markus Krolinski seine Glückwünsche
aus und bedankte sich nochmals für den Pokalsieg vor 2 Jahren.
Ein negativer Punkt sei an dieser Stelle noch erwähnt, zahlreiche
Vereine zogen es vor, ihre Teams vom nationalen Pokal zurückzuziehen,
da ihnen die Doppelbelastung scheinbar zuviel wurde. Dieses (auf dem Vorbild
von Manchester United beruhende System) ist äußerst fragwürdig,
stellt es doch den traditionsreichen Polnischen Pokalwettbewerb in ein
schlechtes Licht und vermindert es den Wert dieses ehrwürdigen Wettbewerbs.
Markus Krolinski |
 |
| Polen desolat
24.01.02 - Italien - Polen
Nach dem durchwachsenen Saisonstart stand nun eine Auswärtstournee
auf dem Programm. Erste Station dabei war Italien. Um seinen eigenen Ansprüchen
gerecht zu werden mussten natürlich nach Möglichkeit 3 Punkte
her, um sich möglichst schnell oben in der Tabelle festzubeissen,
aber Polen rennt seiner Form der Vorsaisons bisher meilenweit hinterher,
so auch in diesem Spiel.
Polen mühte sich und kam in der 5. Minute auch schon zu seiner
ersten Torchance, aber Peter Forst wusste sie nicht zu nutzen und vergab
freistehend aus 6 Metern. Zum Haare raufen, was er auch prompt tat. Danach
folgte Leerlauf, beide Teams ohne Initiative im Spiel nach Form, lustloses
Rumgestocher im Mittelfeld, Torchancen Magelware. So dauerte es etwa geschlagene
20 Minuten, bis es eine Mannschaft mal wieder gefährlich in Richtung
gegnerisches Tor schaffte, wieder waren es die Polen. Aber auch Robert
Kopetschke liess die Abgebrühtheit, die er im Spiel gegen die Finnen
noch so eindrucksvoll unter Beweis stellte, in dieser Szene vermissen.
Die Verteidiger schon hinter sich wissend, scheiterte er dennoch am Torhüter,
der im Herauslaufen allerdings auch ausgesprochene Cleverness bewies und
den Winkel für Kopetschke sehr gut verkleinerte.
Damit sind die Highlights der wirklich unterirdisch schwachen Halbzeit
auch bereits zusammengefasst, mit anderen Worten: erbärmlich!
Die zweite Halbzeit wusste da schon etwas mehr zu begeistern, obwohl
auch in dieser kaum gut geplante Angriffswellen zu sehen waren. Die erste
Möglichkeit nach gut 10 Minuten, erneut ging es auf den italienischen
Kasten zu. Aber so vielversprechend Billy Heinz´ Solo auch begann,
so traurig endete er auch. 3 Verteidiger hatte er stehen gelassen wie Schuljungen,
um dann, allein vor dem Keeper, in den Rasen zu treten und sich auf die
Nase zu legen. ;-) Ein Raunen ging durchs Publikum.
Etwa 5 Minuten später wagten sich endlich auch die Italiener zum
ersten Mal in den Angriff. Und hier ging es ganz schnell: Flanke von links,
schwache Kopfabwehr und anschliessend ein nicht unhaltbarer Volleyschuss
in den Winkel des polnischen Kasten durch Dirk Rehwinkel. Das 1:0 nach
65 Minuten mit der allerersten Torchance - die Polen sollten sich bei den
Italienern Nachhilfe in Sachen Effizienz geben lassen.
Aber es kam noch besser. Nur eine Minute später konnte Thomas
Mues fast vom Mittelkreis das 2:0 markieren. Polens Torhüter war nach
seinem unglücklichen Auftritt beim 1:0 noch zu sehr mit sich selbst
beschäftigt und stand viel zu weit vor dem Kasten, als dass er diesen
Ball ernsthaft hätte abwehren können. So leicht kann man sich
natürlich all seine Chancen auf Punkte verspielen.
Um Polens schwarze Minuten vollends abzurunden gab es dann auch, wiederum
nur eine Minute später, den Treffer zum 3:0. Erneut war es Thomas
Mues, erneut ein Fernschuss, diesmal aber "nur" aus etwa 20 Metern. Gegen
einen derart verunsicherten Schlußmann wie den polnischen durchaus
ein probates Mittel, wie das zappelnde Netz bewies. Die Vorentscheidung.
Polen versuchte sich zwar noch einmal selbst im Abschluss, aber diese
Möglichkeit wurde, wie schon die drei zuvor, ebenfalls leichtfertig
vergeben. Dennis Brochonski wurde im Strafraum gefoult und trat selbst
an. Normalerweise ein sicherer Treffer bei Brochonski, aber auch er hatte
sich von der Verunsicherung anstecken lassen und es kam wie es kommen musste,
der Ball landete in den Armen des Keepers. Dieser leitete mit einem schnellen
Abstoss auch sogleich den Konter ein. Uli Beckord behauptete sich im Laufduell
gegen 2 Verteidiger und konnte nur durch ein Foul eines weiteren polnischen
Spielers gestoppt werden. Den Freistoss führte er selbst aus, sein
Schuss stellte aber keine Gefahr dar.
Etwa 10 Minuten vor dem Ende hatten sich die Polen endgültig aufgegeben
und liessen auch jeglichen Einsatz vermissen. So war es den italienern
ein leichtes, noch zu zwei weiteren Großchancen zu kommen. Die erste
vergab Daniel Paschmann, der aus 5 Metern nur den Pfosten traf. Der abprallende
Ball landete bei Peter Russ, der auch gleich draufhielt aber ebenfalls
nur Aluminium traf. Viel Glück für die Polen in dieser Szene.
Wenig später war Schluß, der erlösende Abpfiff für
erschreckend schwache Polen. So ist der Wiederaufstieg ganz sicher kein
Thema.
Statistik:
----------
Italien - Polen 3:0 [62:00]
Torschützen:
1:0 Dirk Rehwinkel (65.)
2:0 Thomas Mues (66.)
3:0 Thomas Mues (67.)
---------
Unglückliches Remis
Nach dem desaströsen Auftritt in Italien ging es für die verunsicherten
Polen weiter nach Litauen. Normalerweise hätte das Ziel Sieg heißen
müssen, aber nach dem Italienspiel schraubten die polnischen Verantwortlichen
die Erwartungen auf ein Remis hinunter, um den Druck von den Schultern
der Spieler zu nehmen. Mit Erfolg, denn das Spiel begann vielversprechend.
Gleich in der ersten Minute wurde Thomas Heihal von seinem Gegenspieler
sträflich allein gelassen und hatte keine Mühe damit, den Ball
zum 0:1 einzuschieben. Ein Auftakt nach Maß also, aber die Freude
währte nicht lange. Keine Minute später bereits der 1:1-Ausgleich,
einmal mehr begünstigt durch einen Fehler der polnischen Verteidigung.
Peter Lomott konnte sich am linken Strafraumeck fast ungehindert durchsetzen
und brauchte nur noch draufzuhalten. Polens Spielern stand der Schock ins
Gesicht geschrieben.
Es entwickelte sich ein ordentliches Spiel mit einigen Chancen. Nach
etwa 20 Minuten dann die erneute Führung für Polen, diesmal durch
Micha Müller. Ein direkt verwandelter Freistoss, herrlich in den Winkel
gezwirbelt. Polens Spielern schien eine Last von den Schultern zu fallen.
Aber erneut brachte der direkte Gegenzug nach dem Wiederanstoss Gefahr
in die Nähe des polnischen Tores. Clemens Thamm hatte sich im Starfraum
freigemogelt und konnte einem verteidiger den Ball von den Füssen
spitzeln. Allerdings Glück im Unglück für die Polen, der
Ball ging äusserst knapp am Pfosten vorbei.
Polen verstärkte nun seine Defensive, indem es sich etwas zurückzog,
um auf Konter aus einer massierten Deckung heraus zu lauern. Mit Erfolg,
es gelang ein ums andere Mal nahe vor den Kasten Litauens zu kommen, aber
meist fehlte in der Spitze der Abnehmer für die guten Pässe und
so waren die schnellen Konter nicht mehr als einfach nur hübsch anzusehen.
Wirklich gefährlich wurde es vor dem eigenen Tor, als Marcio Winkler
nach etwa 35 Minuten nach einem Eckball völlig frei zum Kopfball kam
und der Torwart nur mit größter Mühe retten konnte. Aber
diese Szene hatte auch ihr Gutes, denn diese Parade schien der polnischen
Mannschaft Selbstvertrauen zu geben, die zuletzt doch so sehr unter den
Fehlern der Defensive zu leiden hatte. Zum Ende der ersten Hälfte
suchte man sein heil jedenfalls noch einmal in der Offensive, stand die
Abwehr doch endlich mal einigermassen sicher. Dabei raus kam für die
Polen allerdings nichts mehr, zu unplaziert die Abschlüsse. So ging
man mit der 1:2-Führung in die Kabine.
Nach dem Wiederanpfiff drängten erstmal die Litauer. Allerdings
rannten sie sich immer wieder in der polnischen Abwehr fest, die mit jedem
weiteren abgeweherten Angriff an Sicherheit zu gewinnen schien. Wirklich
gefährlich wurde es erst wieder in der 60. Minute, als Henning Lassen-Rasch
sich an einer Flanke versuchte, diese aber völlig mißglückte
und zum Torschuß mutierte. Da musste sich der Keeper schon sehr strecken,
um den zu halten, aber er hatte den Ball und leitete mit einem weitem Abschlag
den Konter ein. Markus Krolinski lief plötzlich allein auf´s
Gehäuse Litauens zu und befand sich nun im Duell 1:1 gegen den Keeper.
Aus vielen Möglichkeiten des Abschlusses wählte er aber leider
die falsche, die Idee den Ball durch die Beine des Keepers zu bugsieren
war dann wohl doch zu offensichtlich. Das hätte sie sein können,
die Vorentscheidung, aber so blieb es weiter spannend.
Danach weiter Litauen im Angriff, aber weiterhin zu unkoordiniert und
ohne die nötige Durchschlagskraft. Eine Viertelstunde vor Schluß
dann ein weiterer gefährlicher Konter, dieses Mal versuchte sich Mick
Göske am Keeper, wie schon Krolinski vor ihm im Duell 1:1. Aber auch
ihm versagten die Nerven. Er versuchte es mit einem Heber, aber das mißlang
gründlich und der Ball landete weit hinter dem Tor. Normaerweise werden
zahlreiche ausgelassene Großchancen bestraft...
Nach dieser Möglichkeit dasselbe Bild, Litauen rannte an, aber
biss sich in der dichten Verteidigung fest. Trotz knapp 66% Ballbesitzes
in Hälfte 2 sprang bis auf die Möglichkeit durch Lassen-Rasch
in der 60. Minute jedenfalls keine Möglichkeit für Litauen heraus
- bis zur 91. Minute. Litauen nach wie vor im Gang nach vorn, nach wie
vor mit Problemen sich in Strafraumnähe durchzusetzen. Und dann das:
Polen war mit den Gedanken wohl schon beim Feiern in der Kabine, als es
Mathias Uhlig beim letzten Angriff des Spiels gewähren liess, anstatt
auch diesen Angriff einfach abzuwehren. Offenbar fühlte sich in dieser
Szene plötzlich niemand mehr verantwortlich und so konnte Uhlig in
den Strafraum eindringen und eiskalt den 2:2 Endstand erzielen - welch
ein Blackout! Das dürfte dem Selbstvertrauen und der Moral der Polen
sehr abträglich sein, kostete sie dieser Gegebtreffer schließlich
nicht nur 2 Punkte, sondern bescherte ihnen auch noch das Tabellende...
Statistik:
----------
Litauen - Polen 2:2 [52:52]
Torschützen:
0:1 Thomas Heihal (1.)
1:1 Peter Lomott (2.)
1:2 Micha Müller (19.)
2:2 Mathias Uhlig (91.)
Christian Knoblich |
 |
| Erfreuliche
Bilanz
17.01.02 - OLSZTYN. Eine recht erfreuliche Bilanz, schaut man
einmal auf die Ergebnisse der vergangenen Jahre, erreichten die Polnischen
Vertreter im Europacup. So schaffte es Stomil Olsztyn den Ukrainischen
Vizemeister FC Winniza in
zwei hartumkämpften Partien auszuschalten. Vielleicht wäre
die Aufgabe im Hinspiel bereits ein wenig leichter geworden, wäre
man nicht von solch widrigen Umständen benachteiligt worden. Durch
einen Schneesturm fuhr man kurzerhand das kleinere Nachbarsdorf Wirniza
an und konnte erst von einer 87 jährigen Bäuerin davon überzeugt
werden, dass man dort falsch sei. So erreichte man 10 Minuten vor dem Anpfiff
noch die richtige Spielstätte, doch für eine Eingewöhnung
an den Untergrund blieb somit natürlich keine Zeit mehr. Am Ende stand
ein verdientes 2:2 auf der Anzeigetafel und Stomil hatte sich somit eine
gute Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen. Dort herrschten
dann für Polnische Verhältnisse traumhafte Bedigungen. 3°
C und ein blauer Himmel lockten 22 000 Zuschauer ins völlig überfüllte
Stadion. Mit einem solchen Andrang hatten die Verantwortlichen nicht gerechnet
un
d so importierten sie kurzer Hand 500 Gartenstühle aus der nahegelegenen
Kleingärtneranlage, positionierten diese auf dem Haupttribünendach
und schufen somit neue Sitzgelegenheiten für die Ehrengäste aus
der Ukraine. Diese durften dann allerdings nicht allzuviel von ihrer Mannschaft
bestaunen, beherrschte doch Stomil über weite Strecken das Spiel.
Aus der einzigen Chance in der ersten Halbzeit erzielten die Gäste
allerdings den Ausgleich und so musste gezittert werden, ehe Stomil in
der Nachspielzeit den 2:1 Siegtreffer erzielen konnte. Damit war die 2.Qualifikationsrunde
sicher erreicht und in Olsztyn träumen sie schon alle von Verona,
Leicester oder auch Mallorca. Doch bis zur Erfüllung dieses Traums
ist es noch ein langer Weg durch zwei weitere Qualifikationsrunden.
Einen ähnlich langen Weg hat Gornik Zabrze zu absolvieren. Das
Team um Nationalcoach Henryk Jan Ciuraj hatte sich die Aufgabe gegen die
Eidgenossen vom FC Wil 1900 wohl ein wenig leichter vorgestellt. Doch schon
im Hinspiel merkte man, an welch eine Tretertruppe man da geraten war.
Schon nach 30 Sekunden musste der Sanitätswagen das erste Mal an den
Spielfeldrand fahren um den Zabrzer Spielmacher abzutransportieren. Er
war von 4 (!) Schweizern in die Zange genommen worden und trug einen offenen
Bruch an beiden Schienbeinen, sowie einen 5 fachen Nasenbeinbruch davon.
Durch diesen Ausfall gelähmt, kassierten die tapferen Polen prompt
den Gegentreffer zum 0:1. Nun war die Moral gefragt und das erfahrene Team
schaltete schnell zwei Gänge höher. Innerhalb kürzester
Zeit hatte man das Spiel gedreht und beendete es auch mit 2:1. Für
große Diskussionen sorgte die Verletzung des Polnischen Spielmachers,
der Trainer des FC Wil sprach in der Pressekonferenz tatsächlich von
einer Schwalbe. Nur dem tapferen Einsatz dreier Sicherheitsleute ist zu
verdanken, dass ihm Ciuraj nicht an die Gurgel ging. Diese schlimmen Bilder
im Hinterkopf ging es dann zum Rückspiel in die Schweiz. Dort war
das Publikum von manipulierten TV Bildern aufgeheizt worden. Unter den
Anfeuerungsrufen der Zuschauer kamen die Schweizer so schnell zu einer
2:0 Führung. Erst kurz vor Schluss gelang Gornik noch der Treffer
zum 2:1 und die damit verbundene Rettung in die Verlängerung. Durch
den enormen Kräfteverschleiss wurden nahezu alle Polnischen Akteuere
von Wadenkrämpfen im 30 Sekunden Takt übermannt. So grenzte es
an ein Wunder, dass sie sich ins Elfmeterschießen retten konnten.
Dort zeichneten sich beide Torhüter durch extremes Nicht-Können
aus und erst ein Pfostenschuss besiegelte das Schicksal des FC Wil. Mit
6:5 gewann Gornik das Elfmeterschießen und dieses bedeutete den Einzug
in die 2.Qualirunde des UEFA-Cups.
In dieser 2.Qualirunde müssen sie allerdings alleine antreten,
denn der andere Polnische Teilnehmer im UEFA Cup KS Myszkow schied leider
aus. Hauptgrund war die mangelnde Routine der Mannschaft, denn in punkto
Ehrgeiz und Kampfgeist konnte man der Mannschaft keinen Vorwurf machen.
Doch das Weiterkommen wurde bereits im Heimspiel verspielt. Die Isländer
von Valur Reydarfjordur spielten abgebrüht und konterten den KS Myszkow
eiskalt aus. Am Ende, trotz des unglaublichen Kampfgeists, stand man mit
leeren Händen da, es hieß 2:3. Im Rückspiel hatte Myszkow
leider nie auch nur die Aussicht auf das Erreichen der nächsten Runde,
denn nach dem Hinspiel brauchte man zumindest ein 2:0. Zu stark war der
Gegner dem leider auch noch in der 1.Halbzeit das 1:0 gelang. Jetzt mussten
schon drei Tore her und in der 2.Halbzeit kämpfte die Mannschaft verbissen,
doch ihr gelang nicht einmal mehr der Ausgleich. Die wenigen Chancen wurden
leichtfertig vergeben. So hieß es schon nach nur 2 Auftritten Abschied
nehmen vom Internationalen Parkett.
Markus Krolinski |
 |
| Großes
Interesse an zweiter Liga
17.01.02 - Selten zuvor war das Interesse an der 2.Liga so gross
wie dieses Jahr. Nicht nur, dass die polnischen "Größen" Robi
Kopetschke, Martin Jaschkowitz und Mick Goeske dieses Jahr als Trainer
in der Liga hinzukamen, auch die Uefa-Pokal Teilnahme von Roland Pausch
mit MS Myszkow ließ die Augen der polnischen Fußballfreunde
diesmal verstärkt auf den Start der 2.Liga blicken.
An die Spitze setzte sich etwas überraschend die Mannschaft von
Znic Pruszkow (Trainer Klaus Mittel-staedt) mit 10 Punkten. Nach dem 14.
Endrang letztes Jahr kam dieser Blitzstart doch unerwartet.
Guter Start auch für den Favoriten Mick Goeske mit seiner Mannschaft
Lechia Danzig, der Absteiger setzte sich mit 2 Heimsiegen und 2 Auswärtsremis
gleich in der Spitzengruppe fest. Da werden Erin-nerungen an die vorletzte
Saison wieder wach, als Lechia Danzig die Liga beherrschte und „nebenbei“
auch noch den polnischen Pokal holte. Ist da eine Wiederholung möglich
? Warten wir die nächsten Wochen ab, doch der Start verspricht einiges.
Ebenfalls in der Spitze zu finden sind Slask Breslau (Udo Zimmermann),
der mit 10 erzielten Toren den heurigen Startrekord erzielte, und des Nationaltrainers
Gattin Kirsten Ciuraj mit Concordia Knurow, beide ebenfalls 8 Punkte.
Knapp dahinter Polonia Bytom (Marian Krusch)mit 7, der 2.Absteiger
GKS Belchatow (Martin Jaschko-witz), die noch ungeschlagenenen Mannen von
KSZO Ostrowiec (Mike Jeschmund), GKP Gorzow (Gerard Englender), Chemik
Bydgoszcz (Joerg Krause) und der 3.Absteiger um Präsident Robi Ko-petschke,
Ruch Chorzow alle 6 Punkte. Bei Ruch Chorzow sei angemerkt, dass die beiden
Niederlagen nicht an der Offensive (neben Udo Zimmermann und Kirsten Ciuraj
ist Robi Kopetschke der einzige Über-Quote 50 – Tipper), sondern wieder
am schlechten Defensivverhalten der Mannschaft lagen (die 10 Gegentore
sprechen da eine deutliche Sprache).
Auf 5 Punkte hat es bisher das neue Team von Peter Forst gebracht,
Polar Wroclaw. Wroclaw stützt sich wiederum auf eine starke Verteidigung
und geizt aber auch mit eigenen Toren.
Die Ränge 12 bis 16 haben es allesamt auf 4 Punkte bisher gebracht,
mit dabei Amica Wronki (Marc Lucassen),Hetman Zamosc (Bjoern Guenther),unsere
Uefa-Pokal Fighter aus Myszkow (Roland Pausch), denen die schweren internationalen
Begegnungen sichtbar in den Knochen lagen, Jagiellonia Bialystok (Wojciech
Kozlowski)und LKS Jankowy (Robert Flachstar).
Am Tabellenende finden sich die beiden bisher sieglosen Teams, BBTS
Bielsko-Biala (Ulrich Simagl) und die überhaupt noch punktelose Mannschaft
von Pogon Szczecin (Adam Koslowski)
Alles in allem ein gelungener Saisonstart, hoffen wir, das es mit der
2.Liga so positiv weitergeht.
Thomas Heihal |
 |
| Ligaauftakt
in Polen
17.01.02 - ppa. Erfolgreiche Aufsteiger, ein gefallener Meister
und durchwachsener Start für die Favoriten – so läßt sich
das erste Wochenende der Saison 2002-1 in der polnischen 1. Liga zusammenfassen.
Wisla Krakau – vergangene Saison noch souveräner Meister und Pokalsieger,
reiht sich in die Tradition der abstürzenden Meister ein. Konnte die
Auftakt-Niederlage beim Aufsteiger Zaglebie Sosnowiec noch mit dem Kater
der gesamten Mannschaft nach den ausgeuferten Saisonabschluß-Feiern
erklärt werden, lassen die Ergebnisse der folgenden Spiele befürchten,
daß auch Wisla - wie schon viele polnische Meister vorher, nach dem
Triumph der vergangenen Saison in ein tiefes Loch fällt. Man kann
von Glück sprechen, daß Wisla erst nächstes Wochenende
im internationalen Vergleich zum Zuge kommt – in der aktuellen Verfassung
ist hier schlimmes zu befürchten. Lediglich gegen die Minimalisten
von Stomil Olsztyn gelang ein magerer 2:1-Sieg, der beweist, daß
die Erfolge der letzten Spielzeit nicht völlig unverdient waren. Die
vom polnischen Verband angedachte Kampagne "Don't win and drink" sollte
schnellstmöglich realisiert werden, obwohl die polnische Wodka-Industrie
diese mit allen Mitteln zu verhindern sucht...
Vizemeister Olsztyn hingegen konnte sich mit zwei Siegen, einem Remis
und trotz der genannten Niederlage bereits wieder im oberen Bereich der
Tabelle festsetzen – nicht zu vergessen der Erfolg in der 1. Runde der
CL-Qualifikation.
Noch ungeschlagen an der Tabellenspitze und jeweils nur ein Unentschieden
entfernt von der „Traumbilanz“ von 12 Punkten befinden sich Widzew Lodz
und an zweiter Position – für viele überraschend – Christian
Knoblich mit Odra Wodzislaw, welches als einziger Ligateilnehmer eine Serie
von zumindest drei Siegen verzeichnen kann. Schon drei Punkte dahinter
auf Platz 3 Aufsteiger Zaglebie Lubin – die Saison wird zeigen, ob hier
noch das Strohfeuer der Aufstiegseuphorie brennt, oder ob Gregor Sygas
Team tatsächlich im Haifischbecken der Eliteliga mithalten kann. Auf
Platz vier folgt, wie schon erwähnt, der Vizemeister und Champions-Leage-Teilnehmer
Stomil Olsztyn – hier wurde in der Winterpause wohl ganze Arbeit geleistet,
für Olsztyner Verhältnisse sind acht erzielte Tore und die erreichten
190 Quotenpunkte normalerweise das Resultat von zwei Wochenenden...
Knapp dahinter positioniert sich Gornik Zabrze. Es scheint, als würde
- wie in den vergangenen Saisons – Trainer Ricky Ciuraj auch dieses Jahr
die gewohnte Rolle in der Elite-Liga spielen und die Vergabe der Meisterschaft
nicht über seinen Kopf hinweg erfolgen.
Im Mittelfeld folgt auf Rang sechs Aufsteiger Hutnik Krakau – hier wird
wohl der Zwergenaufstand im Duell der beiden Krakauer Klubs geprobt. Die
„kleinen“ Krakauer sind auch der Pechvogel des Wochenendes: 9 Tore geschossen,
9 kassiert: jeweils ganz oben in der Statistik...
Die Gruppe der Verfolger dahinter bilden GKS Kattowitz, Lech Posen,
das bisher erfolgreichere der beiden Junker-Teams, Ruch Radzionkow und
Odra Opole.
Zwischen Position 11 und 16 entscheidet nur die Tordifferenz über
die Plazierungen - Groclin Grodzisk mit Ex-Meistertrainer Billy Heinz,
Aufsteiger und Meisterbezwinger Zaglebie Sosnowiec, Ceramika Opoczno, Swit
Novy Dwor, UEFA-Cup-Teilnehmer Legia Warschau und schließlich Meister
Wisla Krakau – nebenbei bemerkt mit erscheckend schwacher Tippquote, hier
scheint sich jemand auf den Lorbeeren der vergangenen Saison auszuruhen
– auf Rang 16 befinden sich im Bereich zwischen Niemandsland der Tabelle
und erstem Abstiegsplatz. Im Verlauf der nächsten Spieltage wird sich
hier sicherlich „die Spreu vom Weizen trennen“.
Noch nicht abgeschlagen, aber doch am beunruhigenden Tabellenende RKS
Radomsko und an letzter Stelle der zweite der beiden Junker-Klubs, Polonia
Warschau. Wie lange wird das Brüderpaar noch gemeinsam in der Eliteliga
weilen?
Trotz wenig bemerkenswerter Ergebnisse verlief das erste Liga-Wochenende
gewohnt torreich – sturmstark und Abwehrschwach (im Durchschnitt 3,47 Tore
pro Spiel) – wie die polnische Nationalmannschaft präsentiert sich
auch die Polnische Eliteliga, allerdings gelang es allein den Favoriten
Gornik Zabrze und Stomil Olztyn, in je einem Spiel vier Tore zu erzielen.
Nach einem Wochenende läßt sich noch kein bleibendes Fazit
ziehen – jedoch kann mit Spannung erwartet werden, ob es den Aufsteigern
gelingt, auch im weiteren Saisonverlauf eine entscheidende Rolle in Liga
1 zu spielen. Eins zeigen jedoch die ersten vier Spieltage bereits deutlich:
wenn die polnischen Trainer nicht endlich beginnen, das Abwehrverhalten
ihrer Vereine weniger stiefmütterlich zu behandeln, wird auch in dieser
Saison international für Polen wenig zu holen sein. Nur vier Zu-Null-Spiele
in insgesamt 36 Begegnungen sprechen eine deutliche Sprache...
Bernhard Grulich |
 |
| Polen patzt
zu Saisonbeginn
17.01.02 - Estland - Polen
Das erste Spiel nach dem Abstieg aus der Super Euro League, es ging
nach Estland. Schon lange steht fest, dass es für die polnischen Elitekicker
in dieser Saison nur ein Ziel geben kann und auch nur gibt, nämlich
den direkten Wiederaufstieg. Die Vorgabe für das Saisondebüt
in Estland lautete daher 3 Punkte und die Spieler schienen auch motiviert
zu sein. Es galt in dieser Partie aber auch v.a. eines: hinten möglichst
dicht halten, denn mit Estland traf man auf die treffsicherste Mannschaft
der Vorsaison und an Polens löchrige Defensive der letzten Saison
brauche ich an dieser Stelle wohl nicht noch extra erinnern...
Nach 10 Minuten des gegenseitigen Abtastens gab es so langsam erste
Angriffsbemühungen der Gastgeber, aber nichts ernstes und auch nichts,
worüber sich die polnischen Hintermänner hätten Gedanken
machen müssen. Erst in der 18. Minute rollte der erste wirklich gefährliche
Angriff der Esten auf das polnische Gehäuse zu. Jörg Schuermeyer
hatte sich den Ball kurz hinter der Mittellinie erkämpft und zog auch
gleich mit ihm von dannen. Ohne Probleme konnte er auf dem Weg Richtung
Strafraum 2 Gegenspieler ausspielen, einen weiteren tunneln und dann eiskalt
abschliessen - 1:0. Da war er auch schon hin, der gute Vorsatz, mal wieder
zu null zu spielen.
Nach dem Wiederanstoss war von Trotzreaktion nicht viel zu spüren,
Polen weiterhin schwach. Für die Esten hingegen war die Führung
eine Art Initialzündung und sie erhöhten den Druck, auf die nunmehr
etwas unsicher stehende polnische Abwehr, die sich munter mit dem Bälle
rausschlagen begnügte und nur dank der Tatsache, dass den Esten in
Strafraumnähe die Ideen fehlten, noch keinen weiteren Gegentreffer
hinnehmen musste. Minute um Minute dasselbe Bild: Estland rennt an, der
Ball fliegt zurück in die estnische Hälfte, um dann wieder Richtung
polnischer Strafraum getragen zu werden. Eine vernünftige Chance sprang
dennoch erst in Minute 32 dabei heraus, aber die wurde auch prompt genutzt
und schon schien Polens Lage aussichtslos. Dieter Banko war es, der am
Strafraum einfach mal draufhielt und den Ball zum 2:0 in den Winkel setzte.
Estland schien für den Moment zufrieden zu sein, zog sich für´s
erste etwas zurück. Die Polen verstanden es allerdings nicht, sich
das zunutze zu machen und verharrten beinahe anteilslos in der Defensive.
Das Spiel plätscherte etwas dahin. Erst kurz vor der Halbzeit versuchten
sich die Esten noch einmal ernsthaft. Und es wurde auch gleich wieder gefährlich.
Bernhard Zurbuchens Schuss vom Strafraumeck senkte sich jedenfalls gefährlich
in Richtung Netz und konnte nur unter tatkräftiger Mithilfe des Aluminiums
abgewehrt werden, an welches der Keeper den Ball gelenkt hatte. Was folgte,
war die erste Möglichkeit Polens, die einen schnell vorgetragenen
Konter jedoch leichtfertig vergaben. Christian Knoblich versagten im Duell
1 zu 1 gegen den Schlussmanns der Esten die Nerven und anstatt diesen einfach
zu umspielen versuchte er ihn zu tunneln. Der letzte Angriff der ersten
45 Minuten gehörte wieder den Esten, die es diesmal über den
rechten Flügel versuchten. Lars Hansende nutzte die Lücke, drang
in den Strafraum ein und zog aus nächster Distanz ab, aber wieder
war der Schlussmann zur Stelle und faustete den Ball ins Seitenaus. Den
fälligen Einwurf gab´s allerdings nicht mehr, der Schiedsrichter
bat zum Pausentee.
Nach dem Seitenwechsel herrschte gähnende Langweile. Estland wollte
nicht mehr, sparte seine Kräfte lieber für zukünftige schwerere
Aufgaben und Polen konnte nicht mehr. Erschreckend, in welcher Verfassung
sich der hochgelobte Absteiger befand. Hier und da gab es auf beiden Seiten
zwar den ein oder anderen Angriffsversuch, aber beide Abwehrreihen verstanden
es prächtig, diese halbherzig vorgetragenen Angriffsbemühungen
weitestgehend zu unterbinden. Erst, als es schon viel zu spät war,
setzte Polen seine Angriffsmaschinerie endlich mal ernsthaft in Bewegung
und sorgte für große Unruhe im estnischen Strafraum. Erst war
es Bernhard Grulich, der am Elfmeterpunkt plötzlich völlig allein
stand und "nur" am Pfosten scheiterte und dann war es Dennis Brochonski,
der es besser machte. Den Abpraller versenkte er mit einem knallharten
Schuss unhaltbar für den Keeper in den Maschen und doch noch für
etwas Hoffnung bei den Gästen sorgte.
Nur noch 2:1, plötzlich waren die Polen aufgewacht. Nur wenig
später auch schon die nächste Möglichkeit für die Polen,
die jetzt alles nach vorne warfen. Missglückter Abwehrversuch eines
estnischen Verteidigers und Martin Jaschkowitz reagierte am schnellsten.
Annahme mit der Brust, dann der Schuss, aber erneut nur Aluminium. Nur
noch wenige Minuten zu spielen und die Polen witterten weiterhin ihre Chance.
Aber auch die beiden Pfostenschüsse sowie das Tor waren nicht ohne
Wirkkung geblieben und die Verteidigung der Esten war nach ein paar Minuten
des Tiefschlafs nun wieder hellwach. Polen versuchte es weiterhin, aber
an diesem Abend waren sie einfach zu schwach, um gegen aufmerksame estnische
Hintermänner bestehen zu können. Es blieb also beim letztlich
verdienten Erfolg des Aufsteigers gegen den Absteiger, dessen Saisonpremiere
somit gründlich in die Hose ging und der sich erheblich steigern muss,
um gegen die Finnen daheim punkten zu können.
Statistik:
----------
Estland - Polen 2:1 [58:28]
Torschützen:
1:0 Joerg Schuermeyer (18.)
2:0 Dieter Banko (32.)
2:1 Dennis Brochonski (79.)
---------
Heimspieldebüt geglückt
Polen war zu seinem ersten Heimpspiel der Saison bereits unter Zugzwang,
war der Saisonauftakt in Estland ja verloren gegangen. Um ein Debakel zu
verhindern und den Saisonstart doch noch versöhnlich zu gestalten,
musste also ein Sieg her. Die Vorzeichen standen auch gut, das Stadion
war ausverkauft und die Stimmung im weiten Rund war fantastisch.
Das Spiel begann flott. Die ersten Minuten waren zwar noch recht ruppig,
beide Teams versuchten dem Gegner den Schneid abzukaufen, aber schon nach
5 Minuten weichten diese Versuche wieder. Beide Teams fingen nun lieber
an endlich Fussball zu spielen und es entwickelte sich schon frühzeitig
ein offener Schlagabtausch. In der 11. Minute fiel dann auch gleich das
erste Tor. Freddy Moeller wurde nach einem herrlichen Solo im polnischen
Strafraum zu Fall gebracht. Zum fälligen Elfmeter trat er selbst an
und verwandelte sicher zum 0:1.
Im Gegensatz zum Spiel in Estland blieb der Schock auf polnischer Seite
diesmal aber aus, was belohnt werden sollte. Gleich nach dem Anstoss ging
es Richtung finnisches Gehäuse, dem schnellen Kurzpaßspiel hatten
diese nichts entgegen zu setzen. An der Strafraumgrenze kam der Ball zu
Micha Müller, der sich gegen 2 finnische Verteidiger durchsetzen konnte
und den Ball wuchtig zum 1:1-Ausgleich im Tor versenkte.
Die Freude auf polnischer Seite währte allerdings nicht lange,
denn im direkten Gegenzug gerieten sie erneut in arge Bedrängnis.
Thomas Kopp hatte sich auf links durchgemogelt und tauchte bedrohlich nahe
vor dem polnischen Tor auf. Seinen ersten Schuss konnte der Keeper noch
abwehren, aber der Ball landete erneut bei Kopp und sein Nachschuß
wurde für den Keeper unhaltbar abgefälscht. 1:2 - erneut hieß
es für die Polen einem Rückstand hinterherzulaufen.
Aber hier spielte ein anderes Polen als in Estland, die Mannschaft
war gewillt zu kämpfen, diesen Rückstand aufzuholen und sich
nicht selbst aufzugeben. Sie erhöhten den Druck von Minute zu Minute,
aber das Abwehrbollwerk der Finnen stand. Aber die 20 Minuten Dauerdruck
wurden aus polnischer Sicht letztlich doch von Erfolg gekrönt, der
hochverdiente 2:2-Ausgleich fiel nach missglückter Faustabwehr des
Keepers, der den Ball direkt auf den Kopf Robert Kopetschkes gefaustet
hatte, welcher den Ball nur noch einzunicken brauchte. Eine zentnerschwere
Last fiel von seinen Schultern, denn nach der letzten Saison, die für
ihn mit doppeltem Abstieg endete (mit der Nationalmannschaft und dem Verein,
die Red.), kommen solche Erfolgserlebnisse natürlich gerade Recht.
Nach dem Wiederbeginn dasselbe Bild, Polen weiter im Vorwärtsgang.
Schnell wurde der Ball erkämpft und an Kopetschke weitergeleitet,
der, gestärkt durch den Treffer, ein Solo wagte. Der Treffer scheint
ihm ungeheuer viel Selbstvertrauen gegeben zu haben, denn sowas hat man
lange nicht mehr von ihm gesehen. Dass er es noch kann, stellte er in dieser
Szene aber eindrucksvoll unter Beweis, denn gleich 2 Finnen ließ
er stehen wie Trainingshütchen, einen weiteren überlief er einfach,
um dann, im Duell 1 gegen 1 mit dem Keeper, eiskalt zum 3:2 abzuschliessen.
Jetzt brachen bei ihm alle Dämme. Unbändiger Jubel gefolgt von
einem heißen Samba an der Eckfahne - Kopets
chke is back!
Das Bild änderte sich auch nach der Führung nicht, Polen
setzte nach und wollte mehr. Weiterhin Dauerdruck auf Finnlands Abwehr,
die mehr und mehr ins Schwimmen geriet. Kurz vor der Halbzeit gab es folglich
auch noch 2 hundertprozentige Möglichkeiten, die aber beide unverwertet
blieben. Erst scheiterte Marc Lucassen am Keeper, der den Ball an die Latte
gelenkt hatte und dann war es thomas Heihal, dem die nötige Übersicht
fehlte. Den von der Latte abprallenden Ball köpfte er direkt in die
Arme des am Boden liegenden Keepers - Chance vergeben. Es folgte der Halbzeitpfiff.
Nach dem Wiederanpfiff ein wieder etwas ausgeglicheneres Spiel. Auch
Finnland suchte sein He4il nun wieder in der Offensive. Allerdings ohne
durchschlagenden Erfolg, denn große Chancen waren eher Mangelware.
Auch Polen war das Durchsetzungsvermögen nach der Pause etwas abhanden
gekommen und so gab es zwar viel Angerenne beider Mannschaften, aber mittlerweile
dominierten die Abwehrreihen, die sich, angesichts der 5 Tore in der 1.
Hälfte aber auch nicht sehr verwunderlich, in der Halbzeitpause wohl
einiges anhören mussten.
Die erste erwähnenswerte Möglichkeit ließ jedenfalls
auf sich warten und folgte erst in der 62. Minute. Der Konter, eingeleitet
durch einen unnötigen Ballverlust der Finnen, verlief allerdings im
Sande. Billy Heinz fand sich mit dem Ball zwar schon in nächster Nähe
zum Tor wieder, aber gegen drei Verteidiger konnte er sich allein nicht
durchsetzen. Da niemand mitgelaufen war, war der Angriff auch schon wieder
beendet. Symptomatisch für die 2. Hälfte, die qualitativ nicht
annähernd mithalten konnte mit der starken ersten. Beide Teams weiterhin
bemüht, aber Polen hatte sich nun auch bewußt etwas zurückgezogen
und den Finnen fehlten die Ideen. Erst etwa 10 Minuten vor Ende des Spiels
mal wieder so etwas wie eine Chance, aber der Finne Bodo Loewe vergab sie
leichtfertig. Zu lange gezögert und schon war der Ball auch schon
wieder weg. Leider landete der Ball direkt vor den Füssen eines anderen
Finnen, aber auch Matthias Westerheide versagten die Nerven. Aus etwa 12
Metern Entfernung zog er, ungedeckt, ab, aber ohne Gefahr für den
polnischen Kasten, der Ball ging auf die Tribüne. Bei etwas mehr Abgeklärtheit
hätte es plötzlich durchaus 3:3 oder gar 3:4 heißen können,
aber so blieb es dabei und die Polen schaukelten den verdienten, wenn auch
glücklichen Sieg nach Hause. Balsam auf die geschundenen Seelen der
polnischen nationalspieler, für die die Saison erst jetzt so richtig
begonnen hat.
Statistik:
----------
Polen - Finnland 3:2 [62:44]
Torschützen:
0:1 Freddy Moeller (11.)
1:1 Micha Müller (12.)
1:2 Thomas Kopp (13.)
2:2 Robert Kopetschke (35.)
3:2 Robert Kopetschke (36.)
Christian Knoblich |
 |