| Metalurg Donezk
entscheidet Kampf für sich
07.03.02 - An den letzten vier Spieltagen mussten die ersten
drei gegeneinander antreten. Hier konnten erste Vorentscheidungen um die
wichtigen Plätze getroffen werden. Jeder hatte die Chance, durch diese
Sechs-Punkte-Spiele eine deutliche Tabellenführung zu erobern. Und
dies gelang Metalurg Donezk. Damit steht der Verein kurz vor seiner zweiten
Meisterschaft.
Aber wie kam es dazu? Am 29. Spieltag empfing Donezk den Tabellendritten
und überraschend stark spielenden Aufsteiger Polissya Shitomir. Nach
einer sehr ereignisreichen Anfangsphase, in der für jeden Verein ein
Tor fiel, ließen beide Mannschaften etwas nach und ruhten sich aus.
Kurz vor der Pause ging Metalurg Donezk mit 2:1 in Führung. Nach der
Pause nahm Shitomir langsam das Heft in die Hand und kam zum verdienten
Ausgleich. Danach ging es hin und her mit großen Chancen auf beiden
Seiten. Shitomir konnte aus seinen zahlreichen Chancen ein Tor erzielen
und ging fünf Minuten vor Schluss mit 3:2 in Führung. Aber Metalurg
gab sich nicht geschlagen. Sie schnürten den Gegner in der eigenen
Hälfte ein und kamen kurz vor Schluss zum 3:3. So endete das Spiel.
Am 30. Spieltag hatte Krivbas Krivoj Rog dann Polissya Shitomir zu Gast.
Das Spiel war ganz klar und deutlich. Krivoj Rog zeigte, dass sie das Spiel
unbedingt gewinnen wollten und dominierten es von Anfang an. Shitomir hatte
sich am Spieltag zuvor beim Tabellenführer wohl völlig verausgabt,
denn sonst ist so ein schwaches Spiel nach so einer guten Saison nicht
zu erklären. In Halbzeit eins ging Krivoj Rog mit 1:0 in Führung
und ließ keine Chance von Shitomir zu. In der zweiten Halbzeit drehte
Krivoj Rog noch einmal kurz auf und schoss das 2:0. Danach plätscherte
das Spiel so vor sich hin, und nur zweimal kam Shitomir vor das gegnerische
Tor, aber völlig ungefährlich. Kurz vor Schluss machte Krivoj
Rog dann mit dem 3:0 alles klar. Am 31. Spieltag war dann Krivoj Rog bei
Metalurg Donezk zu Gast. Am Anfang machte Metalurg Druck, aber Krivoj Rog
ging in Führung. Aber der Ausgleich ließ nicht lange auf sich
warten. Mit dem Stand von 1:1 ging es auch in die Pause. Zu Beginn der
zweiten Halbzeit war Metalurg leicht überlegen, konnten einige gute
Chancen aber nicht nutzen. Aber auch gefährliche Aktionen von Krivoj
Rog blieben ohne Torerfolg. Metalurg Donezk wusste, dass es eine riesige
Chance war, den Verfolger abzuhängen und sich den Titel zu sichern,
wenn sie das Spiel gewinnen. Deshalb rannten sie in den letzten zehn Minuten
auf das Tor des Gegners ein und es gelang ihnen auch das verdiente 2:1.
Nun hat Metalurg Donezk sechs Punkte Vorsprung auf den Zweiten der
Tabelle und die Meisterschaft scheint sehr sicher. Aber einen großen
Kampf wird es um die wichtigen Plätze zwei und drei geben, denn die
Mannschaften von Platz zwei bis Platz sieben, haben noch Chancen, die beiden
Plätze zu holen. Allerdings könnte sich Krivbas Krivoj Rog im
Notfall auch durch einen Pokalsieg für das internationale Geschäft
qualifizieren.
Mit Dnjepr Dnjeprpetrovsk steht schon der erste Absteiger fest. Damit
konnte wieder einmal ein Neuling nicht die Klasse halten. Auch für
Poligr. Olexandriya sieht es sehr düster aus, da sie schon fünf
Punkte Rückstand auf das rettende Ufer haben. Von Platz 13 bis Platz
16 sind vier Vereine nur zwei Punkte auseinander. FC Winniza, SC Kherson,
Zirka Kirovograd oder Zakarpattya Uzhgorod wird der vierte Absteiger heißen.
In der zweiten Liga wird noch der dritte Aufsteiger neben Yavir Sumy
und FC Myrgorod gesucht. Diesen Platz können noch sehr viele Teams
einnehmen, da der Abstand der einzelnen Mannschaften in der Tabelle sehr
gering ist.
Michael Pleus |
| Metalurg Donezk
vor zweiter Meisterschaft
28.02.02 - Sechs Spieltage vor Schluss liegt Metalurg auf dem
ersten Tabellenplatz und hat vier Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten
Titelverteidiger. Metalurg Donezk ist mit Abstand die beste Mannschaft
der Rückrunde. Eigentlich dürfte bekannt sein, dass bei Metalurg
die Rückrunde meist die bessere Hälfte der Saison ist. In dieser
Saison sticht mal wieder die Abwehr heraus mit einer hervorragenden Leistung.
Krivbas Krivoj Rog und der dritte, Polyssia Shitomir, sind zwei der vier
Gäste, die Metalurg an den letzten sechs Spieltagen empfangen darf.
Äußerst brisant wird auch das Duell zwischen Krivoj Rog und
Shitomir werden. Dieses Spiel kann ebenfalls vorentscheidenden Charakter
haben. Auf dem vierten Platz liegt Karpaty Lwow. Dieser Verein hat das
vermeintlich leichteste Schlussprogramm der ersten vier. Unter diesen vier
Vereinen wird die Meisterschaft entschieden werden und es werden unter
diesen Vereinen sicher auch die beiden Uefa-Cup-Startplätze verteilt.
Ganz unten in der Tabelle steht Poligr. Olexandriya. Olexandriya hat
fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Allerdings waren
in den letzten vier Spielen die ersten drei der Tabelle Gegner, so dass
nicht so viel geholt werden konnte. An den letzten Spieltagen muss ein
richtig guter Schlussspurt her. Auch Zakarpattya Uzhgorod steht unten in
der Tabelle. Die Mannschaft hat wohl im Uefa-Cup sehr viel Kraft gelassen.
Aber für sie sieht es noch etwas positiver aus als für Olexandriya.
Ebenfalls stehen der SC Kherson.
Yavir Sumy und der FC Myrgorod haben wohl den Aufstieg in die erste
Liga geschafft. Sie haben schon einen enormen Vorsprung herausgespielt.
Um den dritten Aufstiegskampf wird es noch einen heißen Kampf geben.
Im Pokalfinale trifft Krivbas Krivoj Rog auf Tavria Simferopol.
Während Krivoj Rog sich beim Zweitligisten Boryspol erst nach Verlängerung
durchsetzen konnte, deklassierte Simferopol Uzhgorod mit 4:0
Michael Pleus |
| Meister mit
mäßigem Saisonstart
17.01.02 - Aus den ersten vier Spielen konnte Krivbas Krivoj
Rog nur einen Sieg holen, und zwar gegen Naftovyk Okhtyrka. Das Spiel war
am vierten Spieltag und man konnte endlich einen leichten Aufwärtstrend
erkennen. Es ist schon verwunderlich, dass der Meister mit solch schlechten
Leistungen in die Saison gestartet ist, da sich der Kader nicht groß
verändert hat und es eigentlich besser hätte laufen müssen.
Die positive Überraschung der ersten Spieltage ist Prek. Ivano-Frankovsk.
Vor einigen Saisons war es klar eine der besten Mannschaften der Liga,
aber in den letzten beiden Saisons hat sich der Verein immer mehr im Mittelfeld
beheimatet. Das war auch auf eine schlechte Defensive zurückzuführen.
Und das hat Christian Grüning wohl endlich in den Griff bekommen.
Mit nur drei Gegentoren aus den ersten vier Spielen stehen sie nicht zu
Unrecht an der Spitze und man kann mal wieder eine gute Saison von ihnen
erwarten. Direkt hinter Ivano-Frankovsk stehen Metalurg Mariupol und Karpaty
Lwow. Diese beiden Vereine haben ihre Form aus der letzten Saison mit in
die neue rübernehmen können und werden sicherlich wieder um die
vorderen Plätze mitkämpfen.
Das torreichste und wohl spannendste Spiel der ersten vier Spieltage
war das zwischen ZSKA Kiew und Metalurg Donezk. Diese beiden ehemaligen
kleinen Vereine ihrer Städte haben beide die Führungsrolle in
den Städten übernommen. War früher ein Spiel zwischen Dynamo
Kiew (inzwischen in der dritten Liga) und Shaktar Donezk ein Highlight,
ist es jetzt dieses Duell zwischen ZSKA und Metalurg. ZSKA ging in dem
Spiel schnell mit 1:0 in Führung, aber Metalurg konnte ausgleichen
und erkämpfte sich zunehmend mehr Spielanteile. In der 38. Minute
hat ZSKA aber überraschend wieder zugeschlagen und ging mit 2:1 in
Führung. Postwendend fiel wieder der Ausgleich und zwei Minuten später
konnte Metalurg sogar mit 3:2 in Führung gehen. Diese schnelle Wende
im Spiel zeigte, dass Metalurg kämpferisch da war und auch besser
spielte. Nach der Pause ließen sie sich allerdings in die eigene
Hälfte drängen und haben ZSKA Kiew unterschätzt. So fiel
in der 67. Minute der Ausgleich zum 3:3. Daraufhin vergab Metalurg in der
77. Minute eine Großchance und der direkte Konter brachte ZSKA mit
4:3 in Führung. In der 87. Minute hatte Metalurg dann die Riesenchance
zum Ausgleich. Ein berechtigter Elfmeter, der aber kläglich vergeben
wurde. So hatte am Ende ZSKA Kiew die Nase vorn und siegte aufgrund der
überragenden Chancenauswertung.
Ganz am Tabellenende stehen mit dem SC Kherson und Dnjepr Dnjeprpetrovsk
zwei Neulinge. Ist das wieder ein Beweis für die Stärke der ukrainischen
Liga oder haben die beiden Vereine erst ihren Respekt vor den großen
Namen ablegen müssen? So hatte zum Beispiel Dnjeprpetrovsk mit den
spielen gegen Lwow, Shaktar, Olexandriya und Mariupol nicht die leichtesten
Gegner zum Auftakt. Auch auf einem Abstiegsplatz steht Tavria Simferopol.
Der Verein hat es bis jetzt nicht verkraften können, dass Jörg
Lüdemann während der letzten Saison überraschend in die
Schweiz gewechselt ist. Nach dem Wechsel gab es einen Leistungsabfall und
der neue Trainer Matthias Klimm wird viel Arbeit haben, um aus der Mannschaft
wieder die alte zu machen.
In der zweiten Liga sind drei bekannte Namen an der Tabellenspitze
nach dem ersten Wochenende. Mit jeweils nur 6:2 Toren konnten Yavir Sumy
und der FC Lwow zehn Punkte ergattern. Knapp dahinter steht mit Stal Altshevsk
der Sensationsabsteiger und ehemalige Meister.
In der ersten Qualifikationsrunde zur Champions-League ist der FC Winniza
leider schon ausgeschieden. Daheim konnte man gegen das polnische Team
Stomil Olsztyn ein 2:2 erkämpfen und war die bessere Mannschaft, aber
im Rückspiel reichte es nicht ganz. Mit 1:2 verlor Winniza. Aber international
sind sie immer noch dabei. Sie stehen jetzt in der zweiten Qualifikationsrunde
zum Uefa-Pokal. Hoffentlich klappt es da besser.
Die erste Qualifikationsrunde zum Uefa-Pokal haben alle drei angetretenen
ukrainischen Teams überstanden. Metalurg Mariopol musste zuerst bei
Tabor Sezana antreten. In einem hart umkämpften Hinspiel hatte die
slowenische Mannschaft am Ende das Glück auf ihrer Seite und gewann
mit 2:1. Aber im Rückspiel tat Mariopol dass, was nötig war.
Obwohl sie früh in Rückstand gegangen waren, ließen sie
sich nicht aus der Ruhe bringen und bogen das Spiel um. In der 90. Minute
gelang ihnen das entscheidende 3:1. Zakarpattya Uzhgorod trat gegen das
slowakische Team ZSNP Ziar nad Hronom an. In beiden Spielen war Uzhgorod
die bessere Mannschaft. So kamen sie im Hinspiel zu einem 2:1-Erfolg, nachdem
sie einen 0:1-Rückstand aufgeholt hatten, und im Rückspiel spielten
sie 2:2. Das Rückspiel war sehr ausgeglichen, aber Hronom schien nie
so gefährlich, als dass man Angst um das Weiterkommen von Uzhgorod
hätte haben müssen. Der dritte ukrainische Vertreter war Metalurg
Donezk. Donezk machte schon im Hinspiel mit einem souveränen 4:1-Erfolg
gegen Ethnikos Assia alles klar. Der Gegner aus Zypern war chancenlos.
Dennoch wollten sie im Rückspiel hoch genug gewinnen, um Donezk aus
dem Wettbewerb zu kegeln. Das ließ Donezk aber nicht zu. Nachdem
sie 2:1 führten, wollten sie Kräfte für die weitere Saison
schonen und kassierten nur noch den Ausgleich zum 2:2.
In der Champions-League trifft Krivbas Krivoj Rog nun auf die Dungannon
Swifts aus Nordirland. Das wird mit Sicherheit ein spannendes Duell, denn
es treffen hier zwei Landesmeister aufeinander.
Im Uefa-Pokal hat es Metalurg Donezk mit dem FC Valletta zu tun. Valletta
war in der letzten Saison Vizemeister in Malta und ist mit Sicherheit nicht
der leichteste Gegner. Der FC Winniza trifft aus Laisve Silute aus Litauen.
Laisve Silute spielte in den vergangenen Jahren in Litauen immer oben mit
und war zweimal Meister, also ist auch das nicht die leichteste Aufgabe.
Einen Traumgegner hat Zakarpattya Uzhgorod zugelost bekommen. Sie spielen
gegen CF Villarreal aus Spanien. Villarreal ist wohl ein sehr starker Gegner,
aber vielleicht wächst Uzhgorod ja über sich hinaus. Zu guter
letzt spielt Metalurg Mariupol gegen den SP Domagnano aus San Marion. Domagnano
war in der letzten Saison im Achtelfinale der Champions-League und ist
somit auch nicht zu unterschätzen.
Die Nationalmannschaft der Ukraine ist auch durchschnittlich in die
Ligasaison gestartet. Das erste Spiel, ein Heimspiel gegen den Aufsteiger
Norwegen, konnten man mühelos mit 2:0 für sich entschieden. Nachdem
Andy Reinboth und Arne Ruland früh die Tore erzielt hatten, ließ
die Ukraine nichts mehr anbrennen. Aber in Israel kam man dafür nur
zu einer 1:3-Niederlage. Am Ende der letzten Saison konnte die Ukraine
da noch 3:0 gewinnen, aber in diesem Spiel stimmte Einstellung einfach
nicht. Einzig Ralph Mathes konnte überzeugen. So steht man jetzt mit
einem Sieg und einer Niederlage im Mittelfeld.
In den Freundschaftsspielen musste man mit einem Sieg und einem Unentschieden
leben. Gegen Kroatien konnte man in einem durchschnittlichen Spiel ein
1:1 erkämpfen. Das Tor für die Ukraine schoss Alina Saur kurz
nach der Führung Israels durch Andre Lucassen. Aber gegen Lettland
gab es ein 1:0. Das Siegtor in einem schlechten Spiel erzielte Ringo Girth
kurz vor der Pause. Gegen beide Nationen war es der erste Länderspielvergleich.
Michael Pleus |