| Ein enttäuschender
Punkt in zwei Heimspielen
18.04.02 - Mit lediglich einem enttäuschenden Punkt aus
zwei Liga-Heimspielen bei nur einem Torerfolg musste sich das englische
Nationalteam am vergangenen Wochenende zufrieden geben.
Im ersten Duell gegen das weissrussische Team offenbarte das englische
Team dabei überraschende Abschlussschwächen vor dem gegnerischen
Gehäuse. Keine Überraschung war die von Beginn an destruktive
Spielweise der weissrussischen Mannschaft, deren Ziel es war, möglichst
lange kein Gegentor zuzulassen. Die Tatsache, dass ein englischer Angriff
nach dem anderen auf das weissrussische Tor zurollte, wurde billigend in
Kauf genommen und ein über sich hinaus wachsender Torwart sorgte auch
in aussichtslos erscheinenden Situationen immer wieder mit prächtigen
Paraden für die Verhinderung eines Gegentors. In der ersten Halbzeit
hatte zunächst Collofong mehrfach den Führungstreffer auf dem
Fuß. Bei seiner besten Gelegenheit stand Collofong dann völlig
frei vor dem gegnerischen Torhüter, trat aber bei seinem Abschlussversuch
unglücklich in den Rasen. Unmittelbar nach den zwei einzigen ernstzunehmenden
weissrussischen Angriffsbemühungen von Lenk und Poppe in der ersten
Spielhälfte, musste dann Schnell in der folgenden Szene seiner noch
fehlenden Erfahrung in der höchsten Spielklasse Tribut zollen und
brachte sich nach seinem herrlichen Alleingang durch die gesamte gegnerische
Abwehr mit einem zusätzlichen Schlenker um die Früchte seiner
Arbeit.
In der zweiten Halbzeit intensivierte das englische Team seine Powerplay
und Roos musste nach einer herrlichen Flanke von der rechten Seite eigentlich
nur noch einnicken, aber der weissrussiche Teufelskerl zwischen den Pfosten
bekam irgendwie noch seine Fingerspitzen an den Ball und verhinderte somit
den Rückstand. Die Deppenmütze musste sich kurz vor Schluss jedoch
der Autor dieses Artikels aufsetzen, als das weissrussische Team mal wieder
vergeblich versuchte, auf Abseits zu spielen. Sein Alleingang von der Mittellinie
auf das weissrussische Tor zur Spielentscheidung wurde dann aber unglücklich
durch eine spontane Oberschenkelzerrung gestoppt und so endete das Spiel
mit einem enttäuschenden 0:0.
Trainer Kosensky zeigte sich im Anschluss des Spiels sehr angefressen
und mit deutlichen Ringen unter den Augen liess er am folgenden Morgen
seinem Unmut freien Lauf: "Die Spieler begreifen nicht, dass Fußball
aus totaler Arbeit besteht. Dreißig Minuten nach Spielschluss werden
schon wieder Karten gespielt und Sprüche geklopft. Sie essen Scampis
und ich habe eine schlaflose Nacht."
Auch das zweite Duell gegen die spielerisch gegenüber den Weissrussen
keineswegs überlegenen Schweizern wurde zu einem regelrechten Langeweiler.
Motiviert durch den Achtungserfolg der Weissrussen und dem sensationellen
Hinspielsieg versuchte sich das Team der Eidgenossen ebenfalls mit einem
unansehnlichen Catenaccio. Das englische Team trat entschieden dem Eindruck
entgegen, die Anzahl der vergebenen Torchancen gegen Weissrussland könne
nicht mehr getoppt werden. Nach dem einzigen Angriff der Schweizer in der
ersten Halbzeit mit einem kläglichen Weitschussversuch Weidmanns aus
gut und gerne 40 Metern vergaben Boll, NM-Liga-Debütant Engel und
Hardt auch die besten Einschussmöglichkeiten.
In der zweiten Halbzeit bot sich zunächst ein identisches Bild,
wobei das schweizerische Team nach der Unzahl der vergebenen englischen
Möglichkeiten Blut zu lecken schien und plötzlich versuchte,
eigene spielerische Akzente zu setzen. Ingesamt schien es jedoch erneut
auf ein ernüchterndes torloses Remis hinauszulaufen, bis Houghton
in der 84.Minute aus heiterem Himmel per Weitschuss von einem Platzfehler
profitierte, wobei sein Aufsetzer, der nicht mehr hochsprang, dem englischen
Keeper keine Abwehrchance liess. Es ist eigentlich traurig zu erwähnen,
dass erst dieses Signal im englischen Team wieder neue Kräfte freisetzte
und bereits eine Minute nach dem Rückstand in Gestalt von Presseschreiber
Baersch mit einem Kopfball aus 12 Metern für den lang ersehenten Treffer
für England sorgte. Nun setzte das englische Team alles auf eine Karte
und lief nach einem Stockfehler des in den Schlussminuten zum Libero umfunktionierten
Torhüter in einen unglücklichen Konter und Grolimund konnte ins
leere Tor zum 2:1 für die Schweiz und zur Entscheidung einschieben.
Nach dem Schlusspfiff konnte man in die fassungslosen Gesichter der englischen
Nationalspieler blicken. So eine Schmach, solch ein Debakel gegen diesen
Gegner hatte man vorher für nicht möglich gehalten.
Nach dem Fiasko gegen die Eidgenossen wurde die Weltöffentlichkeit
am Mitternachtsbankett dann Zeuge einer denkwürdigen Rede, als Trainer
Kosensky das Mikrofon an sich riss und deutliche Worte an die Mannschaft
richtete. In Auszügen wird Kosensky mit folgendem Wortlaut zitiert:
"(...) Über das Spiel wird man sicherlich das eine oder andere
(Wort) verlieren müssen. Ich sage immer, man kann jedes Spiel verlieren.
Die Frage ist immer nur, wie man ein Spiel verliert. Das war heute eine
Blamage. So, wie wir gespielt haben, aber das hat sich schon in den letzten
Wochen und Monaten angedeutet, das hat nichts mit Fußball zu tun.
Das ist eine andere Sportart, die wir spielen. Die Schweiz hat Fußball
gespielt. Wir haben nicht Fußball gespielt. Wir haben zugeschaut,
wir haben körperlos gespielt. Das ist nicht Fußball, das ist
Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball. Tut mir Leid,
wenn ich das so sagen muss. Es ist so.
Es hat von der Tribüne vermutlich noch schlimmer ausgesehen, als
Ihr es unten auf dem Platz mitbekommen habt. Das hat nichts mit Fußball
zu tun. Wir sind jetzt sicherlich in einer Situation, wo wir noch einiges
retten können. Wir sind noch in der Meisterschaft mit zwei Punkt Rückstand
Zweiter.Nur, wir müssen, oder Ihr müsst, ich nicht, ich schaue
nur auf der Trainerbank zu. Ich sehe einiges. Ihr müsst Euer Spiel
komplett umstellen. Wenn Ihr so weiter spielt, wie jetzt, werden die ganzen
Trophäen sicherlich nicht nach England gehen.
(...) Wir haben noch Zeit, aber es ist sicherlich fünf Minuten
vor Zwölf. (...) Anschauungsunterricht war der heutige Gegner. Das
ist die Schweiz, das ist nicht Real Madrid, Barcelona oder Manchester United
- und wir haben heute eine Vorführung bekommen. Warum? Weil die Einstellung
nicht gestimmt hat. Weil wir zur Zeit einen Fußball spielen, der
einfach nicht mehr adäquat ist. Den hat man vielleicht ´mal
gespielt vor 30 Jahren. So etwas spielt man heute nicht mehr. Ihr müsst
Euch schleunigst wieder daran gewöhnen, an das Einmaleins des Fußballs:
Zweikämpfe. Wenn die Zweikämpfe nicht angenommen werden, bist
du immer zweiter Sieger. Auch gegen eine Mannschaft wie heute, die sicherlich
eine gute ist, aber nicht zu den besten gehört.
Da schaust du aus wie ein Lehrbub, und zum Schluss kannst noch froh
sein und sagen: ´Vielen Dank, dass wir nur 2:1 verloren haben´.
In Zukunft könnt Ihr das nicht machen, sonst müssen wir uns alle
einen anderen Beruf suchen, das ist vielleicht gescheiter. (...) Bitte
schleunigst darüber nachdenken, und Euer Spiel komplett umstellen.
Sonst haben wir wirklich Probleme.
(...) Man kann das noch korrigieren. Aber dann müsst Ihr morgen
anfangen. An die Leistungsgrenze gehen, den inneren Schweinehund überwinden.
Sonst stehen wir am Saisonende mit leeren Händen da. Das ist genau
das, was wir nicht wollen. Tut mir Leid, wenn ich das so schonungslos sagen
muss. Wenn einer Nachhilfe-Unterricht braucht, dann werde ich ihm noch
etwas ganz anderes sagen. Ich stehe auch heute noch und die nächsten
Tage zur Verfügung. Denn ich habe sicherlich noch mehr gesehen, als
ich jetzt gesagt habe. Aber ich glaube, das genügt.(...) "
Dass diese harten Worte zur richtigen Zeit einmal fallen mussten, um
die gemeinsam gesteckten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, wurde
an dem darauf folgenden Freundschaftsspielauftritt in der Nachbargemeinde
Wales deutlich. Wie entfesselt spielte das englische Team auf einmal auf
und liess dem Gegner nicht den Hauch einer Chance.
Wie aufgedreht agierte das englische Team und bereits in der ersten
Spielminute sorgte Orlik nach einem unwiderstehlichen Pass in die Spitze
mit seinem strammen Schuss aus 18 Metern in den rechten oberen Winkel und
dem daraus resultierend schnellsten Tor in der Ligageschichte für
einen neuen Rekord. England spielte mit dem bedauernswerten Gegner aus
Wales Katz' und Maus. Nachdem dann Magpie Birwirth seinen direkten Gegenspieler
erneut düpierte und durch die schwerfällige walisische Abwehr
nicht an seinem Treffer zum 2:0 zu hindern in der Lage war, waren die Kräfteverhältnisse
im britischen Fussball frühzeitig korrekt dokumentiert, wobei der
Anschlusstreffer der Waliser durch Metz nach der einzigen Nachlässigkeit
in der englischen Abwehr an dieser Tatsache nichts änderte. In der
zweiten Halbzeit liess England geschickt Ball und Gegner laufen und entschädigte
Fussball-Europa für die vorausgegangenen Enttäuschungen. Kurz
vor Schluss konnte dann Dauerbrenner Weber seine alte Klasse durch einen
direkt verwandelten Eckball demonstrieren und erhöhte somit auf 3:1.
Lobend erwähnt werden muss der walische Kämpfergeist, die trotz
dieser "Mission Impossible" kurz vor dem Abpfiff versuchte dagegen zu halten
und wurde auch durch Klein für seinen Mut belohnt, so dass die knappe
2:3-Niederlage gegen den grossen Nachbarn als Achtungserfolg gewertet werden
muss.
Zum Abschluss dieses wechselhaften Wochenendes zog es das britische
Team in die Karpaten, wobei Kosensky nach den zuletzt gegen Wales gezeigten
Leistungen erneut auf die Mittelfeldachse Bierwirth-Weber vertraute. So
konnte die englische Mannschaft dann auch an die verbesserte Leistung gegen
Wales anknüpfen und vor allem die Sturmspitzen Roos und Boll wurden
von dem wiedererstarkten Mittelfeld ein ums andere mal geschickt in Szene
gesetzt, während in der Abwehr vor allem Thurmann seine guten Leistungen
aus seinem Verein übertragen konnte. Roos krönte dann seinen
hervorragenden Eindruck aus den Anfgangsminuten mit einem gekonnten Lupfer
über den herausstürzenden rumänischen Keeper zum 1:0 nach
nur 8 Minuten. Und nur wenige Minuten später war es wieder eben dieser
Roos, der nach herrlicher Vorarbeit seines kongenialen Sturmpartners Boll
per Seitfallzieher leider nur den Pfosten traf. Nach dieser stürmischen
Auftaktphase liess das englische Team den Gegner kommen und verlegte sich
mehr auf eine Kontertaktik. Die zahlreichen Bilderbuch-Vorstösse führten
jedoch leider zu keinem weiteren Treffer mehr. So kam es dann am Ende,
wie es in dieser Zeit aus englischer Sicht häufig kommen musste. Mit
den Gedanken schon in der Kabine verbuchte England die Begegnung schon
als 1:0-Sieg und erlaubte sich eine einzige Nachlässigkeit, die der
rumänische Kern für sich nutzen konnte, indem er sich aus 30
Metern ein Herz fasste, und, da er nicht durch das übliche Pressing
gestört wurde,zu einem Weitschuss ansetzen konnte. Der abgefälschte
Schuss erwischte den englischen Keeper auf dem falschen Fuß und sorgte
für den Endstand von 1:1
Ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage sorgten ingesamte für
eine mehr als durchwachsenene Bilanz. Es besteht jedoch eine begründete
Hoffnung, dass das Donnerwetter zu richtigen Zeit das englische Schiff
wieder auf Kurs bringen wird.
Volker Klug |
| Erstes Eingreifen
von Blackburn
28.03.02 - Am vergangenen Wochenende griff in der Championsleague
Qualifikation zum ersten Mal ein englischer Klub ins Geschehen ein. Die
Blackburn Rovers den dänischen Verein Broenshoej BK zum Gegner und
ging gegen die weitestgehend unbekannten Mannschaft als klarer Favorit
ins Rennen. Dementsprechend traten die Rovers dann im Hinspiel in Dänemark
auch zunächst auf. Bereits nach 5 Minuten hatte man dem Gegner 2 Tore
eingeschenkt, gab sich damit aber noch nicht zufrieden und spielte weiterhin
offensiv. Doch der Schiedsrichter erwies sich in diesem Spiel als Mann
mit einem Herz für Underdogs und pfiff den Rovers gleich 3 Tore wegen
angeblichen Abseits und 2 Tore wegen Handspiels zurück. Als dann der
Ball in der 45. Min erneut im Netz landete und der dänische Torhüter
ihn frustriert aus demselbigen holte und alle Spieler sich zum Anstoß
bereit machten, erdreistete sich der bereits 67-jährige, an akuter
Sehschwäche leidende, Schiedsrichter das Tor erneut nicht zu geben,
da der Ball die Torlinie nicht überschritten hätte. Danach gab
es selbstverständlich Proteste der Blackburn Kicker, die aber nur
3 Platzverweise zur Folge hatten. Nach der Halbzeit erfolgte der nächste
Eklat. Obwohl die verbliebenen 8 Spieler der Rovers noch nicht vom Pausentee
auf den Rasen zurückgekehrt waren, pfiff der Schiri das Spiel wieder
an. Dies ließen sich die Dänen natürlich nicht nehmen und
schossen zum 1:2 ins verwaiste Tor. Als die Rovers auf dem Feld erschienen,
war die Überraschung natürlich groß, aber alle weiteren
Proteste halfen natürlich nicht, da der Schiri nicht mit sich reden
ließ, zumal er immer wieder den Satz "Wer zu spät kommt, den
bestraft das Leben" von sich gab. Blackburn war natürlich in der Folgezeit
höchst unkonzentriert und versuchte das Ergebnis nur noch über
die Zeit zu schaukeln, um dann auf der heimischen Insel gegen diesen an
sich völlig überforderten Gegner aller klar zu machen. Bedauerlicherweise
durchkreuzte der Schiedsrichter auch diese Pläne, indem er kurz vor
dem Ende noch einen Handelfmeter für Broenshoej BK gab, nachdem der
Rovers Torhüter eine Flanke aus der Luft fischte. Völlig verduzt
schüttelten alle Beteiligten den Kopf, ob dieser kuriosen Entscheidung.
Hinterher begründete der Schiedsrichter seinen Entschluss, damit,
dass er den Keeper für einen Feldspieler gehalten habe. So endete
das Hinspiel mit einem skandalösen 2:2 Unentschieden. Anschließend
verzichtete dann Blackburn auf einen durchaus berechtigten Protest gegen
die Wertung im Bewusstsein des sicheren Rückspielerfolges. So kam
es dann auch. Im Rückspiel schonte Trainer Chris Queva seine komplette
Elf und ließ nur Nachwuchskräfte auflaufen, die aber die dänische
Mannschaft und das Geschehen jederzeit souverän kontrollierte und
bereits zur Pause 2:0 führte. Danach schonte man nur noch die Kräfte
und schenkte den Gästen in der Nachspielzeit noch ein Tor, nachdem
der Torhüter einen Abschlag direkt im Blackburn Gehäuse unterbrachte.
Fazit: Trotz eines skandalösen Schiedsrichters erreichten die
Rovers sicher die 3. Qualifikationsrunde.
Im UEFA-Cup musste Newcastle, wie schon in der ersten Runde erneut
bei einem Verein aus Zypern, EN Lakatamia antreten. Das Hinspiel fand im
heimischen St. James Park statt. Trainer Bierwirth hatte eine sehr offensive
Mannschaft auf das Feld geschickt, um den Außenseitern bereits im
Hinspiel den Zahn zu ziehen. In der ersten Hälfte agierten die "Magpies"
aber unverständlicherweise total lustlos und ohne jegliche Offensivbemühungen.
Der Höhepunkt dieser Darbietung war das 234fache Zuschieben des Balles
in der eigenen Hälfte ohne den geringsten Raumgewinn. Als der Schiedsrichter
nach bereits 39 Minuten (was niemand bemerkte) zur Halbzeit pfiff, wurden
die Zuschauer aus dem Schlaf geweckt und statt eines angebrachten Pfeifkonzerts
war nur ein Gähnen aus 20.000 Kehlen zu vernehmen. Zur Halbzeit gab
es dann eine Standpauke vom Trainer, der sich eigens ein Megaphon besorgt
hatte, um seine Spieler wach zu rütteln. Das schien dann auch geklappt
zu haben. Wie die von der Tarantel gestochen liefen die NUFC Spieler auf
den Platz und rannten nach dem Wiederanpfiff den Gegner in Grund und Boden.
Die Zyprioten waren so überrascht von der plötzlichen Agilität
der Engländer, dass sie ihnen ängstlich fast jeden Ball überließen.
Die nun herrschende totale newcastle'sche Überlegenheit zahlte sich
dann aber erst in der letzten Viertelstunde aus, da man aufgrund des Übereifers
oftmals vergaß den Ball zu spielen oder auf das Tor zu schießen.
Nachdem die Kräfte des englischen Teams in der Schlussphase etwas
nachließen und man nun nicht mehr so viel laufen konnte, ließ
man einfach den Ball laufen und kam doch noch zu 3 hochverdienten Toren.
In der Nachspielzeit wären dann sogar die Zyprioten noch zu einem
Treffer gekommen, da 7 Spieler der "Magpies" auf dem Feld einen Kreislaufkollaps
bekamen und in sich zusammen sackten, doch die zypriotischen Spieler schossen
in der Folgezeit nur die auf dem Rasen liegenden Newcastle Spieler an,
bis der Schiri ein Erbarmen hatte und das Spiel abpfiff. Im Rückspiel
in Zypern zeigten sich die Spieler des amtierenden englischen Pokalsiegers
in der Anfangsphase als topfit und erzielten früh den Führungstreffer.
Damit war dann eigentlich das Weiterkommen gesichert, da niemand daran
glaubte, dass Lakatamia noch 5 Tore erzielen würde, also machte Trainer
Bierwirth in der zweiten Hälfte dem Busfahrer, dem Torwartrainer und
der Masseurin eine Freude und wechselte sie allesamt an. Dass danach Lakatamia
noch 3 Tore erzielte ist wohl als Betriebsunfall zu werten und war nicht
weiter der Rede wert.
Fazit: Newcastle muss sich erheblich steigern, wenn es in den nächsten
Runden gegen nichtzypriotische Gegner geht.
Die dritte Mannschaft, die am WE im EC antrat die englischen Farben
würdig zu vertreten war Leeds. Der Gegner war die russische Mannschaft
Nosta Novotroitsk. Das Hinspiel fand in Leeds statt. In einem trostlosen
Spiel schaffte die Mannschaft von Michael Abass nur ein 0:0. Zum Rückspiel
im fernen Sibirien wollte der Trainer seine Mannschaft dann nicht schicken.
"Erstens haben wir auf der Karte Novodingsda nicht gefunden und zweitens
habe ich Angst dass meine Mannschaft dort von russischen Sklavenhändlern
in Arbeitslager gesteckt wird.", so ein entrüsteter Abass auf die
Frage nach den Gründen. Beim englischen Verband rief diese Einstellung
Kopfschütteln hervor. Trotz der Androhung Leeds die nächsten
10 Jahre für den EC zu sperren, traten sie schließlich nicht
in Russland an und schieden so aus dem EC aus.
Fazit: Wer Premier League spielt, hat auch die Verpflichtung England
im Europacup würdig zu vertreten.
Stephan Bierwirth |
| Verunglückter
Ligastart
21.03.02 - Ein verunglückter Ligastart und zwei aussergewöhnliche
Freundschaftsspiele standen zu Saisonbeginn auf Englands Plan.
Das Auftaktduell in der Schweiz stand für die englischen Starkicker
von Beginn an unter keinem guten Stern. Da das Spiel mitten im englischen
Aufbautraining stattfinden sollte, musste nach eingängiger Expertenmeinung
bereits einen Fehlstart befürchtet werden. Die schweizerischen Spieler,
die sich monatelang speziell auf dieses Duell vorbereitet hatten, drohten
auf den Punkt genau fit zu sein und die Erfahrung der vergangenen Spielzeiten
zeigte, dass gerade die kleinen Fussballnationen zu Beginn einer Saison
oder eines Turniers noch besonders motiviert sind. Dass bei der Mehrzahl
der englischen Spieler dann aufgrund des zuletzt absolvierten harten Konditionstrainings
die Spritzigkeit fehlte, zeigte sich dann bereits in den ersten Aktionen
des Spiels. Dabei war es ausschliesslich den fussballerischen Unzulänglichkeit
auf schweizerischer Seite zu verdanken, dass keine ernsthafte Torchance
gegen das englische Team herausgearbeitet werden konnte. So entfiel der
Führungstreffer der Schweiz auch mehr einem Zufallsprodukt. Beim Versuch
eines Torschusses von Bochsler traf dieser den Ball mit seinen 3 cm langen
Spikes-Stollen. Dieser Tritt muss den Ball so in Mitleidenschaft gezogen
haben, dass der Ball mit einer unkontrollierbaren Flugkurve, und um einen
Grossteil der Luft beraubt, seinen Weg ins englische Gehäuse fand.
Verdutzt zeigte der Schiedsrichter in die Mitte und entschied Tor für
die Schweiz, wobei er nur darauf bestand, dass das Spielgerät ausgetauscht
wird. Beflügelt von diesem Führungstreffer gestaltete der Gastgeber
die Partie einen weiteren Gang ruppiger und es war nur der ausgeprägten
Muskulatur von Superstar Bierwirth zu verdanken, dass das rüde Foul
von Houghton in der 10.Minute gegen ihn nicht zu einer schwerwiegenden
Verletzung führte. Nur zwei Minuten später pfiff der Schiedsrichter
nach einem Stürmerfoul Binis überraschend Freistoss für
die Schweiz, knapp 18 Meter vor dem englischen Kasten. Muellers Versuch
wurde dabei von der englischen Mauer abgefälscht und erwischte den
Torhüter auf dem falschen Fuß und der Ball trudelte zum 2:0
für die Schweiz ins Tor. In der Folgezeit übernahm das englische
Team trotz aller negativen Vorzeichen die Initiative und erarbeitete sich
mehrere hundertprozentige Chancen, die leider bis zum Halbzeitpfiff allesamt
ungenutzt verstrichen. Nach dem Pausentee sorgte ein erneuter Rückschlag
aus englischer Sicht für die Vorentscheidung des Spiels. Dass Houghton
vor seinem Treffer zum 3:0 im Moment der Ballabgabe dabei klar im Abseits
stand, komplettierte das Bild einer völlig verunglückten Partie.
Umso höher ist es der gesamten englischen Mannschaft anzurechnen,
dass sie zu jeder Zeit des Spiels fussballerische Akzente zu setzen vesuchte.
In der 72.Minute war es dann Boll, der mit einem herrlichen Dribbling durch
die gesamte gegenerische Abwehr für den längst überfälligen
englischen Anschlusstreffer sorgte. In den Schlussminuten wirkte sich dann
das absolvierte Konditionsprogramm nachhaltig auf das Spielgeschehen aus,
so dass der englischen Mannschaft keine weitere Ergebnisverbesserung mehr
gelang. In der 88.Minute liess dann der englische Keeper noch einen als
haltbar einzustufenden Schuss von Kirscht durch seine Arme gleiten, so
dass die Schweiz die Begegnung insgesamt sensationell mit 4:1 für
sich entscheiden konnte.
Nachdem die Auftaktniederlage das englische Team für das erste
Heimspiel gegen die Ukraine bereits unter Zugzwang setzte, konnte man gespannt
auf die Trotzreaktion sein. So legte die englische Angriffsmaschinerie
auch auf beeindruckende Art und Weise los und stellte die ukrainische Hinterschaft
vor mehrere unlösbare Probleme. Bereits in der 8.Minute konnte dabei
Altstar Klug die Unerfahrenheit auf der gegnerischen Seite schonungslos
offenlegen, indem er geschickt in die völlig verwaiste linke Abwehrhälfte
durchstartete und von nichts und niemandem zu halten war. Sein trockener
Linksschuss aus 16 Metern liess dem gegnerischen Keeper nicht den Hauch
einer Chance und markierte den 1:0-Führungstreffer für eine zu
diesem Zeitpunkt turmhoch überlegene englische Mannschaft. Da der
Knoten nun geplatzt schien, war die Freude auf englischer Seite gross und
führte zu überraschenden Nachlässigkeiten in der eigenen
Hintermannschaft. Auf der Suche nach einer frühen Entscheidung rückten
dabei in der 12.Minute zu viele englische Verteidiger auf und rannten nach
einem überflüssigen Abspielfehler im Mittelfeld in einen Konter,
den Marzinzik zum Ausgleichstreffer für die Ukraine nutzen konnte.
Die erneute passende Antwort auf englischer Seite liess jedoch nicht lange
auf sich warten und wurde von Orlik gegeben. In Spielminute Nr. 20 übernahm
Englands Spielgestalter Verantwortung und setzte zu einem unvergleichlichen
Solo an. Auch der letzte Rettungsversuch von Pleus scheiterte kläglich,
so dass Orlik am herausstürzenden ukrainischen Torhüter zum 2:1
vorbeischlenzen konnte. Das Spielgeschehen wurde anschliessend deutlich
vom Gastgeber kontrolliert und die vergeblichen Angriffsbemühungen
des Gastes verpufften schon im Ansatz, so dass es immer noch 2:1 stand,
als der Schiedsrichter die erste Halbzeit abpfiff.
Auch in der zweiten Halbzeit schien es so, als ob sich das Spielgeschehen
nicht fundamental ändern würde, und es war eine Frage der Zeit,
wann England das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden sollte. Der einzige
ernstzunehmende Angriff der Ukraine in der 61.Minute stürzte das englische
Publikum dann aber aus allen frühzeitigen Meisterschaftsträumen.
Ein Sonntagsschuss in seiner wirklichen Wortbedeutung von Girth aus gut
und gerne 40 Metern setzte vor dem englischen Keeper derart tückisch
auf, dass dieser den Ball nur an den Innenpfosten abwehren konnte. Ob der
Ball dabei wirklich in vollem Umfang die Torlinie überquert hat, wird
sich wohl nie klären lassen. Die Indizien sprechen allerdings dafür,
dass das Tor keins war. Dennoch entschied der Schiedsrichter, der von allen
Beteiligten am weitesten vom Geschehen entfernt stand, auf die Gültigkeit
des Treffers. In der Folgezeit intensivierte das englische Team seine Angriffsbemühungen
erneut, aber nach dem fehlenden Glück kam auch noch Pech hinzu, so
dass trotz klarer Feldüberlegenheit kein Tor bis zum Schlusspfiff
mehr für das englische Team heraussprang. So endete diese Partie mit
einem enttäuschenden Endstand von 2:2.
Nach dem ernüchtenden Ligaauftakt wollte das englische Team die
fehlende spielerische Vorbereitung der Nationalmannschaft in Freundschaftsspielen
nachholen und stattete somit den Bosniern und Italienern jeweils einen
Besuch ab. Die Bosnier zeigten sich, wie immer wenn es gegen England geht,
als extrem motiviert und bestraften bereits in der Anfangsphase einen Stellungsfehler
der völlig neu geordneten englischen Hintermannschaft. Ein Missverständnis
zwischen Hardt und Feder sorgte dafür, dass Riechert plötzlich
mutterseelenallein vor dem englischen Gehäuse stand und den Führungstreffer
markieren konnte. Obwohl das bosnische Team weiterhin mit einem Maximum
an Einsatz operierte, setzte England im weiteren Verlauf des Spiels die
Strategie fort, weitere taktische Alternativen durchzuprobieren. Da sich
das bosnische Team keine weitere Torchance in der ersten Halbzeit erarbeiten
konnte, durfte man von einem Teilerfolg sprechen. Nach der Halbzeit schaltete
England einen Gang höher und kam durch einen Doppelschlag von Hardt
und Feder, die ihren Abstimmungsfehler in der ersten Halbzeit wieder gut
zu machen vesuchten, zum zwischenzeitlichen 2:1. Nachdem Baersch nur 5
Minuten später einen Freistoss aus 18 Metern in den Winkel zirkelte,
schien das Spiel bereits gelaufen und Trainer Kosensky, der genug gesehen
hatte, wechselte nahezu die gesamte Mannschaft aus. Inmitten des Wechselfiebers
konnte Bosniens Eissing die vorhandene Lücke erkennen und zum postwendenden
2:3-Anschlusstreffer nutzen. Leider konnte das vornehmlich nun aus U17-Spielern
bestehende englische Team dem internationalen Druck jetzt nicht mehr standhalten
und liessen sich von ihren bosnischen Gegenspielern den Schneid abkaufen.
Den Mangel an Erfahrung nutzte zunächst Eichhorn, der seinen Gegenspieler
zunächst mit einem Kungfu-Tritt niederstreckte, um anschliessend freie
Bahn für seinen 3:3-Ausgleichstreffer zu haben. In der Schlussphase,
als selbst die stark verjüngte englische Mannschaft noch die Entscheidung
suchte, wurde diese mit einem Doppelschlag zweimal eiskalt ausgekontert,
so dass Bosnien das Spiel mit abschliessenden Treffern von Stranzl und
Poser insgesamt mit 5:3 für sich gestalten konnte.
Ein Spiel der ganz besonderen Art fand zum Schluss in Italien statt.
Ein sogenannter Monster-Kick, in dem nahezu jeder Spieler zum Einsatz kommen
sollte, hat bereits in der Vergangenheit einen sehr hohen Prestigewert
erhalten und auch dieses Gipfeltreffen sollte die Erwartungen nicht enttäuschen.
Der offene Schlagabtausch von der ersten Minute an, mit Vorteilen für
das englische Team, war ein absoluter Hochgenuss für den Zuschauer
und Anschauungsunterricht für so manche Pseudo-Fussballmacht in Europa.
Auf englischer Seite erspielten sich Weber und Feder eine Reihe von Torchancen,
wobei sie sowohl von Michael auf dem linken als auch Roos auf dem rechten
Flügel vorbildlich mit maßgerechten Flanken versorgt wurden.
Mittelfeldregisseur Roos verstand es zudem geschickt, die beiden Stürmer
mit tödlichen Pässen einzusetzen, die dann auch zu zwei Toren
führten. Da das englische Team mit einer Vielzahl von Offensivkräften
antrat, offenbarten sich in der Verteidigung jedoch auch einige Lücken,
die vor allem Russ und Ammersbach immer wieder zu durchstossen versuchten.
Insgesamt wäre ein Remis dem Spiel durchaus angemessen gewesen. Und
so schienen sich die Kontrahenten auch auf ein 2:2 zu einigen, bis in allerletzter
Minute Winkler mit einem Billardtor den glücklichen 3:2-Endstand für
Italien besiegelte.
Insgesamt muss ein durchwachsenes Fazit aus englischer Sicht gezogen
werden. 4 Spiele ohne Sieg, dies hat es schon lange nicht mehr gegeben.
Nach vollständig abgeschlossener Saisonvorbereitung dürfte der
Angriff des englischen Teams auf die vorderen Plätze aber nur eine
Frage der Zeit sein.
Volker Klug |
| Leeds und
Newcastle erfüllen die Erwartungen
21.03.02 - Wie erwartet setzten sich die haushohen Favoriten
aus dem Mutterland des Fussball gegen die Zwerge aus Aserbaidschan und
Zypern durch und zogen somit in die 2.Qualifikationsrunde des Uefa-Cups
ein.
Newcastle liess es nach der langen Anreise bei den Amateuren von Arthritis
Famagusta locker angehen und ergähnte sich ein 2:2 Unentschieden,
da man den Zyprioten für das Rückspiel eh nicht den Hauch einer
Chance einräumte. Völlig unerwartet dann die doch erhebliche
Gegenwehr von Arthritis über weite Strecken des Spiels. Doch mit zunehmender
Spielzeit mussten die Zyprioten dem hohem Anfangstempo der ersten 3 Minuten
Tribut zollen und fingen sich zwangsläufig den 3:2 Siegtreffer durch
den überragenden Bierwirth. Nicht unerwähnt bleiben soll jedoch
der Pfostentreffer der Gäste in der 88.Minute, der das Spiel nochmal
völlig auf den Kopf hätte stellen können (bei einem Sieg
von Betis).
Einen noch grösseren Krimi mutete Leeds United seinen Fans zu.
Nach der doch äusserst peinlichen 1:2-Hinspielniederlage bei Hazar
Universiteti Baku kam man auch daheim nicht über ein 2:1 nach 90 Minuten
hinaus. In weiser Vorraussicht und gestützt auf gute Recherche tat
man in der Verlängerung nicht mehr als nötig und verliess sich
mit breitem Grinsen auf das Elfmeterschiessen. Zunächst schien es
verwunderlich, dass Trainerfuchs Abbass nur einen einzigen Schützen
nominierte (der auch gleich sicher versenkte) und auf die weiteren verzichtete,
doch angesichts der sich daraufhin abspielenden Szenen machte diese Entscheidung
mehr als Sinn: Bakus Schützen schafften es allesamt nicht, den Ball
auch nur in die Nähe des Tores zu bringen, was den United-Keeper(
und die 42000 Fans) zu Lachkrämpfen verleitete.
Muss sich die Uefa bei der Betrachtung solcher Geschehnisse nicht ernsthaft
fragen, ob englische Vertreter im Europacup solch völlig überforderten
Teams aus den Entwicklungsländern des Fussballs das Ergebnis nicht
per Brieftaube schicken dürfen sollten??
Der Weg in die nächste Runde führt für Leeds zunächst
zuhause über Nosta Novotroitsk (RUS). Newcastle bekommt es (ebenfalls
zunächst daheim) mit einem weiteren Zyprioten zu tun. Trainer Bierwirth
konnte sich angesichts der Auslosung ein Schmunzeln nicht verkneifen. Blackburn
trifft in der 2.Quali-Runde zur CL auf Broenshoej BK (DEN). Die weiteren
englischen Vertreter (Meister Tranmere, Vize Queens Park, Stoke City) greifen
erst später ins europäische Geschehen ein...
Michael Weber |