Israel
     

 

 
33.-34. Spieltag Triumph und Tragik NEU 16.05.02
Nationen Cup Israel im Halbfinale NEU 16.05.02
Nationalmannschaft Israel kürt Europameister - England im Tal der Tränen NEU 16.05.02
29.-32. Spieltag Es bleibt spannend 09.05.02
Nationalmannschaft Statt Europameister Absteiger? Israel verspielt Titelchancen 09.05.02
Nationen Cup Israel holt Platz 3 beim NC-Turnier - Listos Escuschen verpasst Finale 09.05.02
25.-28. Spieltag Titelkampf völlig offen 02.05.02
Nationalmannschaft Israel ist wieder da - Trainer platzt vor Selbstvertrauen 02.05.02
21.-24. Spieltag Amateurliga in Finanznöten 25.04.02
Nationen Cup Israel weiter auf Erfolgskurs - Auch Schweden kein Gegner 25.04.02
Nationalmannschaft Schock für Israel - Faröer bleiben Favoritenschreck 18.04.02
Nationen Cup Turnierfavorit Irland 1 unterliegt Israel 18.04.02
17.-20. Spieltag Maccabi Tel Aviv meldet sich zurück 18.04.02
13.-16. Spieltag Trainer wechsel dich 11.04.02
Nationalmannschaft Torfestival für Israel! Auswärts wieder eine Macht 11.04.02
Nationencup Nationencup-Teams erfolgreich 11.04.02
09.-12. Spieltag Hapoel Raanana startet durch 04.04.02
Nationalmannschaft Israel kann noch siegen 04.04.02
05.-08. Spieltag Debakel für Israel! Teamchef denkt an Rücktritt 28.03.02
01.-04.Spieltag Heimschwäche bleibt 21.03.02

 
 
Triumph und Tragik

16.05.02 - Zu Beginn des Saisonfinals stand das Pokalfinale im Nationalstadion von Ramat Gan auf dem Programm. Titelverteidiger SC Ashdod traf dort auf den Zweitligisten und Favoritenschreck Bnei Saknin und wollte als erstes Team in Israel diesen Titel verteidigen. Die 42.000 unterstützten soweit sie nicht aus Ashdod angereist waren den Außenseiter, wollten sie doch miterleben wie zum ersten Mal ein Zweitligist den Pott holt. Einzig der SCA hatte etwas dagegen. Humorlos nutzte man eine umstrittene Freistoßentscheidung zum frühen 1:0 (13.), danach wurde noch eine weitere Torchance kläglich vergeben als man den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte (19.). Danach verflachte die Partie, Ashdod konzentrierte sich nun erfolgreich darauf den gegnerischen Spielaufbau zu stören und Saknin fand kein Mittel gegen diese destruktive Spielweise. Somit blieb es beim 1:0 und die erste Titelverteidigung im Pokal war perfekt. Trainer Jacobs zur defensiven Taktik: „Wir konnten dieses Jahr nicht so offensiv zu Werke gehen wie im letzten Finale gegen Haifa, schließlich stehen für uns noch vielleicht entscheidende Spiele in der Liga an. Da war letztes Jahr für uns bereits alles gelaufen und wir konnten uns auf das Finale konzentrieren. Wir sind überglücklich das unser Konzept aufgegangen ist und wir als erstes Team den Pokal verteidigen konnten. Wahnsinn! Gefeiert wird aber nicht groß, wir wollen jetzt versuchen das Double zu holen, zumindest aber einen Champions League Platz sichern damit meine alten Weggefährten aus Saknin für ihre hervorragende Pokalsaison belohnt werden und in den UEFA Cup einziehen.“ 

Am 33. Spieltag hatte der SCA nun die große Chance entscheidenden Boden auf die Konkurrenz gut zu machen. Man selber empfing den Tabellenzehnten Maccabi Tel Aviv während sich die anderen 4 Topteams gegenseitig die Punkte in direkten Duellen abnehmen mussten. Man gewann im Hexenkessel Municipal souverän mit 3:1 und blickte gebannt auf die Ergebnisse der Konkurrenten. Majdel Krum (5.) gewann gegen Hadera und Bat Yam (4.) fügte dem bisherigen Spitzenreiter Maccabi Haifa eine empfindlich hohe Niederlage bei: somit konnte der SCA zum ersten Mal in dieser spannenden Saison den Platz an der Sonne einnehmen. Trainer Winkler war dementsprechend angefressen: „ Wenn wir zur Pressekonferenz gekommen wären, hätte das auch gereicht.“

Vor dem 34. Spieltag hatten noch drei Teams Titelchancen: Ashdod (1., 56p) Haifa (2., 54p) und Bat Yam (3., 53p). Ashdod hatte es also selbst in der Hand den zweiten Titel für das Team und den ersten für Trainer Jacobs klar zu machen, jedoch musste man beim noch nicht vor dem Abstieg geretteten Aufsteiger Maccabi Turan antreten. Ein Sieg war Pflicht, denn bei einem Unentschieden hätte Haifa mit einem Sieg gegen das bereits abgestiegene Hapoel Taibe am SCA aufgrund des besseren Torverhältnisses vorbeiziehen können. Turan wollte jedoch unbedingt in der Liga bleiben und zeigte dem SCA die Grenzen auf. In einem immer spannenden Spiel konnte Turan mit 3:2 gewinnen und damit den Klassenerhalt feiern. Ashdods Spieler sackten nach dem Schlusspfiff enttäuscht zu Boden und konnten ihr Unglück nicht fassen. Niemand konnte sich vorstellen das Taibe in Haifa punkten konnte. Umso erstaunter starrten sie Minuten später auf die Anzeigetafel als die anderen Ergebnisse bekannt gegeben wurden: Bat Yam verlor in Hadera den 3. Platz an den Gastgeber und die Sensation schlechthin: Haifa - Taibe 1:1! Das Team von Peter Steimer hatte in einem für sie unbedeutenden Spiel noch mal alles gegeben und so den SC Ashdod zum Meister gemacht. Trainer Steimers Kommentar: „Wir wollten uns anständig aus der Liga verabschieden, ich denke das ist uns gelungen. Es wäre unsportlich gewesen sich jetzt hängen zu lassen. Unser Ziel ist jetzt der Wideraufstieg.“ In Turan war jetzt die Hölle los: Ashdods Team und Fans ließen ihrer Freude freien Lauf und feierten das erste Double im israelischen Fußball. Es gab zahlreiche Verbrüderungen mit Fans aus Taibe, scheinbar der Anfang einer neuen Fanfreundschaft. Nachdem in Turan sämtliche Alkoholreserven aufgebraucht waren (nach ca. 30 Minuten...) machte man sich auf den Heimweg nach Ashdod wo bis in die frühen Morgenstunden das historische Ereignis gefeiert wurde. Die Bilanz: 15 von Fans als Podium missbrauchte und somit zerbeulte Autos, 1.200 Beschwerden wegen nächtlicher Ruhestörung, ein von Souvenirjägern komplett entfernter Rasen im Municipal und kein Tropfen Alkohol mehr zu kaufen in der ganzen Stadt (am nächsten Tag dann auch keine Kopfschmerztabletten mehr).

Einzig in Haifa trug man Trauer. Zum zweiten Mal in Folge bleibt ihnen nur der zweite Platz, auch die beiden Pokalfinals die man bisher erreichen konnte wurden verloren. Spötter bezeichnen das Team schon als Vizecabi 04 Haifa... Fußballkenner jedoch prophezeien das die Stunde dieses Teams noch kommen wird, es bietet schließlich schon seit Jahren attraktiven Fußball. Unvergessen z.B. die Saison 2001/4 wo man trotz der schlechtesten Abwehr Platz 3 erreichen konnte.

Am letzten Spieltag den Kopf aus der Schlinge ziehen konnten Maccabi Tel Aviv, Maccabi Turan (s.o.) und mit einem dramatischen 4:3 gegen Nazrat Ilit, Bnei Yehuda Tel Avib das nur aufgrund seiner schlechten Abwehrleistungen im Tabellenkeller wiederzufinden ist.
Absteigen müssen Hapoel Acco, Beitar Jerusalem und Hapoel Taibe.
Spannend gestaltete sich auch das Finale in Liga 2: in der Abschlusstabelle trennen den ersten und den siebten grade mal drei Punkte. Aufgestiegen sind Hapoel Haifa (54p), Hapoel Ashkelon (53p) und Maccabi Ironi Shlomi (52p). Es folgen auf den Plätzen 4-6 drei weitere Teams mit 52 Punkten! Darunter die beiden letztjährigen Absteiger Bnei Saknin und Hapoel Ironi Rishon Lezion. Bnei Saknin kann sich durch den Einzug des SC Ashdod in die Champions League wenigstens mit dem erreichen des UEFA Cups trösten, als erster Zweitligist überhaupt.

Extra gewürdigt:
Der Torschützenkönig Nico Kuphal. Mit 67 Toren und der drittbesten Quote die in Israel bisher erreicht wurde landet Maccabi Petach Tikva nur auf dem 6. Platz.
Die Schiessbude der Liga Beitar Jerusalem. Mit 72 Toren hatte man trotz 64 erzielter (soviel wie Meister Ashdod) letztlich keine Chance die Klasse zu halten, da konnte auch Neu Trainerin Simone Fuhrmann nichts mehr retten.
Das laue Lüftchen Hapoel Ramat Gan. Mit 55 Toren die wenigsten der Liga. Erst zum zweiten Mal schoss der schlechteste Angriff der Liga mehr als 48 Tore. Für Trainer Jörg Reinekirchen ist es schon der zweite „Sieg“ in dieser Kategorie nach 2001/4.
Die gesamte Liga 1. Mit 1116 Toren die zweitbeste Bilanz nach 34 Spieltagen. Nur 2001/5 fielen mehr Tore (1130). Man verbesserte sich in der 5-Jahres Offensivwertung auf den 13. Rang, bei Platz 12 winkt ein zusätzlicher UEFA Cup Qualifikations Platz.
Fahrstuhlkönig Mauro Dambros. Einmal abgestiegen und jetzt als erster Trainer in Israel zum zweiten Mal aufgestiegen. Bei sechs gespielten Saisons der zweiten Liga ist er jedes zweite Jahr auf- oder abgestiegen.
Maccabi Tel Aviv, als erster der ewigen Tabelle, punktgleich mit dem SC Ashdod. Nach dem Abstieg von Beitar Jerusalem befinden sich nach 9 gespielten Saisons nur noch 6 Gründungsmitglieder in Liga 1: Mac. Tel Aviv, SCA, Mac. Petach Tikva, Bnei Yehuda, Hap. Zafirim Holon und Maccabi Haifa.

Ausblick:
Geht es nach der Erfahrung ist Maccabi Tel Aviv Favorit für die nächste Saison. Mit 506 Spielen ist Andreas Bruehl der mit Abstand erfahrenste Trainer in dieser Liga. Betrachtet man jedoch die relativen Erfolge der lange etablierten Trainer (über 150 Spiele) sind Stefan Essers Bnei Yehuda, Andreas Winklers Maccabi Haifa und Denis Lehmanns Hapoel Zafirim Holon aussichtsreichste Kandidaten für den nächsten Titel.

Kay Jacobs

Israel im Halbfinale

16.05.02 - Das NC-Team ISRAEL hat im Nostalgiecup die Endrunde erreicht! Im abschließenden Spiel gegen Schottland reichte dem Team ein 2:2 um als Tabellenerster ins Halbfinale einzuziehen.

Eigentlich hätte beide Teams vor dem Spiel einen Nicht-Angriffs-Pakt unterzeichnen können, waren doch beide Mannschaften schon fürs Halbfinale qualifiziert. Aber da Schottland der Tordifferenz zu Moldawien nicht trauen wollte, entwickelte sich ein ansehnliches Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Den Torreigen eröffnete Kay Jacobs in der 5. Minute, als er eine Ecke an Freund und Feind vorbei ins lange Eck zauberte. Jedoch konterte Schottland schon 10 Minuten später, als  Stefan Koopmann einen mißglückten Abwurf erlaufen konnte und den Torwart zum 1:1 Halbzeitstand verlud. Nach der Halbzeit, aus Moldawien wurde ein 1:0 vermeldet, erhöhte Schottland zwar den Druck auf Israel – hochkarätige Torchancen blieben jedoch Mangelware. Einzig Marcus Dzionsko konnte die Heimabwehr beschäftigen und in der 84. Minute einen ungerechtfertigten Elfmeter rausholen, als er die beste Schwalbe der Saison hinlegte – der Schiri aber gnädig wegschaute. Der Gefoulte schoss selbst und konnte erst im Nachsetzten, den ersten Schuß hatte unser Keeper abwehren können, den Ball zum 1:2 unterbringen. 
Israel schaltete darauf einen Gang höher und kam in der 91. Minute zum verdienten Ausgleich. Peter Steimer, der die beste Saison seiner Karriere spielte (trotz Abstieg aus Liga 1), paßte wieder einmal milimetergenau auf den Kopf von Stefan Esser, der gegen die Laufrichtung des Torwarts einköpfte. 
Damit war der Halbfinaleinzug perfekt, dort wartet wahrscheinlich Lettland auf das erfolgreiche Team, das Ergebnis lag bei Redaktionsschluß aber noch nicht vor.

Präsi Winkler lobte das großartige Abschneiden des Teams und hob besonders Peter Steimer hervor: „Zwar ist er national nicht sehr erfolgreich gewesen, aber in der Nationalmannschaft ist er eine feste Größe geworden! Mit dem NC-Team ISR2 im ersten Turnier Platz 3, in der NM durch seine Tore und Vorlagen ebenfalls Platz 3 noch erkämpft – er sollte als Stammspieler gesetzt werden, dann haben wir im Nostalgiecup auch Platz 3 sicher!“ grinste Winkler.

Wir wünschen der Mannschaft alles Gute für die Finalrunde! Das Land steht hinter euch!

H.-D. Zimmer

Israel kürt Europameister - England im Tal der Tränen

16.05.02 - Das Team von Nationalcoach Andreas Winkler hat am letzten Spielwochenende der SuperEuroLeague das Abstiegsgespenst vertreiben und für einen versöhnenden Saisonausklang sorgen können. Dank zweier Siege konnte Israel die verkorkste Saison noch mit Tabellenplatz 3 abschließen und zusätzlich dem Aufsteiger Slowakei zum sensationellen Meistertitel verhelfen!

Das letzte Heimspiel der Saison gegen San Marino war, auch auf Grund der gefährlichen Ausgangssituation des Teams, restlos ausverkauft, das Stadion in Tel Aviv glich einem Hexenkessel wie wir es aus der letzten Saison nur zu gut kennen. Durch den absoluten Rückhalt der Fans angespornt, nahm Israel auch gleich mit Anpfiff das Heft in die Hand und überrollte die völlig überforderte Abwehr des Gegners. Teamchef Winkler persönlich sorgte für einen gelungenen Start, als er in der 5. Minute 4 Abwehrspieler umdribbelte und den Ball durch die Beine des Torwarts zum umjubelten 1:0 ins Tor schoß. Auch in der Folgezeit war Israel die absolute Macht auf dem Platz, erzwangen sie doch oft schon vor dem Mittelkreis einen Fehlpass San Marinos. Erneut war es Peter Steimer, der als kreative Schaltzentrale das Spiel seines Teams ankurbelte und mit seinen genialen Pässen und Flanken San Marino ein ums andere Mal ins Schwitzen brachte. So war er es auch, der in der 24. Minute den Eckball zum 2:0 schoß – zwar verpasste Stefan Esser per Kopf, H.-D. Zimmer jedoch brauchte nur noch seinen Fuß hinzuhalten um den Ball über die Linie zu bugsieren. Nach der Halbzeit wurde San Marino zwar aktiver, jedoch blieben die Schußversuche meist in der israelischen Abwehr hängen und brachten somit keine Gefahr für die Gastgeber, die sich nun auf das notwendigste beschränkten. Einzig Daniel Preissler hatte noch eine „100%-ige“, als er in der 85. Minute frei vor dem Torwart mit einem Lupfer den Ball auf die Latte senkte.

Am letzten Spieltag ging es zum EM-Favoriten Färöer Inseln, die nach dem 0:0 gegen England beste Chancen auf den Titel hatten, da der Zweitplazierte Slowakei in der Ukraine mit 0:2 verlor. Beim 2-Punkte-Vorsprung reichte dem Team ein Unentschieden gegen Israel zum Titelgewinn – und Israel reichte 1 Punkt zum Klassenerhalt. So begannen beide Teams defensiv um ein schnelles Gegentor zu vermeiden. Zwar boten sich auf beiden Seiten Chancen, eine drückende Überlegenheit einer Seite war aber nicht zu spüren. So ging es torlos in die Halbzeit, was trotzdem bejubelt wurde, da Slowakei im Heimspiel gegen die Schweiz mit 1:2 zurücklag – Färöer war Europameister.
In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel flotter, besonders Israel war bemüht, das Titelrennen wieder interessant zu gestalten. In der 76. Minute dann der Schock für Färöer: erst versenkte Spielmacher Peter Steimer einen Freistoß unhaltbar im rechten Eck zum 0:1 für Israel, dann wurde es mucksmäuschenstill im Stadion – Slowakei war durch Peter Pieper mit 3:2 in Führung gegangen! Färöer mußte nun ausgleichen um den rettenden Punkt zu machen. Die Abwehr wurde aufgelöst und es begann ein verzweifeltes Anrennen auf das isrealische Tor. Dadurch ergaben sich Konterchancen für Israel, die von der ausgebufften Mannschaft aus eiskalt genutzt wurden. Dennis Wussow konnte einen Pass am Mittelkreis abfangen und startete Richtung Färöer-Tor, als der Torwart sich nur noch mit einer Notbremse zu helfen wusste – Rote Karte und Elfmeter für Israel. Der Gefoulte schoß selbst und donnerte die Lederkugel zum 0:2-K.O. in die Maschen (84.). Färöer gab trotzdem noch nicht auf und hoffte auf ein Wunder durch die Schweiz, kam Marcus Teusch in der 91. Minute durch einen Abseitsfehler doch noch zum 1:2 Endstand heran. Doch es nützte nichts: Dietmar Weichert machte in derselben Minute alles klar, als er zum 4:2 für die Slowakei traf und damit den Europameistertitel für sein Heimatland sicherte.

„Unseren Glückwunsch an die Slowakei, sie haben eine sehr gute Saison gespielt.“, sagte Coach Winkler bei der Pressekonferenz „aber mit unserem Abschneiden bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Wir haben viel Ärger am Anfang der Saison gehabt und können uns mit diesem Ergebnis entspannt auf die nächste Saison freuen.“

Tiefe Trauer herrscht allerdings in England, das überraschend abgestiegen ist. Nach dem 4. Platz vor dem letzten WE und einem kampfstarken 0:0 gegen Färöer Inseln hätte gegen Weissrußland ein Remis gereicht – doch die Russen gewannen mit 1:0 und haben damit selbst im letzten Moment den Klassenerhalt geschafft. „Es ist schade, das England abgestiegen ist – unsere Duelle waren die Highlights der ganzen Saison.“, meinte Winkler. „Aber ein Jahr ist schnell vorbei, wir sehen uns bestimmt bald wieder in Liga 1!“ 

Diesen Worten schließen wir uns an und unserem Team drücken wir für die neue Saison natürlich wieder alle Daumen. Nach dem Gesetz der Serie wäre Israel ja wieder an der Reihe (1.-2.-1.-3.)...

H.-D. Zimmer

Es bleibt spannend

09.05.02 - Das anstehende Finalwochenende dürfte Dramatik pur bieten! Keines der Spitzenteams konnte sich hervortun, so dass es an der Tabellenspitze weiter knapp zu geht. Maccabi Haifa (54 P) konnte seinen Platz an der Sonne trotz zweier Heimniederlagen (Trainer Winkler: „Da verlieren wir beide Heimspiele! Das ist der Wahnsinn...“) verteidigen, hat jedoch nur noch einen Punkt Vorsprung auf den SC Ashdod (53 P) der das so wichtige Spiel beim Tabellenführer mit 3:2 gewinnen konnte und nun auf weitere Patzer des Titelfavoriten hofft: „Bei uns ist alles positiv. Sogar meine Blutgruppe ist positiv.“, so Trainer Jacobs zu den Titelhoffnungen. Wiederum nur einen Punkt hinter Ashdod liegt nun Hapoel Hadera (52 P) da der bisherige Dritte und jetziger Vierter Hapoel Bat Yam (50 P) schwächelte und nur 4 Punkte aus den letzten Partien verbuchen konnte. „Lebbe geht weider...“ so Blusts Kommentar zur vergebenen Chance.
Das Team der letzten Woche war mit 10 Punkten Hapoel Majdel Krum (49 P) das nun auf dem 5. Platz liegt und sich noch Hoffnung auf die Teilnahme am Europapokal machen kann, die Meisterschaft wäre schon eine Überraschung da alle Topteams gleichzeitig einbrechen müssten. Trainer Dasslers Kommentar zur erfolgreichen Woche: „Wenn ich keinen Fehler mache, kann ich nichts falsch machen.“ Wiedererstarkt zeigte sich Maccabi Tel Aviv nach der katastrophalen Vorwoche mit 0 Punkten. 9 Punkte konnten erkämpft werden, man verbesserte sich vom 17. auf den 10. (!) Rang. Damit dürfte das Abstiegsgespenst endgültig vertrieben sein. Nach den erneuten Huldigungen an Trainer Bruehl und den Spekulationen um ein ihm gewidmetes Denkmal: „Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben.“
Am Tabellenende scheint Hapoel Taibe (35 P) schon fast abgestiegen zu sein, mit zwei Siegen zum Saisonabschluss könnte es aber noch einmal eng werden. Trainer Steimer will aber auch im Abstiegsfall seinem Team treu bleiben: „Sollte es so kommen peilen wir den sofortigen Wiederaufstieg an. Ein paar echte Verstärkungen und das klappt schon!“. Ebenfalls auf Ausrutscher der vor ihnen platzierten Mannschaften müssen Hapoel Acco und Bnei Yehuda Tel Avib hoffen (beide 37 P). „Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.“, so Trainer Esser auf die Chancen im Abstiegskampf angesprochen. Auf den Nichtabstiegsplätzen liegen 4 Teams mit 39 Punkten, sie haben es in der eigenen Hand dem Abstieg endgültig zu entrinnen.
Bevor es in der Liga am nächsten Wochenende um alles oder nichts geht steigt jedoch noch das Pokalfinale im Nationalstadion in Ramat Gan. Vor ausverkaufter Kulisse von 42.000 Zuschauern trifft der Titelverteidiger SC Ashdod auf den Zweitligisten und Pokalschreck Bnei Saknin. Trainer Jacobs zeigt sich siegessicher: „Jede Serie geht einmal vorüber! Saknin hat in den Pokalspielen hervorragend gespielt und wird von uns deshalb mit Sicherheit nicht unterschätzt. Einen weiteren Favoritensturz halte ich deshalb für nahezu ausgeschlossen. Trotzdem freue ich mich auf das Wiedersehen mit meinem Exverein, ich werde viele alte Wegbegleiter bei unserer Siegesfeier wiedersehen.“
Trainer Preissler schwieg zu den hochmütigen Aussagen seines Kollegen. Er will die passende Antwort auf dem Platz geben...

Kay Jacobs

Statt Europameister Absteiger? Israel verspielt Titelchancen

09.05.02 - Lähmendes Entsetzen in Israel! Anstatt wie geplant die Titelverteidigung zu sichern muß sich das Team von Andreas Winkler am nächsten Wochenende bemühen, nicht als amtierender Europameister den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit anzutreten. 1 Unentschieden und 3 Niederlagen in Folge waren die Ursache für den katastrophalen Absturz, einzig die bessere Torausbeute hält Israel zur Zeit in der SEL.

Am 13. Spieltag sollte in Weißrussland die Grundlage für den Sturm auf Platz 1 gelegt werden – nur schienen die Spieler die taktischen Vorgaben des Trainer vergessen zu haben. Weder Daniel Preissler noch H.-D. Zimmer konnten frei vor dem Torwart den Ball nicht im Netz des Gegners unterbringen, was den Zustand des Nervenkostüms der Mannschaft wiederspiegelte. Vom in den letzen Wochen in Perfektion ausgeführem Paßspiel war nichts zu sehen, nur dank mangelndem Tordrang der Russen konnte man mit einem 0:0 in die Halbzeit gehen. Und wie schon so häufig in dieser Saison war der Gegner wieder zuerst psychisch auf dem Platz: Kai Lenk konnte in der 46. Minute einen Abspielfehler in der israelischen Abwehr ausnutzen und den Ball durch die Beine des Torwartes zum 1:0 einschieben. In der Folgezeit besann sich Israel auf seine vermeidlichen Stärken und erhöhte den Druck auf Weißrussland. Resultat in der 72. Minute war der 1:1-Ausgleich durch ein Kopfballtor von Dennis Wussow. Stefan Esser vergab in der 81. Minute aus abseitsverdächtiger Position die Führung für Israel, als er frei vor dem Torwart den Ball 15 Meter über das Tor donnerte. Somit mußte sich das Team mit dem Unentschieden zufrieden geben, was Teamchef Winkler aber zu denken gab: „wenn wir solch klare Chancen nicht nutzen, wird das normalerweise bitter bestraft...“ – er sollte Recht behalten.

Im Heimspiel gegen Spanien, die schon seit dem 1. Spieltag auf einem Abstiegsplatz standen, war nun Genugtuung gefordert worden, entsprechend groß war der Druck der Öffentlichkeit und der Fans auf die Mannschaft. Und die Nervosität konnte erneut nicht abgelegt werden. Die Gäste wollten mit aller Gewalt den Abstieg vermeiden und begannen engagierter, obwohl Israel durch Andreas Winkler zur ersten Chance kam: nach einem Foul im Strafraum konnte Winkler den Ball aber nur an den Pfosten setzen – symptomatisch für das israelische Spiel in dieser Saison. Anschließend waren es die Spanier, die das Spiel an sich rissen und mit eleganten Pässen und Flanken zu begeistern wussten. Und der Einsatz wurde in der 26. Minute belohnt, als Matthias Lang aus 23 Metern frei zum Schuß kam und der Ball unhaltbar im Netz der Gastgeber zum 0:1 zappelte. Teamchef Winkler hielt seinen Spielern in der Pause eine Standpauke, die laut Zeugenaussagen in dieser Schärfe noch nie zu hören war. Mit Feuer in den Augen kam Israel wieder auf das Feld – und wurde sogleich von der spanischen Feuerwehr gelöscht: Holger Junker konnte in der 46. Minute erneut einen Abspielfehler Israels erspielen und ohne Freund und Feind auf das Tor zulaufen und zum 0:2 einlupfen. Entsetzen zeichnete sich auf den Gesichern wieder, trotzdem konnte Winkler erneut seinem Team auch dank der Anfeuerung der Fans wieder Mut einimpfen. In der Folgezeit kämpfte Israel um jeden Meter und störte das spanische Spiel schon im Aufbau, als Ergebnis der Bemühungen konnte Peter Steimer in der 53. Minute einen Fehlpass am spanischen Strafraum abfangen und zum umjubelten 1:2 einschießen. Israel riskierte nun alles: Angriff über Angriff flog auf das spanische Tor zu, allerdings ohne Schaden anzurichten. Kay Jacobs und Andreas Bruehl scheiterten in der 75. bzw. 81. Minute jeweils am Pfosten, nachdem Dieter Gismann in der 70. Minute zwar traf, aber beim Pass zwei Meter im Abseits stand. Als Israel in der 91. Minute zur Ecke mit allen 11 Mann antrat, nutzte Spanien den verunglückten Pass um durch Ralf Iwannek dem Team mit einem 70-Meter-Traumtor den Todesstoß zu versetzen: 1:3 im so wichtigen Spiel gegen den vermeidlichen Absteiger! Ein Debakel schien sich anzubahnen.

Da Israel nur ein Sieg in der Ukraine weiterhelfen konnte, riskierte der Teamchef alles und trat zur Überraschung aller zum ersten Mal mit drei Stürmern auf – eine sehr offensive Ausrichtung gegen die heimstarken Ukrainer! Es entwickelte sich ein munteres Spiel, das mehr einem Schlagabtausch denn einem Fußballmatch glich. Dennoch konnte Israel die offensichtliche Feldüberlegenheit nicht nutzen und wurde kurz vor der Pause mit dem ersten Angriff der Ukrainer schwer bestraft: Susanne Parnow wagte aus 30 Metern einen Fernschuss, der wie an einer Linie gezogen direkt ins rechte Lattenkreuz einschlug – 1:0 für die Gastgeber, Israels Aufopferung wurde wieder mal nicht belohnt! Um so schmerzhafter war es, dass wie in den Spielen zuvor Israel nicht rechtzeitig aus der Kabine wieder auf dem Platz war und nach Vorarbeit von Dieter Helf durch Patrick Schaerer das 2:0 (46.) hinnehmen musste. Und doch wachte Israel erneut aus seinem Koma auf und begann zu spielen. Stefan Esser hatte, wie er nachher der Presse erzählte, „eine Stinkwut im Bauch“ und preschte mit dem Ball am Schaft vom Anstoßkreis Richtung gegnerischem Tor und schoss den Ball fast durch das Netz zum 2:1-Anschlußtreffer. Andreas Winkler setzte ein weiteres Zeichen, als er in der 50. Minute eine Ecke direkt in das Tor der Ukraine schlenzte und zum gefeierten 2:2-Ausgleich traf. Doch dann schlugen die Minuten von Christian Gruening: innerhalb 2 Minuten verwandelte er israelische Hoffnung in tiefste Depression, als er in der 51. bzw. 52. Minute vom fast dem selben Punkt am Strafraum frei zum Schuss kam und zum 4:2 erhöhte. Danach verstand es Ukraine, die Räume eng zu machen und den Spielaufbau Israels empfindlich zu stören, so dass es keinen nennenswerten Angriff auf beiden Seiten mehr gab. Einzig H.-D. Zimmer, dieses Wochenende eher ein Schatten seiner selbst, konnte in der 91. Minute durch einen verwandelten Foulelfmeter das Ergebnis auf 4:3 korrigieren – genützt hat es der Mannschaft aber nicht...

Der Schock und die Angst stand den Spielern am vorletzten Heimspiel der Saison ins Gesicht geschrieben, als Aufsteiger Slowakei nach Israel kam. Auch die Fans schienen nicht zu wissen, wie sie ihrer Mannschaft noch mal Mut machen sollten, das Spiel glich mehr einem Heimspiel der Slowakei denn einem letzten Aufbäumen Israels! Das sehr fahrige Spiel Israels wurde so auch konsequent bestraft: Dietmar Weicher (10.), Daniel Zils (46.) und Peter Pieper (47.) fanden keine Gegenwehr auf Ihrem Marsch zum Tor und zum 0:3 Zwischenstand. Einzig Peter Steimer, der in beiden Einsätzen erfolgreich war, wiedersetzte sich dem K.O., als er in der 53. Minute zum 1:3 traf. Dadurch inspiriert schickte Daniel Preissler in der 80. Minute Kay Jacobs auf den Weg Richtung Tor – doch der schoß dem Torwart mitten in die Handschuhe. Das 1:4 in der 91. Minute durch Berni Brugger war nur das verdiente Resultat für eine sehr gut aufgelegte slowakische Mannschaft, der Israel zu keinem Zeitpunkt des Spiels das Wasser reichen konnte.

Somit hat das Finalwochenende eine ganz besondere Brisanz bekommen: Den Europameister machen wahrscheinlich Färöer Inseln (27 P.) und Slowakei (26 P.) unter sich aus, Ukraine mit 23 Punkten auf Platz 3 eigentlich im Niemandsland. Aber: Platz 4 (England) und Platz 10 (Slowenien) trennen gerade einmal 3 Punkte (21 zu 18), England, Schweiz, Israel und Spanien sind sogar punktgleich und sind nur durch die Tordifferenz  (+2 bis –3 bei Israel u. Spanien) getrennt, Weißrussland hat 20 und San Marino als 9. sogar 19 Punkte! Eine Niederlage kann über Sekt oder Selters entscheiden! Israel hat dabei die undankbare Aufgabe, nach dem Heimspiel gegen San Marino am letzten Spieltag zu den sehr starken Färöer Inseln zu müssen – dort ist eine Niederlage keine Schande, aber kann sehr bittere Folgen haben. Doch der 17. Spieltag ist eigentlich ein Matchball für Israel, an dem alles klar gemacht werden könnte: Die Schweiz empfängt zuhause Spanien (beide 21 P.) und Weißrussland und Slowenien müssen sich ebenfalls gegenseitig die Punkte klauen. Im günstigsten Fall kann das letzte Spiel für Israel also bedeutungslos werden, vorausgesetzt man erfüllt seine Aufgabe gegen San Marino ordentlich!

Daher gab Teamchef Winkler sich kurz nach der Niederlage wieder kämpferisch: „den Titel haben wir zwar verspielt, aber diese Konstellation ist reines Dynamit für die Zuschauer und die Spieler! Alle sind sich der Situation bewusst und wollen notfalls bis ins Koma rennen um den Klassenerhalt zu sichern. Wir haben eine sehr gute Ausgangslage, dass müssen wir nutzten!

Das Land und alle Fans des israelischen Fußballs stehen hinter euch. Möge die Macht mit Euch sein!

H.-D. Zimmer 

Israel holt Platz 3 beim NC-Turnier - Listos Escuschen verpasst Finale

09.05.02 - Letztendlich durfte Israel doch jubeln: Im Irish-Shamrock-Cup holte das Team ISR2 (P. Steimer, K. Jacobs, H.-D. Zimmer, J. Reinekirchen) im kleinen Finale gegen MOL2 durch ein 4:2 (2:0, 1:1, 1:1) den dritten Platz und kann zurecht Stolz auf das Erreichte sein. Peter Steimer konnte sein Glück kaum in Worte fassen: „Platz 3 ist für uns wie der Titelgewinn – der reine Wahnsinn!“ Das Spiel war zwar wie das Halbfinale gegen AUT3 zwar immer knapp, jedoch konnte Israel diesmal die „Big Points“ für sich verbuchen und damit den kleinen Pokal mit ins Heimatland nehmen. Das rein österreichische Finale gewann übrigens der Halbfinalgegner AUT 3 gegen AUT 4 mit 4:1 (1:0, 2:0, 1:1), im Anschluß feierten alle Vier einen wunderschönen Finaltag und versprachen sich gegenseitig in Freundschaftsspielen zu messen und sich nächstes Jahr beim Cup wieder zu sehen.

Dagegen musste Hakoah Maccabi Ramat Gan, trainiert von Listos Escuschen, den Traum von der Titelverteidigung im UEFA-Cup begraben: nach dem 2:2 zuhause im Hinspiel gegen Istanbulspor (TUR) nutzten die Türken den Heimvorteil mit den frenetischen Fans voll aus und überrollte das israelische Team mit 4:1. Im Finale wartet nun Haka Valkeakoski (FIN), das im zweiten Semifinale den VFL Wolfsburg mit 1:0 und 3:3 aus dem Weg räumte.
Wir wünschen beiden Teams viel Erfolg!

H.-D. Zimmer

Titelkampf völlig offen

02.05.02 - Die letzten Runden waren geprägt von ausgeglichenen Teams und Spannung pur, demzufolge konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Einzig dem bisherigen Schlusslicht Maccabi Turan das letztmalig von Erika Stang betreut wurde konnte sich mit 9 Punkten hervortun. Turan kletterte auf Rang 16 und hat damit den Rückstand von 6 Punkten auf die Nichtabstiegsplätze aufgeholt, lediglich das schlechtere Torverhältnis trennt das Team vom rettenden Ufer. „Ich bin sehr glücklich das mein Team sich nach meinem Abschied nicht hängen gelassen hat und meine Taktiken noch so gut umsetzen konnte. Aus familiären Gründen musste ich jedoch nach Bulgarien und hoffe mit Svetkavitska Targovishte auf noch mehr Erfolge. Meinem Nachfolger Peter Schumacher wünsche ich alles Gute!“, so Stang zu ihrem Wechsel. Ihr Nachfolger trainierte vorher Spartak Varna in der 2. bulgarischen Liga und nahm das Angebot aus einer der erfolgreichsten Ligen in ganz Europa dankend an: „Für mich geht ein Traum in Erfüllung! In dieser Liga mit all den Spitzentrainern zu spielen war immer mein Ziel!“. Bleibt abzuwarten ob er den Abstiegskampf in Israel überleben kann.
An der Tabellenspitze bleibt weiterhin Maccabi Haifa, zu hause blieb man ungeschlagen und auch ein Auswärtsspiel konnte gewonnen werden. Trainer Winkler zeigte sich begeistert über die Ausgeglichenheit der Liga: „So gut war das Niveau dieser Liga noch nie! Alleine die Vielzahl der geschossenen Tore spricht für sich. Es macht richtig Spaß hier, natürlich noch viel mehr wenn man in der Tabelle oben steht. Aber das kann sich bei der Offensivstärke dieser Liga schnell ändern.“. Ein Blick auf die nächsten Ansetzungen zeigt wie schnell es gehen kann: am 30. Spieltag kommt es zum Duell der beiden Erstplatzierten. Maccabi Haifa muss im heimischen Kiryat Eli’ezer gegen den Zweiten SC Ashdod antreten. Bereits seit Wochen ist das Stadion mit 18.500 Zuschauern restlos ausverkauft, Haifa hätte locker die zehnfache Anzahl Karten absetzen können. Trainer Jacobs zum Schlagerspiel: „Die Jagd geht jetzt in die entscheidende Phase, da werden wir uns vor der Kulisse nicht in die Hose machen. Meine Spieler sind diese Atmosphäre aus dem Municipal gewohnt. Und wie sie ja sicherlich wissen: am Ende gewinnt immer der Jäger!“ Markige Worte, allerdings wünscht er auch seinem schärfsten Rivalen alles Gute: „Maccabi Haifa hat Israel international immer hervorragend vertreten. Wenn beide Teams in den Europacup einziehen bin ich hochzufrieden.“
Wie der SC Ashdod auch nur zwei Punkte hinter dem Ersten liegt Hapoel Bat Yam. Am Ende der lachende Dritte? Liganeuling Blust hätte mit Sicherheit nichts dagegen. Zum engeren Favoritenkreis gehört auch noch Hapoel Hadera, einen Punkt hinter Ashdod und Bat Yam. Fast unbemerkt und mit konstanten Leistungen schlich sich Trainer Roleder an einem Konkurrenten nach dem nächsten vorbei und hat nun noch alle Möglichkeiten. Roleder zu seinem Erfolgsrezept: „Wir lassen uns nicht verrückt machen! Und das geben wir auch nicht zu.“
Nur noch geringe Chancen hat Hapoel Raanana. Mit sehr guten Ergebnissen in der Saisonmitte spielte man sich ganz nach oben, doch das Niveau konnte nicht ganz gehalten werden. Mit nur 9 Punkten aus den letzten 8 Spielen hat man nun 5 Punkte Rückstand bis zum Spitzenreiter. Bei noch sechs ausstehenden Spielen scheinbar nicht mehr aufzuholen. Trainerein Poperl zu den ihrer Meinung nach überzogenen Erwartungen im Vereinsumfeld: „Wir haben nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.“
Der Abstiegskampf scheint eine Lotterie 3 aus 5 zu werden: Vorjahresmeister Tamra (33 Punkte), die beiden Aufsteiger Acco und Turan (32), Maccabi Tel Aviv (31) und Hapoel Taibe (30) sind am stärksten gefährdet. Böse abgestürzt nach den zuletzt so erfolgreichen Wochen ist der Rekordmeister aus Tel Aviv. Die letzten 4 Spiele gingen verloren, die Aufholjagd scheint jäh beendet. Besonders erschreckend sind die zuletzt gezeigten Offensivleistungen, nur 2 Tore aus den letzten vier Spielen. Der von den Fans noch immer hoch gelobte Trainer Bruehl flüchtet sich bei der kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Galgenhumor: „Noch irgendwelche Fragen, bevor ich gehe und mich aufhänge?“.
Ebenfalls außer Form präsentierte sich Hapoel Nazrat Ilit. 10:14 Tore, 1 Punkt aus den letzten Partien. Dabei wollte man von Platz 6 noch einmal nach oben angreifen. „Wir wollten noch mal alles riskieren, haben deshalb offensiv gespielt. Leider hat meine Mannschaft dabei das Verteidigen vergessen. Hühnerhaufen wäre noch gelobhudelt kann ich da nur sagen!“, so Yvonne Buder zu dem Abrutschen ins Niemandsland der Tabelle.
Weiterhin bester Aufsteiger bleibt überraschend Hapoel Ramat Gan. Der wegen seiner Vorliebe für brasilianische Spieler Joerginho genannte Trainer Reinerkirchen schafft es mit dem bisher schlechtesten Sturm der Liga und der viertbesten Abwehr auf einen beachtlichen 8. Platz. Der Trainer hierzu: „Mir ist es doch völlig egal ob ich 6. oder 12. werde, lieber tot als Zweiter! Als nach oben nichts mehr ging hab ich meine Spieler für die wichtigen Turniere und die nächste Saison geschont.“ Für die nächste Saison fordert er von Manager Moti Ivanir Verstärkung aus Südamerika, O-Ton Reinekirchen: „Ohne Brasilianer wird Ramat Gan niemals Meister!“. Er soll schon seine Talentspäher nach Brasilien geschickt haben, um den als launische Diva bekannten Erfolgstrainer beim Klub zu halten.
Wie erst jetzt zur Öffentlichkeit durchsickerte kam es während des letzten Spiels von Patrick Neustift als Trainer von Beitar Jerusalem zu einem handfesten Skandal. In der Halbzeitpause stürmte der aufgebrachte Präsident Meir Fanigel die Kabine und entließ den Trainer mit den Worten: „Du hast hier nichts mehr zu sagen, du Wichser!“. Zu dieser Entgleisung befragt entgegnete dieser nur: „Ich, als Verein musste ja reagieren.“ Neustift war von dieser Vorgehensweise im eigentlich seriösen israelischen Profifußball derart geschockt, dass er sich entschloss seine Karriere zu beenden. Er will sich nun voll und ganz seinem Hobby Unterwasserschach widmen. Die Redaktion wünscht ihm alles gute! Ob die Entscheidung von Nachfolgerin Simone Fuhrmann unter diesem Präsidenten auf dem Schleudersitz von Beitar Platz zunehmen weise war wird die Zukunft zeigen...

Kay Jacobs

Israel ist wieder da - Trainer platzt vor Selbstvertrauen

02.05.02 - Andreas Winkler platzte fast vor Freude und Selbstvertrauen. Der sonst so unterkühlte und souveräne Coach Israels konnte sich von Minute zu Minute weniger beherrschen, bis es schließlich kein Halten mehr gab und er den entscheidenen Satz sprach: „Ich glaube fest daran, daß wir Europameister werden.“

Wieder einmal zeigte sich das unerschütterliche Selbstbewusstsein der Israelis, die an Überheblichkeit grenzende Siegesgewissheit, die viele abstößt oder einschüchtert. Dabei waren es im ersten Schicksalsspiel in der Schweiz zuerst die Gastgeber, die die Akzente setzten. Mauri Pedrino konnte den Anstoß Israels abfangen und durch war durch die noch hektisch reagierende Hintermannschaft nur regelwidrig zu bremsen – Elfmeter! Der Gefoulte schoß selbst und brachte mit einem unhaltbaren Gewaltschuß die Eidgenossen mit 1:0 (1.) in Führung. Israel zeigte sich vom frühen Rückstand allerdings unbeeindruckt und begann mit der Umsetzung der Marschroute: Sieg! Da war es nur selbstredend, daß Andreas Winkler persönlich in der 12. Minute den Ausgleich erzielte, als er einen Rückpass zum Torhüter erlief und den Ball mit elegantem Lupfer in die Maschen beförderte. Auch im Anschluß dominierte unser Team das Geschehen, was kurz vor der Pause belohnt wurde: Peter Steimer verwandelte einen Freistoß aus 25 Metern  zum 1:2 (39.), wobei der Ball von der Mauer unhaltbar abgefälscht wurde. Nach der Pause drehte die Schweiz noch einmal auf und stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Gefährliche Angriffe waren jedoch Mangelware, einzig durch Standardsituationen kamen die Schweizer gefährlich vor das israelische Tor. So war es auch eine Ecke von Dani Geissmann, die das Spiel wieder offen gestaltete: Fritz Fellmann konnte die allgemeine Konfusion im Strafraum nutzen und unbedrängt die Flanke zum 2:2 (72.) einköpfen. Mit dem Wiederanpfiff aber konnte Israel das Machtverhältnis wieder herstellen: H.-D. Zimmer war von den Schweizern nur durch Trikotzupfen zu Fall zu bringen, was nach den Statuten nur mit einem Elfmeter geahndet werden kann. Zimmer, derzeit bester Torschütze Israels,  verlud den Torwart durch langsames Anlaufen und traf zur 3:2-Führung (73.). Die Schweiz riskierte nun alles. Als 3 Minuten später die Eidgenossen einen Eckball zugesprochen bekamen, preschte der schweizer Torwart nach vorne um es seinen Kollegen aus der Bundesliga gleichzutun. Nur wurde diese Risiko bitter bestraft: Dennis Wussow konnte den schwach geschossenen Ball abfangen und mit einem Traumschuß aus 60 Metern ins leere Schweizer Tor zum 2:4-Endstand versenken; die erste Jubelfeier der Fans konnte beginnen. Denn durch die gleichzeitige Niederlage Englands gegen Fast-Absteiger Ukraine konnte Israel auf Platz 2 der Liste mit 3 Punkten Rückstand auf  die Färöer Inseln vorrücken.

Im zweiten Spiel des WE galt es dann, Erzrivalen England mit einer Niederlage nach Hause zuschicken. Das Spiel wurde von vielen, teilweise extrem harten, Fouls geprägt, da es für beide Mannschaften noch um den Titel ging – schöne Spielzüge hatten Seltenheitswert. Einen der wenigen Züge konnte Israel dann allerdings zur Führung nutzen: Daniel Preissler (von den Fans liebevoll „Adlerauge“ genannt) konnte mit einen seiner genialen Pässe Kay Jacobs freispielen, der sich mit dem 1:0 (24.) bei seinem Teamkollegen bedankte. Auch im Anschluß blieben beide Team bei ihrer destruktiven Spielweise, so daß zur Halbzeit sogar einzelne Pfiffe zu hören waren. Nach der Halbzeit ein völlig anderes Bild. Beide Mannschaften zelebrierten Fußball der nächsten Generation, mit Ballgefühl und Auge, so das es nur eine Frage der Zeit war, wann das nächste Tor fallen würde. Und wieder war es Israel, die zuerst zuschlugen. Stefan Esser hebelte mit einem Lupfer die Abseitsfalle der Briten aus und dreschte die Lederkugel volley unhaltbar unters Lattenkreuz: 2:0 für die Gastgeber (57.). England steckte nicht auf und konnte zum Ende des Spiels hin immer mehr Spielanteile für sich verbuchen. Als gerechter Lohn für die Anstrengungen verwandelte Stefan Boll in der 84. Minute einen Freistoß von der Strafraumgrenze zum 2:1, zu mehr reichte es dann allerdings nicht. 2 Spiele – 2 Siege. Der Jubel kannte keine Grenzen mehr.

Im Hinblick auf das nächste Wochenende wählte Winkler die Einschüchterungstaktik und wurde zusehens forscher. Nach der offiziellen Pressekonferenz sagte der Coach: „Wir haben damit gerechnet, daß die eine oder andere Mannschaft vorn noch strauchelt oder im Finale Nerven zeigt, aber daß sind ganz besondere Umstände.“ Dann schob er später nach: „Wir haben in den letzten Jahren erlebt, daß Israel am Ende immer der glückliche Sieger war.“ Kurz bevor er in den Mannschaftsbus einstieg, drohte er den besser plazierten Färöer Inseln schließlich: „Das wird ein Horrorfinale für die anderen.“
Besonders genoß der Trainer den Sieg gegen England, bei den meisten Spielern war es nicht viel anders. H.-D. Zimmer dozierte genüsslich über zwei Faktoren, die für den Titelgewinn entscheidend seien, das Spielerische und das Mentale: „Es reicht eben nicht, wenn man nicht versteht, beides unter einen Hut zu bekommen.“ Auch Kay Jacobs zeigte wenig Mitgefühl für die schwächelnden Engländer: „Die haben hübschen Fußball gespielt, aber es zählen halt die Punkte. So einfach ist das.“ Und Dennis Wussow sagte unumwunden: „Ich habe kein Mitleid, ich will ja Meister werden.“

So stehen die Zeichen deutlich auf Sturm und wir können uns auf ein ereignisreiches Super-Weekend freuen – mit hoffentlich gutem Ausgang für unser Nationalmannschaft.

Nationencup: Halbfinale verloren & Endrunde erreicht

Im Irish-Shamrock-Cup spielt ISR2 am nächsten WE im kleinen Finale gegen Moldawien2 um Platz 3. Im Halbfinale gegen AUT3 konnte das Team P. Steiner, K. Jacobs, H.-D. Zimmer und J. Reinekirchen den Erfolg der Vorrunde (7:1) nicht wiederholen und musste sich den Alpenkickern mit 1:6 geschlagen geben. Zwar war das Team erneut offensiv eingestellt, jedoch hatte der Gegner aus der ersten Niederlage gelernt und hat mit ebenfalls offensiver Aufstellung angetreten. Ergebnis war ein schönes Spiel mit vielen Toren und dem immer knapp besseren Ende für Österreich.
Enttäuscht war jedoch keiner: „Wenn jemand vorher gesagt hätte, dass wir ins Halbfinale kommen, hätten wir ihn in die Klapsmühle gesteckt.“, meinte Peter Steimer. „Nach nur einem Vorbreitungsspiel so ein Turnier zu spielen zeugt von der Klasse des Teams, die Beförderung zu ISR1 ist mehr als gerecht.“, fand da auch Präsi Andreas Winkler, „wir werden in den nächsten Jahren noch viel Freude an dem Team haben – da bin ich mir sicher!“.
 

Ihren Erfolgen in der Nationalmannschaft und ihres NC-Teams hatten Kay Jacobs und HD Zimmer auch die Nominierung für das NC-Team ISRAEL im Nostalgiecup zu verdanken. Im zweiten Spieltag der Zwischenrunde gegen Moldawien ging es darum, die Teilnahme an der Endrunde zu sichern. Und beide Spieler bewiesen, dass die Berufung gerechtfertigt war! Bereits in der zweiten Minute setzte sich Kay Jacobs gegen die kompakt stehenden Moldawier durch und schoß das 0:1 für Israel. HD Zimmer, in der Nationalmannschaft sonst für die Tore zuständig, versuchte sich dieses Mal als Spielmacher, wofür sich Daniel Preissler mit dem 0:2 (25.) bedankte als er einen Freistoß Zimmers ins gegnerische Tor einnickte. Zwar konnte Moldawien im Gegenangriff auf 1:2 durch Stephan Mückel herankommen, Andreas Winkler himself stellte aber kurz vor der Pause mit dem 1:3 durch einen Freistoß die Hackordnung wieder her (43.).  Torsten Jastrow brachte Moldawien in der 73. Minute zwar noch mal auf 2:3 heran, Israel verstand es aber, die Zeit zu seinen Gunsten verstreichen zu lassen. Dadurch hat das letzte Spiel gegen Schottland nur noch statistischen Wert, was Andreas Winkler jedoch bestritt: „wenn jemand glaubt, dass wir es jetzt schleifen lassen, hat er sich getäuscht. Es geht danach ja gleich weiter, da kann eine Pause fatal sein!“.

Wir drücken beiden Teams die Daumen!

HD Zimmer

Amateurliga in Finanznöten

25.04.02 - Israels Amateurfußball ist vom Niedergang des Pay-TV Imperiums von Herschel Krustowski schwer getroffen. Die Fernsehgelder machen bei einigen Klubs 90% des Jahresetats aus, die Verantwortlichen wissen nicht wie es weitergehen soll. Erste Konsequenzen waren sechs Trainerentlassungen in der AL A. Die gerade erst verpflichteten Trainer befanden sich noch in der Probezeit und konnten ohne Zahlung einer Abfindung beurlaubt werden. Somit beschäftigen nur noch 9 der 36 Amateurklubs einen Trainer, die anderen sind froh wenn sie 11 Spieler auf den Rasen schicken können. Die missliche Lage der hiesigen Amateurligen überrascht umso mehr wenn man sich die jüngsten Erfolge der Profiklubs betrachtet.
Unbeeindruckt zeigten sich die Erstligisten. Die Etats sind durch die letzten sportlichen Erfolge diverser israelischer Teams gesichert. Da ganz Europa auf die Europameisterliga schaut konnten lukrative Werbeverträge abgeschlossen werden.

Das Team der Stunde ist der SC Ashdod: 10 Punkte aus den letzten Spielen bedeuten den Sprung von Platz 10 auf 3 und gleichzeitig die Rückmeldung im Titelkampf. Nach eher durchwachsenem Saisonstart ist das Team nun dort angekommen wo es eine Vielzahl von Experten schon vor der Saison erwartet hätte, doch einige Spieler dachten nach dem Pokalsieg in der  letzten Saison wohl einen Spaziergang durch die Liga machen zu können. Nach anfänglichen Differenzen innerhalb des Teams hat es Trainer Jacobs jedoch geschafft die Spieler wachzurütteln. Auf die Ausgeglichenheit in der Spitzengruppe gefragt antwortete der Trainer: “Ich wage mal eine Prognose: es könnte so oder so ausgehen!“ Welch weise Worte...
Ebenfalls stark präsentierte sich erneut Maccabi Haifa. Die formbeste Abwehr ließ nur 3 Gegentreffer zu, so dass 9 Punkte verbucht werden konnten. Da der bisherige Tabellenführer Hapoel Raanana Tribut für seine kräfteraubende Spielweise zollen musste und nur 3 Punkte nach Hause schaukeln konnte (jetzt 5.) ist Haifa jetzt neuer Tabellenführer, liegt jedoch nur 3 Punkte vor dem vierten Hapoel Hadera. Trainer Andreas Winkler zeigte sich begeistert von der Spannung im oberen Tabellendrittel: „So spannend war es noch nie!“ und ließ sich zu folgender Analyse hinreißen: “Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen!
Maccabi Tel Aviv verschafft sich weiterhin Luft im Abstiegskampf und kann nun sogar seine Ziele wieder nach oben korrigieren. Mit 9 Punkten konnte man sich vom 14. auf den 12. Platz verbessern und hat nun schon ein kleines Polster zum bösen dicken Strich in der Tabelle (5 Punkte vor dem 16.). Das Präsidium sieht sich in der Trainerfrage bestätigt. Als es schlecht lief hielt man an Trainer Bruehl fest. Der hohe Stellenwert den er bei seinem Klub inne hat wird von seinem Präsidenten folgendermaßen beschrieben: „Wenn er sagt wir spielen künftig mit viereckigen Bällen, dann wird mit viereckigen Bällen gespielt.“
Mittlerweile hat sich auch Ex-Meister und UEFA-Cup Sieger Hakoah Maccabi Ramat Gan an die Doppelbelastung mit dem Europacup gewöhnt. Im Gleichschritt mit Maccabi Tel Aviv entfernt sich Trainer Listos Escuschen mit ebenfalls 9 Punkten aus dem Tabellenkeller und liegt einen Punkt hinter ihnen auf Platz 13. Trainer Escuschen auf die Frage was er seinen Spielern vor den letzten Partien gesagt hat: „Fußball ist ein sehr kompliziertes Spiel. Man muss es einfach spielen, dann ist man erfolgreich. Diese Siegermentalität hat meine Mannschaft dann auch mental rübergebracht.“

Abgestürzt ist hingegen Maccabi Petach Tikva. Hoffnungsvoll als Tabellenzweiter in die Partien gegangen wurden alle vier verloren. Platz 10 die neue Position. Zwar konnten 6 Tore erzielt werden, doch 12 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Trainer Nico Kuphal war dementsprechend sauer als er auf seine Abwehr angesprochen wurde: „Wäre es kälter gewesen, wäre vielleicht einer von ihnen am Boden festgefroren.“
Nicht viel erfolgreicher war das für seine offensive Spielweise bekannte Beitar Jerusalem. Mit 7:10 Toren konnte nur ein Punkt erkämpft werden. Mit seiner offensiven Spielweise konfrontiert antwortete Trainer Patrick Neustift: „Ich spiele weiterhin mit Risiko. Schließlich profitieren alle davon: wir, das Publikum und auch der Gegner.“ Da man als 14. (vorher 11.) nicht mehr weit von den Abstiegsrängen entfernt ist sollte er eventuell seine Taktik überdenken.
Die rote Laterne hängt nun bei Aufsteiger Maccabi Turan. Zwar wurde nur ein Spiel verloren, doch es konnte keins gewonnen werden. Die magere Torausbeute (5, nur Hapoel Nazrat Ilit erzielte mit vieren weniger, gewann aber ein Spiel) analysierte Trainerin Ingrid Sinnwell süffisant: „Meine Mannschaft ist in jedem Spiel 15- oder 16- mal ins Abseits gerannt. Das haben wir auch die ganze Woche geübt.“ Ihren Humor hat sie jedoch nicht verloren: „Ich sehe einen positiven Trend: Tiefer kann es nicht mehr gehen.“
Der bisherige Letzte Hapoel Taibe konnte respektable 7 Punkte erringen, da jedoch auch die Konkurrenz im Abstiegskampf ihre Form wiederfindet liegt Trainer Peter Steimer nur auf dem 17. Rang, der Rückstand zum rettenden 15. Rang vergrößerte sich um einen auf vier Punkte. Man wolle sich jedoch nicht verrückt machen lassen und gibt sich noch lange nicht geschlagen, Steimis Motto lautet schließlich: „Das nächste Spiel ist immer das nächste.“
Nur noch drei Punkte vom Abstieg entfernt ist der amtierende Meister Maccabi Tamra. 5 Punkte aus den letzten Spielen sind für den Titelverteidiger sicher zu wenig, es bedarf dringend einer Leistungssteigerung will man nächstes Jahr nicht statt in der Champions League in der zweiten Liga kicken. Trainerin Erika Stang ist jedoch zuversichtlich, kann sich das Team doch erst seit kurzer Zeit auf die Liga konzentrieren (EC und Supercup): „Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es war.“, so ihr Kommentar.

Kay Jacobs

Israel weiter auf Erfolgskurs - Auch Schweden kein Gegner

25.04.02 - Das NC-Team ISR2 steht im Halbfinale des Irish-Shamrock-Cups! Durch ein überlegenes 5:1 gegen den vermeidlichen Favoriten Schweden konnte das Überraschungsteam von Peter Steimer, Kay Jacobs, H.-D. Zimmer und Joerg Reinekirchen  (wurde diesmal geschont) erneut den Kritikern trotzen und Israel eine weitere Sternstunde im Fußball bereiten. Schweden, immerhin als Tabellenerste Ihrer Gruppe in die Finals gekommen, konnte dem 5:2 gegen Spanien keine weiteren Taten folgen lassen und ließ sich durch das engagierte Auftreten unseres Teams völlig aus dem Konzept bringen. Kay Jacobs war der Erste, der ran durfte und mit einem 3:0 bereits die Zeichen auf Sieg stellte. H.-D. Zimmer machte durch sein 2:0 den Einzug bereits perfekt, wodurch Peter Steimer das Spiel ruhig nach Hause schaukelte und Schweden den Ehrentreffer zum 5:1 noch erlaubte. Trotzdem bewies er, daß die Schonung von J. Reinekirchen ein perfekter Schachzug war und er den Platz problemlos einnehmen konnte, wodurch Schwedens Taktik völlig über den Haufen geworfen wurde.

Nächster Gegner im Halbfinale ist Österreich 3 – ein altbekanntes Team für ISR2! Bereits in der Vorrunde stand man sich gegenüber, damals wurde AUT3 mit 7:1 überrollt. Ein gutes Omen? Sicher wird das Team auf Revanche brennen, aber das Team von Peter Steimer wußte bisher zu überzeugen und wird sicher auch dieses Mal ein gutes Spiel abliefern. Ob es zum Finale reicht wird das kommende Wochenende zeigen. Israel steht hinter Euch!

H.-D. Zimmer

Schock für Israel - Faröer bleiben Favoritenschreck

18.04.02 - Israel hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Durch eine ärgerliche Heim-Pleite gegen die erneut starken Färöer Inseln hat unser Team es leider nicht geschafft, den 3-Punkte-Rückstand aufzuholen, konnte aber durch einen Sieg gegen Slowenien auf Schlagdistanz bleiben.

Am letzten Spieltag der Hinrunde war Israel hoch motiviert und gewillt, aktiv in den Titelkampf wieder einzugreifen. So griffen die Spieler auch mit dem Anpfiff an und Daniel Preissler konnte nach 46 Sekunden Spielzeit einen mustergültigen Angriff erfolgreich mit dem 1:0 für Israel abschliessen – ein Auftakt nach Maß. Jedoch schien beide Abwehrreihen noch nicht ganz auf dem Platz zu sein: den Wiederanpfiff nutzte Philipe Frey um Freund und Feind hinter sich zu lassen und den Ball zum 1:1-Ausgleich (2.) in die Maschen zu dreschen. Danach bekam Israel zu spüren, warum England am letzten Spieltag mit 0:5 baden ging. Aus einer kompakten Abwehr heraus begnügte sich Färöer mit Standfußball, ohne Israel nur in die Nähe des Tores zu lassen und selber mustergültige Konter zu spielen, die in der 39. Minute mit dem 1:2 durch Peter Kitz belohnt wurden.
Auch nach der Halbzeit dasselbe Spiel, Israel rollt ein ums andere Mal auf das Tor zu – aber erfolglos. Um so ärgerlicher die Tatsache, daß in der 89. Minute der gerechte Ausgleich unserem Team verwehrt blieb: Peter Steimer schickte H.-D. Zimmer mit einem tödlichen Pass Richtung Färöer-Tor – doch der Linienrichter sah Zimmer im Abseits! Nach Auswertung des Fernsehmaterials eine klare Fehlentscheidung, die einen wichtigen Punkt gekostet hat.

Slowenien mußte daher im ersten Spiel der Rückrunde für diese Fehlentscheidung büßen, denn Israel spielte mit der offensivsten Mannschaft der Saison mit dem klaren Ziel: 3 Punkte! Slowenien hatte dem zu Beginn nicht viel entgegen zu setzen, was Andreas Winkler mit dem 1:0 nach 5 Minuten bestrafte. Sein Freistoß aus 17 Metern wurde allerdings von der Mauer unhaltbar abgelenkt – was der Freude im Stadion keinen Abbruch tat. Auch danach war es ausschließlich Israel, das das Spielgeschehen bestimmte, allerdings ohne zündende Ideen im Abschluß. Nach 80 Minuten ließ Israel den erfolglosen Anstrum auf das slowenische Tor sein und versuchte sich im Zeitspiel, um das Ergebnis über die Zeit zu retten – ein fataler Fehler! Andreas Venzlaff fing einen der zahlreichen Querpässe Israels ab und stürmte ohne Gegenwehr auf unseren Torwart zu – der im direkten Vergleich keine Chance gegen den ausgebufften Stürmer hatte – das 1:1 war das Ergebnis (84.). Davon nochmals aufgewacht, startete Israel eine letzte, wenn auch wesentlich effektivere Offensive. Dieter Gismann war es schließlich, der eine Traumecke von Listos Escuschen in der 88. Minute zum viel umjubelten 2:1 einköpfte und den Sieg perfekt machte.

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Israel muß am nächsten Wochenende zur starken Schweiz (Hinrunde 2:4) und empfängt zuhause den alten Rivalen England zur Revance (Hinspiel  1:2). Nur wenn Israel in beiden Spielen punktet, bleibt das Team im Rennen um den Titel. Drücken wir also die Daumen!

H.-D. Zimmer

Turnierfavorit Irland 1 unterliegt Israel

18.04.02 - Das Team ISR2 (P. Steimer, H.-D. Zimmer, K. Jacobs + J. Reinekirchen) bastelt weiter an der Sensation! Im ersten Turnier der noch jungen Mannschaft konnte völlig überraschend der Turnierfavorit IRL1 mit 5:3 besiegt und das Viertelfinale erreicht werden.
Das Team war von Beginn an überlegen, ging schnell mit 2:0 in Führung und ließ sich auch durch den zwischenzeitlichen Ausgleich Irlands zum 2:2 nicht irritieren. Wie schon im bisherigen Verlauf des Turniers machte sich die internationale Erfahrung des Teams (alles erfolgreiche Nationalmannschaftsspieler) bezahlbar, als Israel einen Gang höher schaltete und auf 5:2 davonzog. Der Anschlußtreffer zum 5:3 kurz vor Ende der Partie war da nur Ergebniskorrektur.

Auch Nationaltrainer Andreas Winkler konnte nicht genug Lob der Leistung zollen: „Das Team von Peter Steimer beweist, daß die Nominierung einer zweiten Mannschaft das Beste war was uns passieren konnte. Sollte der Titelgewinn tatsächlich klappen, werden sie dieselbe Euphorie wie bei unseren EM-Titeln auslösen – ganz Israel drückt die Daumen!“. Als Belohnung für die gebrachte Leistung wird das Team um Peter Steimer in der nächsten Saison als A-Team (ISR1) ins Rennen gehen – wie wir meinen: zu recht!

H.-D. Zimmer

Maccabi Tel Aviv meldet sich zurück

18.04.02 - Mit spontanen Autocorsos und Feuerwerken bejubelten die Fans erleichtert die Wiederauferstehung ihres Teams. Insbesondere Coach Bruehl wurde mit Schlachtgesängen wie: „An-di Bruehl, Trai-ner-gott“ gefeiert.
Der Rekordmeister konnte nicht nur seine Serie von zehn sieglosen Spielen beenden, sondern er verließ damit gleichzeitig die Abstiegsplätze und kletterte vom letzten auf den 14. Platz. Dies gelang mit drei Siegen in Folge aus den letzten vier Spielen in denen 10 Tore erzielt werden konnten, Ligaspitze in diesem Zeitraum. Die Vereinsführung warnt jedoch vor allzu großer Euphorie: „Diese Punkte waren sehr wichtig für uns, doch wir dürfen uns jetzt nicht auf dieser Leistung ausruhen. Wenn sich einige Spieler hängen lassen werden wir konsequent dazwischen hauen!“. Ein Blick auf die Tabelle verrät warum Vorsicht angebracht ist. Man liegt lediglich einen Punkt vor den Abstiegsplätzen und muss deshalb weiterhin gute Leistungen zeigen um sich endgültig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden.
Gut in Form präsentiert sich ebenfalls Hapoel Majdel Krum. Mit neun Punkten aus den letzten Spielen konnte man sich vom 11. auf den 8. Platz verbessern. Wenn es Trainer Thomas Dassler schafft sein Team weiterhin so gut einzustellen kann man sogar noch im Titelkampf eingreifen, da Tabellenführer Raanana nur fünf Punkte im gleichen Zeitraum einfahren konnte. Somit beträgt der Abstand zum Platz an der Sonne für Dasslers Team nur noch vier Punkte. Sein Kommentar zur Tabellensituation: “Schaun mer mal. Die Saison ist noch lang, es kann noch so viel passieren.“ Sein funkeln in den Augen machte jedoch deutlich das er alles versuchen will, um sein Team noch weiter nach oben zu führen.
Dort schon fast angekommen ist Yvonne Buder mit Hapoel Nazrat Ilit. Auch ihr gelangen neun Punkte und man liegt nur noch zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter. Sollte es nach Maccabi Tamra erneut eine Frau schaffen den Titel zu gewinnen? Es wäre mit Sicherheit keine Überraschung, zeigen diese in Israel doch in der Regel eher überdurchschnittliche Ergebnisse.
Die beiden Liganeulinge Blust und Paez konnten in den ersten Spielen noch nicht viel bewegen. Beide starteten mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage. Die Tabellenposition ihrer Teams blieb fast unverändert, Hapoel Bat Yam konnte sich dank schwächelnder Konkurrenz vom fünften auf den vierten Platz verbessern, Hapoel Acco bleibt 16. und im Abstiegskampf.
Diesem nähert sich langsam aber sicher auch der amtierende Meister. Mit unansehnlichem Defensivfußball erspielte man sich vier Unentschieden in Folge, es fielen lediglich sechs Tore (3:3) und man ist seit sechs Spielen ohne dreifachen Punktgewinn. Damit rutscht Maccabi Tamra vom 12. auf den 13. Platz und hat nur noch drei Punkte Vorsprung zur Abstiegszone. Der Kredit bei den Fans scheint aufgebraucht, erstmals gab es Pfiffe gegen das eigene Team. Aufgrund der starken letzten Saison verständlich, aber sicher nicht hilfreich für Trainerin Stang und das verunsicherte Team.
Überraschenderweise ist eine weitere Trainerin in die Kritik geraten. Aufsteiger Maccabi Turan ist nach gutem Saisonstart mittlerweile auf den 17. Platz gerutscht. Ergebnis der letzten schwachen Spiele in denen nur ein Punkt geholt wurde. Trainerin Ingrid Sinnwell hierzu: „Mit der Torausbeute bin ich durchaus zufrieden, aber über meine Abwehr kann ich nur den Kopf schütteln! Hühnerhaufen wäre noch gelobhudelt!“. In der Tat stehen 47 Gegentore auf dem Konto, damit ist man Anwärter auf den Titel „Schießbude der Liga“. Kann das Defensivverhalten verbessert werden ist aber noch alles drin, denn die Offensive ist durchaus erstligatauglich.
Neues Schlusslicht ist Peter Steimers Hapoel Taibe. Der zweitschlechteste Angriff der Liga gepaart mit der zweitschlechtesten Abwehr und nur ein Sieg aus den letzten acht Spielen sind dafür verantwortlich. Der von den Fans liebevoll Steimi genannte Trainer zog aus der Talfahrt die ersten Konsequenzen. Über die kurzfristig arrangierte Teilnahme an einem irischen Einladungsturnier soll sich sein Team nun die nötige internationale Härte holen die in dieser Spitzenliga zum Überleben notwendig ist. Die Redaktion wünscht ihm hierbei viel Erfolg, würde sich doch ein durchaus verdienter Trainer aus der Liga verabschieden wenn es bei diesem Tabellenbild bliebe.
 

Zweitligist im Halbfinale

Favoritenschreck Bnei Saknin hat den Einzug ins Halbfinale geschafft. In einer immer spannenden Partie konnte der für das Champions League Viertelfinale qualifizierte Erstligist Maccabi Haifa 2:1 bezwungen werden. Bereits in der 6. Minute patzte Haifas Keeper als er für einen Freistoß des Gastgebers noch nicht bereit war und zu spät die Fäuste hob. Direkt nach Wiederanpfiff gelang jedoch der Ausgleich nach einem feinen Sololauf auf dem rechten Flügel. Haifa war von nun an überlegen, konnte jedoch gleich mehrfach frei vor dem Tor den Ball nicht über die Linie bringen. So passierte in der 92. Minute das unvermeidbare. Eine Unachtsamkeit in der Abwehr nutzte der Zweitligist eiskalt aus. Trainer Daniel Preissler zeigte sich anschließend zufrieden: „Es war ein gutes Spiel und ich freue mich im Halbfinale zu sein. Hoffentlich gelingt nun auch der Wiederaufstieg damit ich im nächsten Jahr wieder gegen Kollege Winkler spielen kann.“. Dieser gab zu sein Team schlecht eingestellt zu haben und verschwand schnell nach Spielabpfiff, um sein Team besser vorbereitet in die nächsten Champions League Begegnungen schicken zu können.
Für den anderen Zweitligisten war die Hürde UEFA Cup Sieger jedoch zu hoch. Sang- und klanglos verlor Hapoel Beit Shean gegen Hakoah Maccabi Ramat Gan mit 0:1.
Der Aufwärtstrend von Maccabi Tel Aviv bestätigte sich auch im Pokal. Man kam zu einem knappen aber letztlich verdienten 2:1 n.V. bei Aufsteiger Turan.
Souverän setzte sich der Titelverteidiger Ashdod mit 2:0 gegen Hapoel Zafirim Holon durch. Die Gäste spielten pomadig und stellten die Ashdod Abwehr in den gesamten 90 Minuten nicht einmal vor Probleme.
Im Halbfinale kommt es nun zum Duell zwischen Hakoah Maccabi Ramat Gan und Bnei Saknin, sowie Maccabi Tel Aviv gegen den SC Ashdod. Ashdod Trainer Jacobs ist vor dem Gegner gewarnt, spielte dieser in der letzten Woche doch groß auf. Er wird trotzdem alles daransetzen das Finale zu erreichen, denn dort könnte er auf seinen Exklub Bnei Saknin treffen bei dem er immer noch viele Freunde hat: „Ich würde mich sehr über ein Finale Ashdod-Saknin freuen. Ich drücke Daniel Preissler die Daumen!“

Kay Jacobs

Trainer wechsel dich

11.04.02 - Ein überraschender Trainerwechsel bei Hapoel Bat Yam sorgte für Verunsicherung in der Mannschaft des bisherigen Spitzenreiters. Trainerin Sandra Niebler wurde nach dem 12. Spieltag vom belgischen Zweitligisten KVV Overpelt Fatriek abgeworben. Ihre guten Trainerleistungen blieben den dortigen Verantwortlichen nicht verborgen und man erhofft sich mit ihr den Aufstieg in die erste Liga (Kat 2). Das Team agierte in den folgenden Spielen aufgrund der ungeklärten Trainerfrage konfus und unmotiviert. Ergebnis waren magere 2 Punkte, die den Sturz auf den 5. Rang bedeuteten. Erst nach dem 16. Spieltag konnte mit Reinhold Blust vom bosnischen Erstligisten NK Krajina Cazin (Kat 4) ein Nachfolger präsentiert werden. „Wir hätten gerne mit Frau Niebler weitergemacht, doch wir wollten ihr diese Chance nicht verbauen. Sie hat schließlich viel für diesen Verein geleistet. Bei der Trainersuche haben wir uns bewusst Zeit gelassen, um jemanden zu finden der wirklich zu uns passt. Unser Co-Trainer Blanko Tipp hat in den letzten Spielen versucht das Beste aus der Situation zu machen, leider hatte er kein Glück dabei.“, so der Kommentar des Präsidenten. Für Wandervogel Blust ist dies schon der 5. Klub im 5. Land, ob er in Israel endlich sesshaft wird?
Einen weiteren Trainerwechsel gab es bei Hapoel Acco. Verkündete das Präsidium noch letzte Woche man stehe hinter Tobias Hauptmann, so weiß man jetzt auch warum: um dem Trainer einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten zu verpassen. Von der Mannschaft wurde die Entlassung des beliebten Trainers mit Unverständnis aufgenommen und so ließ man sich in den nächsten Partien hängen. Lediglich 3 Punkte konnten aus den nächsten Spielen mitgenommen werden, Sturz vom 13. auf Abstiegsplatz 16. Ein Spieler der anonym bleiben möchte (Name der Redaktion bekannt) äußerte sich so: “Es ist doch immer das Gleiche! Der Trainer versucht alles und wir Spieler machen individuelle Fehler. Man hätte ihm die Zeit geben sollen hier etwas aufzubauen. So bestätigt sich mal wieder der alte Spruch: Wer vom Fußball gar nichts kennt, wird bei Acco Präsident. Ich hab bald keine Lust mehr...“. Tatsächlich offenbarte das Präsidium auch bei der Trainersuche seine Inkompetenz. Hauptmann wurde entlassen, ohne das man einen Nachfolger präsentieren konnte. Erst nach zähen Verhandlungen wurde nach dem 16. Spieltag mit Manni Paez ein hoffnungsvoller Nachfolger aus der ersten Liga Andorras (bisher FS Canillo, Kat 5) vorgestellt. Hauptmann hingegen fand schnell einen neuen Verein. Er betreut seit dem 13. Spieltag den FC Atlantis in der ersten finnischen Liga (Kat 4). Dort wird ihm zugetraut das Team vom letzten Platz nach oben zu führen.

Für positive Schlagzeilen sorgt weiterhin Hapoel Raanana: Mit 9 Punkten aus den letzten Spielen (19 Punkte aus den letzten acht Spielen) stürmte man von Rang 5 an die Tabellenspitze. Die von Claudia Poperl gepredigte kontrollierte Offensive zahlte sich erneut aus. Der Sturm effektiv, die Abwehr erneut stabil. Wird dieses Niveau gehalten, könnte am Ende der Saison die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb herausspringen.
Punktgleich auf dem 2. Tabellenplatz liegt der konstant gut spielende Vizemeister Maccabi Haifa von NM Teamchef Andreas Winkler. Die ausgeklügelten Taktiken vom international erfahrenen Trainerfuchs Winkler machen es jedem Gegner schwer sein Team zu schlagen, so dass hier das Minimalziel nur die erneute Qualifikation für den Europacup lauten kann.
Einen Sprung nach oben machte auch der Pokalsieger SC Ashdod. Mit der zweitbesten Bilanz und ebenfalls 9 Punkten aus den letzten Spielen konnte man sich vom 11. auf den 7. Platz verbessern. Trainer Kay Jacobs zeigte sich vor allem mit der ausnahmsweise einmal guten Abwehrleistung zufrieden: „Diesmal haben uns die Nerven keinen Strich durch die Rechnung gemacht. So kann es weitergehen! Besonders loben möchte ich hier unseren Keeper der seine Patzer aus dem Supercup wieder gutgemacht hat.“ (siehe weiter unten).
Währenddessen hält die Krise bei Rekordmeister Maccabi Tel Aviv an. Erneut die schlechteste Bilanz, nur ein Punkt aus den letzten vier (bzw. acht) Spielen bedeuten weiterhin den letzten Platz. Bei nun 5 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und nur 13 Punkten aus 16 Spielen muss sich Andreas Bruehl etwas einfallen lassen wenn er die Klasse halten will. Erschreckend schwach vor allem die Abwehr: 37 Gegentreffer sind einfach zu viel um weiterhin erstklassig zu bleiben.

Abseits des Ligaalltags kam es diese Woche zum langersehnten Supercup Spiel zwischen dem SC Ashdod und Maccabi Tamra. Trotz der zweimaligen wetterbedingten Absage dieses Duells war das Stadion in Tel Aviv bei nun herrlichem Sonnenschein mit 54.900 Zuschauern ausverkauft. Überraschenderweise lag der in der Liga unter ferner liefen spielende Meister Tamra bereits nach 20 gespielten Minuten mit 2:0 in Front. Zweimal ließ man den Gegenspielern an der Strafraumgrenze zuviel Platz, zweimal sah der Keeper bei den daraus resultierenden Fernschüssen schlecht aus. Doch Ashdod fing sich, hielt jetzt dagegen und es entwickelte sich noch eine packende erste Halbzeit in der es Ashdod trotz großer Chancen nicht gelang das so wichtige Anschlusstor zu erzielen. Kurz vor der Halbzeit dann das Unfassbare: einen Befreiungsschlag der Tamra Abwehr wurde von der SCA Abwehr als Bogenlampe in Richtung eigenes Tor weitergeleitet, welche sich der Ashdod Keeper ins eigene Tor köpfte. 0:3 hieß es zur Pause und der SC Ashdod ergab sich nun seinem Schicksal. Tamra tat nicht mehr als unbedingt nötig, schließlich will man sich in der Liga noch von Platz 12 nach oben arbeiten. Beide Teams boten nach der Pause Sommerfußball und das 1:3 (69.) blieb Ergebniskosmetik.
Der unterlegene und sichtlich enttäuschte Ashdod Trainer Jacobs gratulierte nach dem Spiel seiner Konkurrentin und nahm seinen Keeper in Schutz: “Das war heute nicht sein Tag, aber er hat uns schon so viele Punkte gerettet und uns erst mit seinem spektakulär gehaltenen Elfmeter im Pokalfinale hierher gebracht. Es wird für ihn wieder aufwärts gehen. Und wir haben hier ja nicht gegen irgendeinen Dorfklub gespielt, sondern gegen den amtierenden Meister. Gratulation an Erika Stang, sie hatte einfach die bessere Taktik gegen die wir kein Mittel gefunden haben.“

Kaum ist der Supercup gespielt geht auch der Landespokal schon wieder in seine entscheidende Phase. Überraschenderweise konnten sich gleich zwei Zweitligisten für das bevorstehende Viertelfinale qualifizieren. Bei der Auslosung haben allerdings beide schwere Gegner erwischt. Der letztjährige Erstliga Absteiger Bnei Saknin empfängt Vizemeister Maccabi Haifa, Hapoel Beit Shean den UEFA-Cup Sieger Hakoah Maccabi Ramat Gan. Aber der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze... Die weiteren Partien lauten: Liganeuling Maccabi Turan gegen Schlusslicht Maccabi Tel Aviv sowie Titelverteidiger SC Ashdod gegen Hapoel Zafirim Holon.

Kay Jacobs

Torfestival für Israel! Auswärts wieder eine Macht

11.04.02 - Es hat endlich wieder geklappt! Zum ersten Mal nach dem Sieg in Slowenien am 1. Spieltag konnte unsere Mannschaft wieder ein Spiel auswärts gewinnen und auch aus San Marino einen Punkt klauen.

In der Slowakei spielten beide Mannschaften von Anfang an äußerst offensiv, um das Spiel schnell zu Ihren Gunsten zu entscheiden. Daraus entwickelte sich eine Torflut, die ihresgleichen sucht. Innerhalb von 21 Minuten fielen 6 (!!) Tore und ließ den Zuschauern keine Zeit zum Verschnaufen. Den Anfang machte Israel mit dem Anstoß, als Daniel Preissler durch die noch nicht organisierte slowakische Abwehr preschte und den Torwart mit einem eleganten Heber zum 0:1 (1.) überlistete. Daraus entwickelte sich ein schönes Spiel mit vielen Torchancen auf beiden Seiten, die in der ersten Viertelstunde allerdings nicht verwertet werden konnten. Dem erfolglosem Anrennen machte zuerst die Slowakei ein Ende. Claudi Polster drehte einen Freistoß aus 20m elegant über die Mauer ins obere linke Eck und glich damit zum 1:1 (16.) aus. Während Israel noch die Freistoßentstehung diskutierte, eroberte Klaus Honrath bei Wiederanpfiff den Ball und überraschte Israel mit einem 45m-Schlenzer, der sich hinter unserem verdutztem Torhüter zum 2:1 (17.) ins Tor senkte. Um so peinlicher die Aktion des slowakischen Torhüters nach diesem Tor: noch mit den Fans hinter seinem Tor feiernd, überhörte er den Wiederanpfiff, was Stefan Esser zum 2:2-Ausgleich (18.) eiskalt ausnutzte – ein Fehler wie man ihn sehr, sehr selten sieht! Doch schon mit dem nächsten Angriff stellte sich der alte Abstand wieder her, als unsere Abwehr Daniel Zils nur noch mit einer Notbremse aufhalten konnte und der Gefoulte selbst den fälligen Elfmeter verwandelte (20.). Auch hier danach dasselbe Spiel: Israel in Form von Kay Jacobs tankt sich durch die Abwehr, wird gefoult – und verwandelt den ebenfalls gerechtfertigten Elfer zum 3:3 (21.)! Danach waren aber beide Mannschaften gewarnt und ließen von Ihrer allzu offensiven Einstellung ab – was zur Folge hatte, daß es bei diesem Ergebnis bis zur Halbzeit blieb. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Israel den Druck und kam zu einigen hochkarätigen Chancen, von denen H.-D. Zimmer in der 65. Minute die Beste selber nutzte: ein unerlaubter Rückpass zum Torwart bedeutete einen indirekten Freistoß im Strafraum – der vom bislang besten israelischen Torschützen (3 Tore aus 4 Spielen, 6. Platz i.d. Torschützenliste) eiskalt zum 3:4 verwandelt wurde. Danach machte Israel die Räume dicht und sorgte so dafür, das keine weiteren Tore fielen – der Sieg war unter Dach und Fach!

Auch in San Marino begann Israel stark, was Peter Steimer mit dem 0:1 nach 5 Minuten (Abseits überlistet) bewies. Jedoch konnte SM durch Stefan Tonak (16.) und Jan Berlin (20.) nach individuellen Abspielfehlern Israels mit 2:1 in Führung gehen. Aber ein wunderschöner Doppelpass zwischen Daniel Preissler und Listos Escuschen (76.) brachte das 2:2 für Israel – und damit einen Punkt aus diesem wichtigen Spiel . Denn zeitgleich verlor Tabellenführer England überraschend hoch mit 0:5 auf den Färöer Inseln – selten hat sich ein Tabellenführer dermaßen blamiert!
Damit bleibt Israel auf Schlagdistanz (3 Punkte Rückstand) und ist damit wieder zurück im Titelrennen. Allerdings sorgt sich Teamchef Winkler um die Motivation der Spieler: „Einige unter uns sind sich der Situation nicht bewußt, sind nicht voll motiviert und spielen im Training lasch – das könnte sich auf das ganze Team auswirken...“

H.-D. Zimmer

Nationencup-Teams erfolgreich

11.04.02 - Dank unserer NC-Teams ist Israel sowohl im „Irish Shamrock Cup“ als auch im „Nostalgiecup“ noch vertreten.
Im Irish Shamrock Cup konnte sich das Team ISR2 mit P. Steimer, H.-D. Zimmer, Jörg Reinekirchen und Kay Jacobs trotz einer 1:4-Klatsche gegen San Marino im letzten Spiel als Tabellenerster fürs Achtelfinale qualifizieren. Grundlage dafür war das deutliche 7:1 gegen AUT3, die als Zweite ebenfalls eine Runde weiter sind, und das verdiente 4:3 gegen NIRL1. Gegner im Achtelfinale ist der Turnierfavorit IRL1.
Dagegen musste das Team ISR1 mit A. Winkler, D. Preissler, D. Wussow und S. Esser nach der Vorrunde die Koffer packen. Die 1:4 Niederlage vom ersten Spieltag gegen AUT2 wurden zwar durch  ein 3:2 gegen ESP und einem 5:2 gegen ITA wettgemacht, am Ende fehlte dem Team ein mickriges Tor um anstelle Spaniens (ebenfalls 6 Punkte) ins Achtelfinale zu ziehen.

Im Nostalgiecup konnte Israel das erste Spiel der Zwischenrunde gegen Weissrußland durch Tore von Peter Steimer, H.-D. Zimmer (Vorlage Stefan Esser) und Kay Jacobs mit 3:2 für sich entscheiden und damit die Führung in der Gruppe1 übernehmen, da im zweiten Spiel Schottland und Moldawien sich 3:3-Unentschieden trennten. Nächster Gegner für Israel ist Moldawien, daß die Vorrunde als Tabellenzweiter der Gruppe 3 beendet hatte...

H.-D. Zimmer

Hapoel Raanana startet durch

04.04.02 - Das von Trainerin Claudia Poperl betreute Team konnte aus den letzten 4 Partien 10 Punkte verbuchen und rückte in der Tabelle vom 13. auf den 5. Platz vor. Das gute Offensivspiel wurde mit 10 Toren belohnt und auch die Abwehr ließ nur 4 Gegentore zu. Das die überwiegend männlichen Trainer der Liga gegen die weiblichen Konkurrenten nur mit halber Kraft spielen oder jedoch übermotiviert zu Werke gehen ist jedoch nur ein Gerücht, da auch Helmut Roleders Hapoel Hadera nur vier Gegentore zuließ. 9 Punkte und 9:4 Tore stellen die zweitbeste Bilanz der vergangenen Spiele dar und man konnte sich vom 15. auf den 10. Tabellenplatz verbessern. Ebenfalls 9 Punkte verbuchten Hapoel Zafirim Holon mit Trainer Denis Lehmann(vom 12. auf den 6. Platz geklettert) und Hapoel Bat Yam, das sich mit dieser Leistung die Tabellenführung sichern konnte.
Nachdem sich letztes Jahr Maccabi Tamra mit seiner Trainerin Erika Stang den Titel sicherte steht mit Sandra Nieblers Team nun erneut das „schwache“ Geschlecht ganz oben. Bei nur fünf in der ersten Liga beschäftigten Frauen eine starke Bilanz die vielleicht einige Vereinspräsidenten zum Umdenken ermutigen könnte, denn gleich zwei Teams schafften in dieser Runde nicht einen einzigen Punktgewinn.
Viel Pech dabei hatte Hapoel Acco. Mit recht gefälligem Spiel konnten 7 Tore erzielt werden die in jedem Spiel fast für ein Unentschieden gereicht hätten. Die entscheidenden Gegentore fielen jedoch noch in jedem Spiel. 7:11 Tore, 0 Punkte, Sturz vom 4. auf den 13. Rang so die deprimierende Bilanz. Doch das Präsidium ließ auf der letzten Pressekonferenz verlauten: „Der Trainer kann sich ja schließlich nicht selbst ins Tor stellen. Wir stehen voll und ganz hinter Tobias Hauptmann.“
Anders liegt der Fall beim Traditionsklub Maccabi Tel Aviv. Die schlechteste Offensive mit nur 5 Toren kombiniert mit rekordverdächtigen 13 Gegentoren bedeuten auch hier 0 Punkte. Lag man vorher noch auf dem 7. Platz so hat der Klub nun die rote Laterne inne. Vereinsinsider munkeln das die vorübergehende Krise in der Nationalmannschaft den auch dort engagierten Trainer Andreas Bruehl verunsichert haben könnte. Bleibt zu hoffen das ihm das Schicksal seiner Nationalmannschaftskollegen Dennis Wussow und Daniel Preissler erspart bleibt die letzte Saison den Gang in die 2. Liga antreten mussten, diese momentan aber von oben kontrollieren.
Objektive Fussballfans sollten sich dieser Tage Spiele von Beitar Jerusalem ansehen. Die offensive Einstellung von Trainer Patrick Neustift spiegelt sich in einer Torbilanz von 11:10 wieder. Die stärkste Offensive gepaart mit einer anfälligen Defensive garantieren Torreiche Spiele.

Kay Jacobs

Israel kann noch siegen

04.04.02 - Das Team von Andreas Winkler konnte seine Fans an diesem Wochenende wieder versöhnen. Zwar gab es in Spanien eine vermeidbare Niederlage, aber danach durften die Fans im heimischen Stadion zum ersten Mal in dieser Saison einen Sieg Ihrer Mannschaft feiern.

Das äußerst schwache Spiel in Spanien war gespickt von Fehlpässen auf beiden Seiten. Symptomatisch dafür war auch die Entstehung des einzigen Tores (38.) der Partie: eine Ecke der Spanier war eigentlich schon geklärt, als Rene Kautz aus knapp 25 Metern sich ein Herz fasste, abzog – und der Ball von drei(!) herausstürmenden Israelis unhaltbar abgefälscht wurde. Israel war zwar in der zweiten Halbzeit um den Ausgleich bemüht, konnte aber kein effektives Mittel gegen die überraschend stark spielenden Spanier finden.

Um so überraschender das Auftreten vor dem heimischen Publikum, dass auf Grund der bisherigen „Erfolge“ erstmals nicht alle Karten im Vorverkauf erwarb. Nachdem Israel mal wieder den Anpfiff verschlafen hatte und die Ukraine in der 2. Minute in Führung gehen konnte, blitzte erstmals seit Wochen das vorhandene Potenzial des Teams auf. Andreas Bruehl konnte bereits vier Minuten später den Ausgleich erzielen und damit einen Sturmlauf auf das Tor des Gegners in Gang setzen. Belohnt wurde die Mühe in der 38. Minute, als Andreas Winker die Abseitsfalle der Ukraine überlisten und Peter Steimer den genialen Pass mit einem Lupfer im Tor zum 2:1-Pausenstand unterbringen konnte. Nach der Halbzeit das gleiche Bild – mit gleichem Ergebnis: einen weiteren Sturmlauf der Israelis konnte HD Zimmer verwerten, als er in der 76. Minute einen Freistoß von der Strafraumkante ins lange Eck schlenzte – eigentlich die Ecke des Torwarts... Der Treffer des Ukrainers Specht zum 3:2-Endstand (88.) war nur Ergebniskorrektur. Teamchef Winkler: „Hoffentlich können wir das in die nächsten Spiele retten. Auswärts liegt zur Zeit einiges im Argen, da müssen wir dringend dran arbeiten... Und unseren Fans zuhause natürlich mehr Feste wie dieses präsentieren.“

H.-D. Zimmer

Debakel für Israel! Teamchef denkt an Rücktritt

28.03.02 - Teamchef Andreas Winkler war zu recht sauer auf seine Spieler: „Die Mannschaft spielt ohne Herz und Verstand!“ war vom aufgebrachten Trainer zu hören, nachdem die Spiele in England und gegen Weißrussland alles andere als erfolgreich waren...

Am 3. Spieltag gab es die lange befürchtete Niederlage gegen die wiedererstarkten Engländer. Zuhause schon immer eine Macht gewesen, war das Team hochmotiviert und gewillt, das schmeichelhafte Unentschieden der Israelis am letzten Spieltag des Vorjahres vergessen zu machen. Als logische Konsequenz setzte Roos in der 8. Minute ein Zeichen, in dem er nach einem wunderbaren Alleingang unseren Torwart überwinden und zum 1:0 einschießen konnte – gleichzeitig der Halbzeitstand. Israel fehlte die Ideen um den aggressiv spielenden Briten Paroli bieten zu können, darüber hinaus konnte England zu Beginn der zweiten Halbzeit die iraelischen Bemühungen durch das 2:0 durch Volker Klug (53.) im Keim ersticken. Der Anschlußtreffer durch Dennis Wussow (88.) zum 2:1 Endstand war nichts weiter als Ergebniskorrektur – Chancen das Spiel zu kippen hatte Israel zu keinem Zeitpunkt.

Zuhause war gegen Weißrussland daher eigentlich Wiedergutmachung angesagt. Doch konnte Thorsten Zimmermann in der 5. Minute nach einem unnötigen Foulspiel an der Strafraumgrenze den fälligen Elfmeter mühelos im Kasten der Gastgeber versenken – und damit alle Vorgaben des Trainers über den Haufen schmeißen. Wie schon in den vorherigen Spielen war der Spielaufbau der Israelis zu offensichtlich, was zur Folge hatte, daß in der ersten Halbzeit nicht ein erwähnenswerter Angriff auf Weißrussland zurollte. Nach der Pause war es Kay Jacobs zu verdanken, daß Israel wenigstens ein Unentschieden mit vom Platz nehmen konnte.
Sein fulminanter Gewaltschuß aus 35 Metern war für den Torwart der Weißrussen unhaltbar da verdeckt und sichterte damit in der 57. Minute Israel das 1:1. 

Trotzdem war zu keinem Zeitpunkt der absolute Siegeswille, den die Mannschaft am Ende der letzten Saison noch demonstrierte, zu sehen – was auch dem Trainer auffiel. „So unkonzentriert und lustlos haben wir noch nie gespielt – ich muß mich bei unseren Fans für das Auftreten entschuldigen. Ich werde versuchen, mit den Spielern das offene Gespräch zu führen. Sollte sich aber an der Situation nichts ändern, stehe ich als Teamchef nicht mehr zur Verfügung!“ Bleibt zu hoffen, daß die Mannschaft durch Leistung den erfolgreichsten NM-Trainer aller Zeiten zum bleiben bewegen kann...

Hans-Dieter Zimmer

Heimschwäche bleibt

21.03.02 - Freud und Leid in Israels Nationalmannschaft. Im ersten Spiel der neuen SEL-Saison mußte der amtierende Europameister zum Aufsteiger Slowenien reisen – und kam mit einem 3:1 (3:1) sowie 3 Punkten im Gepäck zurück. Trotz einen frühen Gegentores in der 8. Minute behielt die Mannschaft den Überblick und konnte kurz vor der Halbzeit mit Toren von Winkler (39.), Escuschen (40., nach Traumecke Wussow) und Esser (41.) den Spieß umdrehen und für die Vorentscheidung sorgen. In der zweiten Halbzeit kontrollierte das Team Slowenien nach Belieben und sorgte dafür, das zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Gefahr für das eigenen Tor bestand...

Das erste Heimspiel der Saison endete allerdings so, wie das Letzte endete: mit einer Niederlage – 2:4 (1:1) hieß es am Ende gegen den starken Aufsteiger Schweiz. Trotz einer zweimaligen Führung durch Preissler (16.) und Zimmer (53.) konnte Israel die Eidgenossen nicht in Griff bekommen und kassierte durch Bochsler (20.), Grollmund (57.), Geissmann (61.) und dem ehem. israelischen Nationalspieler Houghton (72.) eine schmerzhafte Heimschlappe. Bleibt zu hoffen, dass Teamchef Winkler seine Jungs bis zum nächsten Spiel die gewohnte Sicherheit vermitteln kann...

Aus der Meisterschaft gibt es nach dem ersten Wochenende einen überraschenden Spitzenreiter: Aufsteiger Hapoel Acco konnte sich mit 3 Siegen aus 4 Spielen an die Tabellenspitze setzen, Meister Maccabi Tamra lauert mit zwei Punkten Rückstand auf Platz 4.

Hans-Dieter Zimmer